Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Affigierung, dem Anfügen eines Affixes an einen Wortstamm. Hierzu werden verschiedene Grammatiken und Einführungen in die Wortbildung, unter anderem die klassische "Duden Grammatik", das "Basiswissen Deutsche Wortbildung" von Elke Donalies, die "Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache" von Fleischer/Barz sowie einige weitere Werke zur Hilfe gezogen. Zu Beginn wird das Affix als Wortbildungseinheit definiert und die gängigsten Arten des Affixes, das Präfix, das Suffix und das Zirkumfix sowie weitere Realisierungsformen des Affixes erläutert. Außerdem wird das Konfix genauer betrachtet. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Affix-Darstellung in den verschiedenen Grammatiken herauszuarbeiten und zwei Ansätze der internen Gliederung von Affixen sollen näher betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Affix als Wortbildungseinheit
2.1 Definition des Affixes in verschiedenen Grammatiken
2.2 Präfix, Suffix, Zirkumfix – Affixarten
2.3 Abgrenzung Affix und Konfix
3. Berührungspunkte und Abweichungen in der Affix-Beschreibung
3.1 Unterscheidung transponierende, determinierende und determinierte Affixe
3.2 Gliederung in substantivische, adjektivische und verbale Wortbildung bei Altmann und Fleischer / Barz
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Beschreibung und interne Gliederung von Affixen in unterschiedlichen germanistischen Grammatiken und Wortbildungslehren. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten sowie unterschiedliche theoretische Ansätze in der Definition, Klassifikation und funktionalen Einordnung dieser Wortbildungseinheiten herauszuarbeiten.
- Grundlagendefinition des Affixes als gebundene Wortbildungseinheit
- Vergleichende Analyse internationaler und deutschsprachiger Grammatik-Modelle
- Differenzierung zwischen Präfixen, Suffixen, Zirkumfixen und Konfixen
- Untersuchung funktionaler Konzepte wie Transposition und Determination
- Vergleich der Gliederungssystematiken in Wortbildungslehren (z. B. Altmann vs. Fleischer/Barz)
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition des Affixes in verschiedenen Grammatiken
In Elke Donalies Basiswissen Deutsche Wortbildung werden Affixe als „nur gebunden in Texten“ vorkommend und „nicht mit sich selbst kombinierbar“ beschrieben (Donalies 2011: 15). Außerdem wird die Wortherkunft des Affixes dargelegt: „zu lat. affigere, ‚anheften, an etwas befestigen‘“ (ebd.). In der traditionellen Duden-Grammatik werden Wortbildungsaffixe als „grammatische Morpheme und somit nicht wortfähige Wortbildungsmittel“ (Wöllstein 2016: 667) bezeichnet, die mit einer Derivationsbasis, also einem Stamm, einer Wortgruppe oder einem Konfix, komplexe Wortstämme bilden (vgl. ebd.). Bei Heringer werden Affixe als „grammatische Morpheme, die für die Wortbildung zuständig sind“ definiert und primär in Abgrenzung zu Flexiven betrachtet. Im Gegensatz zu diesen tragen Affixe zur Wortbedeutung bei, können die Kategorie des Wortes verändern und können in unterschiedlichen Positionen stehen (vgl. Heringer 2009: 31). Die Position des Affixes definiert, um welche Art des Affixes es sich handelt. Im ‚De Gruyter Lexikon Deutsche Morphologie‘ von Elke Hentschel und Petra Vogel wird ferner der Aspekt genannt, dass das Inventar von Affixen begrenzt sei und dieses nur selten durch zum Beispiel entlehnte Affixe wie „mega“ oder „ing“ erweitert werde (vgl. Hentschel, Vogel 2009: 466f.). Fleischer und Barz kommen zu dem Schluss, dass von einem Affix erst dann gesprochen werden kann, wenn ein Morphem bestimmte Eigenschaften aufweist: es muss reihenbildend sein, eine abstraktere Bedeutung im Vergleich zu Grundmorphemen haben, es kommt ausschließlich gebunden vor, ist nicht basisfähig, meistens einsilbig und unterliegt in der Verbindung mit Wörtern bestimmten Distributionsbeschränkungen, d.h. Affixe verbinden sich nicht willkürlich mit jeglichen Wortarten (vgl. Fleischer, Barz 2007: 28). Um als Affix erfasst zu werden, muss dieses alle, oder mindestens die ersten drei Merkmalsausprägungen aufweisen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Relevanz der Wortbildung im sprachlichen Alltag und definiert den Untersuchungsgegenstand sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Das Affix als Wortbildungseinheit: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem verschiedene Definitionen von Affixen verglichen und spezifische Kategorien wie Präfixe, Suffixe, Zirkumfixe und Konfixe voneinander abgegrenzt werden.
3. Berührungspunkte und Abweichungen in der Affix-Beschreibung: Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Herangehensweisen verschiedener Sprachwissenschaftler bei der Klassifikation und internen Strukturierung von Affixen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse des Grammatikvergleichs zusammen und bewertet die Eignung der verschiedenen Werke für unterschiedliche wissenschaftliche Ansprüche.
Schlüsselwörter
Affixe, Wortbildung, Germanistik, Morphologie, Präfix, Suffix, Zirkumfix, Derivation, linguistische Theorie, Wortbildungslehre, Transposition, Determination, Konfixe, Sprachwissenschaft, grammatische Morpheme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philologischen Untersuchung, wie verschiedene deutsche Grammatiken und Wortbildungslehren den Begriff des Affixes definieren und intern strukturieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Definitionseigenschaften von Affixen, die Abgrenzung zu verwandten Einheiten wie Konfixen sowie der Vergleich der Gliederungssystematiken in fachwissenschaftlichen Werken.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der wissenschaftlichen Affix-Darstellung aufzuzeigen und zu analysieren, wie unterschiedlich Autoren die Wortbildungslehre strukturieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einem vergleichenden Literaturstudium (Grammatikvergleich), bei dem die Definitionen und Kategorisierungen von Affixen aus verschiedenen Standardwerken der Germanistik gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung von Affix-Arten und eine detaillierte Analyse spezifischer Konzepte wie der transponierenden und determinierenden Wirkung von Affixen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Termini gehören Affigierung, Derivation, Wortbildungseinheit, Morphologie, sowie die Unterscheidung zwischen verschiedenen morphologischen Funktionen.
Wie unterscheiden die Autoren zwischen transponierenden und determinierenden Affixen?
Bei der Transposition ändert sich die Wortart, während die kategorielle Bedeutung erhalten bleibt. Bei der Determination hingegen wird ein Wort durch das Affix semantisch spezifiziert, wobei das Affix selbst die Funktion eines Determinans einnimmt.
Gibt es einen Konsens in der Forschung über die Definition eines Affixes?
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass verschiedene Autoren unterschiedliche Kriterien (wie Position, Reihenbildungsvermögen oder semantische Funktion) gewichten, was zu variierenden Gliederungsansätzen führt.
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- Anonym (Autor), 2019, Affixe. Beschreibung und interne Gliederung in verschiedenen Grammatiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264504