Neues vom Kriege?

Eine Analyse zur strukturellen Entwicklung des Krieges


Seminararbeit, 2008
39 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung und Fragestellung

B. Hauptteil
I. Operationalisierung des Kriegsbegriffes
1. Kriegsdefinition
2. Statistik zum neueren Kriegsgeschehen
3. Wandel des Analyseansatzes
II. Der klassische Staatenkrieg
1. Akteurskonstellation
2. Verrechtlichung des Krieges
3. Staatliches Gewaltmonopol
4. Zwischenstaatlicher Krieg und Internationales System
III. „Neue Kriege“
1. Verlust des staatlichen Gewaltmonopols
2. Akteurskonstellation
3. Ökonomie „Neuer Kriege“
4. Entpolitisierung des Krieges?
5. „Neue Kriege“ und das Internationale System
6. Was ist neu an den „Neuen Kriegen“?

C. Schlussbemerkung

Bibliographie

Erklärung zur wissenschaftlichen Redlichkeit

A. Einleitung

Aus der Globalisierung als Prozess zunehmender „Intensivierung und Beschleu-nigung grenzüberschreitender Transaktion bei gleichzeitiger räumlicher Aus-dehnung“1 resultiert eine wachsende Interdependenz der Staatengemeinschaft. Obgleich aus diesem erleichterten grenzüberschreitenden Verkehr sowie der Reduktion der Faktoren Zeit und Raum sowohl für Staaten als auch private Akteure diverse Vorzüge erwachsen, birgt diese Entwicklung weitreichende Schattenseiten. „Interdependenz bedeutet Verflechtung, aber auch Verwund-barkeit durch externe Entscheidungen und Entwicklungen.“2 Grenzüberschrei-tende Probleme von globaler Reichweite stehen somit für eine zunehmende Gefährdung menschlicher Sicherheit und implizieren deren Verletzlichkeit (Vulnerabilität). Ein Rückzug hinter die territorialen Grenzen des Nationalstaats erweist sich dabei mehr und mehr als inadäquates Fluchtunterfangen.

Mag es bei oberflächlicher Betrachtung auch so erscheinen, so kennt die Globali-sierung per se keine absoluten Gewinner oder Verlierer ihrer Entwicklung. Vor allem die eingehend aufgezeigte Überwindung räumlicher und zeitlicher Grenzen birgt ein globales Bedrohungspotenzial für die menschliche Sicherheit, denn durch die anwachsende Interdependenz bleiben diverse Probleme nicht lokal beschränkt. Vielmehr entwickeln sie sich - mittelbar oder unmittelbar - zu Pro-blemen globalen Ausmaßes: Migrationsströme aus der dritten Welt, die vor allem aus regionalen Konflikten, Armut und Perspektivlosigkeit resultieren, wirken sich unmittelbar auf die OSZE-Staaten aus; die regionale Verbreitung von Massen-vernichtungswaffen impliziert ein direktes Bedrohungspotenzial von globaler Reichweite; Fragen der Energie- und Ressourcensicherheit gewinnen mehr und mehr Gewicht. Die Liste dieser globalen Probleme ließe sich noch um eine Vielzahl weiterer Aspekte ergänzen. Doch bereits anhand dieser wenigen Exem-pel wird das Dilemma einer interdependenter werdenden Weltgemeinschaft offenkundig: Einzelne Staaten können dieser vielschichtigen Problematik nicht mehr gerecht werden, sind von ihr aber in weitreichendem Ausmaß betroffen.

Als ein weiteres Problemfeld intensiver Verflechtung des Internationalen Systems ist die überregionale Betroffenheit durch gewaltsame Konflikte und Kriege anzuführen. Obgleich sich mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine regionale Verlagerung des Kriegsgeschehens feststellen lässt, vor allem aus Europa heraus und in die Staaten der Dritten Welt hinein3, so führte jedoch die Verflechtung des Internationalen Systems dazu, dass auch OSZE-Staaten deren Auswirkungen deutlich spüren. „Ströme von Flüchtlingen, grenzüberschreitender Terrorismus, die mediale Berichterstattung über Gewaltverbrechen, der mögliche Verlust von Wirtschaftsräumen, Handelspartnern und Verbündeten stellen die wesentlichen Motivationen für die westlichen Industrienationen dar, hier einzugreifen.“4

In enger Verflechtung mit dieser Bedrohung steht die Problematik fragiler Staat-lichkeit, die oftmals den „Ordnungsrahmen“ derartiger Konflikte und Kriege bil-det. Hierbei handelt es sich um Staaten, die aufgrund des nicht (mehr) vorhanden-en Gewaltmonopols und der Schwächung zentraler Institutionen ihre Ordnungs-tätigkeit - weder nach innen noch nach außen - in vollem Umfang erfüllen können.5 Dieser defizitären staatlichen Leistungsfähigkeit können diverse politische, ökonomische, soziale und militärische Faktoren zu Grunde liegen. Inwieweit und ob überhaupt noch von einer staatlich geschützten Ordnung gesprochen werden kann, hängt vom Erosionsgrad des Staatsapparates ab. Dabei wird zwischen schwachen Staaten (weak states), versagenden Staaten (failing states) und gescheiterten Staaten (failed states) differenziert.6

Der Verlust „effektiver Gebietsherrschaft“7 stellt nicht nur eine unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung des brüchigen Staates dar. Vielmehr kann sie in Form von Spill-Over-Effekten auf benachbarte Staaten übergreifen und dadurch zum regionalen Problem heranwachsen: Mit dem Verfall des politischen Über-baues emanzipieren sich auf dem betroffenen Staatsgebiet diverse Gefahren wie beispielsweise die Verbreitung von Klein- und Leichtwaffen, Flüchtlingsströme, illegaler Güteraustausch, Kriminalität und Ähnliches von der staatliche Kontrolle und werden dadurch zu transnationalen und destabilisierenden Gefahrenfaktoren für die gesamte Region.8

Darüber hinaus hält das Problem fragiler Staatlichkeit aber auch Einzug in die weltweite sicherheitspolitische Debatte. So erkennt die Europäische Sicherheits - strategie in prekären Staaten das Potenzial, globale Sicherheitsstrukturen zu untergraben und regionale Instabilität zu vergrößern.9 Mit dem Verlust des staat-lichen Gewaltmonopols und der Bedeutungslosigkeit staatlicher Institutionen offerieren prekäre Staaten einen idealen Nährboden für die Ausweitung illegaler und unkontrollierter Aktivitäten. Daher wird fragile Staatlichkeit durch ein indirektes Bedrohungspotenzial - trotz geographischer Distanz - auch zur (mittelbaren) Gefahr für die Industrienationen.

Folglich vereint dieses Problemfeld direkte wie indirekte Gefährdung für die menschliche Sicherheit in lokalen, regionalen und globalen Ausmaß. Nicht selten ist der Zerfall staatlicher Strukturen mit gewaltsamen Auseinander-setzungen verbunden10, die innerhalb der Grenzen schwindender Staatlichkeit eskalieren und auf substaatlicher Ebene geführt werden. Daher geht mit der bereits erwähnten regionalen Verschiebung gewaltsamer Konflikte und Kriege in die Dritte Welt auch ein typologischer Wandel des Kriegsgeschehens einher: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bilden innerstaatliche Kriege - mit über zwei Dritteln - die Mehrheit aller weltweit geführten Kriege.11

Unter dem Terminus „Neue Kriege“12 wird diese Form inner- und substaatlicher Gewaltaustragung in der Literatur neu etikettiert. In diesem Kontext ist „Neu“ zu allererst als Abgrenzungsbegriff gegenüber den klassischen zwischenstaatlichen Kriegen zu verstehen. Mit ebendiesem Phänomen beschäftig sich die vorliegende Arbeit. Dabei geht es keineswegs um eine bloße deskriptive oder historisierende Darstellung dieser Thematik. Vielmehr soll sich in kritischer Weise mit der Theorie „Neuer Kriege“ auseinandergesetzt und diese zum klassischen Kriegsbild in Kontrast gesetzt werde. Aus dem Fokus der vorliegenden Arbeit ergibt sich folgender Aufbau: Zunächst soll eine prinzipielle und statistische Einführung in die Thematik des Krieges unternommen werden. Somit soll dieser erste Oberpunkt sowohl der Vollständigkeit der Arbeit als der Operationalisierung des Gegenstandes dienlich sein. Darüber hinaus wird im folgenden Zweischritt sowohl in die Theorien klassischer und Neuer Kriege eingeführt, um deren spezifische Charakteristika hervorzuheben und die daraus ableitbaren Kon-sequenzen aufzuzeigen. Dabei orientiert sich die Darstellung klassischer Kriege an Clausewitzs Verständnisses vom Krieg als „Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mittel“13 und den daraus ableitbaren Implikationen. Unter Rückgriff auf verschiedene Autoren werden die Merkmale „Neuer Kriege“ herausgearbeitet, systematisiert und einer kritischen Analyse unterzogen. Neben dieser differenzierten Untersuchung sollen im Zuge der Arbeit zentrale Fragen beantwortet werden: Gibt es einen Wandel im Kriegsgeschehen? Falls ja, wie artikuliert sich dieser Wandel? Und wie ist es um die Aktualität der klassischen Kriegstheorie nach Clausewitz bestellt? Kurzum, gibt es etwas Neues vom Kriege?

B. Hauptteil

Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.

Platon

Folgt man den Worten Platons, so scheint der Krieg die Epochen zu überdauern. Mögen einzelne Kriege - als konkrete und spezifische Konstellation - auch ein Ende finden, so bleibt der Krieg - als generelles Phänomen - ein konstantes Verhängnis menschlichen Daseins. Führt man sich die Vielzahl kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen, die entlang der Jahrhunderte entflammten, so straft auch die Geschichte Platon nicht Lügen, sondern scheint dessen These zu untermauern: Bereits Herodots „Historien“, die als Ursprung der Geschichts-schreibung gelten, haben den Krieg zum zentralen Inhalt. So bezeichnet auch Hans Magnus Enzensberger in seinem Buch „Aussichten auf den Bürgerkrieg“ den Krieg als „eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit“. Und ebenso wie andere Erfindungen - um an dieser Semantik festzuhalten - unterliegt auch der Krieg dem Wandel der Zeit. Er changiert seine Erscheinungsform, weist neue Charakteristika auf und konfrontiert mit neuartigen Konsequenzen. Ebendiesen Wandel des Krieges gilt es fortan zu untersuchen.

I. Operationalisierung des Kriegsbegriffes

Zum Zwecke einer stringenten und verständlichen Darstellung erscheint es sinn-voll, den vorliegenden Hauptteil der Arbeit mit einer theoretischen wie auch statistischen Verortung des Gegenstandes „Krieg“ zu beginnen.

1. Kriegsdefinition

Bei dem Versuch den Krieg begrifflich zu erfassen, offenbart sich ein in den Sozialwissenschaften weitverbreitetes Problem: Es kann nicht mit einer allgemein anerkannten und gültigen Definition aufgewartet werden.14 Vielmehr gibt es verschiedenste Ansätze um sich dem Begriff des Krieges anzunähern. Im Vorliegenden soll der Begriff des Krieges anhand der Definition der Arbeitsgemeinschaft für Kriegsursachenforschung (AKUF)15 der Universität Hamburg näher bestimmt werden:

Krieg definiert die AKUF in Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917-1988) als einen gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:

(a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt;
(b) auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegsführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.);
(c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuität und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d.h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern;

Kriege gelten als beendet, soweit Kampfhandlungen dauerhaft, d.h. für mindestens ein Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der AKUF-Kriegsdefinition fortgesetzt werden.

Bei einem ‚bewaffneten Konflikt‘ handelt es sich um gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen die Kriterien der Kriegs-definition nicht in vollem Umfang gegeben sind.

Zum einen liegt die Stärke dieser Definition in ihrer begrifflichen Reichweite. Sie thematisiert nicht nur den klassischen zwischenstaatlichen Krieg, sondern eröffnet die Möglichkeit, ebenso inner- und substaatliche Gewalt unter den Begriff des Krieges zu subsumieren. Daher wirkt sie zeitgemäß und trägt der Entwicklung des Kriegsgeschehens Rechnung. Darüber hinaus ist die AKUF in ihrer Kriegs-definition frei von statistischen Messzahlen, wie beispielsweise einer Mindestzahl von Opfer wie sie das Correlates of War Project vorsieht.16Derartige numerische Größen sind insofern problematisch, als ihre präzise Erfassung per se schwierig ist und darüber hinaus Opferzahlen propagandistisch eingefärbt und somit verfälscht sein können.17

2. Statistik zum neueren Kriegsgeschehen

Wie bereits in der Einleitung angezeigt, lässt sich ein signifikanter Wandel des Kriegsgeschehens feststellen. Ebendieser soll anhand der Daten der AKUF sta-tistisch unterlegt werden. Ferner gilt es den bereits aufgezeigten Zusammenhang zwischen innerstaatlichen Kriegen und fragiler Staatlichkeit auch als empirisch gehaltvoll auszuweisen. Die Erhebung und Auswertung dieser Messzahlen findet vor dem Hintergrund der soeben dargestellten Kriegsdefinition sowie mittels der Kriegstypologie der AKUF18 statt. Es geht darum, auf zwei weitrechende Effekte dieser Veränderung, unter Rückgriff auf empirische Erhebungen, aufmerksam zu machen: Die lokale und - vor allem für diese Arbeit bedeutsamere - typologische Verlagerung des Kriegsgeschehens.

AKUF-Kriegstypen

Die AKUF unterscheidet fünf Kriegstypen:

A= Antiregime-Kriege, in denen um den Sturz der Regierenden oder um die Veränderung oder den Erhalt des politischen Systems oder gar der Gesellschaftsordnung gekämpft wird.

B= Autonomie- und Sezessionskriege, in denen um größere regionale Autonomie innerhalb des Staatsverbandes oder Sezession vom Staatsverband gekämpft wird. C= Zwischenstaatliche Kriege

D= Dekolonisationskriege, in denen um die Befreiung von Kolonialherrschaft gekämpft wird.

E= Sonstige innerstaatliche Kriege

Ferner unterscheidet die AKUF, ob es sich um einen Krieg (1) mit Fremdbeteiligung oder (2) ohne Fremdbeteiligung handelt19.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnet die AKUF 218 Kriege. Hinsichtlich der regionalen Verteilung stellt sie fest, dass drei Viertel dieser Kriege in Afrika, Asien sowie im Nahen Osten ausgetragen wurden bzw. wer-den.20 Somit wurde mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs - wie bereits einleitend angedeutet - die Dritte Welt zum Hauptkriegsschauplatz. In diesem Kontext sei erneut auf den Zusammenhang zwischen der Verlagerung des Kriegsgeschehens und dem Problemfeld fragiler Staatlichkeit verwiesen: Vergleicht man die numer-ischen Werte, so offenbart sich eine evidente Korrelation zwischen den Aus-tragungsorten vieler Kriege und den Brennpunkten prekärer Staatlichkeit.21

Bezüglich der typologischen Verteilung stellt die AKUF fest, dass Krieg vor allem innerstaatlich geführt wird:22 Zwischenstaatliche Kriege (Typ C) werden lediglich mit 17 Prozent verbucht. Die übrigen 83 Prozent verteilen sich in unterschied-licher Gewichtung auf die Typen A (Antiregime-Kriege), B (Autonomie bzw. Sezessionskriege) und D (Dekolonisationskriege). „Sonstige innerstaatliche Kriege“ (Typ E) werden nicht separat aufgeführt, da sie stets im Mischverhältnis mit anderen Kriegstypen zu Tage treten. Ohne dabei näher auf die Verteilung der einzelnen Typen einzugehen, sei auf folgende Ergebnisse, welche bereits durch die dargestellten Zahlenwerte messbar werden, hingewiesen: Der offenkundige Zusammenhang zwischen innerstaatlichen Kriegen und fragiler Staatlichkeit; der Bedeutungsverlust zwischenstaatlicher Kriege; sowie die Dominanz inner-staatlicher Kriegsführung, die sich nicht zuletzt in ihrer statistischen Gewichtung sowie durch die verstärkte Berücksichtigung in gängigen Kriegsdefinitionen widerspiegelt.

3. Wandel des Analyseansatzes

Clausewitz bezeichnet den Krieg als ein „wahres Chamäleon, weil er in jedem konkreten Fall seine Natur etwas ändert[...]“.23 So vielfältig die Erscheinungs-form des Krieges sein kann, so mannigfaltig ist er auch hinsichtlich seiner Entstehung. Dem Anspruch einer wissenschaftlichen Untersuchung des Krieges würde eine monokausale Ursachenerklärung nicht gerecht werden. Vielmehr sind „Kriegsursachen hochkomplex und deshalb entsprechend multifaktoriell und multikausal“.24 Dem vorgelagert sollte aber eine hinreichende Differenzierung zwischen den Ursachen und dem Anlass eines Krieges vorgenommen werden. „Während die Ursache das wesentliche Moment bei der Entstehung einer Erscheinung ist, steht der Anlass mit der Wirkung nur in einem zufälligen und daher auch nicht wesentlichen Verhältnis.“25 Dementsprechend muss hinterfragt werden, ob ein bestimmter Faktor einen kausalen Einfluss oder eine „bloße“ Katalysatorfunktion - also eine beschleunigende Wirkung auf tatsächliche Kausa-litäten - hat. Bei einer Ursache - also einer tatsächlichen Kausalität - handelt es sich somit um einen entscheidenden und unabdingbaren Faktor für die Entstehung einer Erscheinung. Dementgegen können Anlässe variieren und ein anderes Ereignis zum gleichen Ergebnis führen. So hätte also auch ein anderer Anlass, als die Ermordung des österreichischen Thronfolgers im Sommer 1914, den Ersten Weltkrieg herbeiführen können, denn die Ursachen waren sowohl vielschichtiger als auch tiefgründiger.26

[...]


1 Ulrich Menzel: „Was ist Globalisierung oder die Globalisierung vor der Globalisierung“, in: Mir A. Ferdowsi (Hrsg.): Weltprobleme, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung, München 2007, S. 24.

2 Tobias Debiel, Dirk Messner, Franz Nuschler: „Globale Verwundbarkeit und die Gefährdung menschlicher Sicherheit“, in: Tobias Debiel/Dirk Messner/Franz Nuschler(Hrsg.): Globale Trends 2007, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006, S. 14.

3 Vgl. Wolfgang Schreiber: „Die Kriege in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und danach“, in: Thomas Rabhel/Wolfgang Schreiber (Hrsg.): Das Kriegsgeschehen 2000. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte, AKUF, Opladen 2001, S. 15.

4 Jakob von Schubert: „Gewaltmonopol und Fremdherrschaft“, Arbeitspapier der Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung, Universität Hamburg-IPW, 1/2007, S. 2.

5 Vgl. Ulrich Schneckener: „Staatzerfall und fragile Staatlichkeit“, in : Mir A. Ferdowsi (Hrsg.): Weltprobleme, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung, München 2007, S. 357.

6 Vgl. Andreas Wilhelm: Außenpolitik, Oldenbourg Verlagsgesellschaft, München 2006, S. 311.

7 Thomas Risse: „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“, in: Internationale Politik, 9/2005, S. 8.

8 Vgl. Ulrich Schneckener, a.a.O., S. 383.

9 Europäische Sicherheitsstrategie Dezember 2003,in: http://consilium.europa.eu/uedocs/cmsUpload/031208ESSIIDE.pdf Abruf vom 10.03.08, S. 4f.

10 Vgl. Ulrich Schneckener, a.a.O., S. 382.

11 Vgl. Volker Matthies: „Kriege: Erscheinungsformen, Kriegsverhütung, Kriegsbeendigung“, in: Manfred Knapp, Gert Krell (Hrsg.): Einführung in die Internationale Politik, Oldenbourg Verlagsgesellschaft, München/Wien 2004, S. 403.

12 Vgl. u.a. Herfried Münkler : Die neuen Kriege, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002. Sowie Mary Kaldor: Neue und Alte Kriege, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2007.

13 Vgl. Carl von Clausewitz: Vom Kriege, Rowohlt, Reinbeck beim Hamburg 2006, S. 22.

14 Vgl. Wolfgang Schreiber, a.a.O., S. 12.

15 AKUF-Kriegsdefinition in: Thomas Rabhel/Wolfgang Schreiber (Hrsg.): Das Kriegsgeschehen 2000. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte, AKUF, Leske+Buderich, Opladen 2001, S. 10.

16 Vgl. Christian Daase: Kleine Kriege – Große Wirkung, Nomos, Baden-Baden 1999, S. 78.

17 Vgl. ebd., S. 79.

18 AKUF Kriegstypologie in: Thomas Rabhel/Wolfgang Schreiber (Hrsg.): Das Kriegsgeschehen 2000. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte, a.a.O., S. 70.

19 Fremdbeteiligung wird in diesem Sinne verstanden, als das aktive Eingreifen in Kampf-handlungen.

20 Vgl. Wolfgang Schreiber, a.a.O., S. 14.

21 Vgl. failed state index, in: Tobias Debil, Sascha Werthes: „Fragile Staaten und globale Friedenssicherung“, in: Tobias Debiel/Dirk Messner/Franz Nuscheler(Hrsg.): Globale Trends 2007, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006, S. 90f.

22 Vgl. Wolfgang Schreiber, a.a.O., S. 15.

23 Carl von Clausewitz: a.a.O., S. 23.

24 Volker Matthies, a.a.O., S. 412.

25 Volker Matthies, a.a.O., S. 412.

26 Vgl. Herfried Münkler: Über den Krieg, Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2008, S. 25f.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Neues vom Kriege?
Untertitel
Eine Analyse zur strukturellen Entwicklung des Krieges
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar: Globale Probleme als Konfliktursachen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
39
Katalognummer
V126432
ISBN (eBook)
9783640323562
ISBN (Buch)
9783640321544
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neues, Kriege, Eine, Analyse, Entwicklung, Krieges
Arbeit zitieren
Josef Frischeisen (Autor), 2008, Neues vom Kriege?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126432

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