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Von der enkyklios paideia zur Enzyklopädie

Die Entwicklung der humanistischen Bildung im Römischen Reich durch "imitatio graeca"

Title: Von der enkyklios paideia zur Enzyklopädie

Term Paper , 2007 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Ziese (Author)

World History - Early and Ancient History
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Romania – der Begriff verbindet all die Gebiete, deren Sprachen im Romanischen wurzeln. Aber er bezeichnet auch einen Kulturraum – wenngleich auch keinen homogenen – doch aber einen mit vielen Ähnlichkeiten. Es genügt sich beispielsweise das Wort „Musik“ in den verschiedenen Sprachen anzusehen: Musica (lat.), musica (ital.), música (span.), música (port.), musique (frz.), muzică (rum.). Die Verwandtschaft ist unleugbar. Jedoch wer denkt an dieser Stelle weiter zurück als bis zum lateinischen „musica“? Denn es waren nicht die Römer, die das Wort für die Tonkunst erfanden. Die Wurzeln des Ausdrucks reichen weiter zurück bin in das antike Griechenland, wo das Musizieren neben melos und logos auch musiké hieß.
Derlei Beispiele fänden sich zahlreiche. Anlass genug für diese Arbeit, den Einfluss des antiken Griechenlands auf das Römische Reich und somit auf die Kulturen der Romania zu betrachten. Da in einem solchen Rahmen unmöglich alle Aspekte der imitatio graeca berücksichtigt werden können, wird hier der Bereich Erziehung und Bildung fokussiert. Zahlreiche Teilaspekte wie beispielsweise Philosophie, Literatur und Sprache werden sich aber auch innerhalb dieses Fokus’ wieder finden.
Die nachfolgenden Betrachtungen sollen einen Eindruck davon vermitteln, in wie weit das griechische Erziehungs- und Bildungsideal von den Römern adaptiert bzw. modifiziert und somit Grundlage für die heutigen Bildungssysteme der Romania wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangspunkt der Überlegungen

2. Wie das eine zum anderen kam…

3. …und was es bewirkte

3.1. Paideia – Formung eines vollkommenen Menschen

3.2. Platon

3.3. Aristoteles

4. Von den Feinden lernen – wie paideia zu humanitas wurde

4.1. Die septem artes liberales

5. Das kulturelle Erbe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den kulturellen Einfluss des antiken Griechenlands auf das Römische Reich mit dem Fokus auf die Entwicklung des Erziehungs- und Bildungsideals. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das griechische Konzept der paideia durch die Römer adaptiert und modifiziert wurde, um schließlich als Grundlage für heutige westliche Bildungssysteme zu dienen.

  • Historische Entwicklung der imitatio graeca im Römischen Reich
  • Griechische Bildungsideale bei Platon und Aristoteles
  • Transformation des paideia-Begriffs in die römische humanitas
  • Struktur und Bedeutung der septem artes liberales
  • Der langfristige kulturelle Beitrag Griechenlands zum europäischen Erbe

Auszug aus dem Buch

3.1. Paideia – Formung eines vollkommenen Menschen

Entscheidend für die griechische Bildung ist das Konzept von der paideía (παιδεία), der (Kindes-)Erziehung (abgeleitet von παιδί = Kind). Dieser Begriff, der erstmals im 5. vorchristlichen Jahrhundert bei Aischylos auftaucht, bezeichnet die „zugleich intellektuelle und ethische Erziehung und Bildung als Vorgang […], andererseits die Bildung als Besitz und Ergebnis des Erziehungsprozesses […].“ Platon beschreibt sie in seinen Gesetzen als „jene von Kind auf genossene Erziehung, die den Trieb und die Liebe dazu weckt, ein Bürger im vollsten Sinne des Wortes zu werden, der gelernt hat mit Gerechtigkeit zu herrschen und sich beherrschen zu lassen.“ Es geht also darum, den Menschen unbewusst zu sozialisieren, ihn auf das Leben in der Gemeinschaft der Polis vorzubereiten, ihn aber auch intellektuell und körperlich zu schulen. Gymnastik und Musik sind die ersten Disziplinen des Kindes. Durch das praktische Nachahmen guter Vorbilder soll der junge Mensch mit seiner vorhandenen Begabungen (physis, φύσις) das Gutsein, also ethische Werte vermittelt bekommen. Ziel der Erziehung ist die „äußere und innerliche Vortrefflichkeit“ (kalokagathía, καλοκγαθος), wie sie dem altadeligen Ideal entsprach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ausgangspunkt der Überlegungen: Einführung in den Begriff der Romania und Darstellung des Anlasses, den Einfluss der griechischen Erziehungsideale auf römische Bildungsstrukturen zu untersuchen.

2. Wie das eine zum anderen kam…: Historische Analyse des Kontakts zwischen Griechen und Römern durch Eroberungen und die daraus resultierende kulturelle Übernahme griechischer Einflüsse.

3. …und was es bewirkte: Theoretische Auseinandersetzung mit dem griechischen Bildungsideal und den spezifischen pädagogischen Ansätzen von Platon und Aristoteles.

3.1. Paideia – Formung eines vollkommenen Menschen: Erläuterung des Begriffs der paideia als ganzheitliches Erziehungskonzept zur Heranbildung des idealen Bürgers in der Polis.

3.2. Platon: Darstellung von Platons staatstheoretischem Modell und seiner streng reglementierten Vorstellung von Erziehung und Charakterbildung.

3.3. Aristoteles: Analyse der aristotelischen Erziehungsideale, die den Fokus stärker auf das individuelle Handeln und die musische Ausbildung legen.

4. Von den Feinden lernen – wie paideia zu humanitas wurde: Beschreibung der Entwicklung des römischen Schulsystems aus dem griechischen Vorbild und die Entstehung des Humanitas-Ideals.

4.1. Die septem artes liberales: Detaillierte Untersuchung der sieben freien Künste (Trivium und Quadrivium) als zentraler Bildungskanon der Antike.

5. Das kulturelle Erbe: Fazit zur Bedeutung der griechischen Bildung als kulturelles Fundament für das abendländische Europa und moderne Enzyklopädien.

Schlüsselwörter

Paideia, Humanitas, Septem artes liberales, Antike, Griechenland, Römisches Reich, Erziehungsideal, Bildungssystem, Platon, Aristoteles, Trivium, Quadrivium, Imitatio graeca, Kulturerbe, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Übertragung und Anpassung griechischer Bildungsideale in das Römische Reich und deren nachhaltige Wirkung auf die westliche Kulturgeschichte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der paideia-Begriff, die philosophischen Erziehungskonzepte Platons und Aristoteles', das römische Schulwesen sowie die Struktur der sieben freien Künste.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das griechische Erziehungsideal die Grundlage für das römische Bildungssystem bildete und somit zum europäischen kulturellen Erbe wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturwissenschaftliche Analyse, die primäre und sekundäre Quellen nutzt, um das Modell der Adaption griechischer Bildungskultur durch Rom zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der griechischen Ideale, die Ausarbeitung der spezifischen Ansätze von Platon und Aristoteles sowie die Analyse der institutionellen Umsetzung im Rom der Kaiserzeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind paideia, humanitas, septem artes liberales, imitatio graeca, Bildungsideal und das kulturelle Erbe der Antike.

Inwiefern unterschied sich die römische Bildung von der griechischen?

Während die Griechen Bildung institutionalisierten und als politisches Instrument zur Identitätsbildung nutzten, war das römische Bildungssystem anfangs stärker auf die Familie und praktische, tugendhafte Lebensführung ausgerichtet.

Welche Bedeutung hatten die septem artes liberales für das mittelalterliche Bildungswesen?

Sie bildeten den Bildungskanon, der die sprachliche und mathematische Ausbildung festlegte und über das Mittelalter hinaus die Struktur akademischer Bildung nachhaltig prägte.

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Details

Title
Von der enkyklios paideia zur Enzyklopädie
Subtitle
Die Entwicklung der humanistischen Bildung im Römischen Reich durch "imitatio graeca"
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Susanne Ziese (Author)
Publication Year
2007
Pages
11
Catalog Number
V125635
ISBN (eBook)
9783640311460
ISBN (Book)
9783640310357
Language
German
Tags
Enzyklopädie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Ziese (Author), 2007, Von der enkyklios paideia zur Enzyklopädie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125635
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