Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Landsknechtwesen, genauer mit den landsknechtischen Söldnerunternehmern des 15ten und des 16ten Jahrhunderts. Nachdem vorerst kurz das zur Kontextualisierung notwendige Landsknechtwesen beschrieben wurde, soll darauffolgend das Söldnerunternehmertum im Landsknechtwesen mit den damit verbundenen Facetten dargelegt werden. Dazu gehören, neben der Entwicklung des Söldnerunternehmertums, auch Themen wie die Funktionen und Aufgaben eines Söldnerunternehmers, aber auch die diversen Risiken, die der Beruf birgt sowie das Einkommen und wie dieses erzielt wird. Darüber hinaus werden auch die benötigten Eigenschaften und Qualifikationen eines Söldnerunternehmers beleuchtet.
Als weiterer Punkt wird auf die Stellung der Söldnerunternehmer in der Gesellschaft eingegangen. Im Hauptteil der Arbeit sollen schließlich mehrere Söldnerunternehmer näher betrachtet werden mit dem Ziel, diese auf die einleitend vorgestellten Aspekte des Söldnerunternehmerdaseins zu überprüfen. Vor allem werden hierbei die Laufbahnen und Karrierechancen in den Blick genommen. Auch, wenn bereits zu einigen Söldnerunternehmern geforscht wurde, ist die Menge an Untersuchungen bei weitem nicht erschöpfend. Söldnerunternehmer, zu denen geforscht wurde und deren Wirken in dieser Arbeit näher betrachtet werden soll, sind die im Titel bereits erwähnten Götz von Berlichingen, bekannt als der Ritter mit der eisernen Hand und Georg von Frundsberg, der „Vater der Landsknechte“.
Vorweg sei bereits gesagt, dass es sich bei Götz von Berlichingen nicht um einen Söldnerunternehmer im eigentlichen Sinne handelt, dieser aber Züge eines Kriegsunternehmers in sich vereint. Darüber hinaus soll Marx Sittich von Ems, ein guter Freund Frundsbergs und selbst einer der erfolgreichsten Söldnerunternehmer, im Rahmen der Arbeit betrachtet werden, sowie Franz von Sickingen, Sebastian Schertlin von Burtenbach und Wilwolt von Schaumberg. Anhand dieser sechs Söldnerunternehmer sollen exemplarisch Karrierechancen und Laufbahnen, Parallelen und Unterschiede aufgezeichnet werden. Hierbei erhebt die Ausarbeitung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, versucht aber Charakteristika exemplarisch zu demonstrieren. Primär stützt sich dieser Teil der Arbeit auf Biografien der Söldnerunternehmer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Landsknechtwesen
3. Söldnerunternehmer der Landsknechte
3.1 Der Beruf der Söldnerunternehmer
3.1.1. Vom anfänglichen Söldnerunternehmer zum full-fledged Söldnerunternehmer
3.1.2. Funktionen und Aufgaben
3.1.3. Einkommen
3.1.4. Risiken
3.1.5. Benötigte Eigenschaften und Qualifikationen
3.2. Die Stellung der Söldnerunternehmer in der Gesellschaft
4. Die Laufbahnen und Karrierechancen ausgewählter Söldnerunternehmer
4.1 Götz von Berlichingen, der Ritter mit der Eisernen Hand
4.2 Franz von Sickingen
4.3 Wilwolt von Schaumberg
4.4 Sebastian Schertlin von Burtenbach
4.5 Marx Sittich von Ems
4.6 Georg von Frundsberg, der Vater der Landsknechte
6. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, das Wirken und die ökonomischen Rahmenbedingungen der landsknechtischen Söldnerunternehmer im 15. und 16. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung ihrer individuellen Laufbahnen und Karrierechancen.
- Analyse der Doppelfunktion als militärischer Anführer und unternehmerischer Akteur.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Grundlagen, inklusive Kreditwesen und Verdienstmöglichkeiten.
- Darstellung der sozialen Mobilität und des gesellschaftlichen Ansehens der Söldnerunternehmer.
- Biografische Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele wie Götz von Berlichingen und Georg von Frundsberg.
- Einordnung des Söldnerunternehmertums in den Kontext des frühneuzeitlichen militärischen Wandels.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
“It is characteristic of European warfare as it developed in the hundred years of conflict between England and France, in Italy in the fourteenth, and in Central Europe in the fifteenth century that military leaders not only had to lead troops in battle, but also had themselves to organise the troops with which to go into battle. Since they did this under the spur of the profit motive, one is entitled to speak of them as military enterprisers.”
Mit dieser Aussage beginnt Redlich seine Monographie zu den deutschen Söldnerunternehmern der Landsknechte. Durch seine Erkenntnisse legte er den Grundstein für die weitere Forschung zu den Söldnerunternehmern der süddeutschen Kriegsknechte. “To put it differently”, fährt Redlich fort, “one may say that officers of the lower echelons had only functions, i.e. were officers pure and simple, but that officers of the higher echelons were both functionaries and businessmen; the latter both received a salary and made a profit. Thus the military enterpriser, as we meet him from at least the fifteenth century on, represented a personal union of officer and enterpriser, because he himself on a business basis organized the necessary wherewithal of warfare, especially bodies of troops.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Söldnerunternehmer im Kontext des militärischen Wandels und des Frühkapitalismus unter Verwendung der Terminologie nach Fritz Redlich.
2. Das Landsknechtwesen: Beleuchtung der Entwicklung Süddeutschlands zum bedeutenden Söldnermarkt sowie Beschreibung der sozialen Zusammensetzung und des Selbstverständnisses der Landsknechte.
3. Söldnerunternehmer der Landsknechte: Detaillierte Analyse des Berufsbildes, der Funktionen als Unternehmer und Kreditgeber, der Einkommensquellen sowie der spezifischen Risiken des Berufsstandes.
4. Die Laufbahnen und Karrierechancen ausgewählter Söldnerunternehmer: Exemplarische Untersuchung von Biografien bekannter Söldnerführer zur Veranschaulichung der Karriereverläufe, sozialen Mobilität und unternehmerischen Strategien.
6. Schlussbetrachtungen: Synthese der Erkenntnisse zur Heterogenität des Berufsstandes und dessen Ablösung durch die Etablierung stehender Heere in der Ära des Absolutismus.
Schlüsselwörter
Söldnerunternehmer, Landsknechte, Militärwesen, Frühkapitalismus, Söldnermarkt, Kriegsknechte, Bestallung, Söldnerwesen, Militärorganisation, Karrierechancen, Götz von Berlichingen, Georg von Frundsberg, Finanzierung, Kriegsführung, Adelskrise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen und die Praxis der Söldnerunternehmer im Landsknechtwesen des 15. und 16. Jahrhunderts als eine spezielle Form der militärischen Organisation und wirtschaftlichen Tätigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die unternehmerische Doppelrolle als Anführer und Geschäftsmann, die Finanzierungsmodelle von Heerzügen, die Bedeutung von Verträgen sowie die sozialen Aufstiegschancen der Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, anhand von biografischen Beispielen die Laufbahnen, das unternehmerische Handeln und die Risiken dieser Kriegsherren zu überprüfen und die Entwicklung des Söldnerunternehmertums historisch zu kontextualisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung stützt sich primär auf eine Auswertung von Biografien bedeutender Söldnerunternehmer sowie auf eine Auseinandersetzung mit der existierenden Forschungsliteratur, insbesondere der Terminologie von Fritz Redlich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung spezifischer Persönlichkeiten, darunter Götz von Berlichingen, Franz von Sickingen, Wilwolt von Schaumberg, Sebastian Schertlin von Burtenbach, Marx Sittich von Ems und Georg von Frundsberg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Söldnerunternehmer, Landsknechte, Frühkapitalismus, Söldnerwesen, militärische Finanzierung und soziale Mobilität.
Inwiefern spielte der soziale Status für den Erfolg eine Rolle?
Obwohl eine adlige Abstammung den Einstieg begünstigen konnte, zeigen Beispiele wie Schertlin von Burtenbach, dass auch Bürgerlichen ein erheblicher sozialer Aufstieg durch das Söldnergeschäft möglich war.
Warum wird das Söldnerunternehmertum als befristetes Phänomen eingeordnet?
Die Kostenexplosion und die zunehmende Größe der Heere machten das System für Fürsten schwer kontrollierbar, was letztlich zur Ablösung durch staatlich organisierte stehende Heere im Absolutismus führte.
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- Anonym (Author), 2020, Landsknechtische Söldnerunternehmer im 15. und 16. Jahrhundert. Laufbahnen und Karrierechancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254829