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Welche Schwierigkeiten sind im Erwerb des Genussystems im Deutschen erkennbar? Eine Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel

Title: Welche Schwierigkeiten sind im Erwerb des Genussystems im Deutschen erkennbar? Eine Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel

Bachelor Thesis , 2021 , 41 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Diese Arbeit umfasst eine Untersuchung zum Erwerb des Genussystems deutschsprachiger Kinder im Spracherwerbsprozess am Beispiel des Possessivartikels. Für die Untersuchung wurde das Leo-Korpus der Datenbank CHILDES genutzt.

Der Erwerb des Genussystems ist ein interessantes Phänomen, da Kinder die Zuweisung der Genera zwar einerseits recht früh weitgehend fehlerfrei beherrschen, einige Forscher das Genus jedoch als eine der wesentlichsten Lernschwierigkeiten der deutschen Grammatik ansehen. Es ist durchaus relevant, dass Kinder Substantiven das korrekte Genus verlässlich zuordnen können, denn im Deutschen besteht ein durchschnittlicher gesprochener Satz beinahe zu 60% aus Nomina, denen jeweils eines der drei Genera (Maskulinum, Femininum, Neutrum) als inhärentes Merkmal anhaftet. Zudem stellt die korrekte Verwendung von Genera eine bedeutende Funktion bei der Bildung komplexer und hierarchisch gegliederter Nominalphrasen dar. Dies zu beherrschen ist eine wichtige Voraussetzung "für die Aneignung sprachlicher Kompetenz und den Erfolg im Bildungssystem", weshalb dieser komplexe Teil der Grammatik durchaus eine Relevanz für den gesamten Spracherwerbsprozess aufweist. Trotzdem wird das Genus der Substantive in Schul- und Sprachbüchern für muttersprachlichen Unterricht in der Regel nicht behandelt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grammatische Grundlagen

2.1 Das Genus als grammatische Kategorie

2.1.1 Genuserwerb und mögliche Muster der Genuszuweisung

2.1.2 Funktionen von Genera

2.2 Die Artikelwörter

2.2.1 Die Artikelvielfalt der deutschen Sprache

2.2.2 Possessivartikel

3. Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses

4. Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel

4.1 Methodik und Datengrundlage

4.2 Analyse der Daten

4.2.1 Übergeneralisierungen und konkrete fehlerhafte Markierungen

4.2.2 Übertragbarkeit der Ergebnisse auf in der Forschung beobachtete Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Schwierigkeiten beim Erwerb des grammatischen Genussystems im Deutschen, wobei der Fokus gezielt auf dem Erwerb von Possessivartikeln liegt. Basierend auf einer korpusgestützten Analyse (Leo-Korpus, CHILDES) wird erforscht, welche fehlerhaften Muster und Übergeneralisierungen bei der Genuszuweisung auftreten und wie diese mit den kognitiven Entwicklungsschritten des Kindes sowie den syntaktischen Anforderungen des deutschen Artikelsystems korrelieren.

  • Erwerb des Genussystems im Kindesalter
  • Funktion und Struktur der Possessivartikel im Deutschen
  • Empirische Untersuchung von Kindersprache anhand von CHILDES-Daten
  • Analyse von Übergeneralisierungen und Kasusfehlern

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Übergeneralisierungen und konkrete fehlerhafte Markierungen

In Leos Sprachgebrauch lassen sich einige Muster innerhalb der nicht-zielsprachlichen Verwendung der Possessivartikel erkennen. Zu Beginn der Aufnahmen verwendet Leo oftmals reduzierte Formen der Possessivartikel, zum Beispiel die (grundlegenden) maskulinen Nominativ-Formen mein bzw. dein, bei denen noch keine Flexion stattfindet:

(6) xxx es regnet von dein Himmel (le020723)

ich pack mein […] Sachen für Stutt(gart) (le020730)

Auch in anderen Untersuchungen wird davon gesprochen, dass Artikel zunächst in reduzierter Form erscheinen. Bei BEWER beispielsweise, die den Erwerb des Genus anhand des bestimmten Artikels erforscht hat, hat sich gezeigt, dass dieser bis zu einem Alter von knapp über zwei Jahren vorwiegend in der reduzierten Form „de“ verwendet wird (vgl. Bewer 2004: 114f.).

Eine weitere Beobachtung ist, dass Leo Substantive mit neutralem Genusmerkmal häufig mit auf -e auslautenden Formen übergeneralisiert. Dabei nutzt er die Form meine anstelle von mein/-en/-em:

(7) *MEC: wo hast du geschlafen? - *CHI: in meine Reisebett (le011122)

*CHI: der is(t) in seine Häuschen (le011115)

Ähnliche Beobachtungen zu der Übergeneralisierung von Substantiven mit neutralem Genusmerkmal hat auch DIESER (2009) gemacht. In ihrer Langzeitstudie hat sich gezeigt, dass alle untersuchten Kinder über einen größeren Zeitraum hinweg neutrale Kontexte übergeneralisiert haben (vgl. Dieser 2009: 211). RUBERG schlussfolgert aufgrund eigener Studien und Ergebnissen anderer Forscher, dass Kinder ihr „Formeninventar schrittweise erweitern“ (Ruberg 2013: 308), also „dass das Genusmerkmal von Nomen nicht von Anfang an alle drei Merkmalswerte [Maskulinum, Femininum und Neutrum] zulässt“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Genuserwerbs ein und skizziert die Forschungsfrage sowie das zugrundeliegende kognitivistische Erwerbsmodell.

2. Grammatische Grundlagen: Das Kapitel erläutert das Genus als grammatische Kategorie, die verschiedenen Genuszuweisungsregeln sowie die Strukturen und Funktionen von Artikeln und Possessivartikeln.

3. Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses: Hier wird die kognitivistische Perspektive auf den Spracherwerb vertieft und die Vielschichtigkeit sowie die Herausforderungen des deutschen Genussystems dargelegt.

4. Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel: Dieser empirische Teil wertet Sprachdaten des Leo-Korpus aus und analysiert spezifische Fehlerquellen wie Übergeneralisierungen und Kasuskontexte.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Übertragbarkeit auf allgemeine Erkenntnisse der Genuserwerbsforschung und beleuchtet die schrittweise Entwicklung des Genussystems.

Schlüsselwörter

Genuserwerb, Erstspracherwerb, Possessivartikel, Nominalphrase, CHILDES, Leo-Korpus, Sprachwissenschaft, Übergeneralisierung, Grammatik, Kasus, Nominalflexion, Kognitivismus, Kongruenz, Sprachdatenanalyse, Genuszuweisung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit untersucht, welche Schwierigkeiten Kinder beim Erwerb des deutschen Genussystems haben, wobei die Analyse spezifisch auf den Gebrauch von Possessivartikeln konzentriert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst den Bereich des Erstspracherwerbs, die grammatischen Strukturen des Artikelsystems des Deutschen, kognitive Spracherwerbsmodelle und die Analyse von Sprachdaten aus korpuslinguistischer Sicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Schwierigkeiten beim Erwerb des Genus zu identifizieren, zu analysieren, ob sich diese in der Verwendung von Possessivartikeln widerspiegeln, und hierbei auftretende Erwerbsmuster oder Übergeneralisierungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Analyse, bei der Sprachdaten aus dem Leo-Korpus der CHILDES-Datenbank mittels des Analyseprogramms CLAN quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Genus und zur Artikelstruktur, der Erörterung von Erwerbsschwierigkeiten, sowie der praktischen Analyse und Diskussion der gewonnenen Korpusdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Genuserwerb, Possessivartikel, Übergeneralisierung, CHILDES-Datenbank und Kongruenz innerhalb der Nominalphrase.

Warum spielt die sogenannte "Janusköpfigkeit" bei Possessivartikeln eine Rolle?

Sie beschreibt die Schwierigkeit, dass der Possessivartikel gleichzeitig an zwei Substantive angepasst werden muss: an den Besitzer (Possessor) und das Objekt (Possessum), was eine hohe Anforderung an das grammatische Verständnis stellt.

Welche Ergebnisse liefert die Untersuchung in Bezug auf die Pluralformen?

Die Analyse zeigt, dass Pluralformen später erworben werden und deren Bildung für das Kind schwieriger erscheint, da sie in den Daten seltener vorkommen und vermehrt Übergeneralisierungen aufweisen.

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Details

Title
Welche Schwierigkeiten sind im Erwerb des Genussystems im Deutschen erkennbar? Eine Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel
College
University of Münster  (Germanistisches Institut)
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
41
Catalog Number
V1264496
ISBN (PDF)
9783346707567
ISBN (Book)
9783346707574
Language
German
Tags
Spracherwerb Genuserwerb Grammatik Possesivpronomen CHILDES Datenbank
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Welche Schwierigkeiten sind im Erwerb des Genussystems im Deutschen erkennbar? Eine Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264496
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