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Neue Kommunikationsmöglichkeiten im Web 2.0

Eine soziokulturelle Untersuchung zur Selbstdarstellung von Nutzern der Social Software studivz

Title: Neue Kommunikationsmöglichkeiten im Web 2.0

Thesis (M.A.) , 2008 , 127 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silke Mohr (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Das Internet, vor gut zehn Jahren ein neues und dabei zunächst unterschätztes Medium, hat sich mittlerweile so weit etabliert, dass es den Status des Besonderen verloren hat und selbstverständlich in den Alltag vieler Menschen integriert ist. Der tägliche Umgang mit dem WorldWideWeb und die dabei gewonnen Erfahrungen haben zu Kulturtechniken geführt, die im Rahmen der neuen Technologie und deren Möglichkeiten neu entstanden sind oder in diesen Rahmen übertragen wurden. Die unter dem Begriff Web 2.0 einhergehende und zunehmende Wandlung des Internetnutzers zum Internetmacher hat in den letzten drei Jahren eine gewaltige Bandbreite von Online-Portalen und Kommunikationsplattformen mit entsprechenden Zugriffszahlen und damit verbundenem ökonomischen Wert hervorgebracht.

Die hier marktbeherrschenden Portale wie YouTube, MySpace oder die Plattform studiVZ verzeichnen explodierende Teilnehmerzahlen und werden auch als Quelle von kreativen Ideen seitens der Film-, TV- und Musikbranche genutzt. Die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (= AGOF) liefert mit den ‚internet facts 2007-III’ aktuelles Zahlenmaterial über die deutsche Online-Szene. Hier stieg das studiVZ von null auf Platz 22 des Rankings mit 3,45 Millionen Nutzern ein. Das bedeutet, dass 8,6 Prozent der deutschen Internetnutzer im dritten Quartal 2007 die Website besuchten.

Die Nutzer des Web 2.0 können nicht nur Inhalte anschauen und lesen, sondern Eigenes erschaffen, sich austauschen, Querverweise zu anderen Inhalten herstellen oder Vorhandenes erweitern und korrigieren. Die Nutzer selbst gestalten den virtuellen Raum des Internets. Um in dieser global vernetzten virtuellen Welt aufzufallen, stellt es für den einzelnen Nutzer eine große Herausforderung dar, sich in seiner ganzen Person beachtenswert darzustellen. Welches Selbst wird dabei entworfen? Ist es ein erweitertes Selbst oder wird es als losgelöst von der eigenen Persönlichkeit betrachtet?

Bei der Mitgliedschaft in der internetbasierten Social Software studiVZ ist die Selbstpräsentation ganz ausdrücklich im Spiel. Anonymität ist nicht erwünscht, sondern steht viel mehr im Gegensatz zum Sinn und Zweck einer Mitgliedschaft: Dem Aufbau und Erhalt eines sozialen Netzwerkes, dass über das WWW hinaus greifen und Freundschaften bewahren soll. Die Selbstdarstellung ist dabei ein Thema, das keineswegs nur psychologisch interessant und erforschenswert ist, sondern auch ethnologisch, wie diese Arbeit zeigen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Abgrenzung des Themas als Problemstellung

1.2 Die Thematik und der Aufbau der Arbeit

2. Die Europäische Ethnologie und das Internet

2.1 Zur Methodik

2.2 Online-Forschung – ein Exkurs

3. Das Web 2.0

3.1 Social Software

3.1.1 Erscheinungsformen der Social Software

3.2 Social Networks

3.2.1 Soziale Netzwerke - eine kulturwissenschaftliche Annährung

3.2.2 Social Networks im Internet

3.2.3 Die Anziehungskraft der Social Networks

3.2.4 Faszination Social Networks – Gründe für die Popularität

3.2.5 Die Kehrseite – Sendungsbewusstsein kontra Datenschutz

3.3 Die Nutzung der Social-Software-Systeme durch die deutsche Bevölkerung

4. Das studiVZ - Ein Social Network

4.1 Statistische Angaben

4.2 Funktionen

5. Freundschaft

5.1 Die Freundschaft außerhalb des WorldWideWeb’s

5.2 Die Freundschaft in Social Networks

6. Neue Formen der Kommunikation

6.1 Merkmale klassischer Kommunikation

6.2 Die technisch vermittelte Kommunikation

7. Identität und Selbstdarstellung

7.1 Die Identität und das Selbst

7.2 Die Identifikationsräume der Identität

7.3 Die Präsentation der Identität – Zur Selbstdarstellung

7.4 Die Öffentlichkeit des WorldWideWeb’s

7.5 Identitäten im Internet

7.6 Strategien und Taktiken

7.7 Resümee

8. Die Fragebogenauswertung

8.1 Die Mitglieder – statistische Daten

8.1.1 Das Geschlecht

8.1.2 Die Alterstruktur

8.1.3 Statistisches Resümee

8.2 Die Besuchszeiten

8.2.1 Häufigkeit der Logins

8.2.2 Zur Verweildauer

8.2.3 Resümee zu den Besuchszeiten

8.3 Motivation

8.3.1 Resümee

8.4 Das Profil

8.4.1 Wahrheitsgetreu oder ‚beschönigt’?

8.4.2 Berufe

8.4.3 Resümee

8.5 Die Freundschaften

8.5.1 Resümee

8.6 Die Gruppen

8.6.1 Mitgliedschaften

8.6.2 Zur Kommunikation in den Foren

8.6.3 Resümee

8.7 Der Nachrichtendienst und die Pinnwand

8.7.1 Resümee

8.8 Die Fotoalben

8.8.1 Die Anzahl der Fotoalben

8.8.2 Der Inhalt der Fotoalben

8.8.3 Resümee zu den Fotoalben

8.9 Die Gruschelfunktion

8.9.1 Resümee

8.10 Eine Typologie der studiVZ Nutzer

8.11 Der Datenschutz

8.11.1 Resümee

8.11.2 Karrierekiller studiVZ?

8.12 Ergebnis der Fragebogenuntersuchung

9. Das Web 3.0 - Die Fortführung einer Idee

10. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit führt eine soziokulturelle Untersuchung zur Selbstdarstellung der Nutzer der Social Software studiVZ durch. Das Hauptziel ist die Analyse des Nutzungsverhaltens, der Identitätsbildung und der sozialen Vernetzung der Mitglieder innerhalb dieser internetbasierten Plattform.

  • Soziokulturelle Einordnung von Social Networks
  • Methoden der ethnologischen Online-Forschung
  • Analyse der Selbstdarstellungstechniken im Web 2.0
  • Auswertung einer empirischen Fragebogenuntersuchung zu studiVZ-Nutzern
  • Untersuchung von Identitätskonzepten und Datenschutz im virtuellen Raum

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Soziale Netzwerke - eine kulturwissenschaftliche Annährung

Unter einem sozialen Netzwerk wird in der Kulturwissenschaft eine eigenständige Form der Koordination von Interaktionen verstanden, deren Kern die Kooperation autonomer, aber wechselseitig voneinander abhängiger (interdependenter) Personen ist. Soziale Netzwerke bestehen aus lockeren und oft unüberschaubaren Beziehungsgeflechten, die als schwach eingestuft werden können, aber das eigene soziale Geschehen beeinflussen.

Die Zugehörigen eines Netzwerkes, können auf diese Weise ihre partikularen Ziele besser realisieren und leichter Informationen erhalten. Der Zeithorizont eines Netzwerkes ist eher mittelfristig, das heißt für einen überschaubaren Zeitraum muss es stabil sein und verlässlich funktionieren. Die Möglichkeit auszusteigen und die Kooperation zu beenden, ist im Prinzip immer gegeben. Die Kooperationsbeziehung ist reziprok, womit die Partner jeweils voneinander profitieren, allerdings sind sie nur locker miteinander verbunden und weisen in der Regel kein Wir-Gefühl auf. Wichtig ist in erster Linie die Zuversicht, dass die Kooperation sich auszahlt.

In der Kulturwissenschaft besteht die Fokussierung auf gesellschaftliche Prozesse, die sich durch soziales Handeln beziehungsweise soziale Kommunikation etablieren, sowie auf gesellschaftliche Strukturen, deren Entstehung und deren Entwicklung auf die Wechselwirkung von Handlungen beziehungsweise Kommunikationen bezogen werden kann. Die sozialen Netzwerke machen den Grad der sozialen Verankerung einzelner Personen sichtbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Etablierung des Internets im Alltag und die Problemstellung der Selbstdarstellung innerhalb des studiVZ.

2. Die Europäische Ethnologie und das Internet: Verortung der Thematik im ethnologischen Fachbereich sowie Erläuterung der angewandten Online-Forschungsmethodik.

3. Das Web 2.0: Definition des Web 2.0 als Mitmach-Internet sowie Vorstellung gängiger Social-Software-Formen und Social Networks.

4. Das studiVZ - Ein Social Network: Detaillierte Vorstellung des studiVZ als bedeutendstes deutsches Studentennetzwerk inklusive Hintergrund und Zielsetzung der Betreiber.

5. Freundschaft: Analyse des Konzepts der Freundschaft im realen Leben im Vergleich zu sozialen Netzwerken.

6. Neue Formen der Kommunikation: Untersuchung der Veränderungen des menschlichen Kommunikationsverhaltens durch technisch vermittelte Medien.

7. Identität und Selbstdarstellung: Theoretische Auseinandersetzung mit Identitätsräumen und Strategien der bewussten Selbstdarstellung im Internet.

8. Die Fragebogenauswertung: Präsentation und Analyse der Ergebnisse der empirischen Studie zu Nutzerdaten, Besuchszeiten, Motivation und Verhalten der studiVZ-Mitglieder.

9. Das Web 3.0 - Die Fortführung einer Idee: Ein Ausblick auf die weitere technologische Entwicklung hin zum mobilen Internet.

10. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse über den Einfluss von Social Software auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und Identitätskonstruktion.

Schlüsselwörter

studiVZ, Web 2.0, Soziale Netzwerke, Europäische Ethnologie, Selbstdarstellung, Identität, Online-Forschung, Kommunikation, Profil, Virtuelle Welt, Datenschutz, Community, Gruppen, Freundschaft, Nutzerverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht soziokulturelle Aspekte der Selbstdarstellung von Nutzern der Social Software studiVZ und wie sich diese innerhalb eines internetbasierten Netzwerks artikulieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die ethnologische Perspektive auf digitale Gemeinschaften, Identitätskonstruktion im Internet, Strategien der Selbstdarstellung sowie die Auswirkungen auf Kommunikation und Freundschaftsverständnisse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erforschung des Nutzungsverhaltens und der Profilpräsentation im studiVZ, um zu verstehen, wie Nutzer in einem virtuellen Raum Identität und soziale Beziehungen konstruieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin kombiniert die klassische teilnehmende Beobachtung (in einer für das Internet modifizierten Form) mit einer quantitativen Online-Fragebogenuntersuchung unter 88 Nutzern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung durch das Web 2.0 und ethnologische Konzepte über die detaillierte Vorstellung der Plattform studiVZ bis hin zur tiefgehenden Analyse der Fragebogenauswertung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Begriffe wie Web 2.0, Social Networks, Identitätsräume, Selbstdarstellungstechniken, digitale Freundschaft und Internet-Community sind zentral für das Verständnis der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Online-Kommunikation von der Kommunikation "von Angesicht zu Angesicht"?

Die technisch vermittelte Kommunikation ist laut Autorin auf textuelle und bildhafte Darstellung reduziert, was den Wegfall nonverbaler Signale bedeutet, jedoch neue Formen der Identitäts- und Selbstdarstellung ermöglicht.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Datenschutzes im studiVZ?

Die Autorin stellt fest, dass das Bewusstsein der Nutzer für Risiken oft gering ist, während das studiVZ zugleich Daten für zielgerichtete Werbung nutzt und sich in einem Spannungsfeld zwischen Nutzersicherheit und Kooperation mit Ermittlungsbehörden befindet.

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Details

Title
Neue Kommunikationsmöglichkeiten im Web 2.0
Subtitle
Eine soziokulturelle Untersuchung zur Selbstdarstellung von Nutzern der Social Software studivz
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Silke Mohr (Author)
Publication Year
2008
Pages
127
Catalog Number
V125669
ISBN (eBook)
9783640312870
ISBN (Book)
9783640316731
Language
German
Tags
Web 2.0 studiVZ Social Software Selbstdarstellung Kommunikation Social Media Kommunikationsmedium Internet Internetauftritt Profil neue Medien Identität Freundschaft Netzwerk Europäische Ethnologie Online Forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Mohr (Author), 2008, Neue Kommunikationsmöglichkeiten im Web 2.0, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125669
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