Essay Social History

Bildet Schottland einen unabhängigen Staat innerhalb des Englischen Königreiches?


Hausarbeit, 2008

6 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Bildet Schottland einen unabhängigen Staat innerhalb des Englischen Königreiches?

Die Wahl Schottlands als Gegenstand dieses Aufsatzes wurde geleitet von faszinierenden Eindrücken, die die Filme „Braveheart“ (der sich mit dem schottischen Kampf zur Unabhängigkeit befasst)[1] und „Herr der Ringe“ hinterlassen haben. Es soll der Versuch unternommen werden, angesichts des Vorhandenseins eines eigenen Parlaments in Schottland und vor Eckdaten geschichtlicher Hintergründe zu klären, ob Schottland tatsächlich eine unabhängige Nation Englands ist.

Im 12. Jahrhundert wurde das keltische Wort „clann“, das auch „Abkömmling“ oder „Kind“ bedeutet, als Synonym des Begriffs der Familie gebraucht. Die Stämme entstanden eigenständig und wurden bis ins 13. Jahrhundert stetig stärker, bis sie beinahe ebenso machtvoll waren, wie der König. Jeder schottische Bürger war Mitglied eines Stammes und musste stammeseigene Pflichten erfüllen. Als Gegenleistung erhielt er Schutz und Sicherheit. Obwohl die schottische Gesellschaft aus einer breiten Vielfalt unterschiedlichster Stämme gebildet wurde, entwickelte sich doch die gemeinsame Idee einer einzigen schottischen Nation. Deutlich sichtbar wurde dies beim Angriff einer Macht von außerhalb der schottischen Grenzen: Dann standen sie zueinander und kämpften füreinander, wie ein Mann. Es gibt viele Stämme, deren Name mit „Mac...“ beginnt, was „Sohn von“ bedeutet. Im 17. Jahrhundert kamen viele Stämme nicht-gälischen Ursprungs hinzu, wie beispielsweise die Stuarts, die Murrays, oder die Gordons. Die Gründung und Verbreitung der Clans war sicherlich nicht von Nachteil für Schottland, da es die Schotten erstarken ließ.[2]

England und Schottland sehen sich schon seit langer Zeit als Rivalen. Die Probleme begannen, als England versuchte, seinen Einfluss auf Schottland im Jahre 1034 zu verstärken. Zu dieser Zeit war Duncan I, der dem Leser aus Shakespeares Drama „Macbeth“ bekannt sein dürfte, König von Schottland. Er war jedoch ein schwacher Führer und regierte, bis er 1040 ermordet wurde.[3] Jedoch wurde dieser Mord nicht von Macbeth, sondern von Banquo, einem Ahnen der Stuarts, ausgeführt. Shakespeare, der von den Stuarts gefördert wurde, konnte damals unmöglich einen derer Ahnen als Mörder enttarnen. Macbeth wurde zum nachfolgenden König gekrönt und regierte siebzehn Jahre lang. Schwierig war es in dieser Periode für den einfachen Bürger, die ständigen Führungswechsel und die Regierungspolitik nachzuvollziehen, jedoch wurde Macbeth wegen seiner strengen und weisen Herrschaft respektiert.

Auf Macbeth folgte nach Malcolm III., König David I., Sohn Malcolms III aus zweiter Ehe. Während Davids Amtszeit gingen viele angelsächsische Edelmänner und sogar einige normannische Ritter in den Norden und überzeugten David I., England zu erobern. So rächte sich David I. für das, was William der Eroberer den Schotten zuvor angetan hatte. Die schottischen Truppen trieben englische Truppen zurück bis Northallerton in der Region von Yorkshire. Aber sie wurden bezwungen durch die Streitkräfte des Bischofs von York. Im Anschluss an diesen Misserfolg zogen sie sich bis ans nördliche Ufer des Tyne River zurück.[4] Die Niederlage war selbstredend schlecht für die Entschlossenheit der Schotten. Eine weitere, bittere Niederlage folgte jedoch, als William I. König der Schotten wurde. Er nahm vereint mit den Söhnen Henry II. aus Frankreich den Kampf gegen die Engländer wieder auf. Am Ende wurde er von den Engländern unter Arrest gesetzt und die schottische Kirche gelangte unter englische Kontrolle. Nach Zahlung eines hohen Lösegeldes von 10.000 Silbermark wurde William freigelassen.

1286 starb König Alexander III. als letzter der Monarchen aus dem Stamm der Mac Alpines. Weil er keine noch lebenden Abkömmlinge hatte, meldeten nicht weniger als neun nahe Verwandte ihren Anspruch auf den Thron an. Um einen von Ihnen zum Nachfolger bestimmen zu lassen, wandten sie sich an den englischen König Edward I. Dieser wählte Jean Ballieul, einen Nachkommen Davids I., den die Schotten John Balliol nannten. Edward I. dachte, dadurch mehr Kontrolle über Schottland bekommen zu können, aber John Balliol erfüllte seine Erwartungen nicht. Edward I. wurde darüber sehr wütend und hatte keine größeren Schwierigkeiten, als er mit seinen Truppe in Schottland einfiel, weil es dort nur wenige starke Schlösser gab. Als Demonstration ihrer Macht raubten die Truppen den „Krönungsstein des Scone“[5]. John Balliol wurde festgenommen und im Turm Londons unter Arrest gesetzt. 1314 starb er in der Heimat, während sein von England unterstützter Sohn nach Schottland entsandt, dort von seinen Landsmännern aber niemals akzeptiert wurde. Mit dessen Tod 1364 war auch diese Dynastie zu Ende.[6]

[...]


[1] Vgl. Jansen, 2001

[2] Vgl. Jansen, 2001

[3] Vgl. Jansen, 2001

[4] Vgl. Jansen 2001

[5] Altar eines keltischen Missionars, nach Scone gebrachts durch Kenneth I. in Gedenken an seinen Sieg gegen die Pikten.Der Stein wurde 1950/51 geraubt.

[6] Vgl. Jansen, 2001

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Essay Social History
Untertitel
Bildet Schottland einen unabhängigen Staat innerhalb des Englischen Königreiches?
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Social History I
Note
3,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V125432
ISBN (eBook)
9783640311002
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Aufgrund der Rückmeldung des Professors, dass speziell ein historisches Datum fehlt, kam es zu einer nur befriedigenden Note.
Schlagworte
Essay, Social, History, Social, History
Arbeit zitieren
Sonja Wendel (Autor), 2008, Essay Social History, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125432

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Titel: Essay Social History



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