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Das Erhabene in bildender Kunst und Musik am Beispiel von C. D. Friedrichs "Mönch am Meer" und Beethovens "Fünfter Sinfonie c-Moll"

Title: Das Erhabene in bildender Kunst und Musik am Beispiel von C. D. Friedrichs "Mönch am Meer" und Beethovens "Fünfter Sinfonie c-Moll"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 43 Pages , Grade: 1

Autor:in: Liane Hein (Author), Alina Ulrich (Author)

Musicology - Miscellaneous
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1 Einleitung

Der Zeitraum von Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts beschreibt, bezüglich Musik und Malerei, den Übergang der Wiener Klassik bzw. des Klassizismus in die Epoche der Romantik. In der Klassik hat sich bereits eine Richtung abgezeichnet, in der die bürgerliche Kultur allmählich an die Stelle der höfischen tritt. Aus ihr resultierend ist Kunst nun der Öffentlichkeit zugänglich geworden.
In der Romantik hat sich auch das Naturgefühl der Künstler gewandelt. Der Mensch ahmt die Natur nicht mehr bloß nach, sondern versteht sich als Teil dieser, er findet sich in ihr wieder. Der Künstler wird zum Subjekt, das seine Umwelt verinnerlicht und evozierte Empfindungen künstlerisch ausdrückt. Solch subjektives Naturbild haben zum Beispiel Ludwig van Beethoven in seiner „Fünften Symphonie c-moll“ und Caspar David Friedrich in seinem Bild „Mönch am Meer“ zum Ausdruck gebracht. Beiden Werken inhärent ist die Idee des Erhabenen, welche in dieser Arbeit untersucht werden soll.
Um die Ästhetik des Erhabenen der genannten Werke aufzuzeigen, muss vorerst definiert werden, was Erhabenheit ausmacht. Die Fünfte Symphonie und der Mönch am Meer sollen als Beispiele dienen, um darzulegen, wie Erhabenheit in bildender Kunst und Musik charakterisiert werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Erhabene

2.1 Erhabenheit in der bildenden Kunst

2.1.1 Der Mönch am Meer – Landschaftsmalerei in neuem Stil

2.1.2 Rezeption zum Mönch am Meer – Entfachte Gefühle des Erhabenen

2.2 Das Erhabene in der Musik

2.2.1 Beethovens Fünfte Symphonie c-moll

2.2.2 Rezension zur Fünften Symphonie

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ästhetische Konzept des Erhabenen und dessen spezifische Ausprägung in den Gattungen der bildenden Kunst und der Musik am Beispiel von Caspar David Friedrichs Gemälde "Mönch am Meer" sowie Ludwig van Beethovens "Fünfter Sinfonie c-moll". Das primäre Ziel ist es, die Charakteristika des Erhabenen in beiden Werken herauszuarbeiten, Parallelen in der Rezeption aufzuzeigen und zu analysieren, wie beide Künstler durch neue formale Ansätze eine unmittelbare, oft paradoxe Wirkung beim Rezipienten erzielen.

  • Philosophische Grundlagen des Erhabenen (Burke und Kant)
  • Die ästhetische Neuausrichtung in der Romantik
  • Analyse der malerischen Komposition bei C. D. Friedrich
  • Strukturanalyse der musikalischen Dramaturgie bei Beethoven
  • Vergleichende Untersuchung der Zuschauer- und Hörer-Reaktionen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Beethovens Fünfte Symphonie c-moll

Die Fünfte Symphonie besteht aus vier Sätzen, die stark kontrastieren und doch ein großes zusammenhängendes Ganzes darstellen. Musik im Charakter des Großen verlangt ein Gedräng von einer Menge, dem ersten Anschein nach unvereinbarer Melodieen und Wendungen der Harmonie, die aber doch zu einem melodischen und harmonischen Ganzen verknüpft werden.

Nach Rochlitz ist ein Tonstück groß und vollkommen, wenn es trotz einzelner kontrastierender Episoden – wie die Sätze der fünften Symphonie Beethovens – zu einer Gesamtheit zusammenwächst. Durch die Größe der Gesamtheit wirkt die Symphonie mächtig und ist somit – nach Burke und Kant – erhaben. Beethoven erweitert die feststehenden Formen einer klassischen Symphonie und vergrößert die Orchesterbesetzung im Finale um eine Pikkoloflöte, drei Posaunen und ein Kontrafagott, die diesem noch mehr Ausdruckskraft verleihen. Diese „reichhaltige effektvolle Instrumentierung“ erreicht laut Kunze „die höchste Stufe der Erhabenheit“.

Die Fünfte Symphonie beginnt mit einem Hauptmotiv, bestehend aus fünf Takten (T. 1-5). „Kühn, gewaltig, aufscheuchend, wie niederprasselnd sprechen die Anfangstakte das Ungeheuere aus“. Die Symphonie bricht ohne jegliche Einleitung oder einen Auftakt los. Sie beginnt plötzlich und unerwartet, weil Beethoven nicht mit einer Melodie beginnt, sondern nur mit zwei Terzintervallen arbeitet. „Das plötzliche Anfangen oder Aufhören eines Tons [...] hat [...] Macht“, denn die Hörer werden überfallen und erschrecken durch die dreimal hämmernde Wiederholung des Tons g, der in eine große Terz nach unten geführt wird, sowie des Tons f, der in eine kleine Terz nach unten aufgelöst wird. Die Klarinette und alle Streicher spielen das pochende Hauptmotiv unisono, wodurch an dieser Stelle das Motiv noch mehr Macht und Größe ausstrahlt. Das prägnante und energiegeladene Hauptmotiv durchzieht die gesamte Symphonie. Abgewandelt oder variiert kehrt es immer wieder, wodurch die Symphonie den erhabenen Charakter der Unendlichkeit erlangt. Es „offenbart eine furchtbare, dräuende Energie, die sich [...] in [...] sprechenden Fermaten kundgibt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Übergang von der Klassik zur Romantik und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach der Bedeutung des Erhabenen in den ausgewählten Werken von Friedrich und Beethoven.

2 Das Erhabene: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Definitionen des Erhabenen durch Theoretiker wie Edmund Burke und Immanuel Kant und führt in die Unterscheidung zwischen dem Mathematisch- und Dynamisch-Erhabenen ein.

2.1 Erhabenheit in der bildenden Kunst: Hier wird der Paradigmenwechsel in der Kunstbetrachtung um 1800 beleuchtet, der die Grundlage für eine neue, schweigsame und subjektive Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk bildet.

2.1.1 Der Mönch am Meer – Landschaftsmalerei in neuem Stil: Dieser Abschnitt analysiert die spezifische Bildkomposition und die Leere im "Mönch am Meer", die zur Vermittlung von Grenzenlosigkeit und Erhabenheit dient.

2.1.2 Rezeption zum Mönch am Meer – Entfachte Gefühle des Erhabenen: Das Kapitel untersucht die zeitgenössischen Kritiken, insbesondere von Heinrich von Kleist, und deren Reaktion auf die provokante Gegenstandslosigkeit des Gemäldes.

2.2 Das Erhabene in der Musik: Es wird die musikalische Emanzipation in der Romantik beschrieben, in der Musik als "Sprache des Erhabenen" zur höchsten Kunstform erhoben wird.

2.2.1 Beethovens Fünfte Symphonie c-moll: Diese Analyse widmet sich den formalen Besonderheiten der Sinfonie, wie dem berühmten Hauptmotiv und der Instrumentierung, die als Träger des Erhabenen fungieren.

2.2.2 Rezension zur Fünften Symphonie: Hier werden die kontroversen zeitgenössischen Reaktionen und die damit verbundene Überforderung der Hörerschaft durch Beethovens neue symphonische Dichtung dargestellt.

3 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass trotz unterschiedlicher Medien sowohl Friedrich als auch Beethoven durch die Abkehr von klassischen Konventionen und den Einsatz neuer, "formloser" Strukturen eine überwältigende, erhabene Wirkung erreichen.

Schlüsselwörter

Das Erhabene, Romantik, Caspar David Friedrich, Ludwig van Beethoven, Mönch am Meer, Fünfte Symphonie, Ästhetik, Kant, Burke, Unendlichkeit, Rezeption, Landschaftsmalerei, Musiktheorie, Paradigmenwechsel, Kontemplation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ästhetische Konzept des "Erhabenen" und dessen Umsetzung in der bildenden Kunst und der Musik um 1800.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Felder sind die Philosophie des Erhabenen, die Geschichte der Kunstbetrachtung in der Romantik sowie die formale Analyse spezifischer Werke von Friedrich und Beethoven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wirkungsmechanismen des Erhabenen zu identifizieren und zu zeigen, wie Friedrich und Beethoven durch eine neue, radikale Gestaltung ihrer Werke die Zuschauer und Hörer in einen Zustand "erhabener" Erfahrung versetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Vorgehensweise, die philosophische Ästhetik-Theorien (Kant, Burke) mit werkimmanenter Analyse und historischer Rezeptionsforschung verknüpft.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bildkomposition (Friedrich) und musikalischer Dramaturgie (Beethoven) sowie die Analyse der zeitgenössischen Rezeptionsdokumente.

Was charakterisiert die Arbeit?

Charakteristisch ist der komparative Ansatz, der Parallelen zwischen der Leere im "Mönch am Meer" und den motivischen Wiederholungen in Beethovens "Fünfter" aufzeigt.

Warum wird gerade der "Mönch am Meer" als Beispiel gewählt?

Das Gemälde gilt als Inbegriff einer neuen romantischen Landschaftsmalerei, die durch den Verzicht auf herkömmliche Rahmung den Betrachter unmittelbar mit dem Gefühl des Unendlichen konfrontiert.

Wie reagierten Zeitgenossen auf Beethovens Fünfte Symphonie?

Die Reaktionen waren gespalten; viele Kritiker fühlten sich von der Komplexität und dem abrupten Stil des Werkes überfordert, was ihre eigene Unfähigkeit, das Werk vollständig zu erfassen, widerspiegelt.

Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen Friedrichs Bild und Beethovens Musik in Bezug auf das Erhabene?

Ja, beide Werke nutzen die "Paradoxität": Sie erzeugen durch formale "Einfachheit" oder Reduktion eine überwältigende Wirkung, die beim Rezipienten ein Gefühl zwischen Lust und Unlust auslöst.

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Details

Title
Das Erhabene in bildender Kunst und Musik am Beispiel von C. D. Friedrichs "Mönch am Meer" und Beethovens "Fünfter Sinfonie c-Moll"
College
Technical University of Berlin
Grade
1
Authors
Liane Hein (Author), Alina Ulrich (Author)
Publication Year
2006
Pages
43
Catalog Number
V126288
ISBN (eBook)
9783640315321
Language
German
Tags
Ästhetik des Erhabenen Caspar David Friedrich Mönch am Meer Beethoven Fünfte Sinfonie Erhaben Musik Erhabene in Musik Erhabene in bildender Kunst Schiller Kant Mendelssohn Pseudo-Longinos Burke Brentano Kleist Interpretation Erhabene bei Friedrich Erhabene bei Beethoven 5. Sinfonie Symphonie Malerei Kunst bildende Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Liane Hein (Author), Alina Ulrich (Author), 2006, Das Erhabene in bildender Kunst und Musik am Beispiel von C. D. Friedrichs "Mönch am Meer" und Beethovens "Fünfter Sinfonie c-Moll", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126288
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