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Platon, Philebos

Darstellung und Interpretation des Abschnitts 18e bis 23b

Título: Platon, Philebos

Trabajo , 2006 , 15 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Peter Brendebach (Autor)

Filosofía - Filosofía de la Edad Antigua
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Gleich zu Beginn des Philebos wird das Thema bezeichnet, nämlich das Gute im menschlichen Leben.
Hier stehen sich zwei verschiedene Auslegungen einander gegenüber. Die eine sieht das Gute in der Lust, im Vergnügen und allem, was damit zusammenhängt. Die andere Auffassung, die Sokrates vertritt, sieht im Vernünftigsein, Erkennen und Sicherinnern das Gute. Beide Auslegungen werden eingeführt als Ergebnis eines vorangegangenen Gesprächs, welches selbst nicht fortgeführt wird. Der Verfechter der ersten These, Philebos, ist vom Gespräch zurückgetreten, bleibt aber anwesend und schaltet sich im Laufe des Dialoges immer wieder kurz ein. Die Vertretung seiner These übernimmt ein anderer, Protarchos, denn „Philebos der Schöne ist […] ermüdet.“ Hier wird jedoch bereits deutlich, dass Philebos als Gesprächspartner zu dieser Thematik für Sokrates auch gar nicht in Frage kommt, da er an Gründen und Gegengründen gar kein Interesse zu haben und auf seinem hedonistischen Standpunkt zu beharren scheint. Franz von Kutschera beschreibt ihn wie folgt: „Es ist ihm gleichgültig, ob sein Leben, in dem er möglichst viel Spaß haben will, vernünftig oder in irgendeinem objektiven Sinn richtig ist, es genügt ihm völlig, daß es ihm gefällt.“ Protarchos hingegen ist offen für die Diskussion. Nur mit einem solchen Partner kann Sokrates ein fruchtbares Gespräch führen.
Mit Protarchos einigt sich Sokrates also auf das Gesprächsthema und das Ziel. Es geht um das gute Leben und die Frage, ob es sich an Lust oder an Vernunft orientiere. Doch bereits hier zieht Sokrates in Erwägung, dass es auch eine dritte Alternative geben könne, der beide vertretenen Standpunkte unterlegen sein könnten. Für diesen Fall einigt man sich auf die „Spielregel“, dass dann ermittelt werden solle, welche der beiden Standpunkte der besten Alternative am nächsten komme, um einen Sieger in diesem Wettstreit bestimmen zu können.
Am Beginn der eigentlichen Untersuchung steht nun die Frage, ob Lust und Vernunft jeweils eine einheitliche Verfassung der Seele anzeigen. Hier stellt sich schnell heraus, dass es trotz der begrifflichen Einheit sowohl der Lust als auch der Vernunft jeweils verschiede Arten gibt. Die weitere Untersuchung der beiden Thesen muss also diese Verschiedenheit, die sie in sich begreifen, ins Auge fassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Kurze Zusammenfassung des Dialogs bis zum Abschnitt 18e

1. Erste Bezeichnung des Gesprächsthemas (11b-14c)

2. Der Exkurs über die Dialektik (14c-18e)

II. Interpretation des Abschnitts 18e – 23b

1. 18e – 20a: Wiederaufnahme der ursprünglichen Frage und Protarchos’ 1. Kapitulation

2. 20b – 21d: Sokrates’ Traum und Protarchos’ 2. Kapitulation

3. 21d – 23b: Kompromisslösung und neue Fragestellung

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit Platons Dialog Philebos auseinander, insbesondere mit der Untersuchung des Abschnitts 18e bis 23b. Zentrales Ziel ist es, die dialektische Methodik sowie die strategischen Argumentationsschritte darzustellen, mit denen Sokrates und Protarchos die Frage nach dem „Guten“ im menschlichen Leben erörtern, wobei der Fokus auf dem Übergang von der Suche nach einem reinen Leben (Lust vs. Vernunft) hin zur Bestimmung eines gemischten Lebens liegt.

  • Analyse des methodischen Vorgehens bei der Bestimmung von Einheit und Vielheit
  • Untersuchung der argumentativen Strategie der "Kapitulationsreden" des Protarchos
  • Darstellung des Gedankenexperiments zum Vergleich von Lust und Vernunft
  • Erarbeitung der Kriterien eines vollkommenen, hinreichenden und begehrenswerten Lebens
  • Diskussion der Bedeutung des "gemischten Lebens" als dritter Weg

Auszug aus dem Buch

1. 18e – 20a: Wiederaufnahme der ursprünglichen Frage und Protarchos’ 1. Kapitulation

Der vorangegangene Exkurs endet mit der Frage des Philebos, was denn das soeben Erörterte mit der Ausgangsfrage zu tun habe: „PHILEBOS: Dies habe ich nun noch deutlicher als jenes, nämlich in seiner Beziehung unter sich, verstanden, o Protarchos. Dieselbe Kleinigkeit fehlt aber jetzt noch wie vorher. SOKRATES: Etwa, o Philebos, was dies wohl zur Sache beiträgt? PHILEBOS: Ja, das ist es, wonach Protarchos und ich schon lange suchen.“

Dies nimmt Sokrates zum Anlass, wieder zur Ausgangsfrage zurückzukehren und das soeben Vorangegangene auf sie zu beziehen. Dorothea Frede fasst zusammen: „Der lange Rede kurzer Sinn ist der Nachweis, daß auch Lust und Wissen der entsprechenden Behandlung zu unterziehen sind“, also mit den Worten Sokrates’: „Eben dieses also fragt die vorige Rede uns ab, wie doch jede von beiden Eins ist und Vieles, und wie nicht gleich unendlich, sondern zuvor jede ihre bestimmte Zahl hat, ehe das Einzelne in ihnen unendlich geworden ist.“

Im Gegensatz zum Philebos scheint dies dem Protarchos klar zu sein. Er sieht sich jedoch außerstande, dieses dialektische Verfahren zur Feststellung der Einheit und Vielheit von Lust und Vernunft anzuwenden und macht das dem Philebos deutlich: „Siehe daher zu, welcher von uns beiden das jetzt Gefragte beantworten soll. Denn vielleicht ist es wohl lächerlich, wenn ich, der ich die Rede vollständig zu übernehmen mich erklärt habe, nun, weil ich das jetzt Gefragte nicht zu beantworten vermag, es dir wieder zurückschiebe; noch lächerlicher aber bei weitem, glaube ich, wenn keiner von uns beiden es vermöchte.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Kurze Zusammenfassung des Dialogs bis zum Abschnitt 18e: Hier wird das Thema des guten Lebens eingeführt, der Einstieg in den Dialog durch Protarchos als Ersatz für Philebos beschrieben und der Exkurs über die dialektische Methode erläutert.

II. Interpretation des Abschnitts 18e – 23b: Dieser Hauptteil analysiert die Rückkehr zur Ausgangsfrage, Protarchos' Kapitulation bezüglich der methodischen Anwendung und die Entwicklung eines Gedankenexperiments, das in der Erkenntnis mündet, dass eine Mischung aus Lust und Vernunft gegenüber reinen Formen zu bevorzugen ist.

III. Zusammenfassung: Die Arbeit rekapituliert die Wendungen im Dialog, insbesondere den Wechsel von der dialektischen Methode zu einem Gedankenexperiment und die damit verbundene Neuausrichtung der Fragestellung auf die Suche nach der Ursache für das gemischte gute Leben.

Schlüsselwörter

Platon, Philebos, Sokrates, Protarchos, Gutes Leben, Lust, Vernunft, Dialektik, Dihairesis, Gedankenexperiment, Einheit und Vielheit, Hedonismus, Wissensbegriff, Gemischtes Leben, Philosophie der Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten Analyse und Interpretation des Abschnitts 18e bis 23b aus Platons Spätdialog Philebos.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die philosophische Bestimmung des „Guten“ im menschlichen Leben, die dialektische Methode sowie das Verhältnis von Lust und Vernunft als Lebensentwürfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den argumentativen Prozess aufzuzeigen, wie Sokrates durch einen Methodenwechsel (vom Dialektik-Exkurs zum Gedankenexperiment) Protarchos dazu bringt, das reine Leben der Lust oder der Vernunft zugunsten eines gemischten Lebens abzulehnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-philosophische Interpretation und stützt sich dabei maßgeblich auf einschlägige Sekundärliteratur zur platonischen Philosophie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kapitulation des Protarchos vor der Dialektik, die Einführung von Testkriterien für das gute Leben und das Gedankenexperiment, das die Vorzüge einer Mischung von Lust und Wissen verdeutlicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Platon, Philebos, Dialektik, Hedonismus, Vernunft, Lust, das Gute und die methodische Analyse der "Einheit und Vielheit".

Warum spielt die sogenannte "Kapitulation" des Protarchos eine so wichtige Rolle?

Sie markiert einen Wendepunkt im Dialog, an dem Protarchos zwar seine Unfähigkeit zur Anwendung der Dialektik eingesteht, aber Sokrates auffordert, beide Positionen (Lust und Vernunft) im Wettstreit um das gute Leben für ihn zu vertreten.

Was besagt Sokrates' "Traum" im Dialog?

Sokrates führt an, dass ihm ein Gott den Hinweis gegeben habe, dass weder Lust noch Erkenntnis das höchste Gut seien, sondern etwas Drittes, was den Verzicht auf eine rein dialektische Herleitung der Teilarten in diesem spezifischen Moment rechtfertigt.

Was unterscheidet das "gemischte Leben" von den anderen Positionen?

Das gemischte Leben wird als das erstrebenswerte Ziel definiert, da es die Vorteile von Lust und Vernunft vereint und somit die Kriterien der Vollendung, Hinlänglichkeit und Begehrenswertheit erfüllt.

Warum lehnt Sokrates das reine Leben der Lust ab?

Sokrates argumentiert, dass ein Leben ohne Vernunft und Gedächtnis kein menschliches Leben, sondern ein reflexionsloses Dasein (vergleichbar mit einem Weichtier) wäre, da die notwendige Bewusstheit über das eigene Glück fehlt.

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Detalles

Título
Platon, Philebos
Subtítulo
Darstellung und Interpretation des Abschnitts 18e bis 23b
Universidad
University of Bonn  (Institut für Philosophie)
Curso
Platon, Philebos
Calificación
2,0
Autor
Peter Brendebach (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
15
No. de catálogo
V126204
ISBN (Ebook)
9783640322596
ISBN (Libro)
9783656561217
Idioma
Alemán
Etiqueta
Platon Philebos Darstellung Interpretation Abschnitts
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Peter Brendebach (Autor), 2006, Platon, Philebos, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126204
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