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Wertneutralität - Charles Taylor als Wegöffner der phronetischen Sozialwissenschaft?

Title: Wertneutralität - Charles Taylor als Wegöffner der phronetischen Sozialwissenschaft?

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Oeljeklaus (Author)

Politics - Methods, Research
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Summary Excerpt Details

Nun ist Taylor ein Wissenschaftler der sich vornämlich mit der Entwicklung der modernen Gesellschaft beschäftigt, dennoch hat er auch interessante und geistreiche Arbeiten zum Thema Wissenschaftserkenntnis verfasst. In dieser Arbeit soll es in erster Linie um Taylors Ansichten in Bezug der Wertneutralität in den Sozialwissenschaften, und im Speziellen der Politikwissenschaft, gehen. Es wird seine These, dass Wertneutralität in der Politikwissenschaft unmöglich ist, kritisch anhand seiner eigenen Argumentationen behandelt. Dabei grenzt Taylor die Sozialwissenschaften von den naturwissenschaftlichen Methoden ab. In neueren Diskussionen tritt Bent Flybjerg auf die Bühne. Seine phronetische Sozialwissenschaft knüpft meiner Meinung nach (möglicherweise) in Kernaussagen an Taylors Thesen an. Nun wäre eine intensive Analyse dieser (möglichen) Verbindung im Umfang dieser Arbeit zu groß, dennoch soll hier der erste Schritt unternommen werden. In Part Zwei dieser Arbeit beschäftige ich mich mit Taylors Arbeiten zur Wertneutralität. Im dritten Part werde ich auf die phronetische Sozialwissenschaft Bent Flyvbjergs eingehen und anschließend versuchen die Verbindungen darzulegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Part Eins

Charles Margrave Taylor

Einleitung

Part Zwei

Hermeneutik

Wertfreiheit

Wissenschaft und Philosophie

Nicht vorhandene Alternativen

Von Naturalisten und Nicht-Naturalisten

Part Drei

Phronesis

Phronetic Social Science

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Postulat der Wertneutralität in den Sozialwissenschaften, wobei ein besonderer Fokus auf den Positionen des Philosophen Charles Taylor liegt. Ziel ist es, die Unmöglichkeit einer wertneutralen Politikwissenschaft aufzuzeigen und dabei Verbindungslinien zur phronetischen Sozialwissenschaft nach Bent Flyvbjerg zu ziehen.

  • Kritische Analyse der Wertneutralität in der Sozialwissenschaft
  • Hermeneutische Grundlagen und ihre Konsequenzen für die Wissenschaftstheorie
  • Die Rolle von Macht, Werten und Interessen in politischen Erklärungsmodellen
  • Vergleichende Perspektive zwischen Taylors Philosophie und Flyvbjergs Phronesis-Konzept

Auszug aus dem Buch

Von Naturalisten und Nicht-Naturalisten

Nun steht die Philosophie der Wertneutralität entgegen Taylors Thesen. Ich stelle zwei Punkte über den Gebrauch von ,gut’, die übergangen oder negiert werden aus der Nicht-naturalistischen Perspektive dar: 1. Es gibt immer einen Grund etwas zu empfehlen; 2. Etwas das Bedürfnisse erfüllt ist auf den ersten Blick immer ,gut’. Nicht-Naturalisten gehen von Deduktion aus. Der Normal-Mensch würde dann wie folgt vorgehen: X macht glücklich, also ist X gut. Es liegt hier die Prämisse ,was glücklich macht ist gut“ zugrunde. Nun ist allerdings zu beachten, dass diese Prämisse schon wertend ist. Damit sind die beiden Punkte der Nicht-Naturalisten widerlegt. Ein Grund ist immer ein Grund für jemanden und hat diesen Status auf Grund der Werte dieser Jemand akzeptiert. Wir müssen uns letztendlich entscheiden, welches unsere Werte sind, unabhängig von den Gründen. Aber kann ,gut’ genutzt werden, wenn es keine Gründe gibt? Taylor benutzt an dieser Stelle der Argumentation das Beispiel der Rassenmischung. Es geht um Person A und B, die beide Rassenmischung schlecht finden. Person A sagt es mache die Leute unglücklich, Person B sagt einfach es ist schlecht, er brauche keine Gründe. Urteilt B oder gibt er sich nur einem Gefühl hin? Ist er einfach nur über Rassenmischung verängstigt? Zur Beantwortung eignet sich die nicht-naturalistische Ansicht nicht. Sie geben kein Kriterium, außer was Person A bzw. B aussagen will. Allerdings ist eine Begründung nötig, warum etwas gut oder schlecht ist, ansonsten macht eine Aussage, dass etwas gut oder schlecht sei keinen Sinn. Nun ist die Frage nach der Begründung ein Knackpunkt, denn die Begründung stellt Fragen nach dem Warum dar, ohne dessen es keine analytische Wissenschaft geben kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Charles Margrave Taylor: Dieses Kapitel bietet einen biografischen Abriss über den Werdegang und die akademischen Schwerpunkte des kanadischen Philosophen Charles Taylor.

Einleitung: Die Einleitung skizziert die Forschungsfrage nach der Unmöglichkeit der Wertneutralität in den Sozialwissenschaften und führt in die Thematik der phronetischen Sozialwissenschaft ein.

Hermeneutik: Hier werden die Grundlagen der Hermeneutik erläutert, insbesondere die Notwendigkeit der Interpretation zur Sinnstiftung und die Rolle des Subjekts bei der Bedeutungskonstitution.

Wertfreiheit: Das Kapitel befasst sich mit der Problematik, dass wissenschaftliche Wertfreiheit im Sinne einer absoluten Objektivität aufgrund des hermeneutischen Zirkels schwer aufrechtzuerhalten ist.

Wissenschaft und Philosophie: Es wird die enge Verflechtung von politischer Theorie und Fakten analysiert, wobei anhand von Beispielen gezeigt wird, warum eine rein beobachtende Wissenschaft an ihre Grenzen stößt.

Nicht vorhandene Alternativen: Dieses Kapitel untersucht, wie theoretische Erklärungsrahmen bestimmte Wertungen implizieren und die Wahlmöglichkeiten innerhalb eines Systems einschränken.

Von Naturalisten und Nicht-Naturalisten: Hier wird die Kontroverse zwischen naturalistischer Faktenorientierung und wertgebundener Argumentation diskutiert, wobei Taylor als Kritiker einer rein naturalistischen Sichtweise positioniert wird.

Phronesis: Einführung in den aristotelischen Begriff der Phronesis als „praktische Weisheit“ und dessen Bedeutung für den Wissenserwerb durch Erfahrung.

Phronetic Social Science: Erläuterung der phronetischen Sozialwissenschaft nach Bent Flyvbjerg, die Wertfragen und Machtverhältnisse explizit in die Forschung integriert.

Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Argumentation, die die Notwendigkeit betont, den hermeneutischen Charakter und die Wertgebundenheit in der Forschung anzuerkennen.

Schlüsselwörter

Wertneutralität, Charles Taylor, Phronesis, Bent Flyvbjerg, Hermeneutik, Sozialwissenschaft, Politische Philosophie, Wissenschaftstheorie, Praktische Weisheit, Werturteile, Forschungspraxis, Machtverhältnisse, Epistemologie, Subjektivität, Interpretationslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Frage, ob und inwieweit Sozialwissenschaften wertneutral operieren können, und untersucht dies kritisch am Beispiel der philosophischen Ansätze von Charles Taylor.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Hermeneutik, die erkenntnistheoretische Kritik an der Wertfreiheit, die Bedeutung von Macht in der Politikwissenschaft sowie das Konzept der phronetischen Sozialwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ein Postulat der absoluten Wertneutralität in den Sozialwissenschaften unhaltbar ist und dass die Einbeziehung von Werten und menschlicher Praxis für das Verständnis sozialer Phänomene unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einem geisteswissenschaftlich-analytischen Ansatz, der auf der hermeneutischen Auslegung und philosophischen Reflexion der Werke von Taylor und Flyvbjerg basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Untersuchung der Hermeneutik und Wertfreiheit, eine kritische Auseinandersetzung mit der Wissenschaftstheorie und eine Anwendung des Phronesis-Konzepts auf die moderne Sozialforschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Wertneutralität, Phronesis, Hermeneutik, Sozialwissenschaft, Macht und praktische Weisheit.

In welchem Verhältnis stehen Taylor und Flyvbjerg zueinander?

Taylor und Flyvbjerg eint die Ablehnung eines rein naturwissenschaftlichen Modells für die Sozialwissenschaften; Flyvbjerg knüpft an Taylors Überlegungen zur Praxisrelevanz und Bedeutung von Werten an, um eine eigene „phronetische“ Forschungsrichtung zu etablieren.

Wie unterscheidet sich die phronetische Sozialwissenschaft von klassischen Ansätzen?

Im Gegensatz zu Ansätzen, die nach allgemeingültigen, wertfreien Gesetzen suchen, stellt die phronetische Forschung gezielt Fragen nach Macht, Werten, den Zielen der Entwicklung und den handelnden Akteuren im spezifischen Kontext.

Warum hält der Autor die „Daten-Bruta“-Identifikation für problematisch?

Der Autor argumentiert mit Taylor, dass eine reine Konzentration auf isolierte Daten oder Fakten intersubjektive Bedeutungen und den sozialen Kontext vernachlässigt, wodurch das eigentliche Verständnis für soziales Handeln verloren geht.

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Details

Title
Wertneutralität - Charles Taylor als Wegöffner der phronetischen Sozialwissenschaft?
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Masterkurs: Einführung in die Wissenschaftstheorie
Grade
2,0
Author
Thomas Oeljeklaus (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V125640
ISBN (eBook)
9783640311514
ISBN (Book)
9783640310401
Language
German
Tags
Taylor Flyvbjerg Wissenschaftstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Oeljeklaus (Author), 2008, Wertneutralität - Charles Taylor als Wegöffner der phronetischen Sozialwissenschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125640
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