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Erziehung zu Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit

Was macht stationäre Jugendhilfe erfolgreich?

Title: Erziehung zu Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit

Bachelor Thesis , 2008 , 77 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Sabine Hutter (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die zum Teil äußerst schwierigen Lebenssituationen von Jugendlichen in einer Heimsituation machen die Notwendigkeit deutlich, Wirkungen von Jugendhilfemaßnahmen zu überprüfen, um sie optimieren zu können.
„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“
(§1 Abs.1 SGB VIII). Sobald die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie eines
jungen Menschen dieses im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) bestimmte Recht nicht ausreichend ermöglichen können, ist es Aufgabe des Staates, in Form von erzieherischen Hilfen hier unterstützend zu wirken.
Den umfassendsten Eingriff in die Lebenssituation von Eltern und Kindern stellen die stationären Hilfen zur Erziehung nach Paragraf 34 des KJHG dar. Diese Hilfen sind sehr
kostenintensiv, auch im Vergleich mit ambulanten Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe. Gleichzeitig werden laut Jugendhilfe-Effekte-Studie (SCHMIDT et al.2002) mehr als ein Viertel dieser Hilfen vorzeitig abgebrochen. Hier stellt sich die Frage
sowohl nach der Effektivität stationärer Erziehungshilfe als auch nach passgenauen Hilfezuweisungen und somit auch die Frage nach einer wirkungsorientierten und evaluationsbasierten Gestaltung von Hilfen. „Denn eine Maßnahme, die nicht wirksam
ist, ist – unabhängig davon, wie viel sie kostet – eine teure Maßnahme. Dabei geht es(. . .) auch um die Zeit, die Arbeitskraft und das Engagement in der Regel gut
ausgebildeter, kompetenter Professioneller“ (SCHRÖDTER; ZIEGLER 2007: 5).

Wenn man als übergreifendes Ziel der Jugendhilfe benennt die
„Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit“ eines jungen Menschen, so lässt dies immer noch - je nach Perspektive - unterschiedliche Auffassungen von Erfolg einer
Maßnahme zu.
Mehrere Studien mit unterschiedlichen Ansatzpunkten und Zielsetzungen haben Wirkungen erzieherischer Hilfen untersucht, indem der Entwicklungsverlauf eines
jungen Menschen während einer Jugendhilfemaßnahme in Zusammenhang mit bestimmten Einflussfaktoren sichtbar gemacht wurde.
Ziel meiner Arbeit ist es, durch Analyse dieser Wirksamkeitsstudien aufzuzeigen,
welche Bedingungen für das Gelingen einer stationären Erziehungshilfe förderlich sind
mit Blick auf die Indikation der Hilfezuweisung und die Gestaltung einer
Hilfemaßnahme.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Qualität in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

2.1 Erziehungshilfe aus unterschiedlichen Perspektiven

2.2 Überprüfen von Wirkungen

3. Untersuchung ausgewählter Studien

3.1 Baur et al. 2002: Leistungen und Grenzen von Heimerziehung

3.1.1 Ergebnisse der Studie

3.1.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.2 Schmidt et al. 2002: Effekte erzieherischer Hilfen und ihre Hintergründe

3.2.1 Ergebnisse der Studie

3.2.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.3 Klein et al. 2003: Die Kinderdorf-Effekte-Studie

3.3.1 Ergebnisse der Studie

3.3.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.4 Kufeldt; Simard; Vachon 2000: Looking after Children in Canada

3.4.1 Ergebnisse der Studie

3.4.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.5 Barber; Delfabbro 2004: Children in Foster Care

3.5.1 Ergebnisse der Studie

3.5.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.6 Hartnett; Bruhn 2006: The Illinois Children Well-Being Study

3.6.1 Ergebnisse der Studie

3.6.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.7 Kurz-Adam 2001: Umbau statt Ausbau

3.7.1 Ergebnisse der Studie

3.7.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.8 ÜBBZ 2000: Würzburger Jugendhilfe-Evaluationsstudie

3.8.1 Ergebnisse der Studie

3.8.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.9 Macsenaere; Hermann 2004: Evaluationsstudie erzieherischer Hilfen (EVAS)

3.9.1 Ergebnisse der Studie

3.9.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.10 Hansen 1994: Die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern in Erziehungsheimen

3.10.1 Ergebnisse der Studie

3.10.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.11 Lambers 1996: Heimerziehung als kritisches Lebensereignis

3.11.1 Ergebnisse der Studie

3.11.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.12 Walter Gehres 1997: Das zweite Zuhause

3.12.1 Ergebnisse der Studie

3.12.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.13 Normann 2003: Erfahrungsprozesse in institutioneller Erziehung

3.13.1 Ergebnisse der Studie

3.13.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.14 Osborn; Delfabbro 2006: National Comparative Study for Children and Young People with High Support Needs in Australian Out-of-Home Care

3.14.1 Ergebnisse der Studie

3.14.2 Kriterien für gelingende Hilfen

3.15 IFCO; FICE; SOS-Kinderdorf 2007: Quality4Children

3.15.1 Ergebnisse der Studie

3.14.2 Kriterien für gelingende Hilfen

4. Aspekte gelingender Hilfen

4.1 Beteiligung

4.2 Elternarbeit

4.2 Hilfebeendigung und Vorbereitung auf Selbständigkeit

4.4 Prozessqualität in der Jugendhilfeeinrichtung

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert verschiedene Wirksamkeitsstudien im Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe, um Bedingungen und Wirkfaktoren zu identifizieren, die ein Gelingen erzieherischer Hilfen fördern. Ziel ist es, auf dieser Grundlage Empfehlungen für eine wirkungsorientierte Gestaltung von Hilfeprozessen und deren Evaluation durch das Jugendamt zu entwickeln.

  • Qualitätssicherung in der stationären Erziehungshilfe
  • Bedeutung der Partizipation junger Menschen
  • Notwendigkeit und Gestaltung intensiver Elternarbeit
  • Wirkfaktoren und Erfolgskriterien in der Heimerziehung
  • Übergang in die Selbstständigkeit und Hilfebeendigung

Auszug aus dem Buch

3.1 Baur et al. 2002: Leistungen und Grenzen von Heimerziehung

Die Untersuchung zu „Jugendhilfeleistungen“ (Forschungsprojekt „JULE“) hat das Ziel, einen Überblick zu geben über Leistungen und Erfolge der drei stationären und teilstationären Erziehungshilfen „Tagesgruppe“, „Heim“ und „Betreutes Jugendwohnen“. Durch unterschiedliche Forschungszugänge wurde versucht, Fragen der Lebenssituation der betroffenen jungen Menschen und der Qualität pädagogischen Handelns zu beleuchten und aufeinander zu beziehen. Dazu wurden alle 284 Akten der im Jahr 1994 aus der Erziehungshilfe entlassenen Jugendlichen aus sechs verschiedenen ausgewählten Jugendämtern analysiert. 197 junge Menschen waren davon stationär untergebracht.

Die Analyse wurde nach vier Schwerpunkten durchgeführt: Situation der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien zu Hilfebeginn, Prozess der Hilfegewährung und –entscheidung, Hilfeverlauf und Betreuungsgestaltung sowie die Situation der jungen Menschen am Ende der Hilfe.

Zusätzlich zur standardisierten Erfassung erfolgte eine Dokumentation der Einzelfallverläufe in ihren individuellen Besonderheiten und Zusammenhängen. Anhand der Kategorien „Schul- und Ausbildungssituation“, „Legalverhalten“, „soziale Beziehungen“, „Alltagsbewältigung“, „Persönlichkeitsentwicklung“, „familiärer Hintergrund“ und „zentrale Problemkonstellationen“ wurde so die „positive Gesamtentwicklung des jungen Menschen“ bilanziert, ebenso anhand ausgewählter professioneller Standards „das fachlich qualifizierte Handeln im Jugendamt bzw. in der Jugendhilfeeinrichtung“ (FINKEL; HAMBERGER 1998: 27 u. 29).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand eines Fallbeispiels die Notwendigkeit, Wirksamkeit und Erfolg von Maßnahmen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu überprüfen, um diese zu optimieren.

2. Qualität in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel erläutert den Qualitätsbegriff in der Jugendhilfe und differenziert zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als notwendige Ebenen für eine wirkungsorientierte Gestaltung.

3. Untersuchung ausgewählter Studien: Es werden 15 nationale und internationale Studien analysiert, um Wirkfaktoren der stationären Erziehungshilfe und Kriterien für gelingende Hilfen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu identifizieren.

4. Aspekte gelingender Hilfen: Zusammenfassend werden zentrale Themen wie Partizipation, Elternarbeit, Prozessqualität und die Vorbereitung auf die Selbständigkeit als entscheidende Erfolgsfaktoren für die Hilfeplanung und -durchführung diskutiert.

5. Schlussfolgerung: Das Kapitel bietet Anregungen für die praktische Umsetzung der Studienerkenntnisse im Jugendamt, insbesondere zur Gestaltung von Wirksamkeitsstudien unter Einbeziehung der Adressatenperspektive.

Schlüsselwörter

Stationäre Erziehungshilfe, Heimerziehung, Jugendhilfe, Wirksamkeitsstudien, Ergebnisqualität, Partizipation, Elternarbeit, Hilfeplanung, Verselbständigung, Wirkfaktoren, Jugendamt, Sozialpädagogik, Lebensqualität, Kindeswohl, Hilfebeendigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was stationäre Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich macht, und analysiert hierfür den aktuellen Forschungsstand zu Wirkfaktoren in diesem Bereich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Qualitätsstandards, die Bedeutung der Kooperation mit Eltern und Kindern, die prozessuale Gestaltung von Hilfe sowie die erfolgreiche Vorbereitung auf die Selbständigkeit nach der Unterbringung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aus einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien jene Bedingungen herauszufiltern, die für das Gelingen von Erziehungshilfen förderlich sind, um das Jugendamt Ravensburg bei der Optimierung seiner Hilfezuweisungs- und Evaluationsprozesse zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine systematische Analyse von 15 nationalen und internationalen Wirksamkeitsstudien, darunter quantitative Längsschnittstudien sowie qualitative biografische Untersuchungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Studien (u.a. JULE, JES, Kinderdorf-Effekte-Studie) sowie eine thematische Zusammenführung der identifizierten Gelingensfaktoren wie Beteiligung und Elternarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie stationäre Erziehungshilfe, Wirkungsforschung, Partizipation, Elternarbeit und Qualitätsmanagement in der Jugendhilfe beschreiben.

Warum ist die Elternarbeit laut der untersuchten Studien so entscheidend?

Die Studien belegen, dass die Einbeziehung der Herkunftsfamilie nicht nur die Kooperation während des Hilfeprozesses verbessert, sondern auch die Nachhaltigkeit der erzielten Erfolge nach Ende der Hilfe maßgeblich beeinflusst.

Welche Rolle spielt die Dauer der Unterbringung für den Erfolg einer Hilfe?

Die meisten untersuchten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Erfolgschancen mit der Verweildauer steigen, da Zeit für Beziehungsaufbau, Prozessgestaltung und die Bearbeitung individueller Problemlagen notwendig ist.

Wie bewerten die untersuchten Studien das Thema "Unterbringungswechsel"?

Häufige Wechsel der Unterbringungsorte werden weitgehend als negativ für die Entwicklung der jungen Menschen bewertet, da sie Kontinuität und stabile Beziehungsangebote stören und oft zur Verfestigung von Störungsbildern beitragen.

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Details

Title
Erziehung zu Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit
Subtitle
Was macht stationäre Jugendhilfe erfolgreich?
College
University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten
Grade
1,1
Author
Sabine Hutter (Author)
Publication Year
2008
Pages
77
Catalog Number
V125774
ISBN (eBook)
9783640311743
ISBN (Book)
9783640310531
Language
German
Tags
Erziehung Eigenverantwortlichkeit Gemeinschaftsfähigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Hutter (Author), 2008, Erziehung zu Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125774
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