Die Ausarbeitung befasst sich mit der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen und Therapieansätzen bei Kindern mit selektivem Mutismus. Die konkrete, leitende Fragestellung hierbei lautet „Welche Verfahren haben sich bei der tertiären Prävention/Therapie von selektivem Mutismus als wirksam erwiesen?“. Hierzu wurde systematisch nach Studien gesucht und die Erkenntnisse zusammenfassend dargestellt. Wie im Inhaltsverzeichnis ersichtlich, erfolgt zunächst eine detaillierte Darstellung des theoretischen Hintergrunds, um darauf aufbauend das systematische Review transparent durchzuführen. Dies ist in den einzelnen Schritten erläutert und der Arbeit zu entnehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Prävention und Therapie
2.2 Selektiver Mutismus
2.2.1 Symptomatik
2.2.2 Komorbiditäten und differentialdiagnostische Abgrenzung
2.2.3 Epidemiologie und Verlauf
2.2.4 Ätiologie
2.2.5 Diagnostik
2.3 Therapieansätze bei selektivem Mutismus
3 Wirksamkeit der Therapieansätze bei selektivem Mutismus
3.1 Methode – systematisches Review
3.1.1 Darstellung der Kriterien und Literaturrecherche
3.1.2 Auswahl der Studien
3.1.3 Datenextraktion
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Studienmerkmale
3.2.2 Wirksamkeit der Therapieansätze bei selektivem Mutismus
4 Diskussion
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelor-Thesis ist es, durch ein systematisches Review den aktuellen Forschungsstand zur Wirksamkeit verschiedener Präventions- und Therapiemaßnahmen bei Kindern mit selektivem Mutismus zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Verfahren haben sich bei der tertiären Prävention/Therapie von selektivem Mutismus als wirksam erwiesen?“
- Klinische Symptomatik und Diagnostik des selektiven Mutismus
- Begrifflichkeiten und Abgrenzung von Prävention und Therapie
- Methodik des systematischen Reviews und Literaturanalyse
- Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer und multimodaler Ansätze
- Bedeutung der sozialen Einbindung (Schule, Elternhaus) bei der Behandlung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Selektiver Mutismus ist eine seltene psychische Störung, bei der die Kommunikation in einigen Situationen eingeschränkt ist und der Betroffene schweigt (Subellok & Bahrfeck-Wichitill, 2016, S. 163). In der einschlägigen Fachliteratur findet sich sowohl die Bezeichnung elektiver als auch selektiver Mutismus. Mutismus leitet sich vom Lateinischen „mutus“ ab und bedeutet „stumm“ oder „sprachlos“ (Garbani Ballnik, 2009, S. 13). Elektiver Mutismus geht auf Tramer (1934 zit. nach Bahr, 2018, S. 15) zurück. Aktuell wird eher die Begrifflichkeit „selektiv“ verwendet, da diese im Gegensatz zum Begriff „elektiv“ die Auswahl der Personen und Situationen hinsichtlich des Schweigens fokussiert und nicht impliziert, dass die Betroffenen absichtlich schweigen oder hinsichtlich des Redens und Schweigens eine freie Wahl haben (Bahr, 2018, S. 15; Hung, Spencer & Dronamraju, 2012, S. 222). Das Schweigen ist demnach in einem aktuellen Unvermögen begründet, nicht in einer willentlichen Weigerung des Kindes (Schwenck & Gensthaler, 2017, S. 72). Aus diesem Grund wird auch hier von selektivem Mutismus gesprochen.
Das genaue Thema „Präventionsmaßnahmen und Therapieansätze bei Kindern mit selektivem Mutismus“ bzw. die konkrete Fragestellung „Welche Verfahren haben sich bei der tertiären Prävention/Therapie von selektivem Mutismus als wirksam erwiesen?“ beschränkt sich wie bereits im Titel ersichtlich auf das Kindesalter. Dies ist der Fall, da das Störungsbild im Kindesalter am häufigsten auftritt (American Psychiatric Association, 2018, S. 265). Eine Manifestation im Jugend- und insbesondere im Erwachsenenalter ist deutlich seltener (ebd.). Meist liegt der Beginn im Vorschul- bzw. Einschulalter (Steinhausen, 2019, S. 192), also in einer Entwicklungsphase, in der der Spracherwerb und der Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten eine zentrale Aufgabe darstellt (vgl. Hülshoff, 2011, S. 39 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Störungsbild, Herleitung der Relevanz für die Soziale Arbeit und Definition der Forschungsfrage.
2 Theoretischer Hintergrund: Klärung der Begriffe Prävention und Therapie sowie umfassende Darstellung der Symptomatik, Ätiologie und therapeutischen Grundlagen des selektiven Mutismus.
3 Wirksamkeit der Therapieansätze bei selektivem Mutismus: Systematische Analyse und Ergebnisdarstellung der Wirksamkeitsforschung mittels Literaturreview.
4 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Standards und der Anwendbarkeit im deutschen Kontext.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Schlussfolgerungen für die zukünftige Forschung und therapeutische Praxis.
Schlüsselwörter
Selektiver Mutismus, Prävention, Therapie, Verhaltenstherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Wirksamkeitsforschung, Systematisches Review, Kinderpsychiatrie, Soziale Arbeit, Schulsozialarbeit, Multimodale Therapie, Sprachverhalten, Symptomatik, Ätiologie, Diagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht das Störungsbild des selektiven Mutismus bei Kindern sowie die Wirksamkeit aktueller Therapie- und Präventionsansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der Definition und Ätiologie des Störungsbildes liegt der Schwerpunkt auf der Analyse klinischer Therapiemethoden und deren Erfolgswahrscheinlichkeit im Kindesalter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Hinweise aus internationalen Studien zusammenzutragen, um zu klären, welche Behandlungsansätze sich bei der tertiären Prävention und Therapie als besonders wirksam herausgestellt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methodik des systematischen Literaturreviews (in Anlehnung an das PRISMA-Statement), um bestehende Studien zur Wirksamkeit therapeutischer Verfahren wissenschaftlich auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Durchführung und dem Ergebnis des Reviews, der Darstellung der Studienmerkmale sowie einer anschließenden kritischen Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Selektiver Mutismus, Verhaltenstherapie, Wirksamkeitsforschung und multimodale Behandlung im Kontext des frühen Kindesalters.
Wie unterscheidet sich die im DSM-5 verwendete Diagnosekategorie von der ICD-10?
Während die ICD-10 den selektiven Mutismus unter Störungen sozialer Funktionen einordnet, klassifiziert das DSM-5 ihn explizit als Angststörung und legt einen stärkeren Fokus auf die Angstreaktion.
Warum ist das Alter des Kindes für die Diagnose so bedeutsam?
Der Beginn des selektiven Mutismus fällt häufig in die Entwicklungsphase des Vorschul- oder Einschulalters, in der sprachliche Kompetenzen eine Schlüsselrolle für die schulische und soziale Teilhabe spielen.
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- Laura Kersten (Author), 2020, Systematisches Review zu Präventionsmaßnahmen und Therapieansätzen bei Kindern mit selektivem Mutismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254460