Organisation von Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen der IT-Branche


Diplomarbeit, 2009

78 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Thema
1.2 Zielsetzung
1.3 Methoden

2. Innovationen
2.1 Definition von Innovation
2.2 Innovationsgrad
2.2.1 Radikale und inkrementelle Innovationen
2.3 Innovationsarten
2.3.1 Produktinnovationen
2.3.2 Prozessinnovationen
2.3.3 Sozialinnovationen
2.3.4 Weitere Innovationstypologien

3. Innovationsmanagement
3.1 Traditionelles Innovationsmanagement
3.2 Open Innovation

4. Organisation von Innovationen
4.1 Phasen der Innovation
4.1.1 Phase 1: Die Initiationsphase
4.1.2 Phase 2: Die Entwicklungsphase
4.1.3 Phase 3: Die Implementierungsphase
4.2 Strukturelle Organisation von Innovationen
4.2.1 Innovation als befristete Aufgabe
4.2.2 Innovation als dauerhafte Aufgabe
4.2.3 Ergänzungsstrukturen

5. Kleine und mittlere Unternehmen
5.1 Definition von KMUs

6. Vor- und Nachteile gegenüber Großunternehmen
6.1 Nachteile von KMUs
6.2 Vorteile von KMUs

7. Empirische Erhebung
7.1 Auswertung des Fragebogens
7.1.1 Statistische Werte
7.1.2 Innovationskraft der Unternehmen
7.1.3 Organisation von Innovationen
7.1.4 Zusammenfassung der Umfrage

8. Interview

9. Fazit der Arbeit

Literaturverzeichnis

Anlage Fragebogen

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb.1: Innovationsgrade

Abb.2: Produktpolitische Möglichkeiten einer Unternehmung

Abb.3: Organisationsmöglichkeiten von Innovationen

Tab.1: Klassifizierungen nach HGB, EU Kommission und IfM Bonn

Tab.2: Klassifizierung nach Studie von Holl et al

Tab.3: Klassifizierung nach eigener Studie

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Thema

Innovationen sind essentielle Bestandteile erfolgreicher Unternehmen. Innovationen schaffen am Markt eine Vormachtstellung, steigern die Wettbewerbsfähigkeit und können sich positiv auf das Image einer Unternehmung auswirken.

Nach früherer Auffassung war es überwiegend nur Großunternehmen möglich, Innovationen voranzutreiben. Dies hatte mehrere Gründe: Zum einen wurde vermutet, die Kosten für Forschung und Entwicklung seien so hoch, dass nur große Unternehmen und Konzerne diese Aufwendungen aufbringen könnten. Des Weiteren ist eine Finanzierung dieser Aufwendungen für Großunternehmen merklich einfacher als es für ein mittelständisches Unternehmen wäre. Auch weniger begrenzte technische Möglichkeiten, Personalkapazitäten und Zeit führten dazu, dass Großunternehmen als Innovationsentwickler angesehen wurden.

In der Branche der Informationstechnologie (IT) sind Innovationen häufig ein fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung einer Unternehmung. Dieser schnelllebige Industriezweig verlangt fortwährend neue Lösungen für seine Kunden. Innovationen in der IT-Branche stellen nicht nur Neuerungen für das entwickelnde Unternehmen dar, sondern gleichzeitig auch immer eine Innovation, die beim Kunden implementiert werden muss.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich hier eine Vielzahl von Möglichkeiten und Chancen. In dieser Arbeit sollen diese Möglichkeiten aufgezeigt werden, aber auch Besonderheiten, die beachtet und Grenzen, die eingehalten werden müssen.

1.2 Zielsetzung

In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, was Innovationen sind, welche Auswirkungen diese auf ein Unternehmen haben und wie sie hervorgebracht werden. Dabei soll gezeigt werden, ob und in wie weit sich große und kleine Unternehmen in der Entwicklung von Innovationen unterscheiden, welche Organisationsform förderlich und welche eher hinderlich ist und warum.

Hierzu soll die IT-Branche als konkretisierter Industriezweig aufgeführt werden. Wenn in dieser Arbeit der Begriff IT-Branche genannt wird, sind vornehmlich Unternehmen gemeint, die Software selbst entwickeln und beim Kunden implementieren. Welche Besonderheiten ergeben sich für kleine Unternehmen in dieser Branche beim Hervorbringen von Innovationen, wo sind die Grenzen?

Es sollen einige Theorien aus der Literatur herangezogen werden, um Innovationsprojekte beschreiben zu können und welche theoretischen Gegebenheiten für kleine und mittlere Unternehmen der IT-Branche vorherrschen müssen, damit diese erfolgreich am Markt innovieren können.

Das abschließende Ziel dieser Arbeit ist, aufzuzeigen, ob die zuvor beschriebenen Theorien auch in der Praxis ihre Gültigkeit haben und ob diese tatsächlich für ein erfolgreiches Innovieren verantwortlich sind. Der Praxisbezug wird hierbei mit Hilfe einer Umfrage und eines ausführlicheren Interviews mit entsprechenden kleinen und mittleren Unternehmen der IT-Branche erfolgen.

1.3 Methoden

Im ersten Abschnitt dieser Arbeit sollen die relevanten Begriffe erläutert werden. So dann werden Ansätze genannt, die sich in der Literatur zum Thema Innovationsmanagement etabliert haben. Dabei soll aber auch kritisch hinterfragt werden.

Im zweiten Abschnitt geht es um Merkmale von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dabei soll beschrieben werden, ab wann ein Unternehmen in die Gruppe der KMUs fällt und welche generellen Unterschiede es zwischen diesen Unternehmen und Großunternehmen gibt.

Der daran anschließende dritte Abschnitt beinhaltet eine kleine Umfrage zum Thema Innovation, bei dem 41 KMUs der IT-Branche befragt worden sind. Unter den 41 Unternehmen hat sich die GWS mbh für ein Interview zur Verfügung gestellt. Das Interview wurde telefonisch geführt und für die spätere Aufbereitung aufgezeichnet. Herr Junglas vertrat hierbei die GWS mbh, in der er als Teamleiter im Bereich Marketing & Partnermanagement tätig ist. Mit der Umfrage und dem Interview konnte ein Vergleich zwischen Theorie und Praxis gegeben werden.

Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem Fazit über die Organisation von Innovationen in KMUs der IT-Branche.

2. Innovationen

2.1 Definition von Innovation

Der bedeutende Ökonom Joseph A. Schumpeter nannte eine Innovation „das Durchsetzen neuer Kombinationen.“[1] Wörtlich bedeutet Innovation Neuerung, Erneuerung oder auch Neuheit.[2] In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Definitionen für Innovation.[3] Innovation soll hier bezeichnet werden als neuartiges Produkt, Verfahren oder auch Dienstleistung[4], welche sich von den Vorangegangenen unterscheidet. Abstrakt ausgedrückt handelt es sich um eine Innovation, wenn eine neuartige Zweck-Mittel-Kombination gebildet wird.[5]

Mit einer Innovation einhergehend soll hier auch immer ein gesamter Prozess gemeint sein, von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Etablierung an einem Markt und dem damit entstandenen Produkt, Verfahren oder der damit entstandenen Dienstleistung.[6] Somit wird auch eine Trennlinie zwischen der Innovation und der damit oft fälschlicherweise gleichgesetzten Erfindung bzw. Invention gezogen.[7]

Eine Invention ist zwar eine notwendige Vorstufe zur Innovation, beschränkt sich aber eher auf den Prozess der Wissensgenerierung. Bei einer Innovation geht es immer um die erstmalige, wirtschaftliche Anwendung einer Zweck-Mittel-Relation. Es handelt sich also um die ökonomische Wissensverwertung.[8]

Eine Innovation zeichnet sich auch immer dadurch aus, dass diese einen großen Unsicherheitsfaktor besitzt. Dies liegt vor allem daran, dass man vorher kaum abschätzen kann, ob das Ergebnis vom Markt angenommen wird.[9]

Trotz der Gefahr der Unsicherheit und des vorzeitigen Scheiterns und dem damit zusammenhängenden finanziellen Verlust, ist der Wert von Innovationen für die betriebliche und volkswirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unbestritten. [10]

Innovativen Unternehmen wird hier eine Schlüsselposition eingeräumt.[11] Sie beleben die Nachfrage, schließen Lücken auf bestehenden Märkten oder schaffen neue Märkte und locken mit ihren Gewinnen andere Unternehmen in den Markt.[12] Diese Unternehmen werden als Pioniere im dynamischen Wettbewerb angesehen und bilden zusammen mit den schnell imitierenden Nachfolgeunternehmen „die einzig sinnvolle Form des ökonomischen Wettbewerbs.“[13]

Bei der Definition von Innovation lassen sich drei Ansätze in der Literatur unterscheiden.[14] Die schwächste Ausprägung lässt hier jede Veränderung eines Produkts oder einer Dienstleistung zur Innovation werden. Eine enger gefasste Definition schließt die kreative Idee und die Verbesserung von unternehmerischen Prozessen mit ein. Hinzu kommt die Schumpetersche Theorie der „kreativen Zerstörung“. Die dritte Definition verlangt eine bewusste Wahrnehmung bei der Hervorbringung von Innovationen. Der Innovationsprozess umfasst dabei die gesamte Unternehmung. Diese zuletzt genannte Definition ist die am engsten gefasste und wird auch in dieser Arbeit vertreten.

Neue Produkte und Verfahren ersetzen meist alte Produkte und Verfahren. Somit zieht eine Innovation oft auch eine Substitution nach sich. Dieser Ersatz von Alt gegen Neu vollzieht sich dabei in einem evolutionären Prozess. Durch die Verhinderung von Substitution wird gleichzeitig auch die Innovation behindert und so deren zukünftige Existenz gefährdet. Es ist also notwendig, Substitution und Innovation gleichzeitig zu betreiben.[15] Jedoch vertritt Geiling eine andere Meinung . Er führt an, dass eine Substitution mit einer Innovation verbunden sein kann, es aber eher eine zufällige und nicht zwingende Begleiterscheinung der Innovation ist.[16]

Innovationen stehen im Wettbewerb zu den bestehenden Produkten und Verfahren und können sich nur am Markt durchsetzen, wenn sie gegenüber den alten Lösungen einen zusätzlichen Nutzen bieten oder den gleichen Nutzen bei geringerem Aufwand erfüllen können. Dadurch wird deutlich, dass Innovation eng mit Rationalisierung zusammenhängt. Hierbei ist die Rationalisierung im Herstellungsprozess und/oder im Anwenderbereich gemeint.[17]

Innovationen sind aber nicht nur auf den technischen Bereich beschränkt, womit die neuen Produkte, Verfahren und Dienstleistungen gemeint sind. Diese Neuerungen schließen auch den personellen Bereich und das ganze Unternehmen mit ein.[18] Somit wird deutlich gemacht, dass es durchaus möglich ist, dass Innovationen nicht immer wünschenswert sind.[19] Innovationen bedeuten nämlich auch eine Änderung in der bisherigen Arbeitsweise. Diese Änderung wird von vielen als Störung angesehen und kann direkt oder indirekt blockiert werden. Diese auftretenden Widerstände sind nicht nur ein Problem von „altmodischen“ Unternehmen, deren Mitarbeiter sich gegen jegliche Erneuerung zur Wehr setzen.[20] Auch die „modernste Unternehmung hat einen Beharrungswiderstand gegen Veränderungen.“[21]

Die Auseinandersetzung mit Innovationen bedeutet also, einem Wandel ausgesetzt zu sein. Zu diesem Wandel muss sich nicht nur das Unternehmen selbst bereit erklären, auch muss es dafür sorgen, dass alle Beteiligten wie Lieferanten, Hersteller oder Abnehmer, sich ebenfalls positiv zur Innovation aussprechen. Der Innovationsprozess muss dabei mit der gleichen Intensität wie der Substitutions- und Rationalisierungsprozess vorangetrieben werden. Gleichzeitig muss versucht werden, den eventuell auftretenden Widerstand zu überwinden. Dabei darf man nicht davon ausgehen, dass alle genannten Aufgaben von einer einzelnen Person erfüllt werden können.[22] Vielmehr muss das gesamte Unternehmen diese Aufgaben tragen und lösen.

Nicht jede Innovation hat den gleichen Neuigkeitsgrad oder die gleiche Komplexität und auch die auftretenden Widerstände und Risiken sind nicht immer gleich hoch.[23] Im folgenden Kapitel sollen verschiedene Neuigkeitsgrade und die daraus direkt ableitbaren Besonderheiten aufgeführt werden.

2.2 Innovationsgrad

Der Neuigkeitsgrad ist das wesentliche Merkmal einer Innovation.[24] Neu im Sinne des Innovationsmanagement ist etwas, wenn eine neuartige Zweck-Mittel-Kombination vorliegt.[25] Dabei werden entweder „die Zwecke neu gesetzt oder neue Mittel zur Erfüllung der Zwecke angeboten.“[26] Das Merkmal der Neuigkeit alleine reicht dabei nicht aus, eine Innovation zu bestimmen. Es soll eher der Unterschied kenntlich gemacht werden, wie sich die Innovation vom bisherigen Zustand unterscheidet. Dieser sogenannte Innovationsgrad soll mess- und bewertbar gemacht werden.[27] Die folgende Abbildung 1 soll hierbei einen Überblick über die verschiedenen Innovationsgrade geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Innovationsgrade[28]

2.2.1 Radikale und inkrementelle Innovationen

In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es eine Vielzahl von Begriffspaaren, die eine Abstufung des Innovationsgrades erklären sollen.[29] In dieser Arbeit wird das Begriffspaar „ radikal ' versus „ inkrementell ' benutzt.[30]

Eine inkrementelle Innovation setzt bei bereits bekannten Zweck-Mittel-Kombinationen an. Sie ergänzt oder verbessert beispielsweise ein bestehendes Produkt und ist nicht neu in bestehenden oder benachbarten Branchen. Inkrementelle Innovationen sind so relativ risikolos umzusetzen.[31]

Auf der anderen Seite steht die radikale Innovation. Sie besitzt einen hohen Neuheitsgrad.[32] Sie ist neu für bestehende Branchen und eventuell auch neu für Volkswirtschaften und die Welt. Oft wird der dazugehörige Markt erst durch diese radikale Innovation neu geschaffen.[33] Diese Innovationen betreffen das gesamte Unternehmen, berühren alle wichtigen Bereiche und verlangen eine ganzheitliche Perspektive.[34] Durch den abteilungsübergreifenden Charakter kommt es zu Schnittstellenproblemen, die eine hohe Koordination erforderlich machen.[35] Der Zeitaufwand und die Kostenhöhe sind deutlich höher als bei inkrementellen Innovationen und erfordert eine Vielzahl von Ressourcen im Unternehmen.[36] Radikale Innovationen sind somit mit einem deutlich höheren wirtschaftlichen Risiko behaftet.[37] Gleichzeitig stellt eine radikale Innovation auch eine große Chance für das Unternehmen dar.[38] Eine erfolgreiche Umsetzung bedeutet nicht nur hohe Umsätze und Gewinne, sondern auch einen Wissensvorsprung vor den Wettbewerbern und einen nicht zu unterschätzenden Imagezuwachs.[39]

Die Einschätzung, wie hoch der Neuheitsgrad der Innovation in Bezug auf die bisherige Zweck-Mittel-Relation ist, kann nur subjektiv angegeben werden, allenfalls ist eine Objektivierung möglich. Es kommt hierbei vor allem auf die Wahrnehmung an.[40] „Innovativ ist danach das, was für innovativ gehalten wird.“[41]

Die betriebswirtschaftliche Sicht lenkt die Betrachtung auf die Organisation als System, in dem Individuen tätig sind. Innovativ wäre nach dieser Sichtweise, was die Führung einer Unternehmung für innovativ hält. Dies sind die Personen, die die Macht haben, einen Innovationsprozess in Gang zu setzen.[42] Der strenge betriebswirtschaftliche Innovationsbegriff bezieht sich demnach auf das Management.[43]

Damit der Innovationsgrad objektiviert werden kann, muss auch die Umwelt der Unternehmung mit einbezogen werden. Damit sind vor allem die direkten Wettbewerber gemeint. Diese industrieökonomische Sicht gibt somit an, dass Produkte und Verfahren als innovativ bezeichnet werden, die erstmalig innerhalb einer bestimmten Branche eingeführt werden. Diese sogenannte Branchen- oder Marktneuheit ist dann innovativ für das betrachtete Unternehmen und seine Konkurrenten.

Eine weitergehende Objektivierung wird durch die Auffassung bestimmt, dass jenes Produkt oder Verfahren als innovativ bezeichnet wird, welches in einer Volkswirtschaft zum ersten Mal eingeführt worden ist. Diese national-ökonomische Sichtweise wird vor allem durch die Patentierungspraxis gefördert. Hierbei wird mit Hilfe eines geregelten Verfahrens und einer Gruppe aus Experten ein Produkt oder Verfahren als Innovation innerhalb einer Nation kenntlich gemacht. Der für das Produkt geltende Rechtsschutz gilt dann ebenfalls nur national. Aufgrund der vorschreitenden Globalisierung und der damit entstehenden offenen Wirtschaftswelt und aufgrund internationaler Patentierung ist diese national-ökonomische Sichtweise nicht mehr gebräuchlich. Trotzdem prägt diese Sichtweise noch heute in hohem Maße das Innovationsbewusstsein.

Die letzte und objektivste Sichtweise ist die der Weltneuheit. Innovativ wäre in diesem Falle alles, was zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit erfunden und wirtschaftlich nutzbar gemacht wird. Dieser Grad der Innovation ist der geradlinigste und objektivste der bisher genannten Sichtweisen. Diese sehr weite Begriffsbestimmung ist aber auch aus der betriebwirtschaftlichen Sicht am wenigsten geeignet. In der Praxis ist der besondere Fall der Weltneuheit viel zu selten und somit nicht zweckmäßig.

In dieser Arbeit soll der Standpunkt vertreten werden, dass eine Innovation schon dann vorliegt, wenn diese neu für das betreffende Unternehmen ist. Es kommt also nicht darauf an, dass die Innovation schon von anderen Unternehmen realisiert wurde.[44] Als Beispiel kann das Implementieren neuer Betriebssoftware zur Vereinheitlichung von Prozessabläufen genannt werden. Für ein Unternehmen, das diese Software erstmals benutzt, stellt dieser Vorgang eine Innovation dar, auch wenn die Software schon von einer Vielzahl anderer Unternehmen benutzt wird.

2.3 Innovationsarten

In dem vorangegangenen Kapitel wurden Innovationen allgemein definiert. Dies ist für einen ersten Überblick zweckmäßig und sollte zeigen, dass die Hervorbringung von Innovationen eine Herausforderung darstellt und die gesamte Unternehmung mit samt seiner Umwelt vereinnahmt werden muss. Um aufzeigen zu können, wie eine Unternehmung sich im Bezug auf die Hervorbringung von Innovationen organisieren sollte, ist es wichtig, Innovationen ihrer Art nach zu definieren. In diesem Kapitel sollen daher verschiedene Innovationsarten bestimmt und erläutert werden.

2.3.1 Produktinnovationen

Der Begriff „Produkt“ ist gleichzusetzen mit dem Begriff „Wirtschaftsgut“ und bezieht sich auf die Art und die Menge der am Markt absetzbaren Güter eines Unternehmens. Aus der Summe aller Produkte eines Unternehmens ergibt sich das Angebotsprogramm beziehungsweise das Sortiment. Das Sortiment umfasst alle materiellen und immateriellen Güter, die ein Unternehmen anbietet. Nach dieser Definition gelten somit auch Dienstleistungen als Produkte der Unternehmung.[45]

Diese Dienstleistungen, die als Produkt angeboten werden, können beispielsweise Installationen, Schulungen und Wartungen sein und sind meist eng mit einem materiellen Wirtschaftsgut verbunden. Dienstleistungen erhöhen somit den Nutzen für den Abnehmer der materiellen Produkte.[46]

Die wirtschaftliche Bedeutung von Produktinnovationen ist sehr hoch. Sie sind die am häufigsten auftretende Innovationsart. Durch die Befriedigung von Kundenbedürfnissen trägt ein neues Produkt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit bei.[47]

[...]


[1] vgl. Schumpeter 2006, S. 177

[2] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 45

[3] vgl. Hauschildt/Salomo 2007, S.4 ff.

[4] vgl. Thom 1980, S. 32 f.

[5] vgl. Hauschildt 2004 S. 11

[6] vgl. Graßhoff 2008, S. 13

[7] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 44

[8] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 44

[9] vgl. de Pay, D. 1989, S.9

[10] vgl. Zillmer 2000, S. 231

[11] vgl. Spielkamp, Rammer 2006 S. 4

[12] vgl. Spielkamp Rammer S. 4

[13] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 4

[14] vgl. Holl et al. 2006, S. 4

[15] vgl. Lorenz/Veit 1986, S. 295

[16] vgl. Geiling 1982, S. 22 f.

[17] vgl. Lorenz/Veit 1986, S. 295

[18] vgl Staudt 1986, S. 13

[19] vgl. Hauschildt 2004, S. 160

[20] vgl. Hauschildt 2004, S. 160

[21] vgl. Schumpeter 2006, S. 108 f.

[22] vgl. Lorenz/Veit 1986, S. 295

[23] vgl. Spielkamp/Rammer 2006, S. 6 f.

[24] vgl. Thom 1980, S. 23

[25] vgl. Hauschildt 2004, S. 11

[26] vgl. Hauschildt 2004, S. 11

[27] vgl. Hauschildt 2004, S. 14

[28] Eigene Darstellung

[29] vgl. Hauschildt 2004, S. 14 f.

[30] Andere Begriffspaare sind u.a. bei Hauschildt 2004, S. 15 aufgelistet

[31] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 82

[32] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 82

[33] vgl. Spielkamp/Rammer 2006, S. 34

[34] vgl. Hauschildt 2004, S. 19 f.

[35] vgl. Hauschildt 2004, S. 19 f.

[36] vgl. Hauschildt 2004, S. 19 f.

[37] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 82

[38] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 82

[39] vgl. Vahs/Burmester 2002, S. 82

[40] vgl. Hauschildt, J. 2004 S.22

[41] vgl. Hauschildt, J. 2004 S. 22

[42] vgl. Hauschildt, J. 2004 S. 22

[43] vgl. Hauschildt, J. 2004 S. 23

[44] vgl. de Pay 1989, S. 9

[45] vgl. Thom 1980, S. 32 f.

[46] vgl. Thom 1980, S. 33

[47] vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S.14 f.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten

Details

Titel
Organisation von Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen der IT-Branche
Hochschule
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
78
Katalognummer
V125348
ISBN (eBook)
9783640308989
ISBN (Buch)
9783640307074
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innovationsmanagement, IT-Branche, KMU, Organisation
Arbeit zitieren
Tobias Schinke (Autor:in), 2009, Organisation von Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen der IT-Branche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125348

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