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Phänomenales Bewusstsein

Oder: Die Qual der Qualia

Title: Phänomenales Bewusstsein

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kathleen Grünert (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Seit Beginn der ersten Theorien zur Philosophie des Geistes behandelt die Diskussion immer wieder die gleiche Frage: Wie stellt sich das Verhältnis von Körper und Geist dar? Aktuell wird dabei versucht – ganz im Sinne des Physikalismus – dem Geist eine Basis auf physikalischen Tatsachen nachzuweisen. Die verschiedenen Theorien des Semantischen Physikalismus, der Identitätstheorie, des Monismus, Materalismus, Funktionalismus und Repräsentationalismus gelangen dabei durch zwar unterschiedliche Beweiswege und Akzentuierungen dennoch zu dem gleichen Ergebnis, dass es keine nicht-physikalischen Tatsachen geben kann. Im Bereich der Theorien des phänomenalen Bewusstseins jedoch wird genau dieser Beweis der Existenz nicht-physikalischer Tatsachen angestrebt, was sowohl den Widerstreit mit dem Physikalismus als auch die wichtige Bedeutung dieser Debatte erklärt.
Mit der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick zum Bereich des phänomenalen Bewusstseins gegeben werden. Dazu werden zunächst die Begriffe des phänomenalen Bewusstseins sowie anschließend der Qualia zu klären sein. Dem folgen Betrachtungen zu einzelnen Gedankenexperimenten, die eine Existenz nicht-physikalischer Tatsachen diskutieren und dem Physikalismus entgegenstehen. Im Besonderen wird hier auf Thomas Nagels Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?, Frank Jackson und seine Wissenschaftlerin Mary sowie Joseph Levines Theorie zur Erklärungslücke einzugehen sein. Daraus ergibt sich dann die Notwendigkeit der Tatsachenbegriffsklärung, während dieser die Gegenargumente des Physikalismus einfließen. In einer abschließenden Zusammenfassung werden noch einmal alle gewonnenen relevanten Erkenntnisse zur Debatte um das phänomenale Bewusstsein zusammengetragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff des phänomenalen Bewusstseins

3. Das Problem der Qualia

4. Gedankenexperimente

4.1 Thomas Nagel und die Fledermaus

4.2 Frank Jackson und Mary

4.3 Joseph Levine und die Erklärungslücke

5. Das Problem des Tatsachenbegriffs. Der Physikalismus auf dem Prüfstand

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Körper und Geist vor dem Hintergrund der Debatte über das phänomenale Bewusstsein. Das zentrale Ziel ist es, die Herausforderungen zu analysieren, die sich für den Physikalismus durch die Annahme nicht-physikalischer Tatsachen und subjektiver Erlebnisqualitäten (Qualia) ergeben.

  • Begriffsbestimmung des phänomenalen Bewusstseins
  • Die philosophische Problematik von Qualia
  • Analyse zentraler Gedankenexperimente (Nagel, Jackson, Levine)
  • Kritische Reflexion des physikalistischen Tatsachenbegriffs
  • Diskussion über die Vollständigkeit physikalistischer Erklärungsmodelle

Auszug aus dem Buch

4.1 Thomas Nagel und die Fledermaus

In seinem Aufsatz Wie ist es, eine Fledermaus zu sein? (Erstveröffentlichung: What is it like to be a bat?) führt Thomas Nagel durch seine Untersuchungen aus, „dass keine derzeit verfügbare Form der Reduktion auf sie [die Eigenschaft des Bewusstseins] anwendbar ist.“15 Damit grenzt er seine Überlegungen deutlich vom Physikalismus ab.

Zunächst stellt er einige Vorüberlegungen an. Er geht grundsätzlich davon aus, dass ein Organismus nur dann mentale Zustände hat, wenn es „irgendwie ist, dieser Organismus zu sein“16. Es gibt also einen subjektiven Charakter von Erfahrung. Dabei bezweifelt er eine vollständige Analyse durch den Physikalismus und benennt das vorliegende Problem: Ist keine Vorstellung von dem vorhanden, was der subjektive Charakter von Erfahrung meint, so kann keine passende physikalistische Theorie entworfen werden. Grundsätzlich bestreitet er dabei den Physikalismus nicht, sondern stellt infrage wie phänomenale Eigenschaften mit dem derzeitigen physikalischen - also abstrahierenden - Vokabular erklärt werden sollen, wenn sie doch einen subjektiven Charakter aufweisen. Zur Anschauung des Problems bedient er sich der Fledermaus. Seiner Argumentation geht die Grundannahme Fledermäuse haben Erlebnisse voraus. Zu fragen ist nun nach der Möglichkeit einer Methode, die das Innenleben der Fledermaus für den Menschen erfahrbar macht. Diese bezweifelt er jedoch, da die Vorstellung des Wesens Mensch immer nur soweit geht, wie es für ihn als Mensch wäre dieses Tier zu sein und nicht wie es als Fledermaus wäre eine Fledermaus zu sein. Die Begründung liegt dabei laut Nagel in der Beschränkung auf das eigene Bewusstsein, die lediglich einen schematischen Begriff zu erzeugen vermag aber nicht die Erlebnisse eine Fledermaus zu sein regenerieren kann.17

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte zwischen Physikalismus und phänomenalem Bewusstsein ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Zum Begriff des phänomenalen Bewusstseins: Es werden verschiedene Auslegungen des Bewusstseinsbegriffs gegenübergestellt, wobei der Fokus auf dem subjektiven Erleben liegt.

3. Das Problem der Qualia: Dieses Kapitel erörtert die Rolle und die problematischen Eigenschaften von Qualia als Argument gegen materialistische Reduktionsansätze.

4. Gedankenexperimente: Hier werden bekannte Argumente wie die Fledermaus-Analogie von Nagel, Marys Zimmer von Jackson und die Erklärungslücke von Levine analysiert.

5. Das Problem des Tatsachenbegriffs. Der Physikalismus auf dem Prüfstand: Das Kapitel untersucht die physikalistische Gegenkritik, die insbesondere den Tatsachenbegriff Jacksons hinterfragt.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass das Körper-Geist-Problem ungelöst bleibt, da keine Theorie eine vollständig kohärente Erklärung liefern kann.

Schlüsselwörter

Phänomenales Bewusstsein, Qualia, Physikalismus, Philosophie des Geistes, Gedankenexperimente, Thomas Nagel, Frank Jackson, Joseph Levine, Erklärungslücke, Tatsachenbegriff, Subjektivität, Materialismus, Körper-Geist-Problem, Erlebnisqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das philosophische Problem des Verhältnisses zwischen Körper und Geist und die Herausforderung, subjektives Erleben durch physikalische Fakten zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Begriff des phänomenalen Bewusstseins, die Existenz von Qualia und die Grenzen physikalistischer Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Debatte zum phänomenalen Bewusstsein zu geben und die Argumente gegen die Vollständigkeit des Physikalismus zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Diskussion bekannter philosophischer Gedankenexperimente sowie die Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zur Philosophie des Geistes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Ansätze von Nagel, Jackson und Levine diskutiert sowie die physikalistische Kritik am Tatsachenbegriff detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen phänomenales Bewusstsein, Qualia, Physikalismus und das explanatory gap (Erklärungslücke).

Warum ist das Beispiel der Fledermaus bei Thomas Nagel so wichtig?

Es verdeutlicht, dass objektive physikalische Beschreibungen den subjektiven Erlebnischarakter eines anderen Wesens prinzipiell nicht erfassen können.

Was zeigt das Gedankenexperiment der Wissenschaftlerin Mary?

Marys Fall soll belegen, dass physikalisches Wissen nicht alle Tatsachen umfasst, da die erste sinnliche Erfahrung des Rots eine neue Tatsache darstellt.

Was versteht Joseph Levine unter der Erklärungslücke?

Er argumentiert, dass physikalische Theorien zwar Funktionen erklären können, es jedoch keine logische Verbindung zu den subjektiven qualitativen Erlebnissen gibt.

Wie reagiert der Physikalismus auf die Existenz von Qualia?

Physikalisten versuchen entweder, Qualia zu leugnen (Eliminativismus) oder das Wissen um neue Tatsachen lediglich als neue Fähigkeiten umzudeuten.

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Details

Title
Phänomenales Bewusstsein
Subtitle
Oder: Die Qual der Qualia
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Philosophie des Geistes
Grade
2,0
Author
Kathleen Grünert (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V125715
ISBN (eBook)
9783640313051
ISBN (Book)
9783640316892
Language
German
Tags
Phänomenales Bewusstsein Oder Qual Qualia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathleen Grünert (Author), 2008, Phänomenales Bewusstsein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125715
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