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Gender is something we DO. Analyse zu Iris Marion Youngs Essay "Werfen wie ein Mädchen"

Title: Gender is something we DO. Analyse zu Iris Marion Youngs Essay "Werfen wie ein Mädchen"

Bachelor Thesis , 2021 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Isabella Cermak (Author)

Gender Studies
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Das zentrale Thema, dem Young in ihrem Aufsatz "Werfen wie ein Mädchen" nachgeht und somit auch das zentrale Thema dieser Arbeit sein wird, ist die Frage, wie sich der weibliche Körper in physische Aufgaben einbringt und wie er sich orientiert. Die Aufmerksamkeit, sowohl Youngs Essay als auch dieser Arbeit, stützt sich vorrangig auf die Modalitäten weiblicher Körperhaltung, Beweglichkeit, Motilität und der Räumlichkeit. Youngs Ziel ist es
mit ihrem Essay eine Lücke zwischen der Existenzialphänomenologie und der feministischen Theorie zu schließen.

Mit ihrem Essay zeigt sie, dass ein weiblicher Stil des körperlichen Verhaltens in patriarchalen Gesellschaften durch Beschränkungen und Hemmungen gekennzeichnet ist. Frauen werden nicht gefördert, die Welt aktiv mitzugestalten, sondern zum Objekt gemacht. Die Tatsache, dass Mädchen auf bestimmte Weise werfen, lässt sich nicht durch angeborene biologische Anlagen oder vorgegebene anatomische Unterschiede erklären, sondern durch die geschlechtsspezifischen Praktiken und Bilder innerhalb einer Gesellschaft. Durch Erziehung, Nachahmung und Verstärkung durch positive oder negative Rückmeldung wird dieses charakteristische weibliche Körperverhalten sozialisiert, erlernt und eingeübt. Mithilfe Merleau-Pontys Theorie der Leiblichkeit versucht Young die Ansätze von Simone de Beauvoir zu verbinden und stellt uns in weiterer Folge drei Modalitäten weiblicher Körperhaltung und Bewegung dar: mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität, nicht kontinuierliche Einheit;

Nach einer Darstellung ihrer Position, ebenso wie ihrer Position nach mehr als 20 Jahren, werden weitere Ergänzungen seitens Steffen Herrmann, Maren Wehrle und meinerseits hinzugezogen. Abschließend werde ich eine Bilanz zu Youngs Theorie ziehen und zu dem Schluss kommen, dass die Auffassungen auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Erscheinen ihres Essays gehaltvoll sind und immer noch eine Veränderung in unserer Gesellschaft herbeizusehnen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Werfen wie ein Mädchen

“Throwing Like a Girl“: Twenty Years Later

Weiterführende Überlegungen

Bilanz

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert anhand von Iris Marion Youngs Essay „Werfen wie ein Mädchen“ die phänomenologischen Modalitäten weiblicher Körperhaltung, Bewegung und Räumlichkeit, um die durch gesellschaftliche Sozialisation geprägten, oft gehemmten Verhaltensweisen von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft zu beleuchten.

  • Phänomenologische Untersuchung körperlicher Existenz nach Merleau-Ponty
  • Analyse der Modalitäten mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität und nicht kontinuierliche Einheit
  • Kritische Reflexion der weiblichen Sozialisation und Objektivierung
  • Vergleichende Betrachtung von Youngs ursprünglicher Position und ihrer Reflexion „Twenty Years Later“
  • Politisierung der Leiblichkeit und Ansätze zur Veränderung von Gewohnheiten

Auszug aus dem Buch

Werfen wie ein Mädchen

In Teil eins ihrer Analyse beschäftigt sich Young mit der Körperhaltung und der Art und Weise wie der Körper mit Dingen und Aufgaben interagiert, sowie das körperliche Selbstbild. Hierfür kommt Young nochmals auf Straus‘ Beobachtungen zurück und wiederholt, dass Jungen im Gegensatz zu Mädchen beim Werfen den gesamten Körper zum Einsatz bringen. Wohingegen Mädchen nur jene Teile, die unmittelbar gebraucht werden, „benutzen“ und auch das ohne sie zur Gänze auszuschöpfen. Darüber hinaus lassen sich auch bei der weiblichen Körperhaltung im Falle des Gehens, Stehens und Sitzens diverse Unterschiede feststellen. Wie beim Sport tritt hier abermals eine geringere Reichweite in Erscheinung – im wahrsten Sinne des Wortes – denn der männliche Schritt ist im Verhältnis zu seinem Körper länger der des Weiblichen. Generell lässt sich sagen, dass die Frau eine gewisse Geschlossenheit umgibt. So sitzen und stehen Frauen immer noch – obwohl Hosen längst zur Alltagskleidung gehören – mit geschlossenen Beinen und tragen Gegenstände wie Bücher fest an den Körper gepresst.

Auch Aufgaben, die Muskelkraft erfordern unterscheiden sich bei den Geschlechtern. Tatsächlich ist es aber nicht die Muskelkraft, die entscheidend ist, sondern die Art und Weise, wie der jeweilige Akteur seinen Körper einsetzt. Frauen fehlt oftmals das Selbstvertrauen dazu, schwere Gegenstände zu heben oder zu bewegen und verabsäumen es auch hier ihren ganzen Körper einzusetzen und dementsprechend bleibt wichtige Kraft, zum Beispiel die der Beine, ungenutzt.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitung in die Relevanz der Geschlechterforschung und Begründung der Themenwahl für die vorliegende Bachelorarbeit.

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die eine Lücke zwischen Existenzialphänomenologie und feministischer Theorie durch die Analyse typischer weiblicher Verhaltensweisen schließen möchte.

Werfen wie ein Mädchen: Detaillierte Darstellung der drei Modalitäten weiblicher Körpererfahrung – mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität und nicht kontinuierliche Einheit – basierend auf Youngs Analyse.

“Throwing Like a Girl“: Twenty Years Later: Reflexion der Autorin Iris Marion Young auf ihren eigenen Essay nach zwei Jahrzehnten unter Berücksichtigung feministischer Theoriedebatten.

Weiterführende Überlegungen: Ergänzende phänomenologische Perspektiven von Steffen Herrmann und Maren Wehrle zur Leiblichkeit und der Einkorporierung von Geschlechternormen.

Bilanz: Zusammenfassende persönliche Schlussfolgerungen der Verfasserin zur anhaltenden Relevanz von Youngs Theorie und zur Bedeutung bewussterer körperlicher Übungspraxis.

Schlüsselwörter

Geschlechterforschung, Iris Marion Young, Phänomenologie, Leiblichkeit, weibliche Körperhaltung, Modalitäten, gehemmte Intentionalität, mehrdeutige Transzendenz, Sozialisation, Patriarchat, Geschlechternormen, Körpererfahrung, Objektivierung, Merleau-Ponty, Frauenbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das weibliche Körperverhalten und dessen Prägung durch gesellschaftliche Faktoren, basierend auf dem Essay „Werfen wie ein Mädchen“ von Iris Marion Young.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Phänomenologie des gelebten Körpers, die Analyse von Geschlechterdifferenzen, weibliche Motilität und die räumliche Orientierung von Frauen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die typischen, oft als gehemmt oder unbeweglich wahrgenommenen körperlichen Verhaltensweisen von Frauen nicht biologisch, sondern als Resultat kultureller und gesellschaftlicher Sozialisation zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die existenzialphänomenologische Methode von Iris Marion Young, die sich maßgeblich auf Maurice Merleau-Ponty und Simone de Beauvoir bezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Modalitäten weiblicher Bewegung, reflektiert Youngs 20 Jahre spätere Neubewertung ihres Essays und integriert ergänzende Perspektiven zur „Politik der Leiblichkeit“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Phänomenologie, Leiblichkeit, mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität und die kulturelle Zurichtung des Körpers.

Warum bezieht sich die Arbeit auf den Sportunterricht?

Der Sportunterricht dient als praktisches Beispiel, um die ungleiche Verteilung von Zielen und die frühe Einprägung von geschlechtsspezifischen Grenzen zu verdeutlichen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Medien und Body Positivity?

Die Autorin sieht kritisch, dass Medien zur Objektivierung beitragen und betrachtet auch moderne Kampagnen wie Body Positivity teilweise zwiespältig, da sie trotz guter Absichten oft neue Angriffsflächen schaffen.

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Details

Title
Gender is something we DO. Analyse zu Iris Marion Youngs Essay "Werfen wie ein Mädchen"
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Isabella Cermak (Author)
Publication Year
2021
Pages
21
Catalog Number
V1263569
ISBN (PDF)
9783346701695
ISBN (Book)
9783346701701
Language
German
Tags
Gender Iris Marion Young Werfen wie ein Mädchen Motilität Räumlichkeit weibliche Existenz Merleau-Ponty Phänomenologie der Wahrnehmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabella Cermak (Author), 2021, Gender is something we DO. Analyse zu Iris Marion Youngs Essay "Werfen wie ein Mädchen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263569
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