Der Spanische Bürgerkrieg…ein Krieg, der von vielen Seiten in unterschiedlichster Form gewertet wird. Man könnte behaupten, dass seine Ereignisse und die unmittelbare Bedeutung für lange Zeit ein regelrechtes Mysterium darstellten. Schon während der Zeit des Nationalsozialismus sind in der deutschen Literatur ca. 50 Werke über den Spanischen Bürgerkrieg entstanden. Jedoch kann man bei diesen Werken von Geschichtsverfälschung sprechen. Die spanische Republik wurde diskriminiert und die Freiheitskämpfer des spanischen Volkes als Verbrecher abgetan, womit das Naziregime seine Hilfe für Franco legitimieren konnte. Auf Grund der politischen Zensur in Deutschland konnte man diesen Aussagen jedoch nicht entgegenwirken.
Nach dem Krieg erschienen ebenfalls einige Werke über dieses Ereignis. Doch diesmal waren viele der Schriftsteller der ehemaligen Internationalen Brigade zu zuzählen, was wiederrum zu einer einseitigen Darstellung des Krieges führte. Erst im letzten Jahrzehnt und besonders um den siebzigsten Jahrestag des Spanischen Bürgerkrieges herum, erschienen sehr ausführliche Werke über die Bedeutung und die internationalen Folgen des Krieges.
Aus heutiger Sicht kann man diese revolutionären Ereignisse der Jahre 1936 bis 1939 als eines der großen Themen des 20. Jahrhunderts werten. Ein großer Hispanist namens Maurice Legendre sagte zum Ausbruch des Bürgerkrieges provokativ: „Wenn ihre Mutter Krebs hätte und man eine Operation anordnete, würden sie zögern?“, nachdem ihn ein deutscher Literat auf die Sinnlosigkeit des Krieges hinwies. Selbst international anerkannte Schriftsteller wie Ernest Hemingway mit seinem Werk „Wenn die Stunde schlägt“, Andre Malraux mit seinem Werk „Die Hoffnung“ oder auch George Orwell mit seinem Werk „Mein Katalonien“ beschäftigten sich ausführlich mit diesem Thema.
Besonders das künstlerische Werk „Guernica“ von Pablo Picasso, welches auf der Pariser Weltausstellung von 1937 zu sehen war, spiegelt die Leiden des Krieges wie kein anderes wider.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Einordnung
3. Der Kriegsverlauf des Bürgerkriegs
4. Internationale Intervention
4.1. Deutsche Intervention
4.2. Italienische Intervention
4.3. Sowjetische Intervention
4.4. Appeasement
5. Nachwort
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Ereignisse sowie die internationale Dimension und Ausweitung des Spanischen Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939. Das Ziel ist es, die Komplexität des Konflikts, die Rolle ausländischer Mächte sowie das Scheitern der Zweiten Republik historisch einzuordnen und zu beleuchten.
- Historische Voraussetzungen und politische Instabilität in Spanien
- Verlauf des Bürgerkriegs und die verschiedenen Kriegsphasen
- Die Rolle der Internationalen Interventionen (Deutschland, Italien, Sowjetunion)
- Die Politik des Appeasements und deren Auswirkungen
- Bedeutung des Konflikts als Vorbote des Zweiten Weltkriegs
Auszug aus dem Buch
3. Der Kriegsverlauf des Spanischen Bürgerkrieges
Der eigentliche Kriegsverlauf des Spanischen Bürgerkrieges wird oft in vier Phasen eingeteilt. Diese spartanische Einteilung kann man durchaus zu Überblickszwecken in dieser Art und Weise übernehmen.
Bei dieser Gliederung wird die erste Phase vom Beginn des Putsches bis in das erste Drittel des Jahres 1937 datiert. Wie schon im vorhergehenden Kapitel angesprochen, waren die überwiegend faschistischen Truppen für eine kriegerische Auseinandersetzung militärisch besser ausgebildet. Man erwartete zwar heftigen Widerstand, doch außer den anarchistischen Arbeitern vermochte keine gegnerischen Truppen ernsthaft Widerstand zu leisten. Da jedoch immer noch eine Mehrheit des spanischen Militärs, besonders die Marine- und Luftstreitkräfte auf der Seite der Republikaner kämpften, musste man die Hilfe Deutscher Luftstreitkräfte sowie die Fremdenlegion aus Afrika herbeirufen. Damit griff auch General Francesco Franco in den Kriegsverlauf ein. Franco schaffte es mit Siegen und Eroberungen im Westen Spaniens die Putschisten zu vereinen. Bis zu diesem Zeitpunkt trennte eine territoriale Kluft die Truppen im Norden und Süden. Bei dem anfänglichen Eroberungsfeldzug der Spanischen Putschisten besetzte General Queipo de Llano den Südwesten. Der Norden hingegen wurde dominiert von General Mola. Die Verfechter der Republik konnten vorerst lediglich einzelne Landstriche wie zum Beispiel Santander, Asturien und das Baskenland verteidigen. Die spanische Hauptstadt Madrid stand in dieser ersten Phase als Symbol des Widerstands, weil sie auch nach mehreren Versuchen der Putschisten nicht eingenommen werden konnte. Es wird in der Literatur auch oft vom Wunder von Madrid gesprochen. Ein Grund dafür war das taktische Kalkül des republikanischen Generals Miaja und der Einsatz der Internationalen Brigade. 1937 waren nun auch italienische Truppen im Einsatz. Sie mussten jedoch in der Schlacht von Guadalajara eine schwere Niederlage verkraften.
Die zweite Phase des Krieges ist eng verbunden mit dem unrühmlichsten Kapitel des Spanischen Bürgerkrieges. Dem Einsatz der deutschen Legion Condor im Bombardement Guernicas, ein kleines baskisches Städtchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, beleuchtet die historiografische Aufarbeitung des Konflikts und benennt die Bedeutung des Bürgerkriegs für das 20. Jahrhundert sowie künstlerische Verarbeitungen.
2. Historische Einordnung: Das Kapitel skizziert die sozioökonomischen und politischen Spannungen in Spanien seit dem 19. Jahrhundert, die zum Zusammenbruch der Monarchie und zur Entstehung der Zweiten Republik führten.
3. Der Kriegsverlauf des Bürgerkriegs: Hier wird der militärische Verlauf des Konflikts in vier Phasen unterteilt und analysiert, wobei besonders die strategischen Wendepunkte und die Rolle der beteiligten Akteure beleuchtet werden.
4. Internationale Intervention: Dieses Kapitel analysiert die Einmischung ausländischer Mächte in den spanischen Konflikt und deren strategische Interessen.
4.1. Deutsche Intervention: Untersuchung der militärischen Hilfe durch die deutsche Legion Condor und der politischen Absichten Hitlers.
4.2. Italienische Intervention: Analyse des massiven italienischen Truppeneinsatzes und der machtpolitischen Ziele Mussolinis im Mittelmeerraum.
4.3. Sowjetische Intervention: Betrachtung der Unterstützung der Republikaner durch die Sowjetunion, inklusive Waffenlieferungen und der Gründung der Internationalen Brigaden.
4.4. Appeasement: Analyse der Nichteinmischungspolitik Frankreichs und Großbritanniens, die den Konflikt lokal begrenzen sollte, jedoch die internationale Dynamik beeinflusste.
5. Nachwort: Das Nachwort zieht ein Resümee und bewertet die These, ob der Spanische Bürgerkrieg als Vorbote oder Teil des Zweiten Weltkriegs zu verstehen ist.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Spanischer Bürgerkrieg, Francisco Franco, Zweite Republik, Internationale Brigaden, Legion Condor, Guernica, Faschismus, Nichteinmischungspolitik, Appeasement, Militärputsch, Madrid, Sowjetunion, Deutschland, Italien, 20. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939, seine historischen Hintergründe sowie die internationale Verwicklung verschiedener Mächte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der politische Zerfall Spaniens, der militärische Verlauf des Krieges, die Einmischung durch Deutschland, Italien und die Sowjetunion sowie das europäische Appeasement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte historische Einordnung der Ereignisse in Spanien und eine Analyse der Bedeutung des Konflikts für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet diverse historische Quellen sowie Augenzeugenberichte aus, um den Verlauf und die Auswirkungen des Krieges zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung der Konfliktlinien, eine detaillierte Phasenbeschreibung des Kriegsverlaufs und eine eingehende Analyse der internationalen Interventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spanischer Bürgerkrieg, Francisco Franco, Legion Condor, Internationale Brigaden, Appeasement und das Scheitern der Zweiten Republik.
Warum wird im Buch das Gemälde „Guernica“ von Picasso hervorgehoben?
Es wird als künstlerisches Symbol für das durch den Einsatz der deutschen Legion Condor verursachte Leid und den Schrecken des modernen Luftkrieges genutzt.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Sowjetunion bei den Waffenlieferungen?
Der Autor thematisiert die kontroversen Diskussionen um den „Goldschatz“ von Madrid und stellt fest, dass die sowjetische Hilfe zwar militärisch modern, aber politisch und strategisch nicht vollständig unabhängig von der Nichteinmischung der Westmächte zu betrachten ist.
- Citation du texte
- Andreas Lilienthal (Auteur), 2008, Spanischer Bürgerkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125225