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Rationalität von und in Organisationen

Rationalität und Giddens Strukturationstheorie

Title: Rationalität von und in Organisationen

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Frank (Author)

Politics - Miscellaneous
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Der Begriff Rationalität ist entweder in tragender Rolle den meisten Organisationstheorien immanent oder liegt ihnen sogar teilweise zu Grunde. Für die Strukturationstheorie von Anthony Giddens scheint keine dieser beiden Feststellungen zuzutreffen. In seinem Werk „Die Konstitution der Gesellschaft“ bleibt die Suche nach einer umfassenden, verbindlichen Definition des Begriffes, wie er in anderen Theorien, z. B. dem Bürokratiemodell von Max Weber, verwandt wird, erfolglos. Statt dessen findet sich an zentraler Stelle das Konstrukt der „Rationalisierung des Handelns“, dessen unterschiedliche Definitionen jedoch für Verwirrung sorgen. Was hat es also mit der Rationalität in Giddens Strukturationstheorie auf sich? An welcher Stelle in seiner Theorie kann sie herausgefiltert bzw. schwerpunktmäßig verortet werden? Haben Giddens Kritiker recht, wenn sie die Vermutung äußern, dass Giddens durch das sich „nicht festlegen“ versucht, Begriffe zu immunisieren, indem er ihre Bedeutungsinalte für jegliche Denkvarianten der Theorieanwender offen hält?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe

2.1 Rationalität

2.2 Organisation(en)

3. Strukturationstheorie

4. Strukturationstheorie, Verbesserungsvorschlagswesen und Rationalität

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Hausarbeit untersucht den Stellenwert des Begriffs Rationalität innerhalb der Strukturationstheorie von Anthony Giddens. Dabei wird analysiert, wie dieser Begriff, obwohl er von Giddens nicht explizit definiert wird, in das theoretische Gefüge eingebettet ist und welche Rolle er bei der reflexiven Handlungssteuerung und der Organisationstheorie spielt.

  • Analyse des Rationalitätsverständnisses in der Strukturationstheorie
  • Untersuchung der Dualität von Struktur und Handlung
  • Anwendung auf das Konzept des betrieblichen Verbesserungsvorschlagswesens
  • Reflexion über das Stratifikationsmodell des handelnden Selbst

Auszug aus dem Buch

3. Strukturationstheorie

Ein Grundanliegen organisationstheoretischer Ansätze ist die Darstellung des Verhältnisses von Anspruch und Wirklichkeit in der Organisationspraxis und damit einhergehend die Verbesserung derselbigen. Im Laufe der Zeit entstand so ein Theorienpluralismus, in dem sich die Ansätze bis heute teilweise völlig konträr und vermeintlich unvereinbar gegenüberstehen (Kieser, 2002, S. 1 ff.). Objektivistische (Funktionalismus/Strukturalismus) und subjektivistische Ansätze (interpretative Ansätze/Hermeneutik) nehmen zwei dieser gegensätzlichen Positionen ein. Für erstere liegt der Primat der Erklärung organisatorischen Handelns bei der Struktur, letztere sprechen dem Individuum die handlungsgestaltende Kraft zu. Dieses Erklärungsdefizit, diesen Dualismus zwischen Handlung und Struktur in der Sozial- und Organisationstheorie, versucht Anthony Giddens mit seiner Strukturationstheorie zu überwinden (Walgenbach, 2002, S. 356 f.).

Er entwickelte hierzu das Konzept der Dualität von Struktur und Handlung. Dieses behauptet die rekursive Konstitution von Handeln und Struktur. Kurzum, Handeln schafft Struktur, Struktur beschränkt und ermöglicht Handeln (Sydow, 2006, S. 18 f.). Giddens versteht Strukur als „Regeln und Ressourcen, die in rekursive Weise in die Reproduktion sozialer Systeme einbezogen sind. Struktur existiert nur in der Form von Erinnerungsspuren, der organischen Basis der menschlichen Bewußtheit, und als im Handeln exemplifiziert.“ (Giddens, 1997, S. 432). Durch die Bezeichnung als „Erinnerungsspuren“ hält er Struktur zeitlich offen und ermöglicht dadurch ihre Einbindung in einen kontinuierlichem Reproduktions- und Veränderungsprozess, der sich durch bewusstes Handeln von Akteuren vollzieht (Giddens, 1997, S. 69). Den Prozess der Dualität von Struktur und Handlung (siehe Abb. 1) analysiert Giddens anhand der drei Dimensionen der Dualität von Struktur:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, thematisiert das Fehlen einer festen Rationalitätsdefinition bei Giddens und erläutert die methodische Herangehensweise anhand eines Fallbeispiels.

2. Zentrale Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente für Rationalität und Organisation gelegt, wobei insbesondere Konzepte wie die "bounded rationality" und die reflexive Organisation beleuchtet werden.

3. Strukturationstheorie: Dieses Kapitel führt in das Kernkonzept der Dualität von Struktur und Handlung ein und erläutert die Dimensionen Signifikation, Herrschaft und Legitimation.

4. Strukturationstheorie, Verbesserungsvorschlagswesen und Rationalität: Hier wird die Theorie auf die Praxis eines betrieblichen Verbesserungsvorschlagswesens angewandt, um das Zusammenspiel von Akteursebene und Struktur zu verdeutlichen.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Giddens' Theorie zwar keine exakte Rationalitätsdefinition bietet, das Konzept jedoch als essenzielles Bindeglied zwischen Handlung und Struktur fungiert.

Schlüsselwörter

Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Rationalität, Organisation, Dualität von Struktur und Handlung, Handlungssteuerung, Rationalisierung des Handelns, Stratifikationsmodell, Reflexionsmächtigkeit, Verbesserungsvorschlagswesen, Routinen, Soziale Systeme, Begrenzte Rationalität, Handlungskompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Begriffs Rationalität in der soziologischen Strukturationstheorie von Anthony Giddens im Kontext von Organisationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Rationalität, die Anwendung des Strukturationstheoretischen Rahmens auf Organisationen und die Analyse menschlichen Handelns innerhalb bestehender Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Stellenwert und die Verortung von Rationalität in Giddens' Theorie zu bestimmen, obwohl der Autor selbst keine explizite, verbindliche Definition bereitstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Giddenschen Schriften und illustriert die gewonnenen Erkenntnisse durch ein fiktives Anwendungsbeispiel, das betriebliche Verbesserungsvorschlagswesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2 und 3) sowie die Anwendung der Theorie auf ein konkretes organisatorisches Instrumentarium (Kapitel 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Strukturationstheorie, Rationalität, Handlungssteuerung, Dualität von Struktur und Handlung sowie Stratifikationsmodell.

Wie unterscheidet Giddens die Bewusstseinsebenen der Akteure?

Giddens differenziert zwischen dem praktischen Bewusstsein, das sich in Routinen ausdrückt, und dem diskursiven Bewusstsein, das eine sprachliche Begründung des Handelns ermöglicht.

Warum bleibt Giddens in Bezug auf die Rationalität laut Autor unverbindlich?

Der Autor argumentiert, dass eine feste Definition die universelle Anwendbarkeit der Strukturationstheorie einschränken würde, da rationales Handeln oft erst ex post und kontextabhängig bewertbar ist.

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Details

Title
Rationalität von und in Organisationen
Subtitle
Rationalität und Giddens Strukturationstheorie
College
University of Hagen
Grade
1,0
Author
Thomas Frank (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V125598
ISBN (eBook)
9783640312764
ISBN (Book)
9783640316649
Language
German
Tags
Rationalität Giddens Anthony Giddens Strukturationstheorie Organisation Akteur Struktur Organisationstheorie Verbesserungsvorschlag Vorschlagswesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Frank (Author), 2009, Rationalität von und in Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125598
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