Im Rahmen dieses Studienprojektes wird die erste Phase der Wortschatzarbeit im Spanischunterricht, die Semantisierungsphase, genauer untersucht. Konkret wird beobachtet, welche Semantisierungsverfahren die Lehrkraft verwendet, um neue Wörter einzuführen. Bevor jedoch eine theoretische Hinführung zum Thema erfolgt, wird zunächst auf die schulpädagogische Relevanz der Wortschatzarbeit im Spanischunterricht eingegangen.
Im ersten Schritt erfolgt eine theoretische Hinführung zum Thema. Es werden zentrale Begriffe definiert und empirische Befunde angeführt. Es wird zum Beispiel erklärt, was genau unter Wortschatz zu verstehen ist und wie dieser im menschlichen Gehirn geordnet und gespeichert wird. Anschließend wird die Wortschatzarbeit im Spanischunterricht näher betrachtet. Diesbezüglich werden die verschiedenen Phasen der Wortschatzarbeit vorgestellt, von denen die erste Phase im Rahmen dieses Studienprojektes vertieft wird. Im weiteren Verlauf werden die verschiedenen Semantisierungsverfahren vorgestellt und darauf hingewiesen, wie die Vermittlung neuer Wörter laut wissenschaftlicher Erkenntnisse am lernförderlichsten verläuft. Darauf aufbauend werden die Untersuchungskriterien und der darauf basierende Beobachtungsbogen vorgestellt. Nach der Darlegung der Untersuchungsmethode, -instrumente und des Untersuchungssettings, erfolgt die Auswertung der Ergebnisse. Anschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst, interpretiert und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Wortschatz
2.2 Das mentale Lexikon
2.3 Wortschatzarbeit im Spanischunterricht
3 Forschungsfrage
4 Operationalisierung – Entwicklung von Untersuchungskriterien
5 Darlegung des Forschungsdesigns und der Forschungsmethode
5.1 Darlegung des Untersuchungssettings mit Zeitplan
6 Auswertung der Ergebnisse
7 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
8 Fazit und Reflexion
9 Bibliografie
10 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Semantisierungsverfahren, die eine Lehrkraft im Spanischunterricht anwendet, um neue Vokabeln einzuführen, und bewertet deren Beitrag zur effektiven Vernetzung neuer Wörter im mentalen Lexikon der Lernenden.
- Analyse von Semantisierungsverfahren (verbal und nonverbal)
- Strukturen des mentalen Lexikons beim Fremdsprachenerwerb
- Implementierung grundlegender Prinzipien der Wortschatzarbeit
- Multimodale Präsentation (auditiv, visuell, haptisch, kinästhetisch)
- Bedeutung von Kontextualisierung und Anknüpfung an Vorwissen
Auszug aus dem Buch
2.2 Das mentale Lexikon
Der gesamte Wortschatz aller Sprachen, über den ein Mensch verfügt, ist im sogenannten mentalen Lexikon gespeichert (vgl. Surkamp, 2017, S. 250). Der Begriff mentales Lexikon ist als Metapher zu verstehen (vgl. Aitchison, 1997, S. 301). Das mentale Lexikon ist systematisch, netzartig und hierarchisch geordnet, flexibel und unbegrenzt erweiterbar (vgl. Surkamp, 2017, S. 250; Azadian, 2017, S. 89). Bei der Speicherung eines einzelnen Wortes wird von einer doppelten Speicherform ausgegangen. Es wird sowohl nach seiner Wortform (signifiant) als auch nach dessen Inhalt (signifié) gespeichert (vgl. Surkamp, 2017, S. 250). Wenn ein Wort abgerufen werden soll, muss die Verknüpfung von dessen Form und Inhalt präsent sein. Andernfalls kommt es zum sogenannten TOT-Phänomen.
Es gibt verschiedene Ordnungsklassen, nach denen der Wortschatz im mentalen Lexikon strukturiert ist. Bevor auf diese eingegangen wird, soll zunächst darauf hingewiesen werden, dass „Einsichten in das mentale Lexikon […] methodisch äußerst schwierig [sind], weil es nicht direkt beobachtbar ist“ (Kielhöfer, 1994, S. 211). Mithilfe von Introspektion, Selbstbeobachtung beim Lernen, Versprechern, psycholinguistischen Experimenten sowie natürlichen Sprachphänomenen, wie des bereits erwähnten TOT-Phänomens, konnten jedoch bereits Schlussfolgerungen über die Funktionsweise des mentalen Lexikons gezogen werden (vgl. ebd., S. 211f.). Tests ergaben, dass jedes Wort mit anderen Wörtern vernetzt ist und jedes Wort somit Element mehrerer Teilnetze ist. Dabei gilt: Je größer der Wortschatz und je dichter die einzelnen Wörter untereinander vernetzt sind, umso sicherer, schneller und einfacher wird das Behalten und Erinnern von Wörtern. Schwierig wird es hingegen, „isolierte, einzelne Wörter zu behalten und zu erinnern“ (ebd., S. 215). Das Sprachwissen und der Wortschatz in der Muttersprache (L1) sind deutlich umfangreicher und stärker miteinander vernetzt, als das Wissen und der Wortschatz in der Fremdsprache (L2), das „insbesondere in frühen Lernstadien breitmaschiger und instabiler, damit vergessensanfälliger [ist]“ (Neveling 2016, S. 117.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Wortschatzarbeit im Spanischunterricht und Skizzierung des Forschungsinteresses an Semantisierungsverfahren.
2 Theoretischer Hintergrund: Theoretische Fundierung zum Wortschatzbegriff, zur Funktionsweise des mentalen Lexikons und zu Phasen der Wortschatzarbeit.
3 Forschungsfrage: Formulierung der zentralen Frage nach den von der Lehrkraft genutzten Verfahren zur Einführung neuer Wörter.
4 Operationalisierung – Entwicklung von Untersuchungskriterien: Definition der Kriterien für die systematische Beobachtung der Semantisierung, inklusive der Erfassung verbaler und nonverbaler Verfahren.
5 Darlegung des Forschungsdesigns und der Forschungsmethode: Begründung der Wahl der Beobachtungsmethode und Darlegung des methodischen Vorgehens anhand eines vorstrukturierten Beobachtungsbogens.
6 Auswertung der Ergebnisse: Statistische Darstellung der beobachteten Semantisierungsverfahren und ihrer absoluten Häufigkeiten während des gesamten Untersuchungszeitraums.
7 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Analyse der Beobachtungsdaten im Hinblick auf deren Konformität mit fachdidaktischen Empfehlungen und Diskussion der Limitationen der Studie.
8 Fazit und Reflexion: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und persönliche Reflexion der Autorin über den eigenen Lernzuwachs und Unterrichtspraxis.
9 Bibliografie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.
10 Anhang: Detaillierte Dokumentation der Beobachtungsbögen aus dem Praxissemester.
Schlüsselwörter
Wortschatzarbeit, Semantisierung, mentales Lexikon, Spanischunterricht, Fremdsprachenerwerb, Lehrpersonenzentriertes Verfahren, Inzidentelle Semantisierung, Mehrsprachigkeit, Kontextualisierung, Lernförderlichkeit, Mehrkanaliges Lernen, Beobachtungsmethode, Unterrichtspraxis, Sprachmittel, Sprachkontakt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ersten Phase der Wortschatzarbeit im Spanischunterricht, der sogenannten Semantisierungsphase, und der Frage, wie Lehrkräfte Wörter in diesem Kontext einführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die verschiedenen sprachlichen und nicht-sprachlichen Semantisierungsverfahren sowie deren Einbettung in den Lernprozess unter Berücksichtigung der Struktur des mentalen Lexikons.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Semantisierungsverfahren verwendet die Lehrkraft, um neue Wörter zu vermitteln, und wie werden diese Verfahren ggf. miteinander kombiniert?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine teilnehmende, offene und direkte Beobachtung, die mittels eines vorstrukturierten, teilstandardisierten Beobachtungsbogens quantitativ ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Beschreibung der Untersuchungskriterien, die Darlegung der Methodik sowie die Auswertung und Diskussion der gewonnenen empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Semantisierungsverfahren, mentales Lexikon, Spanischunterricht, Mehrkanaligkeit und Wortschatzarbeit.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Arten der Semantisierung?
Es wird zwischen aktiver, bewusster Semantisierung durch die Lehrkraft, inzidenteller Semantisierung und Autosemantisierung als schülerzentriertem Verfahren differenziert.
Welche Rolle spielt das mentale Lexikon für die Ergebnisse?
Das mentale Lexikon dient als theoretischer Bezugspunkt; die Effektivität der eingesetzten Verfahren wird daran gemessen, ob sie eine netzartige und assoziative Speicherung unterstützen.
Was ergab die Analyse der Beobachtungsbögen konkret?
Die Lehrkraft nutzte überwiegend zielsprachliche Verfahren, kombinierte diese jedoch sehr häufig mit einer zweisprachigen Übersetzung und visualisierenden Elementen.
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- Isabell Nolte (Author), 2022, Semantisierungsverfahren im Spanischunterricht in der Schule. Forschungsbericht im Praxissemester, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1257441