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Der Völkermord in Ruanda 1994 - ein Resultat der malthusianischen Falle?

Título: Der Völkermord in Ruanda 1994 - ein Resultat der malthusianischen Falle?

Trabajo de Seminario , 2009 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Steffen Radtke (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Das Jahr 1994 spiegelte positive wie auch negative menschliche Facetten wider: Zum einen wurde in Südafrika die Apartheid überwunden und im Zuge dessen Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident des Landes vereidigt, zum anderen fand in Ruanda ein Genozid statt, bei dem die Welt ohne nennenswerte Intervention zusah, wie innerhalb weniger Wochen circa 800.000 Menschen ums Leben kamen.
Selbst wenn er rational kaum erklärbar scheint, ist es wichtig, die Ursachen des Genozids zu verstehen, um das Wissen in der Hand zu haben, derartige Vorkommnisse in Zukunft verhindern zu können. Die vorliegende Arbeit widmet sich ebenfalls der Frage nach den Ursachen, wobei im Zentrum die Überlegung steht, inwiefern die Theorie von Thomas Robert Malthus hierfür zur kausalen Erklärung herangezogen werden kann. Zuerst sollen jedoch die Ereignisse im Überblick chronologisch seit der Unabhängigkeit Ruandas dargestellt werden. Dann folgt die Skizzierung der Theorie Malthus’, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung des Bevölkerungsgesetzes und seiner Transferierbarkeit auf Ruanda liegt. Im nächsten Punkt werden weitere Faktoren, diesmal auf politischer Ebene, herangezogen, wobei es hier vor allem um die Relikte der Kolonialzeit und dessen Wirken bis tief in die Gegenwart geht sowie um ethnische Differenzen, die politisch instrumentalisiert wurden. Auch wenn es der primäre Anspruch der Arbeit ist, auf die sozialen Ursachen des Genozids einzugehen, darf der Teil zu den politischen Faktoren auf keinen Fall vernachlässigt werden, da sich gerade hier durch die Nutzung sozialer Gegebenheiten seitens der Machthaber eine interessante Überschneidung von Politik und Gesellschaft ergibt. Auf weitere soziale Aspekte wird im darauf folgenden Punkt eingegangen. Hier soll auf die aus den ökologischen, bevölkerungsdynamischen, ungleichheitsdeterminierenden sowie das soziale Klima bestimmenden multikausalen Ursachen im gesellschaftlichen Gefüge eingegangen werden. In diesem Zusammenhang wird ein Zwischenfazit bezüglich Malthus’ Aktualität gezogen. Dann folgt das endgültige Fazit, in dem konstatiert wird, ob der Genozid wirklich ein Resultat der malthusianischen Falle war und welche weiteren Ursachen für die Erklärung der wohl genuin im Menschen angelegten Irrationalität, die sich exemplarisch am Genozid in Ruanda 1994 manifestierte, zutreffen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die genuine Irrationalität des Menschen

2. Chronologie des Genozids seit der Unabhängigkeit

3. Die Theorie von Thomas Robert Malthus

3.1 Das Bevölkerungsgesetz

3.2 Die Transferierbarkeit der Theorie auf Ruanda

4. Die politische Instrumentalisierung der Ethnie

4.1 Das schicksalhafte Vermächtnis der Kolonialmächte

4.2 Instrumentalisierte Differenzen

5. Soziale Ursachen

5.1 Ökologie, Bevölkerungswachstum und das Nahrungsproblem

5.2 Soziale Ungleichheit

5.3 Vergiftetes soziales Klima

6. Malthus’ Theorie und Ruandas Realität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des Genozids in Ruanda 1994, wobei der Fokus darauf liegt, inwiefern die Theorie von Thomas Robert Malthus zur kausalen Erklärung beitragen kann und wie diese mit politischen sowie sozialen Faktoren interagiert.

  • Malthusianische Bevölkerungsdynamik und Ressourcenknappheit
  • Historische Rolle kolonialer Einflüsse bei der Konstruktion ethnischer Identitäten
  • Politische Instrumentalisierung von Ethnien durch Machteliten
  • Soziale Auswirkungen von Bevölkerungswachstum und Landknappheit
  • Erosion sozialer Zusammenhalte als Vorbedingung für Gewalt

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Bevölkerungsgesetz

Das malthusianische Bevölkerungsgesetz basiert auf zwei apriorischen Teilprinzipien. Diese beiden zusammenwirkenden sind die Entwicklung der Bevölkerung und die Entwicklung der Nahrungsproduktion. „Population, when unchecked, increases in a geometrical ratio. Subsistence increases only in an arithmetical ratio.“ Das auf diese Weise zustande kommende Bevölkerungsgesetz besitzt für Malthus den Rang eines Naturgesetzes, denn „Man cannot escape a law that applies to the whole of nature.“ Die Bevölkerung wächst also exponentiell, die Nahrungsproduktion hingegen nur linear. Malthus verdeutlicht das an folgendem Beispiel: Er geht von einer Bevölkerung von 11 Millionen aus, die zunächst genug Nahrung für sich produzieren kann. In 25 Jahren verdoppelt sich die Bevölkerung, die zunächst ebenfalls ihre Nahrungsmenge verdoppeln kann. Nach weiteren 25 Jahren tritt jedoch die Differenz zwischen exponentiellem und linearem Wachstum zutage: Während es nun 44 Millionen Menschen gibt, existieren nur Nahrungsmengen für 33 Millionen von ihnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die genuine Irrationalität des Menschen: Einleitung in die Problematik und Vorstellung der Forschungsfrage unter Bezugnahme auf historische und philosophische Kontexte.

2. Chronologie des Genozids seit der Unabhängigkeit: Überblick über die politischen Entwicklungen und Eskalationsstufen in Ruanda seit 1962 bis zum Jahr 1994.

3. Die Theorie von Thomas Robert Malthus: Darstellung der theoretischen Grundlagen von Malthus und Diskussion über deren Anwendbarkeit auf die Situation in Ruanda.

4. Die politische Instrumentalisierung der Ethnie: Analyse der kolonialen Geschichte und der bewussten Ausnutzung ethnischer Differenzen durch die Führungsschicht zur Machtsicherung.

5. Soziale Ursachen: Untersuchung multikausaler sozialer Faktoren, darunter ökologische Probleme, Ressourcenmangel und der Verfall sozialer Netzwerke.

6. Malthus’ Theorie und Ruandas Realität: Fazit zur Validität des malthusianischen Erklärungsmodells im Kontext des Genozids.

Schlüsselwörter

Genozid Ruanda, Thomas Robert Malthus, Bevölkerungsgesetz, Malthusianische Falle, Ethnie, Kolonialismus, Ressourcenknappheit, Soziale Ungleichheit, Bevölkerungswachstum, Politische Instrumentalisierung, Hutu, Tutsi, Nahrungsproblem, Sozialer Zusammenhalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen des Genozids in Ruanda 1994 unter besonderer Berücksichtigung der Theorie von Thomas Robert Malthus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die demografische Entwicklung, die Rolle der Kolonialgeschichte, ethnische Konstrukte sowie sozioökonomische Faktoren wie Landknappheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Genozid als Resultat einer malthusianischen Falle betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse des malthusianischen Modells und kombiniert diese mit historischer sowie soziologischer Betrachtung der Ruanda-Krise.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Chronologie der Ereignisse, die theoretische Skizzierung von Malthus sowie die Untersuchung politischer und sozialer Einflussfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Genozid, Malthus, Bevölkerungswachstum, Ethnizität und Ressourcenknappheit.

Wie haben die Kolonialmächte den Genozid beeinflusst?

Die Kolonialmächte vertieften durch rassische Kategorisierungen die Spannungen zwischen Hutu und Tutsi und legten damit den Grundstein für die spätere politische Instrumentalisierung.

Welche Rolle spielt die Landknappheit in der Argumentation?

Landknappheit wird als zentrale Ursache für soziale Spannungen und den Zerfall von Familienstrukturen identifiziert, was den Nährboden für die Gewalt bildete.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Völkermord in Ruanda 1994 - ein Resultat der malthusianischen Falle?
Universidad
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Curso
Soziologie der Entwicklungsländer
Calificación
1,3
Autor
Steffen Radtke (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
20
No. de catálogo
V125465
ISBN (Ebook)
9783640311125
ISBN (Libro)
9783640310098
Idioma
Alemán
Etiqueta
Völkermord Ruanda Resultat Falle Soziologie Entwicklungsländer Malthus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Steffen Radtke (Autor), 2009, Der Völkermord in Ruanda 1994 - ein Resultat der malthusianischen Falle?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125465
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