Fastenkuren haben im Laufe der Geschichte schon unzähligen Menschen zu Gesundheit verholfen. Doch fasten ist nicht gleich fasten. Es gibt unzählige Formen; von der Nulldiät bis hin zu Körnern- oder Ahornsirupkuren o.ä.
Beim Heilfasten nach Buchinger - der verbreitetsten Fastenvariante - nimmt der Patient täglich 200-300 Kcal in Form von Honig, Säften und Brühe zu sich. Im Zentrum stehen neben den körperlichen Veränderungsprozessen auch die geistig-seelischen Dimensionen des Nahrungsverzichts.
Der Begriff "Heilfasten" stammt von dem dt. Arzt Otto Buchinger (1878-1966).
· "Heil" beinhaltet für ihn vier lateinische Begriffe:
1. curare: heilen/kurieren, aber auch fürsorgen, bemühen (Aspekt des Heilens)
2. integer: ganz/voll/unversehrt/unverletzt (Aspekt der Ganzheitlichkeit)
3. sanctus: heilig/geweiht (religiöser Aspekt)
4. salus: Gesundheit/Wohl(fahrt)/ Heil/Rettung (seelisch-geistiger Aspekt)
· "Fasten" lässt sich vom Gotischen ableiten ("fastan") und bedeutet festhalten, sich an die Verordnungen des Priesters / Arztes halten.
Vor allem die Ganzheitlichkeit des Heilfastens wird immer wieder betont. Die körperlichen Vorgänge, die der Nahrungsverzicht auslöst, haben auch Auswirkungen im seelisch-geistigen Bereich. Man könnte sagen, dass das Körperliche während dem Fasten ruht und sich regeneriert während das Geistige, das Bewusstsein wächst.
Definiert wird Heilfasten als "bewusster und freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für einen begrenzten Zeitraum".
Diese Definition beinhalten eine wichtige Regel für die Zeit des Fastens: Wer auf das Essen verzichtet, muss auch auf Rauchen und Alkohol verzichten.
Außerdem besagt die Bezeichnung "bewusster Verzicht", dass sich die Person, die sich zum Fasten entschließt, vorher mit der Thematik auseinandersetzen muss, z.B. indem sie Fastenliteratur liest. Für die eigentliche Fastenzeit bedeutet "bewusst", dass sich der Fastende auch Zeit zur Besinnung nimmt. Ein unüberlegtes "Losfasten" im hektischen Alltag wäre damit nicht dem Heilfasten zuzuordnen
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. ENTWICKLUNG DES HEILFASTENS
1.1 Religiöse Wurzeln des Fastens
1.2 Familiengeschichte der Buchingers
2. DIE STATIONÄRE FASTENKUR
2.1 Dauer einer (stationären) Fastenkur
2.2 Der Anreisetag
2.3 Die Entlastungstage
2.4 Die Fastentage
2.5 Die Aufbautage
2.6 Kosten einer (stationären) Fastenkur
2.7 Varianten des Buchinger Heilfastens
3. PHYSIOLOGISCHE VORGÄNGE BEIM HEILFASTEN
3.1 Stoffwechselveränderungen
3.2 Nebenerscheinungen des Heilfastens
4. SEELISCH-GEISTIGE ASPEKTE DES HEILFASTENS
5. INDIKATION UND KONTRAINDIKATION
5.1 Indikation
5.2 Kontraindikation
SCHLUSSBETRACHTUNG UND KRITIK
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit untersucht das Heilfasten nach Buchinger als ganzheitliche Methode, die körperliche Reinigung mit geistig-seelischer Besinnung verbindet, um gesundheitliche Prävention und therapeutische Unterstützung zu leisten.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Heilfastens.
- Struktur einer stationären Fastenkur inkl. Phasen und Kosteneffekten.
- Physiologische Vorgänge und Stoffwechselveränderungen.
- Psychologische und seelisch-geistige Wirkungsmechanismen.
- Medizinische Indikations- und Kontraindikationskriterien.
Auszug aus dem Buch
3.1 Stoffwechselveränderungen
Beim Fasten schaltet der Körper auf "Sparflamme". Zur Energiegewinnung verbraucht er die angelegten Reserven; er ernährt sich sozusagen von innen. Dabei werden zuerst Kohlenhydrate abgebaut, dann Körperfett und Eiweiß. Schon nach dem ersten Fastentag sind die Kohlenhydratvorräte verbraucht. Es folgt eine Übergangszeit, in welcher Fett aus dem Fettgewebe und Eiweiß aus dem Verdauungsdrakt, Leber und Muskulatur abgebaut wird. Ein hoher Eiweißverlust während den ersten beiden Fastenwochen ist daher zu beobachten, dessen Folgen nicht klar benannt werden können. Durch die Zuführung von Glucose in Form von Honig und Fruchtsaft oder die Zuführung von Eiweiß in Form von Buttermilch oder Joghurt kann dem entgegengewirkt werden. Außerdem lässt sich hier - wie bereits erwähnt - die Bedeutung von Sport bzw. Bewegung erkennen. Die körperliche Aktivität dient der Erhaltung der Muskulatur und der Intensivierung der Fettverwertung; denn bei körperlicher Aktivität wird überwiegend Körperfett zur Energiegewinnung eingesetzt. Das heißt, dass der Körper hier Eiweiß einspart. Und es ist wissenschaftlich untersucht, dass das Fasten die körperliche Aktivität nicht einschränkt.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Definiert Heilfasten als bewussten Nahrungsverzicht und stellt die vier lateinischen Begriffsbedeutungen nach Otto Buchinger vor.
1. ENTWICKLUNG DES HEILFASTENS: Beleuchtet die religiösen Ursprünge des Fastens und die Familiengeschichte von Dr. Otto Buchinger.
2. DIE STATIONÄRE FASTENKUR: Beschreibt den Ablauf von der Anamnese über die Fastentage bis zur Aufbauphase sowie Kostenfaktoren.
3. PHYSIOLOGISCHE VORGÄNGE BEIM HEILFASTEN: Erläutert Stoffwechselanpassungen, den Energieverbrauch aus Reserven und auftretende Begleiterscheinungen.
4. SEELISCH-GEISTIGE ASPEKTE DES HEILFASTENS: Diskutiert die Auswirkungen auf das seelische Befinden, Bewusstsein und die psychische Selbsterfahrung.
5. INDIKATION UND KONTRAINDIKATION: Listet medizinische Anwendungsgebiete sowie Ausschlusskriterien für das Heilfasten auf.
SCHLUSSBETRACHTUNG UND KRITIK: Reflektiert die wissenschaftliche Umstrittenheit der "Entschlackung" und betont die Notwendigkeit ärztlicher Betreuung.
Schlüsselwörter
Heilfasten, Otto Buchinger, stationäre Fastenkur, Stoffwechsel, Entschlackung, Fastenbrechen, therapeutisches Fasten, physiologische Vorgänge, geistige Besinnung, Ganzheitlichkeit, Indikation, Kontraindikation, Ernährungsumstellung, Prävention, Entlastungstage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger als ganzheitliche Methode, die weit über einen reinen Gewichtsverlust hinausgeht und Körper, Geist und Seele einbezieht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den physiologischen Stoffwechselvorgängen, den seelisch-geistigen Aspekten sowie dem praktischen Ablauf einer stationären Kur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Wirkungsweise, die medizinische Relevanz sowie die Voraussetzungen für ein sicheres und gesundes Heilfasten darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Lehre Buchingers und der medizinischen Einordnung der Fastenprozesse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Fastenkur, die physiologischen Veränderungen, die psychologischen Effekte und die medizinische Indikationsstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Heilfasten, Entschlackung, Stoffwechselumstellung, ganzheitliche Medizin und ärztliche Betreuung.
Wie unterscheidet sich das Buchinger Heilfasten von einer Nulldiät?
Im Gegensatz zur Nulldiät ist das Heilfasten eine niederkalorische Trinkdiät (ca. 200-300 kcal durch Honig, Säfte und Brühe), die eine weniger belastende Stoffwechselsituation ermöglicht.
Warum ist die ärztliche Begleitung so wichtig?
Da körperliche Reaktionen und Stoffwechselprozesse sehr individuell verlaufen und Risiken (z.B. Harnsäureanstieg oder psychische Krisen) bestehen können, ist eine fachkundige Überwachung unerlässlich.
- Quote paper
- Silke Bayer (Author), 2002, Buchinger Heilfasten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12535