Zu: Stefan Jensens ´Im Kerngehäuse´ und Peter Weirs ´Truman Show´


Hausarbeit, 2000

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Stefan Jensens „Im Kerngehäuse“

2. Truman Show
2.1 Einleitung / Kurze Darstellung des Films
2.1.1 Alltagswelt
2.1.2 Transparenz
2.1.3 Grenzen
2.2. Audio

4. Anwendung der Jensen – Aussagen auf die Truman Show

5. Auswertung / Analyse

6. Literaturverzeichnis

1. Stefan Jensens „Im Kerngehäuse“

Im Rahmen des Seminars „Schütz, Flusser, Luhmann und die neuen Medien“ befaßt sich mein Referat mit einem Aufsatz aus dem Buch „Konstruktivismus und Sozialtheorie“. Stefan Jensens Aufsatz „Im Kerngehäuse“ behandelt die Konstruktion von Wirklichkeit.

Wie wir im Laufe dieses Semesters vereinzelt erfahren haben, läßt sich unsere Welt, unsere Wirklichkeit in eine Innenwelt und eine Außenwelt aufteilen. Jensen sagt, es gibt keine Kommunikation über die Grenzen der Systeme hinweg. Die Grenze der Gesellschaft bzw. die Grenze der Innenwelt ist damit also auch die Grenze der Kommunikation.

Das heißt jedoch nicht, daß man nicht über Dinge der Außenwelt sprechen kann. „Jedes Ereignis der Außenwelt ist ein Element im Cyberspace“[1]. Das, was in der Außenwelt passiert, ein beliebiges Ereignis X, wird durch Kommunikation in der Innenwelt, in der Gesellschaft der Innenwelt, erst greifbar gemacht. Zwar geht es um etwas in der Außenwelt, es wird in der Innenwelt behandelt. Jensen begründet diese Basisaussage seines Aufsatzes einleuchtend mit „Wir befinden uns im Cyberspace, den wir Gesellschaft nennen. Dieser Cyberspace ist ein geschlossenes System. “[2]

Ein weiterer Aspekt in Jensen Argumentation ist der Umgang mit sogenannten kulturellen Medien und Kommunikation in diesem System. Der Begriff Medium verweist im Lexikon u.a. auf medium, das „Mittel zur Verbreitung oder Weitergabe von Informationen durch Sprache, Mimik, Gestik, Schrift oder Bild.“[3] Jensen verweist hier auf Parsons, der eine interessante und passende These aufgestellt hat. Genetik und Kultur bzw. Gesellschaft sind einander sehr ähnlich. Eine zuerst etwas eigenartig erscheinende Aussage, die jedoch verständlich wird, wenn man als Grundlage des Vergleich die Information nimmt.

Gene übertragen Erbinformationen von Generation zu Generation. Ähnlich macht es die Gesellschaft. Mit Hilfe von Höhlenmalereien, Schrifttafeln, Papier oder heutzutage dem Computer werden Wissen oder ganz allgemein Informationen von Generation zu Generation weitergegeben. Auf unsere Situation bezogen heißt das: Wie können sich Systeme, also eine Gesellschaft, sowohl biologisch als auch sprachlich, über Zeit und Raum hinweg erhalten?

Parallel zum genetischen Code gibt es einen kulturellen Code, durch den Informationen im System übertragen werden. Diese Informationsübermittlung vollziehen kulturelle Medien. Im Vergleich zu Genen in der Genetik gibt es in der Kultur Meme. Meme sind Symbolanordnungen mit einer bestimmten Bedeutung. Es kann Schrift aber auch Bild sein, ebenso wie Mimik. In einem kommunikativen Kontext wie einem Gespräch können diese Informationen wiedergegeben, also reproduziert werden, genau wie Gene.

Nachdem Jensen den Leser mit grundlegenden Informationen bzw. dem notwendigen Basiswissen versorgt hat, beginnt seine eigentliche Argumentation. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, es gebe keine Außenwelt: Sie wird nur von der Innenwelt erzeugt. Dinge, die nicht greifbar sind, werden oder können zwar der Außenwelt zugeschrieben werden.

Jensen begründet sein Argument der nicht existierenden Außenwelt nachvollziehbar. Alles Wissen über die Außenwelt, egal ob sie jetzt existiert oder nicht, wird ausschließlich von der Wissenschaft der Innenwelt erzeugt. Aussagen, die in der Innenwelt produziert werden, können sich zwar auf Sachverhalte oder Ereignisse der Außenwelt beziehen, bleiben jedoch Bestandteil der Innenwelt.

Ein Blitzeinschlag ist nichts, was in konkretem Zusammenhang mit unserer Innenwelt steht. Er kann jedoch aus der Innenwelt beobachtet werden. Naturwissenschaftler begründen den Blitzeinschlag als Naturphänomen (Warmluft, Kaltluft, Druck usw.), Theologen verweisen auf eine Tat Gottes. Unser vermeintliches Wissen über die Außenwelt basiert auf Vermutungen bzw. Entdeckungen, die aus der Wissenschaft unserer Gesellschaft entstanden ist. Informationen, die wir als Gesellschaft von Generation zu Generation weitergeben, sind Informationen über die und von der Innenwelt.

„Jenseits der Gesellschaft liegt nicht die Außenwelt, sondern unmarked space. Unmarked space ist gesellschaftlich unbestimmt. Er kann nur bestimmt werden durch Bestimmungen, die wir im System treffen. Wir bleiben in der Innenwelt.“[4] Und da es keine Außenwelt gibt, gibt es logischerweise auch keine Kommunikation mit der Außenwelt. „Es kann nichts antworten, was nicht zur Gesellschaft gehört.“[5]

Jensen beendet seinen Aufsatz ähnlich wie er ihn angefangen hat. Er kommt zu dem mittlerweile begründeten Schluß, daß wir in einer Paradoxie leben: einer Innenwelt ohne Außenwelt. Sobald wir versuchen, uns mit der Außenwelt auseinanderzusetzen, landen wir unvermeidbar wieder in der Innenwelt. Die Grenze ist also ein Spiegel. Die Außenwelt ist unvollkommen und spiegelt letztendlich nur die Gesellschaft, also die Innenwelt dar.

Die Truman Show

Kurze Darstellung des Films

Seit 10909 Tagen läuft die Truman Show mit weltweitem Erfolg im TV. Truman Burbank ist der Star der Show. Nur weiß er das – als einziger – nicht. Umgeben von Schauspielern, Statisten und 5000 Kameras lebt er sein Leben. Seine Frau ist Schauspielerin und spielt die Rolle seiner Ehefrau nur. Ebenso wie sein bester Freund. Alle tragen 30 Jahre lang dazu bei, daß Truman ohne Zweifel sein Leben lebt. Er realisiert nicht, daß seine wunderschöne, idyllische Heimatstadt Seahaven ein gigantisches Studio darstellt, das von einem visionären Produzenten entwickelt wurde.

[...]


[1] JENSEN, STEFAN “Im Kerngehäuse”, in “Konstruktivismus und Sozialtheorie”

[2] ebd.

[3] ebd.

[4] JENSEN, STEFAN “Im Kerngehäuse”, in “Konstruktivismus und Sozialtheorie”

[5] JENSEN, STEFAN “Im Kerngehäuse”, in “Konstruktivismus und Sozialtheorie”

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Zu: Stefan Jensens ´Im Kerngehäuse´ und Peter Weirs ´Truman Show´
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (FB3)
Veranstaltung
Schütz, Flusser, Luhmann und die neuen Medien
Note
1,3
Autor
Jahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V1261
ISBN (eBook)
9783638107945
ISBN (Buch)
9783638756020
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstruktivismus, Sozialtheorie, Jensen, Truman Show
Arbeit zitieren
Ralf Siegel (Autor), 2000, Zu: Stefan Jensens ´Im Kerngehäuse´ und Peter Weirs ´Truman Show´, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1261

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