Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob im Rahmen des Präventions- und Entwicklungsmanagements durch das Instrument Scrum bereits im frühen Stadion der Ausbildung Konflikten aktiv begegnet werden kann, um Abbrüche zu verhindern.
Für viele Unternehmen ist der Fachkräftemangel in Zeiten des demografischen Wandels und die damit verbundene alternde Belegschaft ein enormes Problem. Ausbildungsabbrüche stellen in diesem Rahmen ein besonders großes Problem dar. Wirtschaftlich sind Auszubildende ein wichtiger Faktor für Unternehmen.
Dabei stellen der Transfer von Wissen und, damit auch der Erhalt des Wissens im eignen Unternehmen sowie die geringeren Personalkosten mit rund 18.000 Euro für eine auszubildende Person, einen wichtigen Baustein dar, um agil und wettbewerbsfähig für den Markt zu bleiben. Umso intensiver sollte sich mit der Vorbeugung von Ausbildungsabbrüchen befasst werden, um die vorab getätigte Investition nicht zu verlieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Begriffserläuterung
1.1 Ausbildungsabbrüche und vorzeitige Vertragslösung in deutschen Unternehmen
1.2 Gründe für Ausbildungsabbrüche
2 Konflikte
2.1 Kommunikation
2.2 Stress
2.2.1 Transaktionales Stressmodell
2.2.2 Distress und Eustress
3 Scrum als Bewältigungsmethode
3.1 Toolkit Scrum und die notwendigen Rahmenbedingungen
3.2 Die Rolle der Betriebsgröße
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die präventive Implementierung der Scrum-Methode im betrieblichen Konfliktmanagement dazu beitragen kann, die Quote von Ausbildungsabbrüchen in Unternehmen aktiv zu verringern.
- Ursachenanalyse von Ausbildungsabbrüchen und Bedeutung der betrieblichen Ausbildung
- Psychologische Grundlagen von Konfliktentstehung, Kommunikation und Stress
- Eignung agiler Projektmanagement-Frameworks zur Konfliktbewältigung
- Rollenverteilung und organisatorische Voraussetzungen für Scrum in der Ausbildung
- Einfluss der Unternehmensgröße auf die Anwendbarkeit agiler Methoden
Auszug aus dem Buch
3 Scrum als Bewältigungsmethode
Die Scrum-Methode ist ein Instrument des agilen Projektmanagements. Aus dem IT-Sektor entliehen beschreibt es den effektiven Prozess der Interaktion zwischen verschiedenen Parteien im Rahmen eines Projektes (von Känel, 2020, S. 72). Neben der Scrum-Methode gibt es verschieden andere Methoden des Projektmanagements wie beispielsweise Kanban, RUP oder XP. Aufgrund des Umfangs dieser Arbeit werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Tools nur kurz vorgestellt und nicht weiter vertieft. Kanban ist ähnlich der Scrum-Methode ein Vorgehensmodell, welche maximale Agilität generiert. Der entscheidende Unterschied zur Scrum-Methode sind die Iterationen bei Kanban. Sie sind optional. Werden diese trotzdem genutzt, finden die Sprints täglich und nur sehr kurz statt. Der Fokus liegt hier in der Sichtbarmachung von allen Arbeitsschritten. Aufgrund der Agilität des Modells können Änderungen schnell und unkompliziert umgesetzt werden. Das Fehlen von Planungsphasen erlaubt ebenfalls maximale Agilität in der Anpassung an die Anforderung des Kunden oder des Projektes.
XP (Extrem Programming) fokussiert auf den Kunden. Die Iterationszyklen sind kurz und auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet. Sprints dauern 1-2 Wochen im Vergleich dazu verlaufen diese bei Scrum in vier Wochentakt. Die hohe Flexibilität schlägt sich durch die ständige extreme Berücksichtigung von Kundenwünschen auf die Auslieferung bzw. auf das Ende des Projektes nieder. RUP (Rational Unified Process) zeichnet sich durch lineare und iterative Frameworks aus. Die Prozesse sind in 4 Sektionen- Konzeption, Entwurf, Konstruktion und Übergabe aufgeteilt. Bis auf die Konzeptphase werden alle Phasen in mehrere Iterationen durchgeführt. Hauptmerkmal der RUP ist der Aufbau von stabilen und zeitgleich flexiblen Lösungen. RUP ist durch die Kombination der linearen und iterativen Ansätze nicht so flexibel wie die zuvor genannten Ansätze. Trotz ihrer Unterschiede zielen alle Tools darauf ab, Teams zu mehr Selbstständigkeit und aktive Nutzung ihrer Ressourcen zu führen. (Lüttge, 2020, S. 54-55). Srcum fußt auf dem Zusammenspiel von Erfahrung und Erkenntnis, da die Komplexität der Projekte mitunter nicht bis zum Abschluss geplant werden können. (von Känel, 2020, S. 72). Welches es zum optimalen Instrument besonders für Konfliktmanagement macht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fachkräftemangel und die Problematik hoher Ausbildungsabbruchquoten, um daraus die Forschungsfrage zur präventiven Wirksamkeit der Scrum-Methode abzuleiten.
1 Begriffserläuterung: Dieses Kapitel differenziert zwischen Ausbildungsabbrüchen und vorzeitigen Vertragsauflösungen und benennt häufige Gründe, warum Ausbildungsverhältnisse scheitern.
2 Konflikte: Es werden die psychologischen Dynamiken von Konflikten, Kommunikation und Stress beleuchtet, wobei insbesondere das transaktionale Stressmodell nach Lazarus und die Unterscheidung zwischen Eustress und Distress erläutert werden.
3 Scrum als Bewältigungsmethode: Der Hauptteil beschreibt Scrum als agiles Werkzeug, definiert die erforderlichen Rahmenbedingungen und Rollenprofile und diskutiert die Relevanz der Betriebsgröße für die erfolgreiche Implementierung.
4 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass Scrum bei entsprechender Unternehmenskultur ein wirksames Instrument sein kann, um Auszubildende besser in den Betrieb einzubinden und Konflikte frühzeitig zu bearbeiten.
Schlüsselwörter
Ausbildungsabbruch, Scrum, Konfliktmanagement, Arbeitspsychologie, Stressbewältigung, Transaktionales Stressmodell, Prävention, Agile Methoden, Auszubildende, Personalentwicklung, Kommunikation, Betriebliche Ausbildung, Projektmanagement, Unternehmenskultur, Ressourcen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, wie die aus dem IT-Bereich stammende Scrum-Methode als Instrument für ein präventives Konfliktmanagement in der beruflichen Ausbildung eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Ursachen von Ausbildungsabbrüchen, psychologische Stressdynamiken sowie die Übertragbarkeit agiler Projektmanagement-Frameworks auf Ausbildungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, ob durch die präventive Nutzung von Scrum im Konfliktmanagement aktiv dazu beigetragen werden kann, die Abbruchquote von Ausbildungen in Unternehmen zu senken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Synthese aktueller Fachliteratur zu den Bereichen Arbeitspsychologie, Projektmanagement und Berufsbildungsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen von Konflikten und Stress, stellt das Scrum-Framework vor und erläutert die notwendigen Rollenbesetzungen (Product Owner, Scrum-Master) sowie Rahmenbedingungen für deren Erfolg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Ausbildungsabbruch, Scrum, Konfliktmanagement, Arbeitspsychologie, Stressbewältigung und Prävention.
Inwieweit spielt die Betriebsgröße eine Rolle für den Erfolg der Methode?
Nach Ansicht der Autorin sind besonders kleine Betriebe durch das stressige Tagesgeschäft eingeschränkt, während größere Unternehmen durch ihre Struktur flexibler auf agile Methoden reagieren können.
Wie kann eine Auszubildende Person von den "Daily Reviews" profitieren?
Durch die regelmäßige Präsentation erreichter Milestones steigert sich laut der Arbeit das Anerkennungsgefühl und der wahrgenommene Wert der Auszubildenden innerhalb des Teams.
- Arbeit zitieren
- Cynthia Kramer (Autor:in), 2022, Die Scrum-Methode als Präventives Instrument der Konfliktlösung. Reduktion von Ausbildungsabbrüchen in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263324