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Avishai Margalit: Selbstwertgefühl und Selbstachtung

Titre: Avishai Margalit: Selbstwertgefühl und Selbstachtung

Essai , 2009 , 7 Pages , Note: Keine

Autor:in: Katharina Los (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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In seinem Werk „Politik der Würde“ setzt der Jerusalemer Avishai Margalit neue
Maßstäbe, indem er den Versuch unternimmt, das bisherige Idealbild einer
Gesellschaft zu ersetzen. Schien doch lange Zeit die Gerechtigkeit ein
Paradekriterium für eine vorbildliche Gesellschaft zu sein, so betitelt Margalit nun die
ideale Gesellschaft als anständige, die jeden Menschen ausgehend von politischen,
sozialen und rechtlichen Institutionen menschenwürdig behandelt. Diese Behandlung
gründet vor allen Dingen auf einer Nicht-Verletzung der Selbstachtung und einer
daraus resultierenden Nicht-Demütigung eines jeden Menschen.
Im dritten Kapitel dieser Schrift erläutert der Philosoph das Thema „Ehre“. Nachdem
er in den ersten beiden Kapiteln den Begriff „Selbstachtung“ als Gegenbegriff zur
„Demütigung“ entworfen und folglich eine anständige Gesellschaft als eine
nichtdemütigende charakterisiert hat, macht Margalit sich nun Gedanken darüber, ob
die Selbstachtung das einzig mögliche Charakteristikum einer solchen Gesellschaft
sei oder ob dieser Begriff beispielsweise durch den der Ehre nicht erweitert oder gar
ersetzt werden könne. Doch was versteht man überhaupt unter „Selbstachtung“?
Und was ist der Unterschied zum so genannten „Selbstwertgefühl“, einem Ausdruck,
der zumindest umgangssprachlich oft in ähnlichen Kontexten zu finden ist und
dessen Bedeutungsspektrum fälschlicherweise oft dem der „Selbstachtung“
gleichgesetzt wird?
Eben diese Unterscheidung soll nachfolgend - sowohl in Anlehnung an Margalits
philosophische Erörterung, als auch anhand alltäglicher Beispiele - erläutert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Selbstachtung

3) Selbstwertgefühl

4) Gegenüberstellung

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Avishai Margalits philosophischer Unterscheidung zwischen Selbstachtung und Selbstwertgefühl auseinander und untersucht deren Bedeutung für das Konzept der anständigen Gesellschaft.

  • Differenzierung der Begriffe Selbstachtung und Selbstwertgefühl
  • Analyse der Rolle von Gruppenzugehörigkeit vs. individueller Leistung
  • Die anständige Gesellschaft als nicht-demütigende Institution
  • Wechselwirkungen und kausale Zusammenhänge beider Einschätzungen

Auszug aus dem Buch

2) Selbstachtung

Die Selbstachtung ist für Avishai Margalit ein sehr problematisch einzugrenzender Begriff. Im Bestreben, ein Antonym zur Demütigung und somit eine klare Definition der Trennung einer anständigen von einer nichtanständigen Gesellschaft zu finden, gebraucht er diesen Ausdruck.

Jedem Menschen kommt nach seiner Auffassung aufgrund seines Mensch-Seins Selbstachtung zu, die folglich die Basis zur Gleichbehandlung aller Menschen darstellt. Auch andere Moralphilosophen pflichten ihm in dieser Hinsicht bei.

Primär gründet die Selbstachtung also auf Merkmalen der Zugehörigkeit des Menschen zu einer Gruppe, wie zum Beispiel zur Einheit der Menschen an sich. Nur sekundär spielen erworbene Eigenschaften und Leistungen eine Rolle hinsichtlich der Selbstachtung, wobei auch die Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit mit ihren Vorlieben, Grundsätzen und ihrer Urteilskraft von Margalit als Leistung bezeichnet wird.

Ein guter Mensch ist demnach der Überzeugung, dass alle Menschen aufgrund ihres Mensch-Seins Achtung verdienen. Aufgrund dessen sollen alle Menschen sich gegenseitig anerkennen, auch wenn nur gute Menschen (und gut werden sie durch herausragende Leistungen) in der Lage sind, sich selbst in Anbetracht ihres Mensch Seins zu achten.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in Margalits Werk „Politik der Würde“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Abgrenzung von Selbstachtung und Selbstwertgefühl im Kontext einer anständigen Gesellschaft.

2) Selbstachtung: In diesem Kapitel wird Selbstachtung als fundamentale, auf dem Mensch-Sein basierende Eigenschaft definiert, die als notwendige Basis für die Gleichbehandlung aller Individuen dient.

3) Selbstwertgefühl: Das Selbstwertgefühl wird als graduierbare, stark leistungsabhängige Einschätzung beschrieben, die sich deutlich von der absoluten Selbstachtung abgrenzt.

4) Gegenüberstellung: Dieses Kapitel vergleicht beide Begriffe anhand praktischer Beispiele wie dem „Kriecher“ oder dem „Perfektionisten“ und zeigt auf, dass sie zwar unterschiedlich sind, sich aber kausal bedingen.

5) Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Unterscheidung zwar komplex ist, Margalits Modell einer anständigen, nicht-demütigenden Gesellschaft jedoch einen überzeugenden theoretischen Rahmen bietet.

Schlüsselwörter

Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Avishai Margalit, Demütigung, anständige Gesellschaft, Würde, Menschenwürde, Gruppenzugehörigkeit, Moralphilosophie, Gleichbehandlung, Individuum, Leistung, Ethik, Anerkennung, soziale Schicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Differenzierung zwischen den Begriffen Selbstachtung und Selbstwertgefühl auf Basis der Theorie von Avishai Margalit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition der anständigen Gesellschaft, die Unterscheidung zwischen grundlegender Menschenwürde und leistungsorientiertem Selbstwert sowie die Analyse von Demütigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den begrifflichen Unterschied zwischen Selbstachtung und Selbstwertgefühl präzise herauszuarbeiten und zu prüfen, wie diese Konzepte das gesellschaftliche Zusammenleben beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die theoretische Definitionen mit lebensnahen Beispielen und einer persönlichen Bewertung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die getrennte Betrachtung der beiden Begriffe sowie eine abschließende Gegenüberstellung anhand von konkreten Verhaltensweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Demütigung, Menschenwürde und die „anständige Gesellschaft“.

Warum hält Margalit den Begriff der Selbstachtung für problematisch?

Weil er im Versuch, eine klare Grenze zwischen einer anständigen und einer nichtanständigen Gesellschaft zu ziehen, auf diesen Begriff angewiesen ist, dieser jedoch schwer eindeutig zu fassen bleibt.

Welche Rolle spielen Leistungen für das Selbstwertgefühl im Vergleich zur Selbstachtung?

Während Selbstachtung primär durch das Mensch-Sein und Gruppenzugehörigkeit gegeben ist, basiert das Selbstwertgefühl maßgeblich auf individuellen Leistungen und deren persönlicher sowie gesellschaftlicher Bewertung.

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Résumé des informations

Titre
Avishai Margalit: Selbstwertgefühl und Selbstachtung
Université
University of Constance
Note
Keine
Auteur
Katharina Los (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
7
N° de catalogue
V125614
ISBN (ebook)
9783640312801
ISBN (Livre)
9783656722458
Langue
allemand
mots-clé
Avishai Margalit Selbstwertgefühl Selbstachtung Keine
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Los (Auteur), 2009, Avishai Margalit: Selbstwertgefühl und Selbstachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125614
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Extrait de  7  pages
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