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NS-Architektur und die Nachnutzung nach 1945

Titel: NS-Architektur und die Nachnutzung nach 1945

Wissenschaftliche Studie , 2022 , 127 Seiten

Autor:in: Barbara Danckwortt (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Studie soll die Nachnutzung der NS-Architektur anhand von sechs Baugruppen, die für die Propaganda und Ideologie der Nationalsozialisten von besonderer Bedeutung waren, nachgegangen werden: Sportstätten, Kulturstätten, Sakrale Bauten, Militär- und Polizeibauten, Luftschutzbauten und Lager. Zum Umgang mit den im NS errichteten Bauten in den Nachkriegsjahrzehnten stellen sich einige grundsätzliche Fragen: Wurden die Bauten erhalten oder zerstört? Wie gingen die alliierten Besatzungsmächte mit ihnen um? Wie wurden die Bauten nachgenutzt? Wurden sie entnazifiziert? Gab es Unterschiede zwischen den Baugruppen? Gab es zeitliche Umbrüche? Sind die Bauten Teil der Gedenk- bzw. der Erinnerungskultur? Wichtige Überblickswerke und zahlreiche Monographien wurden für die Studie ausgewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Sportstätten

2.1 Sportstätten für die NS-Propaganda

2.2 Besetzung durch die Alliierten

2.3 Entnazifizierung

2.4 Nutzungskontinuität

2.5 Nachnutzung nach 1990

3. Kulturstätten

3.1 Kulturstätten für die NS-Propaganda

3.2 Entnazifizierung

3.3 Nutzungskontinuität

3.4 Umnutzung

3.5 Nachnutzung nach 1990

4. Sakrale Bauten

4.1 Kirchenneubauten unter der NS-Herrschaft

4.2 Beschlagnahmung durch die Alliierten

4.3 Nutzungskontinuität

4.4 Entnazifizierung

4.5 Kritischer Umgang mit NS-Kirchenbauten seit den 80er Jahren

5. Militär- und Polizeibauten

5.1 Militär- und Polizeibauten unter der NS-Herrschaft

5.2 Bemächtigung durch die Alliierten

5.3 Entnazifizierung

5.4 Nutzung durch die Bundeswehr und NVA in den 50er Jahren

5.5 Umnutzung

5.6 Polizeipräsidien nach 1945

5.7 Nachnutzung seit 1990

6. Luftschutzbauten

6.1 Errichtung von Luftschutzbauten unter der NS-Herrschaft

6.2 Bauformen der Bunker

6.3 Sprengungen durch die Alliierten

6.4 Bunker als Gefängnisse

6.5 Militärische Nutzung

6.6 Zivile Nutzung

6.7 Wandel in den 70/80er Jahren: Denkmalschutz und Kunstprojekte

6.8 Nutzung nach 1990 - Kulturbunker, Erinnerungsstätte, Bunkermuseen, Musikbunker, Energiebunker, Penthouse

6.9 Negative Schlagzeilen: Obdachlosenasyle, Abriss

7. Lager

7.1 Errichtung von Lagern unter der NS-Herrschaft

7.2 Internierungslager und DP-Camps der Alliierten

7.3 Umnutzung als Flüchtlingslager

7.4 Frühes Gedenken und Einrichtung von Gedenkstätten

7.5 Gedenkstätten und Denkmale seit 1990

7.6 Ehemalige Zwangsarbeiterlager

7.7 Ehemalige Kriegsgefangenenlager

8. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Studie untersucht die Nachnutzung der NS-Architektur anhand von sechs spezifischen Baugruppen, die für die Propaganda und Ideologie des NS-Regimes von zentraler Bedeutung waren. Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, wie mit diesen baulichen Hinterlassenschaften in den Jahrzehnten nach 1945 umgegangen wurde, ob sie erhalten oder zerstört wurden, wie sich das Verhältnis der alliierten Besatzungsmächte und der späteren deutschen Staaten zu diesen Orten gestaltete und inwieweit diese Bauten in die jeweilige Gedenk- bzw. Erinnerungskultur integriert wurden.

  • Analyse der Nachnutzungsgeschichte von Sportstätten, Kulturstätten und Sakralbauten
  • Untersuchung von Militär- und Polizeibauten sowie deren Umnutzung nach 1945
  • Betrachtung von Luftschutzbauten unter Berücksichtigung von Denkmalschutz und Kunstprojekten
  • Dokumentation der Entwicklung ehemaliger Konzentrations- und Zwangsarbeiterlager
  • Kritische Aufarbeitung der Entnazifizierungsprozesse bei baulichen Objekten
  • Beleuchtung der heutigen touristischen und erinnerungspolitischen Nutzung ehemaliger NS-Bauten

Auszug aus dem Buch

Besetzung durch die Alliierten

Kurz nach Beendigung der Kampfhandlungen besetzte die Rote Armee das Gelände des Reichssportfelds. Noch im Mai 1945 begann der Sportfunktionär Carl Diem und ehemalige Mitarbeiter mit Aufräumarbeiten: „Wir suchten uns Hacken und Schaufeln, Handwerkszeug und Geräte und fingen an, Trichter zuzuschaufeln, Trümmer wegzuräumen, Türen zuzunageln, Fenster zurechtzurücken und Wachen zu stellen. Es kam auch bald ein russisches Regiment, das im Haus des Deutschen Sports Quartier nahm, aber uns sonst völlig ungeschoren ließ. Wenn wir aus dem Haus des Deutschen Sports etwas brauchten, musste ich dem Kommandanten meinen Besuch machen“ (Schäche/Szymanski 2001:126).

Anfang Juni 1945 wurde das Schwimmstadion wieder hergerichtet und stand der Bevölkerung zur Verfügung. Einen Monat später beschlagnahmten die britischen Besatzungstruppen das Areal des ehemaligen Reichssportfeldes, gaben es jedoch 1948 teilweise für die öffentliche Nutzung frei. 1952 verlegten sie ihr Hauptquartier vom „Lancaster-House“ am Fehrbelliner Platz 4 in Berlin-Wilmersdorf in das Gebäude des Deutschen Sportforums auf das Gelände des Olympiastadions. Im gleichen Jahr wurde das Stadion instandgesetzt und eine neue Laufbahn für die Ausscheidungswettkämpfe für die Olympischen Spiele in Helsinki angelegt.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee hatte das im Glockenturm auf dem ehemaligen Reichssportfeld untergebrachte Reichsfilmarchiv Feuer gefangen. Die Briten sprengten 1947 den nicht mehr standsicheren Turm. Der für den Bau des Reichssportfeldes verantwortliche Architekt Werner March, 1953 als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Städtebau und Siedlungswesen an der Technischen Hochschule Berlin berufen, rekonstruierte zwischen 1960 und 1962 den Turm nach früheren Plänen. Jährlich fanden die offiziellen Geburtstagsparaden für die britische Königin Elisabeth II. auf dem Gelände statt. Nach dem Abzug der Alliierten 1994 überließen sie das Gelände dem Land Berlin (Schäche/Szymanski 2001).

Zusammenfassung der Kapitel

2. Sportstätten: Das Kapitel beschreibt die Nutzung von Sportstätten für NS-Propaganda-Zwecke und analysiert deren Nachkriegsnutzung durch Alliierte, die DDR und die Bundesrepublik, inklusive später Umwidmungen und Gedenkformen.

3. Kulturstätten: Hier werden Theater, Thingstätten und Staatsateliers der Künstler auf ihre ideologische Instrumentalisierung im NS-Regime und ihre anschließende Nachnutzung in der Nachkriegszeit sowie in der Gegenwart untersucht.

4. Sakrale Bauten: Es werden Kirchenneubauten der NS-Zeit unter die Lupe genommen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit NS-Symbolik im Kirchenraum und der kritischen Auseinandersetzung der Kirchengemeinden mit ihrer eigenen Geschichte seit den 1980er Jahren.

5. Militär- und Polizeibauten: Das Kapitel analysiert die Errichtung und spätere Nachnutzung von militärischen sowie polizeilichen Dienstgebäuden, die oft von Alliierten übernommen wurden und teilweise heute als Bundes- oder Landesbehörden fungieren.

6. Luftschutzbauten: Diese Sektion behandelt die Planung und den Bau von Bunkern sowie deren Wandel von Notunterkünften zu Mahnmalen, Museumsorten oder kommerziellen Objekten in der heutigen Zeit.

7. Lager: Hier werden die Errichtung der Konzentrations- und Zwangsarbeiterlager thematisiert, das Gedenken an deren Opfer und die komplexe Geschichte der Nachnutzung dieser Stätten als Gedenkstätten, aber auch als Wohnstandorte oder Industrieareale.

Schlüsselwörter

NS-Architektur, Nachnutzung, Gedenkkultur, Nationalsozialismus, Erinnerungspolitik, Denkmalschutz, Zwangsarbeit, Luftschutzbunker, Entnazifizierung, Architekturgeschichte, Propaganda, Besatzungszeit, Umnutzung, Mahnstätten, Baugeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Nachwirkung und den Umgang mit baulichen Hinterlassenschaften der nationalsozialistischen Zeit in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Themenfelder Architekturgeschichte, Erinnerungskultur und der Umgang mit historisch belasteten Orten in West- und Ostdeutschland nach 1945.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erforschung der Transformations- und Nachnutzungsgeschichte von NS-Bauten, insbesondere der Frage, wie diese erhalten, zerstört oder ideologisch umgewidmet wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie stützt sich auf eine detaillierte Analyse von sechs ausgewählten Baugruppen und wertet hierzu Überblickswerke, Monographien und historische Dokumente zur Nachnutzungsgeschichte aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Sportstätten, Kulturstätten, sakralen Bauten, Militär- und Polizeibauten, Luftschutzbauten sowie Lagern und deren Entwicklung von der NS-Zeit bis heute.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind NS-Architektur, Nachnutzung, Gedenkkultur, Entnazifizierung, Denkmalschutz und Erinnerungspolitik.

Warum spielt die Umnutzung in der Arbeit eine so große Rolle?

Die Umnutzung zeigt plastisch, wie der demokratische Staat und die Nachkriegsgesellschaften den baulichen Ballast der NS-Ideologie durch praktische Nutzung, Ignoranz oder bewusste Transformation integriert oder verdrängt haben.

Warum wird so intensiv auf die "Entnazifizierung" von Gebäuden eingegangen?

Dies verdeutlicht, dass die Entfernung von Hoheitszeichen und Symbolik der erste physische Schritt zur Auseinandersetzung mit den Orten war, wobei die Tiefe dieser Aufarbeitung je nach Baugruppe sehr unterschiedlich ausfiel.

Worin liegt der Unterschied in der Gedenkkultur zwischen den beschriebenen Baugruppen?

Während Gedenkstätten in ehemaligen Lagern heute meist als authentische Tatorte fungieren, gibt es bei Bunkern oder ehemaligen Kasernen eine deutlich größere Bandbreite an Nutzungen, die von musealen Ansätzen bis hin zur privaten oder gewerblichen Verwendung reichen.

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Details

Titel
NS-Architektur und die Nachnutzung nach 1945
Autor
Barbara Danckwortt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
127
Katalognummer
V1253790
ISBN (PDF)
9783346689887
ISBN (Buch)
9783346689894
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NS-Architektur Bunker Kasernen Sportstätten Kulturstätten Lager Nachnutzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Barbara Danckwortt (Autor:in), 2022, NS-Architektur und die Nachnutzung nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253790
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