Waren die Bardi und Peruzzi überhaupt etatmäßig in der Lage, die überlieferten Zahlungen an die englische Krone durchzuführen? Ist ihre Superlative überhaupt gerechtfertigt? Um diese Fragen zu klären, haben sich die Geschäftsbücher der beiden Handelsbanken als besonders geeignet herausgestellt. In der vorliegenden Arbeit wird nun diskutiert, inwieweit ein Auszug dieser Quellen zuverlässige Argumente über deren Liquidität und Kapital liefert.
Wie in der Wissenschaft schon oft diskutiert, vermutet mancher Historiker die Geschäfte der Handelsbanken mit dem englischen König Edward III. als Grund hierfür, da sie ihm enorme Darlehen ausstellten, von denen er einen Großteil nicht zurückzahlen konnte. In der Forschungsliteratur ist neben derer aus dem italienischen Raum vor allem die englische sehr umfangreich. Hierbei hat sich vor allem Hunt sehr intensiv mit der Geschichte der beiden Bankiersfamilien befasst, weswegen sich diese Hausarbeit zum größten Teil auf seine Thesen stützen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Quelle - Schlussbilanz der Bardi von 1335
3. Quellenkritik
4. Quelleninterpretation und Aussagewert der Quelle
5. Fazit
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die florentinischen Bankiersfamilien Bardi und Peruzzi als vormoderne „super-companies“ klassifiziert werden können. Anhand einer erhaltenen Schlussbilanz aus dem Jahr 1335 wird die Liquidität und das Kapital dieser Handelsgesellschaften analysiert, um ihre wirtschaftliche Bedeutung und Struktur im Vergleich zu modernen Unternehmensformen kritisch zu bewerten.
- Analyse der historischen Schlussbilanz der Bardi von 1335
- Untersuchung von Liquidität und Kapitalbeständen frühkapitalistischer Handelsbanken
- Evaluation des Begriffs der „super-company“ im mittelalterlichen Kontext
- Vergleich der Organisationsstrukturen mit modernen Unternehmen
- Betrachtung der Einflussfaktoren auf den Aufstieg und Niedergang der Bankiersfamilien
Auszug aus dem Buch
4. Quelleninterpretation und Aussagewert der Quelle
Wie am Ende des vorherigen Kapitels dieser Arbeit angedeutet, soll nun der Aussagewert der Quelle untersucht werden, um im Vergleich mit anderen Werken, eine Interpretation der Ergebnisse herauszuarbeiten. Zudem werden in Bezug auf die Thesenfrage auch mögliche Parallelen zur heutigen Unternehmenswelt gezogen.
Festzuhalten ist, dass die Glaubwürdigkeit der Bilanzwerte aus der Quelle als sehr gut einzuschätzen sind und einen guten Aussagewert über die Liquidität der Bardi liefern. Die Quelle fließt in die Forschungsergebnisse von Sapori ein, der sich als einer der ersten Historiker intensiv mit den Handelsgesellschaften beschäftigte und auf dessen Forschung sich eine Reihe von Historiker beziehen. Die Werte, welche die Bardi in ihrer Schlussbilanz über die Jahre 1330-1332 aufweisen, sind verglichen mit der damaligen Zeit, sehr hoch. Hierfür hilft es sich zur besseren Visualisierung ein paar Vergleiche zu anderen Geschäftsleuten, sowie zur heutigen Wirtschaft zu ziehen. Dahingehend gilt erst vorerst herauszufinden, was das damalige Geld wert war. Die gängige Währung im 14. Jahrhundert war der Goldflorin. Dieser hatte ein Goldgehalt von etwa 3,54 Gramm, was dem Historischen Lexikon der Schweiz zu entnehmen ist. Jedoch ist hierbei aber davon auszugehen, dass der Goldwert meist niedriger anzusiedeln war, da auch viele Münzen manipuliert wurden. Daher sind solche Vergleiche zur heutigen Zeit auch immer kritisch zu verwenden. Für den weiteren Umrechnungsverlauf und zur Vereinfachung, wird daher ein Goldgehalt von 3,5 Gramm verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der „super-companies“ sowie Darstellung der historischen Bedeutung der Bankhäuser Bardi und Peruzzi im 14. Jahrhundert.
2. Vorstellung der Quelle - Schlussbilanz der Bardi von 1335: Detaillierte Beschreibung der Herkunft, des Inhalts und der methodischen Einordnung der Bardi-Schlussbilanz.
3. Quellenkritik: Untersuchung des Entstehungskontexts, der Gattung und der Zuverlässigkeit der vorliegenden Quelle.
4. Quelleninterpretation und Aussagewert der Quelle: Analyse der Bilanzkennzahlen sowie Vergleich der wirtschaftlichen Macht und Strukturen mit anderen Akteuren und der Moderne.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Charakterisierung der Bankhäuser als frühe Super-Unternehmen.
6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Bardi, Peruzzi, super-companies, Florenz, Schlussbilanz, Frühkapitalismus, Bankwesen, Goldflorin, Liquidität, Handelsgesellschaft, Wirtschaftsgeschichte, 14. Jahrhundert, Edward III, doppelte Buchführung, Multinationalität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Rolle und Struktur der florentinischen Bankiersfamilien Bardi und Peruzzi im 14. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Finanzkraft der Banken, ihre internationale Vernetzung, die Organisation als „super-companies“ und der Zusammenhang zwischen ihrem Aufstieg und Handelstätigkeiten.
Was ist das zentrale Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Bezeichnung der Bardi und Peruzzi als vormoderne „super-companies“ durch die Analyse einer Schlussbilanz von 1335 wissenschaftlich fundiert ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es wird eine quellenkritische Analyse der Schlussbilanz von 1335 durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich mit existierender Forschungsliteratur und modernen ökonomischen Kennzahlen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quelle, ihre kritische Betrachtung sowie die tiefgehende Interpretation im Kontext der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bankhäuser.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Bardi, Peruzzi, super-companies, Frühkapitalismus, Bankwesen, Schlussbilanz und florentinischer Handel.
Warum wird die Schlussbilanz von 1335 als besonders relevant erachtet?
Sie gilt als zahlenmäßiges Spiegelbild der damaligen Geschäftsführung und erlaubt Rückschlüsse auf Liquidität und Kapitalströme der untersuchten Handelsgesellschaft.
Welche Rolle spielten die Geschäftsbeziehungen zu Edward III. für die Banken?
Diese Kredite waren ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftstätigkeit, trugen jedoch durch Zahlungsausfälle maßgeblich zum späteren finanziellen Niedergang der Bankhäuser bei.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Die florentinischen Bankiersfamilien der Bardi und Peruzzi als vormoderne "super-companies"? Untersuchungen anhand einer Schlussbilanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254743