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Variationen des Themas „Glück“ im Schulbuch

Eine vergleichende Analyse von Schulbüchern für den Ethikunterricht

Titel: Variationen des Themas „Glück“ im Schulbuch

Diplomarbeit , 2004 , 130 Seiten , Note: 1

Autor:in: Juliane Wagner (Autor:in)

Ethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich einem bisher wenig erforschten Gebiet: einer vergleichenden Analyse von Schulbüchern des Unterrichtsfaches Ethik. Die Untersuchungen lassen sich problemlos auf die Fächer Werte und Normen sowie Praktische Philosophie übertragen, insofern wesentliche Inhalte der curricularen Vorgaben übereinstimmen. Analysiert wurden exemplarisch Schulbücher, die im Land Sachsen-Anhalt zugelassen sind.
Die Untersuchung zeigt einen Vergleich und eine Würdigung der Qualtität der Schulbücher hinsichtlich der Behandlung des Themas Glück.
Als fachwissenschaftliche Grundlage fungiert eine chronologische Rezeption und Interpretation der Glückskonzeptionen.
Die eigentliche Untersuchung findet auf der Basis eines hierfür entwickelten Untersuchungsrasters statt. Dieses basiert auf einer Synthese des Salzburger Rasters sowie der Systematik Peter Weinbrenners der Universität Bielefeld, begleitet von Kriterien Josef Thonhausers.
Daraus sind Dimensionen wie "Sache", "Methodik-Didaktik" und "Unterrichtsplanung" abgeleitet, die im jeweiligen Schulbuch untersucht werden. Um die Ergebnisse überschaubar und gewissermaßen nutzbar zu gestalten, werden die Dimension gewichtet und mit Noten versehen. Grundlage sind die hierfür auf den Seiten 21 ff erläuterten Kriterien.
Die Analysen der einschlägigen Kapitel der Schulbücher fragen nach der Art und Weise der Transformation der fachwissenschaftlichen Grundstruktur der Thematik sowie dem zielorientierten Lernen der Schüler im Unterricht. Hierbei wird zunächst auf die jeweilige Präsentation des Themas selbst eingegangen, um anschließend die Dimensionen klar zu akzentuieren.
"Ziel aller analysierten Aspekte und deren Bewertungen soll sein, ein Hilfsmittel für die Entscheidungsfindung bei der Auswahl bestimmter Schulbücher und deren Begleitmaterialien zu entwickeln. [...]
Ausgehend von der zentralen Rolle des Schulbuches, gewissermaßen dem Leitgedanken dieser Arbeit, muss akzentuiert werden, dass solch eine Analyse nach einem bestimmten Muster in der Praxis nur selten gangbar ist. Jedoch sollte jeder Lehrer im Gebrauch stehende Bücher gewissen Prüfungen unterziehen und dabei bestimmte Anforderungen, sich selbst und vornehmlich zugunsten der Schüler, zu formulieren." [Seite 121]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 ZUM THEMA DER ARBEIT

1.2 VORGEHENSWEISE UND AUFBAU DER ARBEIT

2. PROBLEME DER GLÜCKSBESTIMMUNG

3. FORMEN DES GLÜCKS

3.1 DAS ARISTOTELISCHE KONZEPT DER EUDAIMONIA

3.2 EPIKURS THEORIE DES GLÜCKS

3.3 DIE STOA` - TUGEND ALS WEG ZUR GLÜCKSELIGKEIT

3.4 THOMAS VON AQUINS THEORIE DES GLÜCKS

3.5 KANT UND DIE WÜRDIGKEIT ZUM GLÜCK

3.6 DIE THEORIE DES GLÜCKS IM KLASSISCHEN UTILITARISMUS

3.7 FLOW

4. KONKRETISIERUNG DER FRAGESTELLUNG

4.1 INTENTIONEN

4.2 GRUNDLAGEN DER ANALYSE

4.3 SACHDIMENSION

4.4 METHODISCH-DIDAKTISCHE DIMENSION

4.5 FUNKTION FÜR DIE PLANUNG DES UNTERRICHTS

4.6 ANALYSERASTER

5. KLETT VERLAG

5.1 GESTALTUNG DER SCHULBÜCHER „LEBEN LEBEN“

5.2 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „LEBEN LEBEN 7/8“

5.3 LEBEN LEBEN 9/10

5.3.1 Sachdimension im Schulbuch

5.3.2 Methodisch-didaktische Dimension

5.3.3 Funktion in der Planung für den Unterricht

5.4 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „HORIZONTE PRAKTISCHER PHILOSOPHIE“

5.5 KOMMENTAR

6. VERLAG VOLK & WISSEN

6.1 GESTALTUNG DER SCHULBÜCHER „ICH BIN GEFRAGT“

6.2 „ICH BIN GEFRAGT 7/8“

6.2.1 Sachdimension

6.2.2 Methodisch-didaktische Dimension

6.2.3 Funktion für die Planung des Unterrichts

6.3 „ICH BIN GEFRAGT 9/10“

6.3.1 Sachdimension

6.3.2 Methodisch-didaktische Dimension

6.3.3 Funktion für die Planung des Unterrichts

6.4 KOMMENTAR

7. BAYERISCHER SCHULBUCHVERLAG

7.1 VORSTELLUNG DER SCHULBÜCHER „ETHIK“

7.2 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK 7“

7.3 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK 8“

7.4 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK 9“

7.5 „SEHEN – WERTEN – HANDELN“

7.5.1 Gestaltung

7.5.2 Sachdimension

7.5.3 Methodisch-didaktische Dimension

7.5.4 Funktion für die Planung des Unterrichts

7.6 KOMMENTAR

8. MILITZKE VERLAG

8.1 VORSTELLUNG DER SCHULBÜCHER

8.2 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK 7/8“

8.3 „ETHIK 9/10“

8.3.1 Sachdimension

8.3.2 Methodisch-didaktische Dimension

8.3.3 Funktion für die Planung des Unterrichts

8.4 „DAS LEBEN HAT VIELE GESICHTER 7/8“

8.4.1 Sachdimension

8.4.2 Methodisch-didaktische Dimension

8.4.3 Funktion für die Planung des Unterrichts

8.5 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK/ PHILOSOPHIE 9/10“

8.6 KOMMENTAR

9. CORNELSEN VERLAG

9.1 GESTALTUNG DER SCHULBÜCHER

9.2 DARSTELLUNG DES THEMAS IN „ETHIK 7/8“

9.3 „ETHIK 9/10“

9.3.1 Sachdimension

9.3.2 Methodisch-didaktische Dimension

9.3.3 Funktion für die Planung des Unterrichts

9.4 KOMMENTAR

10. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Schulbücher für den Ethikunterricht in der Sekundarstufe I hinsichtlich ihrer didaktischen und inhaltlichen Konzeption zum Themenbereich "Glück" zu untersuchen und zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Motiv Glück in den zugelassenen Lehrwerken manifest oder latent dargestellt wird und welche methodischen Möglichkeiten zur Erschließung dieses Themenkomplexes geboten werden.

  • Analyse verschiedener philosophischer Glückskonzepte (z.B. Aristoteles, Epikur, Stoa, Utilitarismus) als theoretisches Fundament.
  • Untersuchung von Schulbüchern verschiedener Verlage (Klett, Volk & Wissen, Bayerischer Schulbuchverlag, Militzke, Cornelsen).
  • Kriterienbasierte Bewertung mittels eines strukturierten Analyserasters (Sachdimension, methodisch-didaktische Dimension, Funktion für die Unterrichtsplanung).
  • Vergleichende Analyse der quantitativen und qualitativen Aufbereitung des Themas "Glück" für die Sekundarstufe I.
  • Erörterung der Bedeutung von Begleitmaterialien und ihrer Rolle für die methodische Unterrichtsgestaltung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Aristotelische Konzept der Eudaimonia

„Alle Menschen wollen, dass ihr Leben gelingt. ... Alle Menschen wollen letzten Endes um dieses Zieles willen alles andere. ... Die Richtigkeit und Verkehrtheit menschlicher Handlungen lassen sich beurteilen, ob sie geeignet sind, dieses Ziel zu fördern oder nicht.“ Die drei Thesen sind markant und zentral in der antiken griechischen Philosophie, innerhalb derer der Grundstein für die Überlegungen über das Glück des Menschen im Zusammenhang mit dessen Handeln gelegt wird. Die antike Ethik insgesamt ist eudaimonistisch geprägt. Dem Menschen wird die Fähigkeit zugesprochen, Glück zu finden. Im weiteren Sinne versteht man unter Eudaimonismus die Theorie, dass das Ziel allen menschlichen Handelns im Glück liegt. Im engeren Sinne ist darunter das Ziel des moralischen Handelns zu verstehen. Aristoteles, 384 – 322 v. Chr., setzt bei seinen Überlegungen die Natur des Menschen, die vor allem dadurch gekennzeichnet ist, einerseits durch die Vernunft gelenkt zu sein und andererseits die Fähigkeit zur Ausbildung einer politischen Gemeinschaft zu besitzen, in den Mittelpunkt.

Aristoteles unterscheidet zwischen zwei wesentlichen Zielen menschlichen Handelns. Das eine ist das Tätigsein, der Prozess; das andere ist das Werk, also das Ergebnis des Tätigseins. Das Handeln im Sinne von Tätigsein muss um willen eines Zieles ausgeführt werden, während es diesem auch untergeordnet wird. Daraus resultieren wiederum neue Ziele und dementsprechend neue Handlungen, deren endgültiges Ziel das Endziel ist. Resultierend daraus muss geschlussfolgert werden, dass es sich bei der Existenz nur eines wirklichen Endzieles um das vollkommenste - das höchste Gut handelt.

Welches aber ist das vollkommenste Ziel? Es ist jenes, welches ausschließlich für sich selbst gewählt wird und niemals zu einem anderen Zweck. In diesem Sinne wird das vollkommenste Gut als das Glück bezeichnet, das nur um seiner selbst willen und niemals zu einem darüber hinausliegenden Zweck angestrebt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz des Schulbuchs als zentrales Unterrichtsmedium und stellt das Ziel der vorliegenden Arbeit dar, das Thema "Glück" in verschiedenen Schulbüchern ethisch und didaktisch zu analysieren.

2. PROBLEME DER GLÜCKSBESTIMMUNG: Dieses Kapitel thematisiert die Vieldeutigkeit des Glücksbegriffs im Alltag und in der Philosophie, indem zwischen "Glück haben" (Zufallsglück) und "glücklich sein" (Lebensglück) differenziert wird.

3. FORMEN DES GLÜCKS: Hier werden zentrale philosophische Glückstheorien, von der antiken Eudaimonie bis hin zum modernen Flow-Konzept, fachwissenschaftlich fundiert dargestellt und erläutert.

4. KONKRETISIERUNG DER FRAGESTELLUNG: Es wird das methodische Analyseraster entwickelt, das die Untersuchung der Schulbücher in die Kategorien Sachdimension, Methodisch-didaktische Dimension und Funktion für die Unterrichtsplanung unterteilt.

5. KLETT VERLAG: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Analyse der Klett-Schulbuchreihe "Leben leben" und vergleicht sie mit "Horizonte Praktischer Philosophie" hinsichtlich ihrer methodischen Struktur.

6. VERLAG VOLK & WISSEN: Die Reihe "Ich bin gefragt" wird auf ihre inhaltliche und didaktische Eignung hin untersucht, insbesondere unter dem Aspekt der schülerorientierten Themenaufbereitung.

7. BAYERISCHER SCHULBUCHVERLAG: Analyse der Reihe "ethik" und des Werkes "sehen – werten – handeln" im Hinblick auf deren Möglichkeiten zur Erschließung des Themenkomplexes Glück.

8. MILITZKE VERLAG: Untersuchung der Schulbuchreihen "Ethik" und "Ethik/Philosophie" mit besonderem Augenmerk auf die methodische Strukturierung und die Verwendung von Quellentexten.

9. CORNELSEN VERLAG: Evaluation der Reihe "Ethik" unter Berücksichtigung der Herausforderungen bei der Planung von Unterrichtseinheiten zum Thema Glück.

10. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Synthese der Ergebnisse, in der die Stärken und Schwächen der analysierten Schulbücher vergleichend gegenübergestellt werden.

Schlüsselwörter

Ethikunterricht, Glück, Schulbuchanalyse, Eudaimonie, Hedonismus, Utilitarismus, Flow-Erfahrung, Didaktik, Sachdimension, Schülerorientierung, Lebensglück, Tugendethik, Moral, Unterrichtsplanung, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche und didaktische Konzeption von zugelassenen Schulbüchern für den Ethikunterricht in Sachsen-Anhalt unter dem spezifischen Fokus auf das Thema „Glück“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Neben der Untersuchung der Schulbücher bilden ethisch-philosophische Grundbegriffe und Theorien zum Thema Glück (wie Eudaimonie, Hedonismus und Utilitarismus) die thematischen Pfeiler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein Kriteriensystem für die Analyse von Schulbüchern zu entwickeln und zu zeigen, welche Exemplare inhaltlich und didaktisch besonders empfehlenswert für den Ethikunterricht sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kriterienorientierte, teils qualitative, teils quantitative Schulbuchanalyse nach einem entwickelten Analyseraster (Salzburger Raster) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Fundierung zum Glück und eine detaillierte Analyse der Schulbücher verschiedener Verlage, unterteilt in Sachdimension, Methodik und Planungsrelevanz.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Schulbuchanalyse, Ethikunterricht, Glückskonzeptionen, Didaktik und fachwissenschaftliche Fundierung.

Inwiefern beeinflusst das Lehrerhandbuch die Bewertung eines Schulbuchs?

Das Lehrerhandbuch ist ein entscheidender Faktor für die „Funktion für die Planung des Unterrichts“; ein strukturiertes Begleitmaterial erhöht die Note, da es dem Lehrenden die methodische Umsetzung erleichtert.

Welche Bedeutung kommt der "latenten" Darstellung des Glücks in Schulbüchern zu?

Viele Bücher benennen "Glück" nicht explizit. Die Arbeit zeigt, dass die Analyse solcher latenten Bezüge, etwa durch die Interpretation von Lebensentwürfen oder Freundschaftsthemen, dennoch philosophisch fruchtbar gemacht werden kann.

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Variationen des Themas „Glück“ im Schulbuch
Untertitel
Eine vergleichende Analyse von Schulbüchern für den Ethikunterricht
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Philosophie, Didaktik der Ethik und Philosophie)
Veranstaltung
Staatsexamensarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien
Note
1
Autor
Juliane Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
130
Katalognummer
V125915
ISBN (eBook)
9783640314003
ISBN (Buch)
9783640317707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Variationen Themas Schulbuch Eine Analyse Schulbüchern Ethikunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Wagner (Autor:in), 2004, Variationen des Themas „Glück“ im Schulbuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125915
Blick ins Buch
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