Leader+ Fallstudie


Hausarbeit, 2002

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Entstehungsgeschichte der Leader-Initiative

2. Ziele von LEADER+

3. Voraussetzungen für eine LEADER+ Förderung

4. Geographisches Gebiet der LAG Westküste

5. Kriterien zur Abgrenzung der LAG-Westküste

6. Organisation und Aufbau der Lokalen Aktionsgruppe (LAG)

7. Charakteristische Probleme des LAG-Gebietes

8. Ziele der LAG Westküste
8.1. Allgemein
8.2. Konkrete Ziele

9. Initiative zur Gründung der Lokalen Aktionsgruppe

10. Kooperationspartner außerhalb der LAG Westküste

11. Ausgangssituation und Umfeld bei der Gründung der LAG Westküste

12. Die Gründung der LAG Westküste im Hinblick auf die EU-Osterweiterung und die Strukturreform der regionalen Förderung

13. Quellenverzeichnis

14. Abbildungsverzeichnis

1. Entstehungsgeschichte der Leader-Initiative

Seit den sechziger Jahren wurde die Agrarpolitik der EU mit der Einführung der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) ausschließlich nach dem sogenannten „Top-down“- Verfahren betrieben, d.h. die Europäische Union gewährte nach dem Prinzip Modernisierung und Intensivierung der Landwirtschaft Subventionen aus dem fernen Brüssel an einzelne Empfänger.

Diese ausschließlich auf die Landwirtschaft und auf einzelne Probleme ausgerichtete Subventionspolitik war für die Bekämpfung sukzessiv entstehender Probleme in den Bereichen Beschäftigung, Wirtschaftswachstum oder Umweltschutz nicht mehr ausreichend. Hinzu kamen Probleme wie die mangelnde berufliche Perspektive für junge Leute, die sie zwingt die ländlichen Regionen zu verlassen und damit einhergehend die Überalterung, was wiederum eine Verschlechterung der Lebensqualität und der Infrastruktur zur Folge hatte. Bis heute haben diese Probleme an ihrer Aktualität nichts verloren. Zudem produzierte das System der garantierten Mindestpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse gewaltige Überschüsse. Zusätzlich kam die Herausforderung durch globale Entwicklungen, wie die Verbreitung neuer Technologien, die sich auch die Landwirtschaft zu Nutzen machen musste, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Anwendung der konventionellen Subventionspolitik konnte keine dauerhafte Lösung bieten und musste dringend um andere Ansätze ergänzt werden. „Als neuer Weg zur Schaffung von Aktivitäten und Arbeitsplätzen im ländlichen Raum setzte sich allmählich der “gebietsbezogene” Ansatz durch, der die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Aufwertung der lokalen Ressourcen ins Zentrum stellt.“[1]

Es bedurfte eines Gesamtkonzept, welches sich nicht nur auf die Landwirtschaft beschränkte, sondern die Entwicklung des gesamten ländlichen Raumes vorsah.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Anfangsphase (1989-1993) belief sich ihr Budget auf 10% des Gesamtvolumens der Strukturfonds (5,8 Milliarden ECU); in der Phase 1994-1999 erreicht es 12,7 Milliarden ECU (9%) bzw. in der Phase 2000-2006 10,4 Milliarden EUR (5,35%).“[2]

2. Ziele von LEADER+

Obgleich die ländlichen Räume innerhalb der Europäischen Union vielfältig sind, treten doch überall ähnliche Probleme auf:

- „[...]gewaltige Überschüsse entstanden, die ein Anschwellen der öffentlichen Lagerhaltung und der Ausgaben für die Landwirtschaft mit sich bringen; außerdem setzt sich die Einsicht durch, dass [...] das sozioökonomische Umfeld der Betriebe und die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Produktion berücksichtigt werden müssen.
- Zunehmend wird von der Landwirtschaft erwartet, dass sie auch Arbeitsplätze schafft. Hierzu trägt das Entstehen neuer Aktivitäten im Umfeld der Landwirtschaft bei: lokale Verarbeitung der Erzeugnisse, Entwicklung neuer Funktionen der Landwirtschaft, Schaffung neuer, nicht-landwirtschaftlicher Aktivitäten.
- Die Verbrauchernachfrage geht mehr und mehr in die Richtung zu hochwertigen Produkten mit erkennbaren Merkmalen; die Konsumenten suchen besser geschützte und besser zur Geltung gebrachte Umwelt- und Lebensbedingungen.
- Parallel dazu nimmt bei der lokalen Bevölkerung das Bewusstsein zu, dass die Ressourcen, das Know-how, das Erbe und die Lebensqualität in der ländlichen Welt einen Wert darstellen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen ermöglicht es, dank der Schaffung geeigneter Dienstleistungen, den zum Bleiben Entschlossenen ein Einkommen zu bieten; in immer mehr Gebieten gilt das auch für die an einem Zuzug Interessierten.“[3]

Daher wird von der Leader-Initiative hauptsächlich das Ziel verfolgt von „lokalen Aktionsgruppen (LAG) durchgeführte, innovative Projekte zu unterstützen und den Erfahrungsaustausch sowie die länderübergreifende Zusammenarbeit [...] zu fördern.“[4] Diese Zielsetzung kommt auch im Namen dieser Gemeinschaftsinitiative zum Ausdruck, so ist LEADER+ die französische Abkürzung für ins Deutsche übersetzte „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung ländlicher Räume“.

Dieser neuartige Ansatz der Unterstützung soll langfristig die sozialen und ökonomischen Entwicklungsunterschiede zwischen den ländlichen und den urbanen Regionen Europas verringern, welche tatsächlich beträchtlich sind: „Noch im Jahr 1997 (d.h. zehn Jahre nach Beginn der Strukturpolitik) schwankte das regionale Pro-Kopf-BSP zwischen 195% des Gemeinschaftsdurchschnitts in Hamburg und 43% in Epiros (Griechenland).“[5]

Andererseits soll auch das bestehende Missverhältnis des Einkommensniveau zwischen den städtischen und den ländlichen Gebieten in ein und derselben Region ausgeglichen werden.

3. Voraussetzungen für eine LEADER+ Förderung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der erste Schritt um in den Genuss von Finanzmitteln aus LEADER+ zu kommen, ist die Bildung einer sogenannten „LAG“ (lokale Aktionsgruppe), in welcher sich private und öffentliche Akteure als juristische Person zusammenschließen.

Sie stellen die Keimzelle für jedes i.R. von LEADER+ initiierte Projekt dar, indem sie zugleich Anlaufstelle für Projektideen und -anträge sind und die Zusammenführung der verschiedenen Akteure vornehmen. Die so gebildete LAG kann aber auch von sich aus einen Entwicklungsplan formulieren und durchführen.

Ein so entwickeltes Projekt oder Konzept (lokaler Entwicklungsplan) muss eines der nachfolgenden vier Ziele verfolgen:

1. Einsetzen neuer Technologien um Wettbewerbsfähigkeit regionaler Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen
2. Verbesserung der Lebensqualität
3. Erleichterung des Marktzuganges für Kleinbetriebe
4. Inwertsetzung des natürlichen und kulturellen Potentials

Für die Eingrenzung des Gebiets, in welchem das erarbeitete Konzept umgesetzt werden soll, muss eine gewisse natürliche und/oder kulturelle Einheit vorliegen, diese kann aber durchaus von den administrativen Grenzen abweichen. Das Gebiet soll allerdings maximal eine Einwohnerzahl von 100.000 aufweisen, und eine Bevölkerungsdichte von 120 Einwohner pro qkm nicht überschreiten.

Die Gebiete profitieren dabei von einer Vernetzung durch die „Europäische Beobachtungsstelle LEADER+“, die einen Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den LEADER+ -Gebieten herstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die 3. Förderperiode (2000-2006) hat LEADER+ allein für Deutschland einen finanziellen Umfang von 247 Mio. Euro (für die EU 2,02 Mrd. Euro).

„In allen LEADER-Gebieten liegt die Entscheidung über die Vergabe von finanziellen Mitteln (Auswahl der zu finanzierenden Projekte, Höhe der jeweils zuerkannten Mittel usw.) in erster Linie bei der lokalen Aktionsgruppe. Jedoch kann man in der Europäischen Union mehrere Formen der Finanzverwaltung beobachten:

[...]


[1] www.rural-europe.aeidl.be, 1. Kap.- Eine europäische Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums, S.4

[2] www.rural-europe.aeidl.be, 1. Kap.- Eine europäische Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums, S.6

[3],[4],[5] www.rural-europe.aeidl.be, 1. Kap.-Eine europäische Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums, S.11f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Leader+ Fallstudie
Hochschule
Hochschule Bremen  (FB Politik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V12632
ISBN (eBook)
9783638184694
Dateigröße
1196 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regionalpolitik der EU, Leader, Gemeinschaftsinitiativen
Arbeit zitieren
Sönke Bruhn (Autor), 2002, Leader+ Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12632

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