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Vasilij Andreevič Žukovskij als Dichter-Übersetzer. Zur Übersetzung der Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger

Mehr als nur ein Übersetzer?

Title: Vasilij Andreevič Žukovskij als Dichter-Übersetzer. Zur Übersetzung der Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger

Term Paper , 2022 , 43 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Bianka Stöcker (Author)

Interpreting / Translating
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit Vasilij Andreevič Žukovskijs Übersetzungstätigkeit anhand von drei Beispielen seiner übersetzten Gedichte. Da bisher tiefgehende und selbstständige Auseinandersetzungen mit Žukovskijs Werken fehlen, soll in dieser Arbeit versucht werden, einen Teil dieser Lücke zu schließen.

Zu Beginn werden grundsätzliche Themen und Begriffe erläutert. Nach einer kurzen Zusammenfassung der russischen Romantik wird Žukovskij als Hinführung zum inhaltlichen Schwerpunkt vorgestellt. Besonders berücksichtigt wird dabei die Stellung des Dichters innerhalb der russischen Literatur und seine Beziehung zu Deutschland, da die Beispiele der darauffolgenden Analyse im Hauptteil auf die Ballade "Lenore" vom deutschen Dichter Gottfried August Bürger zurückführen.

Zudem wird verdeutlicht, inwiefern Žukovskij eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Balladendichtung in Russland spielte, nachdem der Begriff Ballade kurz definiert wird. Anschließend wird der literarhistorische Kontext erstellt und ein konkreter Zusammenhang gebildet. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen die Übersetzung der deutschen Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger, die Žukovskij in drei verschiedene Varianten gestaltete.

Um die Übersetzungskunst Žukovskijs zu verdeutlichen, werden jedoch zu Beginn das Übersetzungskonzept von Johann Wolfgang von Goethe und die Transsexualität-Theorie nach Gérard Genette erläutert. Anschließend erfolgt unter möglichst umfassenden Gesichtspunkten die Interpretation der Übersetzungen. Žukovskijs "Ljudmila", "Svetlana" und "Lenora" mit Fokus auf die Liebes- und Naturlyrik in diesen Werken.

Zu allen Zeiten wurde immer wieder versucht, fremdsprachige Poesie in die jeweilige Muttersprache zu übersetzen, trotz der häufigen Annahme, dass Dichtung unübersetzbar sei. Die Kunst des Übersetzens hat in Russland bereits eine lange Tradition. Mit dieser Kunst sollte der kulturelle Horizont des eigenen Volkes erweitert werden, indem zahlreiche bedeutende Dichter ihrer Zeit sich an der Aufgabe des Übersetzens beteiligten und die fremdsprachige Dichtung in die russische Sprache übertrugen. Einer dieser Dichter war Vasilij Andreevič Žukovskij – einer der wohl bekanntesten russischen Übersetzer der russischen Romantik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Vorbemerkung

1.2. Grundsätzlich-relevante Erläuterungen als Grundlagen für die Analyse

1.2.1. Das goldene Zeitalter der russischen Literatur - Die Romantik in Russland

1.2.2. Die Kunst des Übersetzens – Übersetzungsbegriff

1.2.3. Vasilij Andreevič Žukovskij – „Dichter-Übersetzer“

1.2.4. Beziehungen Žukovskijs zu Deutschland

1.2.5. Die Ballade als Gattungsbegriff

1.2.6. Žukovskijs Bedeutung für die Entwicklung der Balladendichtung in Russland

1.3. Literarhistorischer Kontext

2. Analyse der von Žukovskij übersetzten Lyrik Bürgers

2.1. Theoretische Ansätze

2.1.1. Übersetzungskonzept nach Johann Wolfgang von Goethe

2.1.2. Transsexualität-Theorie nach Gérard Genette

2.1.3. Die Übersetzungskunst Žukovskijs

2.2. Die Liebes- und Naturlyrik in den Übersetzungen Žukovskijs in Bürgers „Lenore“

2.2.1. „Ljudmila“

2.2.1.1. Werkgenese

2.2.1.2. Kompositionsschema

2.2.1.3. Metaphorik

2.2.2. „Svetlana“

2.2.2.1. Werkgenese

2.2.2.1. Kompositionsschema

2.2.2.3. Metaphorik

2.2.3. „Lenora“

2.2.3.1. Werkgenese

2.2.3.2. Kompositionsschema

2.2.3.3. Metaphorik

2.3. Zusammenfassung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wirken des russischen Dichters Vasilij Andreevič Žukovskij als Übersetzer und seine maßgebliche Rolle bei der Etablierung der Kunstballade in der russischen Literatur, wobei der Fokus auf drei verschiedenen Fassungen der „Lenore“ von Gottfried August Bürger liegt und dabei die Verbindung von Übersetzungskunst, Natur- und Liebeslyrik analysiert wird.

  • Die Etablierung des Balladengenres durch Žukovskij in der russischen Romantik.
  • Vergleichende Analyse der drei Žukovskij-Fassungen „Ljudmila“, „Svetlana“ und „Lenora“.
  • Die Rolle der theoretischen Konzepte von Goethe und Genette für die Übersetzungspraxis.
  • Die Bedeutung von Naturlyrik und Metaphorik innerhalb der übersetzten Balladen.
  • Der Übergang von der bloßen Übersetzung hin zur eigenständigen „Dichter-Übersetzung“.

Auszug aus dem Buch

Die Übersetzungskunst Žukovskijs

Žukovskij war einer der hervorragendsten Lyrikübersetzer der russischen Literatur. Die stilistischen Besonderheiten Žukovskijs waren seine Übersetzungskunst, sowie das Spannungsfeld zwischen Hypo- und Hypertexten, was dazu führte, dass seine Übertragungen als „Originale“ gelesen werden. Seine Dichtungen sind in der Lyrik oftmals nicht als Übersetzungen gekennzeichnet, da es sich häufig um Nachdichtungen handelt. Die größte Beachtung bekam er in Hinblick auf seine hypertextuellen Bezugnahmen in den russischen Literaturgeschichten. Stilistisch setzte Žukovskij den Stil Karamzins fort und verlieh seinen Versen jedoch eine eigene Musikalität. Diese beruhte auf der Modellierung bestimmter Intonationsarten, vor allem bei Ausrufe- oder Frageintonation. Diese Versmelodik wurde für die Poesie Žukovskijs zu einem eigenen besonderen Merkmal. Seine einfühlsamen Übertragungen, wie beispielsweise die von Goethes „Erlkönig“ oder „Der Fischer“ wurden von den russischen Literaturbegeisterten so aufgenommen, als seien sie „Hervorbringungen der russischen Muse“.

In Žukovskijs Werken floss viel Eigenempfinden, sodass seine Dichtungen eine persönliche Note von ihm bekamen. Für ihn stand das Problem der sprachlichen Gestaltung in der Literatur in Vordergrund. Er war der Meinung, dass ein Übersetzer „Eigenes“ hervorbringen sollte und „Schöpfer“ sein müsse. So war er auch der Meinung, dass Originale und Nachdichtungen gleichgestellt werden sollen. Die Werke fremdsprachiger Dichter gaben ihn den Impuls zu „eigenem fruchtbaren Schaffen“, wie Kahlenborn beschreibt. Er wählte Literatur aus, die seinen eigenen Interessen entsprachen und die er mit seiner Gefühlswelt verknüpfen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Žukovskijs als Übersetzer der russischen Romantik ein und umreißt die methodische Herangehensweise zur Analyse seiner drei Fassungen der „Lenore“.

2. Analyse der von Žukovskij übersetzten Lyrik Bürgers: Dieses Hauptkapitel untersucht die theoretischen Grundlagen des Übersetzens und analysiert im Anschluss detailliert die drei Werke „Ljudmila“, „Svetlana“ und „Lenora“ hinsichtlich ihrer Komposition, Metaphorik und Naturlyrik.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Žukovskij weit mehr als ein einfacher Übersetzer war, da er durch seine eigenständigen stilistischen Elemente maßgeblich zur Bereicherung der russischen Literatur beitrug.

Schlüsselwörter

Vasilij Andreevič Žukovskij, russische Romantik, Kunstballade, Übersetzungskunst, Nachdichtung, Gottfried August Bürger, Lenore, Ljudmila, Svetlana, Literaturwissenschaft, Naturlyrik, Liebeslyrik, Intertextualität, Rhythmus, Versmelodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Vasilij Andreevič Žukovskij als „Dichter-Übersetzer“ und beleuchtet sein Wirken innerhalb der russischen Romantik, insbesondere im Hinblick auf seine Auseinandersetzung mit der deutschen Balladendichtung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Theorie der Übersetzung (nach Goethe und Genette), die Gattungsdefinition der Ballade und die spezifische Gestaltung von Liebes- und Naturlyrik in den russischen Nachdichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Žukovskij durch seine künstlerische Übersetzungspraxis die Ballade als Gattung in Russland etablieren konnte und sich dabei als eigenständiger Schöpfer emanzipierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf dem Vergleich von Originaltexten (Bürger) mit den jeweiligen russischen Übersetzungen (Žukovskij) basiert, unter Einbeziehung transtextueller Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze zur Übersetzung sowie in eine tiefgehende Analyse der drei Werke „Ljudmila“, „Svetlana“ und „Lenora“, wobei jeweils auf die Werkgenese, das Kompositionsschema und die Metaphorik fokussiert wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie russische Romantik, Kunstballade, Transtextualität, Naturlyrik und die spezifische Übersetzungstätigkeit Žukovskijs charakterisieren.

Warum spielt die Unterscheidung von "Ljudmila", "Svetlana" und "Lenora" eine besondere Rolle?

Die drei Werke verdeutlichen die Entwicklung von Žukovskijs Übersetzungskunst: Von einem freien Nachahmungsversuch bei „Ljudmila“ über die Romantisierung und Russifizierung bei „Svetlana“ bis hin zur textnahen Übersetzung bei „Lenora“.

Wie unterscheidet sich Žukovskijs Interpretation von bürgerlichen Originalen?

Žukovskij angliziert nicht einfach, sondern nutzt „kirchenslawische“ Elemente sowie eine spezifische „musikalische“ Rhythmik und modellierte Intonationsarten, um seinen Werken eine nationale russische Note zu verleihen.

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Details

Title
Vasilij Andreevič Žukovskij als Dichter-Übersetzer. Zur Übersetzung der Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger
Subtitle
Mehr als nur ein Übersetzer?
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Slawistik)
Course
Literatur und Kultur in Russland
Grade
2,7
Author
Bianka Stöcker (Author)
Publication Year
2022
Pages
43
Catalog Number
V1257470
ISBN (PDF)
9783346705945
ISBN (Book)
9783346705952
Language
German
Tags
vasilij andreevič dichter-übersetzer übersetzung ballade lenore gottfried august bürger mehr übersetzer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bianka Stöcker (Author), 2022, Vasilij Andreevič Žukovskij als Dichter-Übersetzer. Zur Übersetzung der Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1257470
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