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Die amerikanische Subprimekrise und die Reaktionen der Zentralbanken

Titre: Die amerikanische Subprimekrise und die Reaktionen der Zentralbanken

Mémoire (de fin d'études) , 2008 , 85 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Michael Hartl (Auteur)

Gestion d'entreprise - Politique économique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Rückblickend auf die letzten hundert Jahre lässt sich feststellen, dass im Zuge der Finanzmarktintegration und Globalisierung die Häufigkeit von Finanzkrisen deutlich zugenommen hat. Allein seit Beginn der 1980er Jahre wurden 166 Finanzkrisen dokumentiert. 84 dieser Krisen werden als „größere“ Finanzkrisen bezeichnet. Rund 30 davon begannen in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren waren es mit 50 Krisen hingegen schon fast doppelt so viele. Nach den jüngsten Krisen in Emerging Markets wie Mexiko 1994 / 95, Asien 1997 / 98, Russland 1998 und 1999 in Brasilien trifft es bei der Subprimekrise hauptsächlich die Industriestaaten. So sind vor allem die als Ausgangspunkt definierten United States of America (USA) und Europa von der aktuellen Immobilienkrise betroffen. Zahlreiche Banken und Investmenthäuser, sowohl in den USA als auch in Europa, stehen entweder vor dem Aus oder müssen Milliarden Abschreibungen aufgrund von Fehlspekulationen mit Mortgaged Backed Securities hinnehmen.
Durch die sich kontinuierlich weiter zuspitzende Situation an den Finanzmärkten stehen nun seit einiger Zeit die Zentralbanken immer mehr im Mittelpunkt der Krisenbekämpfung, bei der es sich um keine leichte Aufgabe handelt. Besonders der Zuwachs an innovativen Finanzinstrumenten hat dafür gesorgt, dass Finanzmärkte zunehmend untransparenter werden. Auch wird eine Beurteilung der Marktsituation als Grundlage für geldpolitische Entscheidungen zunehmend komplexer und diffuser. Deutlich wird dies durch die von den Zentralbanken unterschiedlich eingeschätzten Risiken. Während die größte Sorge der US-amerikanischen Notenbank eine drohende Rezession ist, fürchtet die Europäische Zentralbank vielmehr die Gefahr der Inflation. Ebenso besteht die Angst vor einem drohenden Verlust der Glaubwürdigkeit von geldpolitischen Entscheidungsträgern, was somit für weitere Brisanz bei der Entscheidungsfindung sorgt.
Zusätzlich wird durch die finanzielle Unterstützung der Zentralbanken und Institutionen für Opfer der Subprimekrise den Marktakteuren ein trügerisches Gefühl der Sicherheit gegeben. Sind aufgrund krisenbedingter Auswirkungen kurzfristige Eingriffe unumgänglich um die Finanzmärkte vor einem Kollaps zu bewahren, könnte gerade dieses Handeln den Investoren eine Expost Krisenversicherung vermitteln. Dadurch wäre ein eigennütziges, für die Gesellschaft schädliches Verhalten der Marktakteure denkbar.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Abschnitt: Einführung

2. Abschnitt: Subprimekrise

2.1.Kreditmarkt als Krisenursache

2.1.1.Subprimekredite und mangelnde Sicherheiten

2.1.2.Asset Securitisation

2.1.3.Problematik der variablen Zinssätze

2.2.Krisenausbruch und Krisenverlauf

2.2.1.Maturity Mismatch der Refinanzierung

2.2.2.Misstrauen der Banken und mangelnde Liquidität

2.2.3.Leidtragende und Profiteure der Subprimekrise

3. Abschnitt: Öffentliche Reaktionen seit Beginn der Subprimekrise

3.1.Leitzins als Steuerungsinstrument

3.1.1.Rezessionsangst der US-Notenbank

3.1.2.Preisniveaustabilität als Ziel der Europäischen Zentralbank

3.2.Bereitstellung von Liquidität

3.2.1.Offenmarktgeschäfte der Zentralbanken

3.2.2.Sovereign Wealth Funds

3.2.3.Regierung

3.3.Auswirkungen von Zentralbankaktivitäten auf die Märkte

3.3.1.Reaktionen der Vermögensmärkte auf Zinsveränderungen

3.3.2.Liquiditätsbedingte Marktaktivitäten

3.3.3.Problematik der geldpolitischen Transmission

4. Abschnitt: Langfristige Risiken für die Finanzmarktstabilität

4.1.Zentralbanken und Institutionen als Garantiegeber für Kredite

4.1.1.Implizite und explizite Garantien vor der Krise

4.1.2.Länderspezifische „Bail-Out“ Zusage

4.1.3.Marktspezifische „Bail-Out“ Zusage

4.1.4.Zentralbanken und IMF als Garantiegeber

4.2.Moral Hazard als Folge von Kreditgarantien

4.2.1.Divergenz von privatem und sozialem Risiko

4.2.2.Unzureichende Diversifikation der Anleger

4.2.3.Übermäßige Risikoakkumulation

4.2.4.Mangelnde Risikotransparenz der Investments

4.3.Liquiditätsbereitstellung als Ursache für Überinvestitionen

4.3.1.Übermäßiges Liquiditätsangebot

4.3.2.Carry Trade und Hunt for Yield

4.3.3.Informationsasymmetrien und Herding

4.3.4.Krisenbedingte Liquiditätsflüsse

5. Abschnitt: Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf der amerikanischen Subprimekrise sowie die Interventionen der Zentralbanken und staatlicher Institutionen. Das primäre Ziel besteht darin, die Auswirkungen dieser Rettungsmaßnahmen auf die langfristige Stabilität der Finanzmärkte unter Berücksichtigung von Anreizstrukturen wie dem Moral-Hazard-Problem kritisch zu analysieren.

  • Analyse der Kreditmarktstrukturen und der Rolle von Subprimekrediten als Krisenursprung.
  • Untersuchung der geldpolitischen Reaktionen von Fed und EZB auf die Marktinstabilitäten.
  • Evaluation staatlicher Rettungsmaßnahmen und der Einbindung von Sovereign Wealth Funds.
  • Diskussion langfristiger Risiken durch implizite und explizite Kreditgarantien („Bail-Out“).
  • Betrachtung von Verhaltensmustern wie „Herding“ und „Hunt for Yield“ als Treiber für Blasenbildungen.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Subprimekredite und mangelnde Sicherheiten

Obwohl der US-Hypothekenmarkt nicht die einzige Ursache für die Subprimekrise ist, stellt er dennoch die Grundlage für die Turbulenzen dar. So wurde in den USA neben dem Anstieg staatlich unterstützter Wohnbaufinanzierungsgesellschaften, welche hauptsächlich den Primemarkt bedienen, auch ein starkes Wachstum bei nicht staatlich geförderten Hypothekeninstituten (Non-Agencies) verzeichnet. Diese Non-Agencies haben vor allem Hypothekendarlehen an nicht erstklassige Schuldner, die sogenannten Subprimedarlehen, vergeben. Bei diesen Subprimekrediten, “handelt es sich um Kredite, die an Kunden mit geringer Bonität vergeben werden, wozu Personen mit niedrigem Einkommen, negativer Kreditbiographie bzw. jene zählen, gegen die eine Zwangsvollstreckung eingeleitet wurde oder die Insolvenz angemeldet haben.“

So konnte festgestellt werden, dass im Laufe der letzten Jahre die Anzahl der Hypothekengeschäfte mit Kunden geringster Bonität im Jahr 2001 von 5% auf zuletzt 20% des amerikanischen Hypothekengeschäfts anstieg. Begründet wurde diese Vergabe von Krediten an Schuldner mit geringer Bonität durch die damals stetig steigenden Immobilienpreise. Gemäß Abbildung 1 lässt sich aus den Home Price Indices von Standard&Poor’s ablesen, dass sowohl der 10-City Composite als auch der 20-City Composite von 1991 bis 2005 eine Steigerung von fast 28% aufweisen. Dabei handelt es sich bei beiden Indizes um Messungen bezüglich Preisänderungen beim Verkauf von Einfamilienhäusern in bestimmten Regionen der USA. Die in den Indizes enthaltenen Regionen können dem Anhang entnommen werden. Auf Basis dieser stetigen Preissteigerung für Immobilien wurden meist grundpfandrechtlich besicherte Darlehen mit einer Höhe von bis zu 100% der Finanzierungskosten gewährt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abschnitt: Einführung: Umreißt die Zunahme von Finanzkrisen durch globale Marktintegration und thematisiert die Rolle der Zentralbanken bei der Krisenbekämpfung.

2. Abschnitt: Subprimekrise: Analysiert den US-Hypothekenmarkt als Krisenursprung, insbesondere die Rolle von Subprimekrediten und Verbriefungsprodukten (ABS).

3. Abschnitt: Öffentliche Reaktionen seit Beginn der Subprimekrise: Beschreibt die geldpolitischen Interventionen der Notenbanken (Leitzins, Liquiditätsbereitstellung) sowie staatliche Stützungsmaßnahmen.

4. Abschnitt: Langfristige Risiken für die Finanzmarktstabilität: Erörtert die langfristigen negativen Anreize durch Bail-Out-Garantien, Moral Hazard und Fehlverhalten von Marktakteuren.

5. Abschnitt: Ausblick: Führt die Zunahme der Krisenanfälligkeit auf die zunehmende Marktvernetzung und staatliche Eingriffe zurück, die Anreize für spekulatives Verhalten schaffen.

Schlüsselwörter

Subprimekrise, Zentralbanken, Liquidität, Finanzmarktstabilität, Asset Securitisation, Leitzins, Moral Hazard, Bail-Out, Immobilienmarkt, Risikokonzentration, Herding, Carry Trade, Geldpolitik, Finanzkrisen, Investorenverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der US-amerikanischen Subprimekrise und untersucht dabei insbesondere die Reaktionen der verschiedenen Zentralbanken sowie die daraus resultierenden langfristigen Stabilitätsrisiken für die Finanzmärkte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung der Subprime-Kreditkrise, die Rolle von Verbriefungen (Asset Backed Securities), die geldpolitische Steuerung über Leitzinsen, die Bereitstellung von Liquidität durch Notenbanken und Staaten sowie die ökonomischen Verhaltensmodelle von Marktakteuren unter Krisenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie staatliche und institutionelle Rettungsmaßnahmen (Bail-Outs) durch den daraus resultierenden Moral-Hazard-Effekt möglicherweise den Nährboden für künftige Finanzmarktturbulenzen bereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die vorhandene ökonomische Theorien (wie das Eigennutztheorem oder den Moral-Hazard-Ansatz) nutzt, um aktuelle Marktentwicklungen seit 2007 aufzuarbeiten und durch empirische Daten (Indizes, Wirtschaftsdaten) zu untermauern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Krisenursachen (Subprime-Kredite, Verbriefung, Maturity Mismatch), die Analyse der öffentlichen Reaktionen durch Zentralbanken und Regierungen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den langfristigen Folgen für die Finanzmarktstabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subprimekrise, Zentralbanken, Moral Hazard, Bail-Out, Liquiditätsbereitstellung und Finanzmarktstabilität charakterisiert.

Warum spielen Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds) in der Arbeit eine Rolle?

Staatsfonds werden als wichtige Liquiditätsquelle für angeschlagene Finanzinstitute thematisiert, wobei jedoch auch die mangelnde Transparenz und mögliche politische Interessen hinter diesen Fonds als Herausforderung für die Finanzmärkte diskutiert werden.

Was bedeutet der „Inside-Lag“ im Kontext der Krisenpolitik der Fed?

Der „Inside-Lag“ bezeichnet die zeitliche Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt, an dem ein geldpolitischer Eingriff aufgrund einer Krise notwendig wäre, und dem Zeitpunkt der tatsächlichen Durchführung dieser Maßnahme. Die Arbeit argumentiert, dass dieser Zeitverlust die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen beeinträchtigt haben könnte.

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Résumé des informations

Titre
Die amerikanische Subprimekrise und die Reaktionen der Zentralbanken
Université
University of Leipzig
Note
1,7
Auteur
Michael Hartl (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
85
N° de catalogue
V126135
ISBN (ebook)
9783640315123
ISBN (Livre)
9783640318513
Langue
allemand
mots-clé
Subprimekrise Reaktionen Zentralbanken
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Hartl (Auteur), 2008, Die amerikanische Subprimekrise und die Reaktionen der Zentralbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126135
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