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Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug: Quellenvergleich

Title: Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug: Quellenvergleich

Term Paper , 2009 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Irina Schel (Author)

World History - Early and Ancient History
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„Der Ostgotenkönig Theoderich der Große gehört zu jenen faszinierenden Gestalten der Geschichte, die weit über ihre eigene Zeit hinaus gewirkt haben und niemals aus dem historischen Bewusstsein verschwunden sind.“ In der vorliegenden Hausarbeit soll Theoderichs Italienfeldzug primär unter der Leitfrage untersucht werden, welche Motive der Unternehmung vorausgingen. In der Forschung ist umstritten, ob Theoderich aus eigenem Entschluss oder auf Initiative des Kaisers nach Italien ging. Folgende Untersuchungsebenen erscheinen weiterführend: Welche Motive des oströmischen Kaisers Zenon werden in den Quellen angegeben? Welche Ziele verfolgte Theoderich laut vorliegender Quellen?
Zu Beginn wird der Fokus auf die politische Stellung Odoakers im Römischen Reich gerichtet. Notwendigerweise muss man auf diese Problematik eingehen, da sich in Odoakers Fall zwei Positionen herausbilden: Seinerseits wurde er als legitimierter Herrscher über Italien angesehen, andererseits wurde aus Sicht Konstantinopels seine Herrschaft jedoch als Usurpation geduldet. Daraus lassen sich schon die Motive des oströmischen Kaisers Zenon hervorheben und untersuchen. Allerdings beinhaltet diese Arbeit keine vertiefte Diskussion über Odoakers rechtliche Position im Reich, da es lediglich um das Verstehen der Motive Zenons geht.
Hierfür wird hauptsächlich auf die Autoren Frank M. Ausbüttel, Dirk Henning und Edward A. Thompson zurückgegriffen, da ihre Arbeiten sich auf antike Quellen stützen und aufschlussreiche Ergebnisse liefern.
Im zweiten Abschnitt des Hauptteils erfolgt ein knapper Abriss der Zeit Theoderichs vor dem Italienfeldzug. Dabei steht die Arbeit von Herwig Wolfram im Vordergrund. Daran anknüpfend wird der Blick auf Theoderichs Motive gerichtet, um zu klären, inwiefern er sich von Zenon leiten ließ oder ob er sein Vorhaben aus einer eigenen Motivation heraus verwirklichte. Um die Problematik der Widersprüchlichkeit der Quellen besser nachvollziehen zu können, werden einige Passagen miteinander verglichen. Hierfür liegen hauptsächlich Quellen von Anonymus Valesianus, Jordanes, Prokop und Ennodius vor. Ihre Werke werden separat in dem Quellenkapitel kurz vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenkapitel

3. Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug

2.1 Voraussetzungen

2.2 Quellenvergleich

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug mit dem Ziel zu klären, ob dieser aus eigenem Entschluss erfolgte oder auf Initiative des oströmischen Kaisers Zenon initiiert wurde. Hierzu wird eine quellenkritische Analyse zentraler antiker Berichte durchgeführt, um die divergierenden Forschungsmeinungen und die politische Interessenlage zwischen dem Ostreich und den Ostgoten zu beleuchten.

  • Politische Ausgangslage und Odoakers Herrschaft im Römischen Reich
  • Die Rolle des oströmischen Kaisers Zenon als potenzieller Initiator
  • Eigene Machtinteressen und strategische Ziele Theoderichs
  • Quellenkritischer Vergleich zwischen Anonymus Valesianus, Jordanes, Prokop und Ennodius
  • Analyse der widersprüchlichen Überlieferungen zur Motivation des Italienfeldzugs

Auszug aus dem Buch

3.2 Quellenvergleich

Kurz nach seinem Antritt als König begann er sein größtes Ziel zu verfolgen, nämlich sein Herrschaftsgebiet zu erweitern, um zum einen die Lebensmittelversorgung seines Volkes zu sichern und zum anderen der kaiserlichen Macht und deren Erwartungen standzuhalten. Er verließ mit seinem Volk ziemlich schnell seine makedonischen Stützpunkte und kam an die Donau, wo er sich hauptsächlich in Novae-Svištov aufhielt. Über diese Zeit und die Zeit bis zu Beginn des Italienfeldzugs existieren quellenmäßig gute Überlieferungen, dennoch widersprechen sich die Quellen in zwei entscheidenden Punkten: seine Beziehung zum oströmischen Kaiser und seine Beweggründe zum Aufbruch nach Italien. Diesbezüglich existieren in der Forschung zwei Ansätze: a) Zenon stellt die treibende Kraft dar und b) Theoderich ist selbst der Initiator.

a) Die problematische Rechtsstellung Odoakers im Oströmischen Reich sowie Zenons Misstrauen in seine Loyalität hatten eine Möglichkeit für seine endgültige Liquidierung geschaffen und dem militärischen Vorgehen stand nichts mehr im Wege. Die These, dass Zenon die treibende Kraft für Theoderichs Italienfeldzug darstellte, ist in der Forschung weit verbreitet. Als Begründer gelten Anonymus Valesianus und Prokop, zu ihren Anhängern gehören Brandt, Thompson und Várady.

Anonymus Valesianus schreibt: „Zeno dankte also Theoderich mit Wohltaten; er erhob ihn zum Patricius und Consul, machte ihm große Geschenke und sandte ihn nach Italien. Theoderich vereinbarte mit ihm, daß er, falls Odoaker besiegt werde, als Lohn […] bis zur persönlichen Ankunft Zenos an des Kaisers Stelle regieren dürfe.“ Theoderich sollte den „Tyrannen“ Odoaker vertreiben und anschließend an seiner Stelle herrschen, bis der Kaiser, der für sich das vollständige Verwaltungsrecht über Italien beanspruchte, selbst in den Westen kommen und die rechtliche Stellung der Ostgoten und ihres Königs festlegen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert die zentrale Forschungsfrage bezüglich der Initiative hinter Theoderichs Italienfeldzug.

2. Quellenkapitel: Hier werden die für die Arbeit zentralen antiken Autoren Anonymus Valesianus, Jordanes, Prokop und Ennodius in Bezug auf ihre Verlässlichkeit und ihren historischen Kontext vorgestellt.

3. Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug: Das Hauptkapitel gliedert sich in die Voraussetzungen der politischen Lage und den eigentlichen Quellenvergleich, der die widersprüchlichen Motive untersucht.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass eine eindeutige Bestimmung des Initiators aufgrund der fragmentarischen und intentionalen Quellenlage nicht möglich ist, schließt aber mit einer persönlichen Einschätzung des Autors.

Schlüsselwörter

Theoderich der Große, Ostgoten, Italienfeldzug, Odoaker, Kaiser Zenon, Quellenkritik, Anonymus Valesianus, Prokop, Jordanes, Ennodius, Spätantike, Usurpation, Patricius, Föderaten, Reichspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Hintergründen und den spezifischen Beweggründen, die zu Theoderichs Feldzug nach Italien führten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die politische Konstellation zwischen dem oströmischen Kaiser Zenon, dem Ostgotenkönig Theoderich und dem Herrscher Odoaker in Italien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Theoderichs Italienfeldzug eine autonome Entscheidung des Königs war oder ob er auf direkter Initiative und im Auftrag des oströmischen Kaisers Zenon handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der antike Berichte verglichen und mit modernen Forschungsmeinungen zur Plausibilität der Quellen abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die rechtliche und politische Ausgangssituation Odoakers in Italien und vergleicht anschließend die verschiedenen Berichte der Geschichtsschreiber zu den Motiven des Feldzugs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Theoderich der Große, Italienfeldzug, Quellenkritik, Odoaker, Kaiser Zenon und die ostgotische Geschichte.

Warum wird die Rolle Odoakers so detailliert betrachtet?

Odoakers rechtliche Stellung und sein konfliktgeladenes Verhältnis zum oströmischen Kaiser werden untersucht, um die strategische Notwendigkeit oder Motivation für Zenon zu verstehen, Theoderich nach Italien zu entsenden.

Zu welcher Einschätzung gelangt die Verfasserin im Schlusskapitel?

Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass ein beiderseitiges Interesse vorlag: Theoderich benötigte neue Lebensgrundlagen für sein Volk, während Zenon durch die "Schaukelpolitik" versuchte, einen gefährlichen Konkurrenten zu entfernen.

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Details

Title
Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug: Quellenvergleich
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Course
Proseminar "Theoderich und das Ostgotenreich"
Grade
1,3
Author
Irina Schel (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V126259
ISBN (eBook)
9783640322909
ISBN (Book)
9783640320981
Language
German
Tags
Beweggründe Theoderichs Italienfeldzug Quellenvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Schel (Author), 2009, Beweggründe für Theoderichs Italienfeldzug: Quellenvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126259
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