Kontrakturenprophylaxe in der Pflege. Ursachen und Risikofaktoren


Unterrichtsentwurf, 2022

23 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedingungsanalyse

3. Sachanalyse

4. Analyse des Lehrgegenstandes unter didaktischen Gesichtspunkten
4.1 Gegenwartsbedeutung
4.2 Zukunftsbedeutung
4.3 Exemplarität
4.4 Inhaltliche Strukturierung
4.5 Zugänglichkeit

5. Lernziele

6. Pädagogisch-didaktische Begründungen

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Kontrakturen und die damit einhergehenden pflegerischen Prophylaxemaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil in der Pflege von Menschen aller Altersstufen. Auszubildende sind schon von Beginn an mit Pflegebedürftigen Menschen beschäftigt, die eine Kontraktur haben oder durch Bewegungseinschränkungen einer Kontrakturgefahr ausgesetzt sind. Diese prophylaktischen Maßnahmen müssen daher schon früh in der Ausbildung erlernt werden und haben eine große pflegerische Relevanz bei der Grundversorgung von pflegebedürftigen Menschen. Außerdem ist es wichtig, die Gefahr mangelnder Bewegung auf den menschlichen Körper zu erkennen und entsprechende Maßnahmen von Bewegungsübungen durchführen zu können. Aus diesem Grund geht der Unterrichtseinheit das Thema „Bewegung und Mobilität“ vor und wird als Wissen bereits vorausgesetzt, beziehungsweise bei aufkommenden Fragen während der Unterrichtseinheit ausschließlich aufgefrischt. Weitere Themen der Unterrichtseinheit sind in der Sachanalyse ausgearbeitet und dienen als Hintergrundwissen, sowie als Ergänzung zu späteren Unterrichtseinheiten, bei der das Thema Kontrakturen abgeschlossen wird.

Das übergreifende Ziel dieser Unterrichtseinheit ist das Kennenlernen verschiedener Risikofaktoren einer Kontraktur verbunden mit der Auseinandersetzung unterschiedlicher Ursachen, welche in Kleingruppen erarbeitet und präsentiert werden. Dies wird erreicht durch ein Fallbeispiel zum Einstieg in die Thematik, woraus die Risikofaktoren einer Kontrakturentstehung herausgearbeitet werden. Im weiteren Verlauf der 90- minütigen Unterrichtseinheit werden in Gruppenarbeit (4-5 Personen) verschiedene Ursachen von Kontrakturen mithilfe einer Recherche ausgearbeitet und den MitschülerInnen an der Dokumentenkamera präsentiert. Zum Abschluss der Stunde wird im Plenum Zeit zum Austausch über das Thema eingeräumt und offene Fragen beantwortet.

Diese Unterrichtsverlaufsplanung beginnt mit der Bedingungsanalyse, bei der die Schule, die Lehrperson und die Klasse genauer beschrieben werden. Anschließend folgt die Sachanalyse rund um die Thematik der Kontrakturen und deren Prophylaxe. Danach wird die Analyse des Lehrgegenstandes mithilfe der didaktischen Grundfragen nach Klafki bearbeitet. Anschließend werden die Lernziele anhand der Lernzieltaxonomie zusammengefasst. Es folgen die pädagogisch-didaktischen Begründungen zur Unterrichtseinheit. Zum Abschluss wird die Lerneinheit anhand der AVIVA Lernphasen in einer Tabelle zur Unterrichtsverlaufsplanung skizziert.

Im Anhang befinden sich die Unterrichtsmaterialien mit dem Erwartungshorizont der Schülerinnen und Schüler.

2. Bedingungsanalyse

Die Bedingungsanalyse beschreibt den Rahmen der Unterrichtseinheit. Zu diesem Rahmen gehören die allgemeinen Voraussetzungen und die besonderen Voraussetzungen. Bei den allgemeinen Voraussetzungen wird die Lerngruppe analysiert, während bei den besonderen Voraussetzungen die Unterrichtseinheit in einen Gesamtzusammenhang gebracht wird (Hoffmann, 2020. 6).

Die Schule befindet sich in Geislingen an der Steige und verfügt über ausreichend viele Parkplätze für Autos und Motorräder. Ein Bahnhof ist nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt. Das Lernumfeld ist in einer ruhigen Umgebung, sodass keine äußeren Störfaktoren zum Lernen vorhanden sind. Das Einzugsgebiet der Auszubildenden befindet sich in naher Umgebung, da der Standort Göppingen ebenfalls eine Pflegeschule hat. Der Träger ist das Land Baden-Württemberg und die Schule richtet sich nach den staatlichen Vorgaben der generalistischen Pflegeausbildung. Vor 2020 wurden in dieser Schule ausschließlich Altenpflegekräfte und HelferInnen ausgebildet. Mittlerweile ist der zweite Ausbildungsgang der generalistischen Pflegeausbildung gestartet und die Altenpflegeausbildung befindet sich im letzten Prüfungsjahrgang und wird danach nicht mehr angeboten. Die Schule hat in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum gefeiert und in diesem Zusammenhang auch viele Angebote und Veranstaltungen mithilfe der Schülerinnen und Schüler vollbracht. Insgesamt sind 600 Lernende an der Schule in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Ernährung, Hauswirtschaft und Soziales. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Weiterbildung zur Stationsleitung in Teilzeit. 54 Lehrkräfte in Voll- und Teilzeit sind an der Schule beschäftigt. Die Klassenräume sind alle auf einem hohen technischen Stand und mit Dokumentenkamera (Elmo), Tablets und einem großen Smart Display mit Internetzugang ausgestattet.

Die Lehrperson hat 2015 eine Ausbildung zum Altenpfleger in Ellwangen erfolgreich abgeschlossen. Anschließend wurde über drei Jahren in Teilzeit eine Weiterbildung zum Praxisanleiter und zur Leitung einer Pflegeeinheit absolviert und 2020 abgeschlossen. Im selben Jahr wurde das Pflegepädagogikstudium in Esslingen begonnen und momentan befindet sich die Lehrkraft im 3. Semester. Durch die Arbeit in Pflegeheimen und dem ambulanten Dienst hat die Lehrkraft viele Erfahrungen zum Thema Kontrakturen und Kontrakturenprophylaxe gesammelt und es wurden schon häufig Pflegeempfänger mit Bewegungseinschränkungen gepflegt. Aus diesem Grund ist die Vermittlung der Wichtigkeit prophylaktischer Maßnahmen und das Auseinandersetzen mit dieser Thematik für die Lehrkraft sehr wichtig und soll im Unterricht auch als solche vermittelt werden. Erfahrungen im Lehrbereich wurden im Laufe des Praxissemesters durch Hospitationen und eigens gestalteten Unterrichtsstunden gemacht, welche im Nachgang auch ausführlich Selbst- und Fremdreflektiert wurden von der Praxislehrerin.

Die Klasse befindet sich im ersten Schulblock des ersten Ausbildungsdrittels und hat die Ausbildung vor vier Wochen begonnen. Dementsprechend lernen die Auszubildenden sich noch kennen und gruppendynamische Prozesse sind in der Entwicklung. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr motiviert und brauchen eine gute Orientierung in die jeweiligen curricularen Einheiten und Kompetenzbereiche. Da der Block direkt mit der Schule gestartet ist, haben viele Lernende noch überhaupt keine Erfahrungen in der Praxis machen können. Die Klasse besteht aus 26 Auszubildenden, wovon 8 männlich und 18 weiblich sind. Ein Großteil der Klasse ist nicht in Deutschland geboren und lebt erst seit wenigen Jahren hier, weshalb zum Teil eine große Sprachbarriere vorhanden ist und die Lerngruppe als sehr heterogen angesehen werden kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Lerntempo angepasst wird an die Geschwindigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler und Ergebnisse immer schriftlich festgehalten werden, um das Gelernte zu festigen. Die Altersstruktur besteht vorwiegend aus 17-23 -jährigen. Die älteste Schülerin ist 55 Jahre alt. Aus den vorangegangen Lerneinheiten zum Thema Mobilität und Bewegung wird vorausgesetzt, dass die Wichtigkeit von Bewegung bekannt ist und die Lernenden sensibilisiert sind für die Thematik. Praktische Erfahrungen sind nur bei neun Lernenden vorhanden, da sie schon länger im Pflegeheim als HelferInnen oder im freiwilligen Jahr gearbeitet haben. Die restlichen Auszubildenden kommen direkt aus der Schule und sind ohne berufliche Erfahrungen in die Ausbildung gestartet. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit den Lehrbüchern von „I care Pflege, 2. Auflage“.

Der Themenschwerpunkt der Kontrakturenprophylaxe liegt in der curricularen Einheit 2A im Rahmenlehrplan und erfolgt im ersten Ausbildungsdrittel.

Im folgenden Abschnitt erfolgt die Sachanalyse, wobei alle wichtigen Informationen zum Thema herausgearbeitet werden.

3. Sachanalyse

Für den Begriff der Kontraktur gibt es verschiedene Definitionen und Bezeichnungen, wobei ich mich für die Definition von Kamphausen entschieden habe. Dort wird eine Kontraktur als „Funktions- und Bewegungseinschränkung von Gelenken“ bezeichnet. Das Wort Kontraktur stammt von dem lateinischen Wort „contrahere“ ab und bedeutet auf Deutsch „sich zusammenziehen“ (2009, 89).

Die Risikofaktoren einer Kontraktur sind bereits bei einem reduzierten Mobilitätsradius vorhanden und es besteht eine erhöhte Kontrakturgefahr. Dies führt zu Muskelabbauprozessen, welche für eine Kontraktur förderlich sind und daher als Risikofaktor gelten. Weitere Risikofaktoren sind demenzielle Abbauprozesse und Menschen nach einem Schlaganfall und dysreguliertem Muskeltonus. Langes liegen oder sitzen in einer Position bei gleichzeitiger Missachtung der Funktionsstellung eines Gelenks führt zu einer Kontraktur, wobei sich nach wenigen Tagen elastisches Bindegewebe um die Gelenkkapsel bildet. Häufig entstehen Kontrakturen im Schulter- und Kniegelenk, wobei der Bewegungsradius dadurch stark eingeschränkt und mit Schmerzen verbunden ist. Weitere Risikofaktoren sind Medikamente, Wunden, Schmerzen, Schonhaltungen und Narben (Thieme, 2020, 423).

Ursachen einer Kontraktur sind oftmals Menschen auf einer Intensivstation, welche durch das viele Liegen Kontrakturen im Schulter- und Ellbogenbereich bekommen. Außerdem tragen freiheitsentziehende Maßnahmen zu Kontrakturen bei, da die Bewegung nur eingeschränkt möglich ist. Eine weitere Ursache ist eine fehlende oder falsche Positionierung, wobei das Gelenk bei der Lagerung ruhiggestellt wird, ohne dass der Muskeltonus gesenkt wird. Hierbei muss darauf geachtet werden das Hohlräume so unterpolstert werden, dass sich der Muskeltonus flächig abgeben kann. Dies wird durch eine gute Unterstützungsfläche durch Kissen unter Hohlräumen wie dem unteren Rücken, der Kniekehle oder dem Fußgelenk erreicht (Thieme, 2020, 423).

Die infantile Zerebralparese ist eine bleibende Störung des Haltungs- und Bewegungsapparates aufgrund einer nicht fortschreitenden Schädigung des Gehirns. Dies kann mit weiteren Behinderungen wie Intelligenzminderung und Verhaltensauffälligkeiten einhergehen. Ursächlich dafür können vielfältig sein und liegen oft am Konsum von Alkohol, Zigaretten und Medikamenten in der Schwangerschaft sowie Sauerstoffmängelzustände des ungeborenen Babys. Außerdem kann eine Frühgeburt und Infektionen zu einer infantilen Zerebralparese führen. Hieraus kann es zu Lähmungen unterschiedlicher Qualität und Ausprägung kommen, bei der auch Mischformen möglich sind. Die Funktionsstörungen können eine Körperhälfte (Hemiparese), nur die Beine (Diparese) oder den ganzen Körper betreffen (Tetraparese). Die Auswirkungen sind Muskelverkürzungen und Gelenkfehlstellungen, wobei das Sitzen, Stehen und Laufen erst verspätet oder nicht erlernt werden. Eine frühe Krankengymnastik ist häufig dauerhaft zur Behandlung erforderlich, um Kontrakturen zu verhindern und das Erlernen oder Verbessern des Gehens zu fördern. Ergotherapeutische Übungen zur Verbesserung der Koordinations-, Funktions- und Selbsthilfefähigkeit ist hilfreich. Verschiedene Hilfsmittel von Nachthalterungsschienen über Orthesen und geeignete Rollstühle unterstützen Menschen mit einer infantilen Zerebralparese. Medikamentöse Behandlungen sind zur Minderung der spastischen Lähmung durch Injektionen von Botolinumtoxin in die Muskulatur möglich. Operative Behandlungsmöglichkeiten sind in Form einer Verlängerungsoperation an der verkürzten Muskulatur (Klinikum Stuttgart, o. J.).

Der Morbus Dupuytren ist eine krankhafte Bindegewebswucherung in der Handinnenfläche, die zuerst spürbar verhärtet und später auch sichtbar ist. Die Finger stehen dabei immer mehr nach oben und lassen sich im weiteren Verlauf nicht mehr ausstrecken und sie verharren in ihrer Beugestellung. Die Finger verlieren die Fähigkeit, sich auszustrecken und bleiben in einer dauerhaften Krallenstellung. Das Bindegewebe wird rund um die Sehnen der Hohlhand knotig und sind strangförmig spür- und sichtbar. Das Halten einer Kaffeetasse kann durch die Beeinträchtigung der Hand nicht mehr sein. Besonders häufig betroffen ist der Ring- und Kleinfinger und in seinem Verlauf meistens schmerzlos. Die Ursachen dieses Krankheitsbilds sind trotz langer Bekanntheit bis heute ungeklärt. Besonders häufiges Auftreten der Erkrankung ist bei Männern nach dem 50. Lebensjahr und nordischem Ursprungs. Eine Häufung der Erkrankung ist besonders häufig in der Familie, weshalb man von einer Vererbung ausgeht. Die Diagnostik beim Morbus Dupuytren ist einfach durch ertasten der Hand und den einzelnen Fingern möglich. Konservative Behandlungsmethoden gibt es keine, einen dauerhaften Erfolg kann nur durch eine OP erzielt werden (Orthinform, 2019).

Die Volkmann-Kontraktur verursacht Nervenschädigungen, die oftmals durch einengende Gipse entstehen können. Die Erkrankung charakterisiert sich durch eine Beugefehlstellung am Arm, welche aufgrund einer Mangelversorgung mit Blut entsteht, wobei das entsprechende Muskelgewebe abstirbt und sich eine Volkmann-Kontraktur entwickeln kann. Zur Entstehung zählen zu enge und ungespaltene Gipsverbände, die zu spät versorgt werden. Die Volkmann-Kontraktur ist mit einer Reihe von Symptomen verbunden, wobei sich zu Beginn in der Regel ein akut einsetzender Schmerz bemerkbar macht. Anschließend kommt es zu einer Bildung von druckempfindlichem, harten Gewebe. Es zeigen erste Anzeichen einer Minderdurchblutung. Zuletzt kommt es bei den betroffenen Personen zu Bewegungseinschränkungen, die sich verstärken können. Im weiteren Verlauf kommt es zur Atrophie der Muskulatur in der Hand und dem Unterarm. Es entstehen Beugekontrakturen in der Hand. Symptome sind starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen durch die Mangeldurchblutung in den betroffenen Stellen. Aufgrund der verringerten Sauerstoffverfärbung kann sich die Haut blau färben. Die Volkmann-Kontraktur wirkt sich auch unbehandelt nicht auf die Lebenserwartung aus, schränkt die Lebensqualität jedoch erheblich ein. Einengende Gipse und Verbände müssen sofort entfernt werden. Um eine optimale Funktion der Muskeln wiederzuerlangen sind krankengymnastische Übungen hilfreich. Wenn lange keine Therapie erfolgt ist viel Muskelgewebe abgestorben und in der Folge dauerhaft verkürzt, wobei es zu bleibenden Bewegungseinschränkungen kommen kann (Medlexi, 2021).

Der Spitzfuß ist durch eine Veränderung der Fußstellung gekennzeichnet, wobei das Anziehen des Fußes an den Körper nicht mehr möglich ist. Die betroffenen Personen müssen durch die Einschränkung beim Heben und Senken des Fußes auf den Zehenspitzen gehen. Dies führt zu einer verstärkten Belastung des Vorfußes und einer Veränderung des Gangbildes mit Auswirkungen auf das Kniegelenk. Ursachen können angeboren sein oder bedingt durch Nervenerkrankungen mit Muskelschwäche. Die häufigste Ursache sind jedoch unfallbedingte Spitzfüße mit Bewegungseinschränkungen und Schädigungen der Sehnen und des Gelenkes. Konservative Therapiemaßnahmen sind Dehnübungen oder auch Injektionen mittels einer Eigenbluttherapie. Operative Eingriffe sind Sehnenverlängerungen im hinteren Sprunggelenksbereich. In der Pflege wird der Spitzfuß verstärkt durch anhaltenden Druck der Bettdecke auf die Fußspitze und die Ferse (Dr. Schneider, 2021).

4. Analyse des Lehrgegenstandes unter didaktischen Gesichtspunkten

Laut Klafki (1958 in Hoffmann 2020, 17) ist die didaktische Analyse der Kern der Unterrichtsvorbereitung. Dabei werden thematische Schwerpunkte der Unterrichtseinheit herausgearbeitet, indem der Inhalt eingegrenzt wird und anhand Klafkis Perspektivenschema eine Analyse stattfindet. Dieses Schema beinhaltet fünf Leitfragen, welche die Frage nach der exemplarischen Bedeutung des Themas, nach der Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung, nach der inhaltlichen Struktur und nach der Zugänglichkeit für die Lernenden nachgehen (Hoffmann 2020, 13). Die didaktische Reduktion sorgt für eine Minderung der Inhalte aus der Sachanalyse sowohl qualitativ als auch quantitativ womit das Thema der Unterrichtstunde herausgearbeitet wird (Hoffmann 2020, 15). Die Komplexität wird qualitativ so eingeschränkt, dass es dem Lernniveau und dem Ausbildungsstand der Lernenden entspricht.

4.1 Gegenwartsbedeutung

Die Frage nach der Gegenwartsbedeutung sucht einen „Lebenswertbezug im Vorwissen der Lernenden“ (Hoffmann 2020, 16). Die Gegenwartsbedeutung soll demnach klären, was die Lernenden bereits wissen und was sie zwingend verstehen müssen, um genau dies in der Unterrichtseinheit zu behandeln (Hoffmann 2020, 16).

Das Vorwissen zu Kontrakturen ist bei den Lernenden eher als gering einzustufen, da sie ihre Ausbildung erst begonnen haben und dementsprechend wenig Erfahrung in der Pflege haben. Über die Mobilität und die Bedeutung der Bewegung wird daher eher ein Lebenswertbezug aufgebaut, da dies unabhängig von pflegerischen Tätigkeiten eine wichtige Rolle eines jeden Menschen spielt. Den Zusammenhang zur Kontrakturenprophylaxe kann daher über diesen Weg und dem Vorwissen der Lernenden hergestellt werden. Sie müssen zwingend verstehen, dass Bewegung eine große Wichtigkeit für Menschen hat und wie wichtig sie für unsere Beweglichkeit ist. Gleichzeitig müssen die Lernenden die Gefahr der mangelnden Bewegung verstehen, um in der Praxis für dieses Thema genug sensibilisiert zu sein.

4.2 Zukunftsbedeutung

Die Zukunftsbedeutung des Themas wird durch die Nachhaltigkeit des thematischen Schwerpunkts geklärt. Hierbei soll bewertet werden, ob das Thema auch in Zukunft noch von Wert für die Auszubildenden ist (Hoffmann 2020, 17).

Um die Zukunftsbedeutung der Kontrakturen für die Pflegenden aufzuzeigen, werden Beispiele und Statistiken zu Kontrakturen vermittelt. Der thematische Schwerpunkt liegt bei der Vermittlung verschiedener Gefahren und Ursachen, die zu einer Kontraktur führen können und anhand von Bildern wird den Lernenden aufgezeigt, wie schlimm und teilweise unbehandelbar Kontrakturen sein können. Kontrakturen werden im weiteren Verlauf in jedem Setting und in verschiedenen Formen auf die Pflegenden zukommen und die Bewegungsförderung im pflegerischen Alltag spielt während des ganzen Arbeitstages einer professionellen Pflegekraft eine wichtige Rolle.

4.3 Exemplarität

Bei der Exemplarität soll geklärt werden, „welchen allgemeinen Sinn- und Sachzusammenhang das Thema vertritt und erschließt“ (Hoffmann 2020, 15).

Exemplarisch für die Unterrichtseinheit ist die Bedeutung der Bewegung in Verbindung mit verschiedensten Möglichkeiten diese zu fördern. Erst wenn die Lernenden verstehen, wie wichtig diese für die PflegeempfängerInnen ist, werden sie gezielte Übungen in den Alltag integrieren, um Kontrakturen vorzubeugen. Wenn dieser Sachzusammenhang erschlossen wird in der Unterrichtseinheit, ist das übergreifende Ziel für die Lehrperson erreicht. Dies wird mit Bildern und Beispielen aus der Pflegepraxis und dem Alltag versucht zu erreichen und steht für die Exemplarität dieser Unterrichtseinheit.

4.4 Inhaltliche Strukturierung

Bei der inhaltlichen Strukturierung wird der Schwerpunkt der Arbeit verdeutlicht. Die Unterrichtseinheit zeigt hier eine „innere Logik“ auf und wird „gedanklich nachvollziehbar“ erläutert (Hoffmann 2020, 19).

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Kontrakturenprophylaxe in der Pflege. Ursachen und Risikofaktoren
Note
1,5
Autor
Jahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1254463
ISBN (Buch)
9783346745248
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kontrakturenprophylaxe, pflege, ursachen, risikofaktoren
Arbeit zitieren
Christian Honold (Autor:in), 2022, Kontrakturenprophylaxe in der Pflege. Ursachen und Risikofaktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254463

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