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Aktive Arbeitsmarktpolitik für Ältere

Title: Aktive Arbeitsmarktpolitik für Ältere

Term Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Marcus Gießmann (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Demographische Entwicklungen der letzten Jahre indizieren einen Zuwachs in der
gesellschaftlichen Gruppe der Älteren, wohingegen die der Jüngeren stagniert und schrumpft.
Somit stellen gesellschaftliche Entwicklungen die Politik – hier im Speziellen die
Arbeitsmarktpolitik – vor neue Herausforderungen: Zum einen vor das Problem einer
überproportionalen Frühverrentung Geringqualifizierter und zum anderen vor das der
Langzeitarbeitslosigkeit. [...] Der Begriff der Arbeitsmarktpolitik bedeutet konkret folgenden Sachverhalt:
„Arbeitsmarktpolitik hat die Gestaltung des unmittelbaren Arbeitsmarktgeschehens und seiner
Rahmenbedingungen zum Gegenstand.“ Weiter ist sie vorrangig Aufgabe des Staates, der
dem Anspruch gerecht zu werden versucht, durch quantitative wie qualitative Beeinflussung
des Arbeitsmarktes (z.B. Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften) kompensatorische
Effekte auf dem Markt zu fördern und der Entstehung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken
resp. vorhandene abzubauen. Es stehen aber auch verbesserte Beschäftigungsmöglichkeiten
für Arbeitssuchende im Vordergrund der aufgestellten Ziele. Es ist zu unterscheiden zwischen aktiven und passiven Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik:
Passive Arbeitsmarktpolitik dient der materiellen Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit,
aktive Arbeitsmarktpolitik zielt hingegen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auf die
Beseitigung von Ungleichgewichten am Arbeitsmarkt ab. Unter aktive Maßnahmen sind
Instrumente wie z.B. Entgeltsicherung, Eingliederungszuschuss oder Förderung der
Weiterbildung zu subsumieren, wohingegen unter passive Maßnahmen z.B. Altersteilzeit,
Anhebung des Renteneintrittsalters als auch die Verringerung der maximalen Dauer des
Anspruchs auf Arbeitslosengeld fallen. Da aktive Instrumente die passiven im Laufe der Zeit
zurückdrängen scheinen, ergibt sich somit die Momentaufnahme, dass sich die jüngeren
Reformen der Arbeitsmarktpolitik am Leitbild der „Aktivierung“ orientieren – insbesondere
am Primat des „Förderns und Forderns“ – und diese sich daher als bedeutungsvoller im
Vergleich zu den passiven Maßnahmen für diese Arbeit auszeichnen. Aufgrund dessen stehen
aktive Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik für Ältere in Deutschland im Zentrum dieser
Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Gegenstand

2. Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

3. Situation Älterer auf dem deutschen Arbeitsmarkt

3.1. Alterstypisches Qualifikationsrisiko

3.2. Alterstypisches Krankheitsrisiko

3.3. Alterstypisches Motivationsrisiko

3.4. Betriebliche Nachfrage nach Älteren

4. Instrumente der Arbeitsmarktpolitik

4.1. Qualifizierung

4.2. Beschäftigung begleitende Maßnahmen

4.3. Beschäftigung schaffende Maßnahmen

5. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik im Kontext einer alternden Gesellschaft in Deutschland. Im Zentrum steht die Analyse, wie strukturelle Risiken für ältere Arbeitnehmer – wie Qualifikationsdefizite, gesundheitliche Belastungen und Motivationsverluste – durch gezielte arbeitsmarktpolitische Instrumente abgemildert werden können, um eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern und Frühverrentungstendenzen entgegenzuwirken.

  • Demographische Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer.
  • Analyse der Paradigmenwechsel in der deutschen Arbeitsmarktpolitik seit 1969.
  • Identifikation alterstypischer Beschäftigungsrisiken (Qualifikation, Gesundheit, Motivation).
  • Untersuchung der betrieblichen Nachfrage nach älteren Arbeitskräften.
  • Bewertung aktiver Instrumente zur Förderung von Qualifizierung und Beschäftigung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Alterstypisches Qualifikationsrisiko

Dem Prozess des Alterns sind Veränderungen von Qualifikationen unterschiedlichster Richtungen inhärent. So ist im Alter eine Zunahme von extrafunktionellen Qualifikationen (z.B. Zuverlässigkeit und Erfahrung) zu konstatieren wohingegen parallel eine Abnahme funktioneller Qualitäten (z.B. kognitive Funktionen, Schnelligkeit) zu verzeichnen ist. Hieran wird deutlich, dass altersbedingte Probleme im Beruf genau dann auftreten, wenn Leistungselemente gefordert werden, welche mit zunehmendem Alter abnehmen. Insbesondere gilt dies für Berufe mit begrenzter Beschäftigungsdauer. Als weiteres Qualifikationsrisiko für Ältere erweist sich ein altersselektiver Zugang zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, der in letzter Konsequenz ein zusätzliches Qualifikationsrisiko für Ältere bedeutet, wenngleich er nicht notwendig dessen Voraussetzung sein muss: Die Entwertung beruflicher Qualifikationen älterer Arbeiter im Zuge der Einführung neuer Technologien und/oder arbeitsorganisatorischer Innovationen und Veränderungen, an denen sie aufgrund des obig erwähnten altersselektiven Zugangs nicht partizipieren können. Zu nennen bleibt noch eine berufs-, tätigkeits- oder betriebsspezifische Entwertung beruflicher Qualifikationen indem spezielles Arbeitsvermögen nicht gebraucht, beansprucht und somit letztlich abgebaut wird.

Eine zunehmende Technisierung und die damit einhergehenden, geforderten anspruchsvolleren Qualifikationen und Kompetenzen messen dem Qualifikationsrisiko, dass Ältere an vielen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen nicht teilnehmen dürfen, eine ganz besondere Bedeutung zu und erheben somit konkrete arbeitsmarktpolitische Ansprüche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Gegenstand: Einführung in die Problematik der demographischen Entwicklung und die dadurch resultierenden Herausforderungen für die Arbeitsmarktpolitik hinsichtlich Frühverrentung und Langzeitarbeitslosigkeit.

2. Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland: Darstellung der historischen Paradigmenwechsel der Arbeitsmarktpolitik von 1969 bis zur Hartz-IV-Gesetzgebung unter Berücksichtigung sich wandelnder Zielsetzungen.

3. Situation Älterer auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Detaillierte Analyse der spezifischen Risiken für ältere Arbeitnehmer in den Bereichen Qualifikation, Gesundheit und Motivation sowie der aktuellen betrieblichen Nachfragesituation.

4. Instrumente der Arbeitsmarktpolitik: Vorstellung und Bewertung verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente, unterteilt in Qualifizierungsmaßnahmen, begleitende Maßnahmen sowie beschäftigungsschaffende Maßnahmen.

5. Reflexion: Abschließende kritische Betrachtung der Notwendigkeit einer verstärkten Integration Älterer in den Arbeitsmarkt und Empfehlungen für eine zukünftige, zielgerichtete Arbeitsmarktpolitik.

Schlüsselwörter

Aktive Arbeitsmarktpolitik, Demographischer Wandel, Ältere Arbeitnehmer, Frühverrentung, Qualifikationsrisiko, Krankheitsrisiko, Motivationsrisiko, Betriebliche Nachfrage, Arbeitsförderung, Beschäftigungsfähigkeit, Weiterbildung, Eingliederungszuschuss, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Paradigmenwechsel, Arbeitslosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem deutschen Arbeitsmarkt und bewertet die Wirksamkeit aktiver arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, um diese Personengruppe nachhaltig in Beschäftigung zu halten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die demographische Entwicklung, die historische Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik, spezifische Beschäftigungsrisiken für Ältere sowie die Funktionsweise und Wirkung politischer Förderinstrumente.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gründe für die Schwierigkeiten älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu identifizieren und aufzuzeigen, wie durch adäquate Instrumente der Arbeitsmarktpolitik eine längere Beschäftigungsdauer ermöglicht und Frühverrentung vermieden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die den aktuellen Stand der arbeitsmarktpolitischen Debatte und empirische Erkenntnisse zur Situation Älterer systematisch zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Paradigmenwechsel der deutschen Arbeitsmarktpolitik analysiert, die spezifischen Qualifikations-, Krankheits- und Motivationsrisiken Älterer beleuchtet sowie die betriebliche Nachfrage und konkrete Förderinstrumente detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird insbesondere durch Begriffe wie aktive Arbeitsmarktpolitik, demographischer Wandel, Erwerbsfähigkeit, Beschäftigungsrisiken und Integration älterer Arbeitnehmer charakterisiert.

Warum spielt die betriebliche Perspektive eine so wichtige Rolle?

Die Arbeit unterstreicht, dass eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik nicht nur bei den Arbeitnehmern ansetzen kann, sondern auch die Sichtweise der Unternehmen, deren Bedarf an Qualifikationen und deren Einstellungsverhalten einbeziehen muss.

Welche Bedeutung haben "alterstypische Risiken" für die Arbeit?

Diese Risiken (Qualifikation, Gesundheit, Motivation) bilden das theoretische Fundament, um zu verstehen, warum ältere Arbeitnehmer trotz oft hoher Erfahrungswerte mit Vermittlungshemmnissen konfrontiert sind.

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Details

Title
Aktive Arbeitsmarktpolitik für Ältere
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Soziologie)
Grade
1,6
Author
Marcus Gießmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V125278
ISBN (eBook)
9783640310791
ISBN (Book)
9783640309818
Language
German
Tags
Aktive Arbeitsmarktpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Gießmann (Author), 2008, Aktive Arbeitsmarktpolitik für Ältere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125278
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