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Parteienverbot - Zeichen einer wehrhaften Demokratie?

Title: Parteienverbot - Zeichen einer wehrhaften Demokratie?

Research Paper (undergraduate) , 2009 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Neureiter (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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In den vergangenen Tagen sorgte die Äußerung des Berliner Innensenators Ehrhart Körting, die Innenminister der Länder würden zum Teil Verbindungsleute aus der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) abziehen, um ein wiederholtes Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme Partei anstrengen zu können, für große Aufregung. Körting heizte damit erneut eine Debatte an, die seit einiger Zeit in der deutschen Öffentlichkeit immer wieder kontrovers diskutiert wird. Die Rede ist von der Forderung nach einer Abschaffung der NPD, die aufgrund des starken Anstiegs fremdenfeindlicher Gewalttaten im Jahr 2000 von führenden Politikern sowie Teilen der Bevölkerung gestellt wurde. Der Verbotsantrag, der daraufhin gemeinsam von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht eingereicht wurde, scheiterte 2003 jedoch daran, dass sich der Einsatz von Verfassungsschutzbeamten in der Führungsspitze der NPD als unüberwindbares juristisches Hindernis für ein Verbot der Partei erwies. Dennoch hält die Diskussion um ein nunmehr erneutes Verbotsverfahren bis heute an und spaltet Politiker, Fachleute und Bürger weiterhin in Befürworter und Gegner einer solchen Maßnahme.

Die folgenden Ausführungen beschäftigen sich mit der im obigen Zusammenhang häufig gestellten Frage nach dem grundsätzlichen Sinn und Nutzen von Parteienverboten sowie den Erfolgsaussichten solcher Verfahren. Dazu soll der Leser einleitend über die Geschichte und die rechtlichen Grundlagen dieser Institution informiert werden, um so deren Entstehungsbedingungen, Kontext und Auswirkungen besser verstehen zu können. Daraufhin wird der Grundgedanke, der hinter dem Parteienverbot steht, sowie die zentralen Thesen der Befürworter vorgestellt. Im dritten Punkt soll auf die Schwächen und Gefahren der Maßnahme eingegangen werden, die von ihren Gegnern immer wieder angeführt werden, um dann in einem abschließenden Fazit die genannten Vor- und Nachteile zu bewerten sowie gegeneinander abzuwägen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Geschichte und rechtliche Grundlagen des Parteienverbots in der BRD

2. Warum Parteien verbieten?

3. Argumente gegen das Parteienverbot

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den grundsätzlichen Sinn, den Nutzen sowie die Erfolgsaussichten von Parteienverboten in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund der wehrhaften Demokratie und der aktuellen Debatte um die NPD.

  • Historische Herleitung und rechtliche Verankerung des Parteienverbots im Grundgesetz
  • Die theoretische Begründung der wehrhaften Demokratie
  • Argumentationslinien der Befürworter eines Parteienverbots
  • Kritische Analyse der Schwächen und Gefahren dieser Institution
  • Bewertung der praktischen Erfolgsaussichten von Verbotsverfahren

Auszug aus dem Buch

3. Argumente gegen das Parteienverbot

Wie bereits erwähnt gibt es unter Bürgern, Politikern und Fachleuten nicht nur Befürworter, sondern auch Gegner einer solchen Maßnahme. Neben den Zweifeln an der grundsätzlichen Legitimation des Parteienverbots in einem demokratischen Rechtsstaat führen sie zahlreiche weitere Schwächen und Gefahren dieser Institution an, die im Folgenden zusammenfassend dargestellt werden sollen. Eines ihrer Argumente ist, dass das Prinzip der wehrhaften Demokratie mittlerweile obsolet sei. Es beruhe auf dem Misstrauen der Verfassungsväter und -mütter gegenüber dem deutschen Volk und dessen Akzeptanz des Grundgesetzes. Heute sei die Demokratie jedoch fest in den Köpfen der Menschen verankert, weshalb es keinen Maßnahmen wie dem Parteienverbot mehr bedürfe.

Daneben geben Kritiker der Institution zu bedenken, dass „eine legale Partei sehr viel einfacher zu beobachten“ sei. Ein Verbot der NPD hätte bspw. zur Folge, dass sich deren Aktivitäten in den „Untergrund“ verlagern würden, wodurch sie schwerer von den Behörden verfolgt werden könnten. Sie verweisen auch auf eine mögliche Missbrauchsgefahr des Parteienverbots. Eine Regierung könne es benutzen, um sich politischer Gegner zu entledigen und so die eigene Macht auf illegitime Weise zu festigen. Ein weiteres Argument der Kritiker ist, dass sich Erscheinungen wie Extremismus und politisch motivierte Gewalt nicht einfach durch das Verbot einer Partei beseitigen ließen. Einstellungen wie Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus seien fest in Teilen der Gesellschaft verwurzelt, weshalb ihnen nicht mit einem Parteienverbot beizukommen sei. Eine solche Maßnahme stelle vielmehr einen bloßen Aktionismus dar, der zur Verkennung der wahren Ursachen dieser Probleme führe.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um das Parteienverbot der NPD ein und stellt die zentrale Fragestellung sowie den Aufbau der Untersuchung dar.

1. Geschichte und rechtliche Grundlagen des Parteienverbots in der BRD: Das Kapitel erläutert die historischen Gründe für die Einführung der wehrhaften Demokratie im Grundgesetz sowie die rechtlichen Voraussetzungen und Konsequenzen eines Parteienverbots.

2. Warum Parteien verbieten?: Hier werden die Argumente der Befürworter dargelegt, die in einem Parteienverbot ein notwendiges Mittel zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sehen.

3. Argumente gegen das Parteienverbot: Dieser Abschnitt thematisiert die Kritik am Parteienverbot, angefangen bei Bedenken hinsichtlich der demokratischen Legitimation bis hin zu praktischen Problemen bei der Durchsetzung und Wirksamkeit.

Fazit: Das Fazit wägt die Argumente beider Seiten ab und kommt zu dem Schluss, dass ein Parteienverbot zwar kein Allheilmittel, aber unter strengen Auflagen eine sinnvolle Option darstellt.

Schlüsselwörter

Parteienverbot, wehrhafte Demokratie, Grundgesetz, NPD, Verfassungsgericht, politische Willensbildung, Extremismus, Rechtsstaat, Parteienprivileg, Verbotsverfahren, Demokratieschutz, politischer Extremismus, Verfassungsfeindlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik und Legitimität von Parteienverboten in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der wehrhaften Demokratie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historischen Hintergründe, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Artikels 21 Grundgesetz sowie die konträren Debatten zwischen Befürwortern und Gegnern eines Parteienverbots.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Abwägung der Argumente, um zu beurteilen, ob ein Parteienverbot ein probates und notwendiges Mittel zur Verteidigung der demokratischen Grundordnung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die zentrale Thesen aus der Fachdiskussion sowie historische und rechtliche Analysen zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verfassungsrechtlichen Grundlagen, eine Analyse der Argumente für Parteienverbote und eine Gegenüberstellung der Kritikpunkte, insbesondere hinsichtlich der Erfolgsaussichten und Missbrauchsgefahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Parteienverbot, wehrhafte Demokratie, Verfassungsfeindlichkeit und das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Schutz der Demokratie.

Warum wird im Dokument auf die NPD Bezug genommen?

Die NPD dient als zentrales Fallbeispiel, da sie Ausgangspunkt für die aktuellen und historischen Debatten über Verbotsverfahren und die juristischen Hürden (z.B. V-Leute-Problematik) ist.

Welche Rolle spielen Verfassungsschutzbeamte bei einem Verbotsverfahren?

Der Einsatz von V-Leuten in der Führungsspitze einer Partei stellt ein erhebliches juristisches Hindernis dar, da er die staatliche Glaubwürdigkeit bei einem Verbotsantrag untergraben kann, wie das Beispiel des gescheiterten NPD-Verbotsverfahrens 2003 zeigt.

Gilt das Prinzip der wehrhaften Demokratie heute noch als aktuell?

Während Kritiker es als obsolet betrachten, argumentiert die Arbeit, dass es trotz veränderter gesellschaftlicher Bedingungen als "starke Waffe" gegen Verfassungsfeinde weiterhin seine Berechtigung behält, sofern es streng kontrolliert wird.

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Details

Title
Parteienverbot - Zeichen einer wehrhaften Demokratie?
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Politik)
Course
Einführung in die Politikwissenschaft – Grundbegriffe und Methoden
Grade
1,0
Author
Michael Neureiter (Author)
Publication Year
2009
Pages
9
Catalog Number
V126019
ISBN (eBook)
9783640314423
ISBN (Book)
9783640317950
Language
German
Tags
Parteiverbot Demokratie NPD SRP KPD Deutschland Partei Parteien wehrhafte Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Neureiter (Author), 2009, Parteienverbot - Zeichen einer wehrhaften Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126019
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