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Widerstand im totalitären System - a priori chancenlos?

Titre: Widerstand im totalitären System - a priori chancenlos?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Steffen Radtke (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wie soll sich das Individuum verhalten, wenn von Seiten des Staates Unrecht ausgeht?
Gerade die totalitären Herrschaftssysteme des 20. Jahrhunderts spiegeln die Aktualität jener Frage in bisher noch nie da gewesener Intensität wider. Für jeden, für den Humanität nicht nur ein abstraktes Konstrukt, sondern ein staatliches Leitprinzip darstellt, ergibt sich die Frage, wie man ein derartig inhumanes Terrorregime stürzen kann.
Aus diesem Grund ist es das Anliegen der Arbeit, den Perspektiven für effektiven Widerstand in totalitären Systemen auf den Grund zu gehen. Aus dem Begriff des totalitären resultiert implizit die Ausschaltung jeder Art von Widerstand, was in der Konsequenz erhebliche Obstruktionen für oppositionelle Gruppen bedeutet. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Leitfrage für die Arbeit, ob Widerstand in einem derartigen System a priori chancenlos ist oder nicht.
Zu Beginn wird auf den Nationalsozialismus als totalitäres System eingegangen, wobei dessen charakteristische Strukturelemente untersucht werden sollen. Im folgenden Punkt erfolgt die Auseinandersetzung mit Art sowie Umfang des Widerstandes. Um den Begriff als solchen präzise erfassen zu können, muss er zunächst nominaldefinitorisch analysiert werden, bevor dann auf dessen Umfang und Probleme eingegangen werden kann. Hierbei wird gemäß den Strukturmerkmalen des Totalitarismus evident, welche personellen und organisatorischen Probleme daraus resultieren. Der sich anschließende Abschnitt der Arbeit befasst sich ferner mit der Kontroverse um Stauffenbergs Attentat am 20. Juli 1944. Innerhalb dieses Punktes wird zunächst begründet, warum nur das Militär für effektiven Widerstand in Frage kommt. Dann wird explizit auf die Erfolgsbedingungen des Widerstands eingegangen, wobei technisch-administrative Aspekte ebenso beleuchtet werden wie die Haltung des Auslandes. In der Geschichtswissenschaft entwickelte sich eine kontroverse Debatte über die Motive des Kreises um Stauffenberg. Diese soll kurz nachgezeichnet werden, weil die Motive Aufschluss darüber geben, ob der exogene Zusammenbruch des Systems für erfolgreichen Widerstand erforderlich ist oder nicht. Zuletzt soll die komparative Analyse der gelungenen italienischen Opposition aufzeigen, welche weiteren Faktoren für die Erfolgsaussicht von Widerstand bedeutsam sind, bevor dann die Frage nach der apriorischen Chancenlosigkeit evaluiert wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Humanitäre Moral und das höhere Gebot

2. Der Nationalsozialismus als totalitäres System

2.1 Strukturmerkmale eines totalitären Systems

2.2 Der totalitäre Charakter des Nationalsozialismus

3. Art und Umfang des Widerstandes

3.1 Widerstand – ein facettenreicher Begriff

3.2 Umfang und Probleme des Widerstands

3.2.1 Die Träger des Widerstands

3.2.2 Die Probleme des Widerstands

4. Die Kontroverse um den 20. Juli 1944

4.1 Das Militär als einziger Träger effektiven Widerstands

4.2 Erfolgsfaktoren für effektiven Widerstand

4.2.1 Technisch-administrative Aspekte

4.2.2 Die Haltung des Auslandes

4.3 Motive für den Widerstand und deren Interpretation

4.3.1 Widerstand aus Moral und Ethik

4.3.2 Realpolitische Kalkulationen

5. Das faschistische Italien als Vorbild für erfolgreichen Widerstand

6. Der Widerstand und seine Erfolgschancen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten von Widerstand in totalitären Herrschaftssystemen, wobei der Nationalsozialismus als primäres Fallbeispiel dient. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Widerstand in einem solchen System a priori als chancenlos zu betrachten ist oder ob unter spezifischen Bedingungen ein Sturz des Regimes möglich gewesen wäre.

  • Analyse totalitärer Strukturmerkmale und ihrer Auswirkungen auf oppositionelle Bewegungen.
  • Evaluation des Widerstandspotenzials innerhalb der Machteliten, insbesondere der Wehrmacht.
  • Untersuchung technischer und administrativer Erfolgsfaktoren für den Staatsstreich.
  • Vergleichende Betrachtung des erfolgreichen Widerstands im faschistischen Italien.
  • Debatte um ethische versus realpolitische Motive in der Widerstandsforschung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Widerstand – ein facettenreicher Begriff

Der Begriff des Widerstandes an sich ist ebenso vielfältig wie dessen Definitionen. Eine mögliche lautet: „Unter Widerstand wird jedes aktive oder passive Verhalten verstanden, das die Ablehnung des NS-Regimes oder eines Teilbereiches der NS-Ideologie erkennen lässt und mit gewissen Risiken verbunden war.“ Das Problematische an dieser Definition ist ihre sehr große Reichweite. So können auch überzeugte Imperialisten, welche die Ostexpansion befürworten und vielleicht sogar aktiv an ihr mitwirken, aber ein Problem mit der Judenbehandlung haben, zum Widerstand gezählt werden, weil sich „die Ablehnung […] eines Teilbereiches der NS-Ideologie erkennen lässt.“

Selbst wenn man dieses Paradox ausklammert und Widerstand demzufolge als „aktives oder passives Verhalten, das die Ablehnung des NS-Regimes erkennen lässt“ definiert, umfasst der Begriff noch sehr viele Facetten. Gemäß dessen kann bereits individueller Nonkonformismus wie zum Beispiel die Weigerung, die Hakenkreuzflagge zu hissen oder den Hitlergruß zu vollführen, als Widerstand aufgefasst werden ebenso wie die ideelle Ablehnung jedes Bereiches der Ideologie. Dies ist für sich genommen auch berechtigt, da versucht wird, dem System zu widerstehen. In Relation zu anderen aktiven Widerstandsformen wie Verbreitung von Flugblättern, Sabotage oder Versuch des Attentats würden passive Widerstandsformen jedoch gleichberechtigt mit den aktiven stehen, was aufgrund des höheren Einsatzes und Risikos des aktiven disrelational erscheint.

Dazu kommt die Differenz im Wirkungsgrad: passiver Widerstand findet überwiegend auf individueller Ebene statt; er ändert nichts an den verbrecherischen Aktionen des Staates. Genau da setzt jedoch aktiver Widerstand an – durch Sabotage oder Attentate sollen die Aktionen der politischen Führung behindert oder ganz und gar abgestellt werden.

Um der Differenz von aktiven und passiven Widerstand gerecht zu werden, bietet sich die Einführung eines weiteren Begriffes an - den der Resistenz. Diese wird für die auf die Individualebene beschränkten, eher ideellen Widerstandsformen bezogen. So ist es möglich, eine methodisch präzise Definition für Widerstand zu finden, den man somit als aktiv gegen das System gerichtete, organisierte Aktion(en) zu dessen Unterminierung bezeichnen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Humanitäre Moral und das höhere Gebot: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, wie sich ein Individuum gegenüber staatlichem Unrecht verhält, und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Recht, Unrecht und der moralischen Verpflichtung zum Widerstand.

2. Der Nationalsozialismus als totalitäres System: Der Autor definiert die wesentlichen Merkmale eines totalitären Systems und weist nach, wie der Nationalsozialismus durch Gleichschaltung, Terror und Ideologie alle gesellschaftlichen Freiräume eliminierte.

3. Art und Umfang des Widerstandes: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen passivem Widerstand und aktiver Resistenz, wobei die Schwierigkeiten atomisierter Gruppen in einem totalitären Überwachungsstaat dargelegt werden.

4. Die Kontroverse um den 20. Juli 1944: Dieses Kapitel analysiert das Attentat auf Hitler, die Rolle des Militärs als entscheidendem Akteur sowie die technischen und administrativen Gründe für das Scheitern des Umsturzversuchs.

5. Das faschistische Italien als Vorbild für erfolgreichen Widerstand: Anhand des italienischen Beispiels wird aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit verschiedener Eliten und die Existenz einer legitimen Institution (Monarchie) zu einem erfolgreichen Sturz führen können.

6. Der Widerstand und seine Erfolgschancen: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und evaluiert, unter welchen Bedingungen Widerstand in totalitären Strukturen Aussicht auf Erfolg haben kann.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Totalitarismus, Widerstand, Resistenz, 20. Juli 1944, Stauffenberg, Militär, Wehrmacht, Staatsstreich, Italien, Mussolini, Moral, Politische Ideologie, Machteliten, Opposition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob Widerstand in einem totalitären System zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist oder ob es reale Perspektiven für eine erfolgreiche Opposition gibt.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Totalitarismus, die Definitionen von Widerstand und Resistenz, die Bedingungen für einen erfolgreichen Staatsstreich sowie die Rolle von Eliten und äußeren Faktoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Kern-Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob Widerstand in einem totalitären System wie dem Nationalsozialismus a priori als chancenlos betrachtet werden muss.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für diese Analyse angewendet?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftlich orientierte historische Analyse, die durch einen komparativen Ansatz mit dem italienischen Faschismus ergänzt wird, um Erfolgsfaktoren des Widerstands zu identifizieren.

Welche Inhalte bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des 20. Juli 1944, der Untersuchung technischer und administrativer Schwachstellen im deutschen Widerstand sowie der moralischen und realpolitischen Motive der Akteure.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Totalitarismus, Widerstand, Stauffenberg, Machteliten und politische Legitimität geprägt.

Warum spielt der Vergleich mit Italien eine so bedeutende Rolle in der Argumentation?

Der Vergleich verdeutlicht, dass die Erfolgschancen eines Staatsstreichs stark von der Geschlossenheit der Eliten und der Existenz einheitsstiftender Institutionen abhängen, die im deutschen NS-System fehlten.

Welche Bedeutung misst der Autor der Haltung des Auslandes bei?

Der Autor zeigt auf, dass eine wohlwollende Haltung des Auslandes – etwa durch das Angebot einer Alternative zur bedingungslosen Kapitulation – den Widerstand hätte legitimieren und dessen Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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Résumé des informations

Titre
Widerstand im totalitären System - a priori chancenlos?
Université
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Cours
Theorie und Praxis totalitärer Herrschaft
Note
1,0
Auteur
Steffen Radtke (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
21
N° de catalogue
V125468
ISBN (ebook)
9783640311149
ISBN (Livre)
9783640310111
Langue
allemand
mots-clé
Widerstand System Theorie Praxis Herrschaft Totalitarismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Steffen Radtke (Auteur), 2009, Widerstand im totalitären System - a priori chancenlos?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125468
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Extrait de  21  pages
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