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Haben Tiere eine Würde? Kritische Auseinandersetzung mit einem grundlegenden tierethischen Konzept

Titre: Haben Tiere eine Würde? Kritische Auseinandersetzung mit einem grundlegenden tierethischen Konzept

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2022 , 28 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Florian Meidinger (Auteur)

Théologie - Théologie systématique
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Das Themengebiet der Tierethik umfasst mehrere Teilgebiete: Unter anderem die Debatte und das Ringen um die Rechte von Tieren und die Debatte, ob und in welchem Umfang Tieren eine eigene Würde beigemessen werden kann. In dieser Arbeit wird genau letzter Aspekt, die Tierwürde, behandelt. Im Zuge dessen wird ein kurzer Einblick in den derzeitigen Stand der Debatte auf zwei Weisen gegeben: Zum einen wird im ersten Teil zunächst einmal der Begriff der Tierwürde und seine Verwendung im derzeitigen Diskurs näher umrissen; darüber hinaus findet im zweiten Teil eine Auswahl der derzeit gängigen Argumente für und wider der Verwendung des Begriffs der "Würde des Tieres" Platz, deren Auswertung und Abwägung im dritten Teil der Arbeit vorgenommen wird.

Circa ein Jahrhundert nach dem philosophischen und auch theologischen Ringen um die Menschenwürde ist nun die Tierwürde ein neues ethisches Thema. Dies zeigt deutlich wie unsere Gesellschaft mit der Schöpfung und damit mit unserer Umwelt, von der Tiere ein nicht unbedeutender Teil sind, umgeht, obwohl es heute, in Zeiten großer Umweltdebatten aktueller nicht sein könnte. Das Thema droht aber nicht selten neben dem nahezu übermächtigen Klimaschutz-Thema zu verblassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Gegenstand der Proseminararbeit

2. Die Tierwürde als Begriff des derzeitigen ethischen Diskurses

2.1 Die Würde des Tieres im Schweizer Tierschutzgesetz

2.2 Animal integrity – ein Modell der Niederlande

3. Verschiedene Argumente für / wider der Tierwürde (Auswahl)

3.1 Pathozentrische Tierethik und die Tierwürde

3.1.1 Vom Glück der Mehrheit und anderem – der utilitaristische Standpunkt

3.1.2 Martha Nussbaum und der ‚Capabilities Approach‘

3.2 Anthropozentrische Tierethik und die Tierwürde – Kantsche Tierethik und Entwürfe in der Nachfolge Kants

3.3 Christliche Tierethik: Zwischen Anthropozentrismus, Tierwürde und einer Würde der Kreatur

4. Auswertung der Argumente – kann von einer „Würde des Tieres“ gesprochen werden?

5. Ausblick – die Tierwürde als Grundannahme tierethischer Debatten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch das Konzept der Tierwürde und analysiert, inwiefern dieses in der heutigen ethischen Debatte Bestand haben kann. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie philosophische und theologische Positionen den Status des Tieres gegenüber dem Menschen definieren und welche moralischen Konsequenzen sich daraus ableiten lassen.

  • Grundbegriffe der Tierethik im zeitgenössischen Diskurs
  • Pathozentrische vs. anthropozentrische Argumentationsmuster
  • Die Würde des Tieres in der christlichen Tradition
  • Analyse und Bewertung tierethischer Modelle (Singer, Nussbaum, Kant)
  • Relevanz der Tierwürde für aktuelle Debatten (z. B. Tierschutz, Euthanasie)

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Vom Glück der Mehrheit und anderem – der utilitaristische Standpunkt

Eine für die pathozentrische Betrachtungsweise sehr typische ethisch-philosophische Strömung ist der Utilitarismus. Bereits dessen Begründer Jeremy Bentham hat 1789 quasi nebenbei in einer Fußnote in seinem berühmten Werk „Introduction to the Principles of Morals and Legislation“ einen Grundsatz der utilitaristischen Tierethik gelegt, in dem er dort feststellt: „[T]he question is not, Can they [= the animals] reason? nor, can they talk? but, Can they suffer?“ Damit schlägt bereits Bentham eindeutig den pathozentrischen Weg ein: Die Leidens- und damit auch die Empfindungsfähigkeit des Tieres soll Maßstab der tierethischen Überlegungen sein.

Diese Prämisse ist besonders aus dem historischen Kontext heraus zu verstehen: Dem katholischen Ethiker Kurt Remele zufolge ist diese Idee gedankengeschichtlich in der Nachfolge der Virginia Declaration of Rights, der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, zu sehen, in der zum ersten Mal in der Geschichte in einem ‚westlichen‘ Land allgemeine Menschenrechte festgestellt werden; Bentham geht mit seiner Idee hier noch einen Schritt weiter, er versucht Menschen mit Tieren zumindest in einer Eigenschaft gleichzustellen bzw. im Zuge seiner ethischen Überlegungen gleich zu behandeln. Das ist nicht verwunderlich und zugleich besonders richtungsweisend, berücksichtigt man dabei, dass bekannterweise gerade der Utilitarismus nach Bentham sich stets ethisch an der Linderung des Leids und der Steigerung des Glücks der Gesamtheit orientiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Gegenstand der Proseminararbeit: Einführung in die Bedeutung und Aktualität der Tierethik sowie Vorstellung der Arbeitsschritte.

2. Die Tierwürde als Begriff des derzeitigen ethischen Diskurses: Untersuchung gesetzlicher Ansätze zur Tierwürde am Beispiel der Schweiz und der Niederlande.

3. Verschiedene Argumente für / wider der Tierwürde (Auswahl): Differenzierte Gegenüberstellung pathozentrischer, anthropozentrischer und christlicher Tierethik-Konzepte.

4. Auswertung der Argumente – kann von einer „Würde des Tieres“ gesprochen werden?: Kritische Reflexion über die Tragfähigkeit und Notwendigkeit einer Differenzierung zwischen Mensch- und Tierwürde.

5. Ausblick – die Tierwürde als Grundannahme tierethischer Debatten: Diskussion der Tierwürde als Instrument zur Überprüfung praktischer Herausforderungen wie Nutztierhaltung und Euthanasie.

Schlüsselwörter

Tierethik, Tierwürde, Pathozentrik, Anthropozentrismus, Utilitarismus, Capabilities Approach, christliche Tierethik, Menschenwürde, Schöpfung, Tierschutzgesetz, Beseeltheit, Leidensfähigkeit, Kant, Singer, Nussbaum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept der Tierwürde und diskutiert, wie Tiere innerhalb ethischer Systeme moralisch berücksichtigt werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der philosophische Diskurs zum Tierstatus, die christliche Sicht auf das Geschöpf und die rechtliche Definition der Würde des Tieres.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Begriff der Tierwürde abzubilden und eine fundierte Bewertung vorzunehmen, ob dieser Begriff ethisch trägt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse verschiedener ethischer Ansätze (Utilitarismus, Kantianismus, capabilities approach) sowie eine theologische Reflexion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse philosophischer Argumentationsgruppen und die differenzierte Betrachtung christlicher Positionen zur Tierwürde.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Tierwürde, pathozentrische und anthropozentrische Tierethik sowie das Verhältnis von Tier und Mensch in der Schöpfung.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung von Peter Singer von der des Schweizer Tierschutzgesetzes?

Während das Tierschutzgesetz einen Eigenwert des Tieres postuliert, gewichtet Singer Interessen von Lebewesen utilitaristisch anhand ihrer Leidensfähigkeit und Rationalität.

Warum spielt der Begriff der „Seele“ in der theologischen Tierethik eine so große Rolle?

Die traditionelle Leugnung einer Tierseele diente historisch oft als Begründung dafür, Tiere als rein zweckmäßige Mittel für den Menschen zu betrachten.

Welche Rolle spielt der „Capabilities Approach“ von Martha Nussbaum für die Bewertung der Tierwürde?

Nussbaum setzt nicht an menschlichen Kriterien an, sondern erkennt der Spezies eine ihr eigene Funktionalität zu, die als Grundlage für eine ihr zuzuordnende Würde dient.

Wie bewertet der Autor die aktuelle Haltung der Kirche?

Die Arbeit zeigt einen historischen Wandel auf, von einer starken anthropozentrischen Abwertung hin zu einem zunehmenden Bewusstsein für die Mitgeschöpflichkeit des Tieres.

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Résumé des informations

Titre
Haben Tiere eine Würde? Kritische Auseinandersetzung mit einem grundlegenden tierethischen Konzept
Université
LMU Munich  (Fakultät 02 – Evangelisch-Theologische Fakultät, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik)
Cours
Proseminar „Ethische Theologie – Grundbegriffe und Konkretionen“, WiSe 2021/22
Note
1,3
Auteur
Florian Meidinger (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
28
N° de catalogue
V1257541
ISBN (ebook)
9783346696427
ISBN (Livre)
9783346696434
Langue
allemand
mots-clé
Tierwürde Würde des Tieres Ethik Theologische Ethik Ethische Theologie Martha Nussbaum Immanuel Kant Peter Singer Würde der Kreatur Anthropozentrismus Utilitarismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Meidinger (Auteur), 2022, Haben Tiere eine Würde? Kritische Auseinandersetzung mit einem grundlegenden tierethischen Konzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1257541
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Extrait de  28  pages
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