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Prostitution und Optionen staatlicher Reglementierung. Prohibition, Abolition und Regulation

Titel: Prostitution und Optionen staatlicher Reglementierung. Prohibition, Abolition und Regulation

Essay , 2022 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Z. Böhmroth (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Noch immer existiert kein internationaler Konsens darüber, wie mit Prostitution verfahren werden sollte. Dabei ist die öffentliche, wie akademische Debatte in zwei grundlegend verschiedene Sichtweisen geteilt: Liberalismus einerseits und Radikalfeminismus andererseits. Erstere fordert die Legalisierung und staatliche Regulierung der Prostitution. Letztere fordert Prohibition oder Abolition, i.e. die komplette oder partielle Abschaffung oder Entkriminalisierung der Prostitution.

Aber welche Option staatlicher Reglementierung löst prostitutionsspezifische Probleme am besten? Hinsichtlich der Beantwortung dieser Frage werde ich im Folgenden zunächst den Begriff der Prostitution definieren, das Phänomen und prostitutionsspezifische Probleme skizzieren (Kapitel 2). Anschließend werde ich die drei Optionen staatlicher Reglementierung, i.e. Prohibition, Abolition und Regulation erläutern (Kapitel 3) und schließlich in meinem Fazit argumentieren, dass Regulation die beste, weil effektivste Option staatlicher Reglementierung darstellt (Kapitel 4).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Prostitution und ihre Probleme

3 Optionen staatlicher Reglementierung

3.1 Prohibition

3.2 Abolition

3.3 Regulation

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ansätze staatlicher Reglementierung von Prostitution, um zu bewerten, welcher davon die mit dem Phänomen verbundenen Probleme am effektivsten adressiert und löst.

  • Phänomenologische Definition von Prostitution
  • Gegenüberstellung von Prohibition, Abolition und Regulation
  • Kritische Reflexion moralphilosophischer und feministischer Positionen
  • Diskussion über sexuelle Autonomie und Menschenrechte
  • Argumentation für die Überlegenheit eines regulatorischen Ansatzes

Auszug aus dem Buch

3.3 Regulation

Im Gegensatz zu prohibitionistischer und feministisch-abolitionistischer Politik möchte regulierende Politik die Prostitution nicht abschaffen, sondern akzeptiert diese als „soziales Faktum“ (Campagna 2005, 278), welches es „mit bestimmten gesetzlichen Schranken“ (ebd., 278) zu regulieren gilt.

Somit, grundsätzlich verschieden von den zuvor genannten Ansätzen, wird von der Restriktion sexueller Autonomie erwachsener Menschen abgesehen (vgl. de Marneffe 2010, 118). Prostitution qua Prostitution gilt nicht als problematisch, sondern ihr kontingenterweise anhaftende Begleiterscheinungen. Es werden also externe Zustände als problematisch identifiziert (vgl. Vicente 2016, 1). Dabei wird insbesondere das negative, gesellschaftliche Stigma der lasterhaften Tätigkeit (vgl. Campagna 2005, 303) als grundlegend angesehen und soll vermittelst Legalisierung und Regulierung aufgelöst werden (vgl. Nussbaum 1999, 298). „Dieser Ansatz steht daher auch für die (…) Liberalisierung der Prostitution“ (Schulze et al. 2014, 22). Denn wird Prostitution in die Reihen legaler Wirtschaftstätigkeiten gestellt, sind die dort Angestellten nicht nur ermächtigt, ihre Arbeit frei auszuüben. Sondern haben überdies normale Arbeitsverträge und damit die Möglichkeiten von Krankenkassenleistungen, Arbeitslosen- und Rentenversicherung (Campagna 2005, 303). „Auch eine durch das Arbeitsamt finanzierte Umschulung sowie Mutterschutz werden zu Optionen, die einer Prostituierten nicht von vornherein verschlossen sind“ (ebd., 303).

Dem regulatorischen Ansatz liegt die Auffassung zugrunde, dass Prostitution per se nicht unmoralisch und konsistent mit der „Anerkennung des Verkaufs und Kaufs von Sex als Wirtschaftstätigkeit“ (Schulze et al. 2014, 22) zu vereinbaren sei. Kritiker*innen des Regulationismus führen an, dass die beabsichtigte Wahrung sexueller Autonomie scheitere, da eine Normalisierung der Prostitution genau dazu führe, dass Prostituierte ihr Recht auf sexuelle Autonomie verlören, da sie nun vertraglich zu Sex verpflichtet seien (vgl. Anderson 2002, 766).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die globale Debatte um Prostitution zwischen Liberalismus und Radikalfeminismus und führt in die Zielsetzung ein, die beste staatliche Reglementierungsoption zu identifizieren.

2 Prostitution und ihre Probleme: In diesem Kapitel wird Prostitution als Tausch eines sexuellen Guts gegen ein nichtsexuelles definiert und zwischen inhärenten sowie kontingenten Problemen des Phänomens unterschieden.

3 Optionen staatlicher Reglementierung: Die drei grundlegenden politischen Ansätze – Prohibition, Abolition und Regulation – werden im Detail erläutert und ihre jeweiligen moralischen sowie praktischen Grundlagen diskutiert.

3.1 Prohibition: Dieses Kapitel behandelt die vollständige Kriminalisierung der Prostitution aus moralischen oder sozialhygienischen Motiven und beleuchtet die Kritik an dieser restriktiven Haltung.

3.2 Abolition: Hier wird der abolitionistische Ansatz dargestellt, der auf die Entkriminalisierung und das Ziel einer Welt ohne Prostitution durch soziale Maßnahmen fokussiert.

3.3 Regulation: Das Kapitel analysiert den regulatorischen Ansatz, der Prostitution als soziales Faktum akzeptiert und durch Legalisierung Arbeitsrechte sowie den Schutz der Prostituierten etablieren möchte.

4 Fazit: Das Fazit führt die Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Regulation die effektivste Methode zur Verbesserung der Lebensumstände von Prostituierten darstellt.

Schlüsselwörter

Prostitution, staatliche Reglementierung, Prohibition, Abolition, Regulation, sexuelle Autonomie, Menschenrechte, Stigmatisierung, Sozialpolitik, Arbeitsrecht, Liberalismus, Radikalfeminismus, Prostitutionsgesetz, Entkriminalisierung, Wirtschaftstätigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Staaten regulatorisch mit dem Phänomen der Prostitution umgehen können und welcher Ansatz am besten geeignet ist, um die damit einhergehenden Probleme zu lösen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Prostitution, der Vergleich zwischen prohibitionistischen, abolitionistischen und regulatorischen Politiken sowie die Diskussion um Moral, Autonomie und Menschenrechte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Kernfrage zu beantworten, welche staatliche Reglementierungsoption am effektivsten ist, um prostitutionsspezifische Probleme zu mitigieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-theoretische Analyse, bei der Argumente verschiedener Strömungen gegeneinander abgewogen und anhand von gesellschaftlichen sowie rechtlichen Kriterien bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine phänomenologische Einordnung und eine detaillierte Erläuterung der drei Hauptmodelle (Prohibition, Abolition, Regulation) inklusive ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, Prostitution, staatliche Regulation, Entstigmatisierung und Menschenrechte geprägt.

Warum wird der regulatorische Ansatz anderen Modellen vorgezogen?

Der Autor argumentiert, dass die Regulation das Phänomen als soziale Realität akzeptiert, die betroffenen Personen durch Rechtsansprüche ermächtigt und den Weg zur notwendigen Entstigmatisierung ebnet.

Wie geht die Arbeit mit dem Argument der "Unmoral" um?

Die Arbeit hinterfragt das inhärente Unmoral-Argument und vertritt die Position, dass der Tausch von sexuellen Leistungen per se nicht unmoralisch ist und nicht zwangsläufig aus Unterdrückung resultiert.

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Details

Titel
Prostitution und Optionen staatlicher Reglementierung. Prohibition, Abolition und Regulation
Hochschule
Universität Stuttgart  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Prostitution und Moral – Was zählt als Arbeit?
Note
1,0
Autor
Daniel Z. Böhmroth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
13
Katalognummer
V1263151
ISBN (PDF)
9783346705907
ISBN (Buch)
9783346705914
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prostitution Staat Moral Abolition Prohibition Regulation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Z. Böhmroth (Autor:in), 2022, Prostitution und Optionen staatlicher Reglementierung. Prohibition, Abolition und Regulation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263151
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Leseprobe aus  13  Seiten
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