Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit: "Wie gehen Sportlehrkräfte mit Inklusion um?" Um sich einen Eindruck über den Umgang der Sportlehrkräfte mit dem inklusiven Sportunterricht zu verschaffen, werden die Sportlehrkräfte mithilfe eines Leitfadeninterviews befragt. Dabei wird nach verschiedenen Aspekten des inklusiven Sportunterrichts gefragt, wie beispielsweise das Wissen über den Inklusionsbegriff, der Umgang mit Heterogenität sowie die Potenziale oder Herausforderungen eines inklusiven Sportunterrichts. Neben der zentralen Fragestellung sollen weitere Fragen beantwortet werden: "Gibt es Zusammenhänge zwischen verschiedenen Variablen, wie z. B. dem Alter, der Schulform oder den Vorerfahrungen und den inklusionsbezogenen Einstellungen der Sportlehrkräfte?" Und: "Welches sind die zentralen Herausforderungen des inklusiven Sportunterrichts?". Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Umgang der Sportlehrkräfte mit Inklusion im Sportunterricht und die inklusionsbezogenen Einstellungen dazu zu erheben.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Im ersten Teil der Arbeit werden zunächst theoretische Grundlagen behandelt. Kapitel 2 beginnt mit einer detaillierten Darstellung und Erläuterung des Begriffs der Heterogenität. Es reicht von einer allgemeinen Begriffsdefinition bis hin zum Umgang mit Heterogenität konkret im (Sport)Unterricht. Darauf folgt der nächste Themenkomplex „Inklusion“, bei dem die Begriffe Integration und Inklusion definiert und diskutiert werden. Das nächste Unterkapitel 2.3 beschäftigt sich mit dem inklusiven Sportunterricht. Es werden die Bedeutung, Ziele sowie wesentliche Rahmenbedingungen zur gelingenden Inklusion dargestellt. Weiterhin erfolgt ein Überblick über Herausforderungen und Probleme, die mit dem inklusiven Anspruch einhergehen. Im 3. Kapitel wird die aktuelle Forschungslage zu den Einstellungen der Lehrkräfte zur Inklusion beschrieben.
Im empirischen Teil erfolgt zuerst die Beschreibung des Anliegens der Untersuchung. Daraufhin wird die Ausrichtung des Forschungskonzepts und die verwendete Methode zur Erhebung der Daten näher erläutert. In Kapitel 5 erfolgt die Darstellung der erhobenen Daten durch die Leitfadeninterviews. Kapitel 6 widmet sich der Diskussion der Ergebnisse, in welcher die gewonnen Ergebnisse mit den Befunden der aktuellen Forschungslage verglichen und erörtert werden. Abschließend erfolgt das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
I. Theorie
2 Theoretische Orientierung
2.1 Heterogenität
2.1.1 Dimensionen der Heterogenität
2.1.2 Heterogenität in der Schule
2.1.3 Heterogenität im Sportunterricht
2.1.4 Umgang mit Heterogenität im (Sport)Unterricht
2.2 Inklusion
2.2.1 Inklusion: Begriffsklärung
2.2.2 Von der Integration zur Inklusion
2.2.3 Ziele der Inklusion
2.3 Inklusiver Sportunterricht
2.3.1 Bedeutung des Sports bzw. des inklusiven Sportunterrichts
2.3.2 Rahmenbedingungen für einen inklusiven Sportunterricht
2.3.3 Ziele eines inklusiven Sportunterrichts
2.3.4 Sportdidaktische Konzepte
2.3.5 Herausforderungen und Probleme
3 Aktuelle Forschung/Einstellungen der Lehrkräfte
II. Empirie
4 Methodisches Vorgehen zur Untersuchung der Forschungsfrage
4.1 Anliegen der Untersuchung
4.2 Ausrichtung am qualitativen Forschungskonzept
4.3 Datenerhebung – Das halbstandardisierte Leitfadeninterview
4.3.1 Begründung der Anwendung des Leitfadeninterviews
4.3.2 Die Untersuchungsgruppe
4.3.3 Konstruktion des Leitfadeninterviews
4.3.4 Kontaktaufnahme und Durchführung der Interviews
4.4 Transkriptionsregeln
4.5 Datenauswertung – die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4.5.1 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring – Begründung der Anwendung
4.5.2 Der Vorgang der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse
4.5.3 Entwicklung des Kategoriesystems
4.5.4 Gütekriterien qualitativer Inhaltsanalyse
5 Darstellung der Daten
6 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Umgang von Sportlehrkräften mit dem Inklusionsauftrag im Sportunterricht sowie deren Einstellungen zur inklusiven Beschulung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie gehen Sportlehrkräfte mit Inklusion um?“. Dabei wird analysiert, inwiefern Faktoren wie Schulform, Alter oder Vorerfahrungen die Haltungen beeinflussen und welche Herausforderungen in der praktischen Umsetzung priorisiert werden.
- Grundlagen des Heterogenitätsbegriffs im schulischen und sportpädagogischen Kontext.
- Differenzierung der Begriffe Integration und Inklusion sowie deren Bedeutung für das Bildungssystem.
- Didaktische Konzepte und Rahmenbedingungen für einen gelingenden, inklusiven Sportunterricht.
- Qualitative Interviewstudie mit Sportlehrkräften zu deren Inklusionsverständnis und praktischen Erfahrungen.
- Analyse von Herausforderungen und Potenzialen im inklusiven Schulsport aus der Sicht der Lehrkräfte.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Heterogenität in der Schule
Es können vier Bedeutungsdimensionen unterschieden werden, die in Schule und Unterricht eine hohe Relevanz besitzen (vgl. Schmaltz, 2019, S. 12):
Evaluative Bedeutungsdimension: Heterogenität als Last oder Chance
Ungleichheitskritische Bedeutungsdimension: Heterogenität als soziale Ungleichheit
Deskriptive Bedeutungsdimension: Heterogenität der Differenzen
Didaktische Bedeutungsdimension: Heterogenität als didaktische Herausforderung
Die evaluative Bedeutungsdimension macht deutlich, dass Heterogenität immer mit einer Bewertung einhergeht (vgl. ebd., S. 12). In schulpädagogischen Beiträgen wird Heterogenität sowohl als Belastung als auch als Chance bezeichnet. Wird Heterogenität als Herausforderung empfunden, scheint dieser Begriff neutral zu sein. Allerdings impliziert dieser die Handlungsaufforderung, Heterogenität in schulpädagogischen Reflexionen zum Gegenstand zu machen (vgl. Walgenbach, 2017, S. 27). In diesem Sinne stellt Heterogenität ein Problem dar, welches behoben werden soll, um negative Effekte vorzubeugen. Heterogenität wird als eine Aufgabe aufgefasst, die absolviert werden muss. In diesem Verständnis herrscht eine wertende Bedeutungsdimension vor, welche nicht zwangsläufig mit einer positiven Wertung einhergehen muss. Im Gegensatz dazu kann in einem präskriptiven Sinne Heterogenität auch als Chance verstanden werden, wodurch der Begriff eine positive Aufwertung erfährt (vgl. ebd.). Heterogenität, als soziales Phänomen, wird nicht mehr als das Problem betrachtet, sondern vielmehr deren Wahrnehmung und Bewertung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert von Inklusion im Schulsport sowie die daraus resultierende Notwendigkeit, den Umgang von Sportlehrkräften mit heterogenen Lerngruppen zu untersuchen.
2 Theoretische Orientierung: Das Kapitel liefert eine grundlegende Definition von Heterogenität und Inklusion und überträgt diese auf den Kontext des Sportunterrichts.
3 Aktuelle Forschung/Einstellungen der Lehrkräfte: Hier wird der Forschungsstand zu den Einstellungen von Lehrkräften gegenüber Inklusion im schulischen Bereich zusammengefasst.
4 Methodisches Vorgehen zur Untersuchung der Forschungsfrage: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign mittels Leitfadeninterviews und die gewählte Auswertungsmethode nach Mayring.
5 Darstellung der Daten: Die erhobenen Aussagen der interviewten Sportlehrkräfte werden systematisiert und anhand von Kategorien präsentiert.
6 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse: Die Befunde der Interviewstudie werden kritisch mit dem theoretischen Rahmen und der aktuellen Forschungslage abgeglichen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet notwendige Handlungsbedarfe für die Lehrkräftebildung ab.
Schlüsselwörter
Inklusion, Sportunterricht, Heterogenität, Schulsport, Lehrereinstellung, qualitative Inhaltsanalyse, Inklusionsverständnis, Pädagogik, Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf, Sportdidaktik, Schulentwicklung, soziale Teilhabe, Lehrkräftebildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Sportlehrkräfte den Inklusionsgedanken interpretieren und wie sie diese Herausforderung im Sportunterricht bewältigen.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Reflexion von Heterogenität und Inklusion, die Analyse sportdidaktischer Konzepte für den inklusiven Unterricht sowie die empirische Erhebung der Lehrereinstellungen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Umgang von Sportlehrkräften mit Inklusion zu erheben. Die leitende Forschungsfrage lautet: „Wie gehen Sportlehrkräfte mit Inklusion um?“.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Interviewstudie durchgeführt. Die Datenauswertung erfolgte systematisch mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Heterogenität und Inklusion sowie einen empirischen Teil, der das methodische Vorgehen darlegt und die erhobenen Daten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Inklusion, heterogene Lerngruppen, Sportunterricht, Lehrer-Einstellungen, Didaktik der Inklusion und Herausforderungen im Schulsport.
Gibt es einen Konsens über den Inklusionsbegriff unter den befragten Lehrkräften?
Die Studie zeigt, dass der Inklusionsbegriff bei den Lehrkräften häufig nur diffus verankert ist und oft mit einem integrativen Verständnis (Zwei-Gruppen-Theorie) verwechselt oder gleichgesetzt wird.
Welche Rolle spielen außerschulische Erfahrungen für die Einstellung der Lehrkräfte?
Lehrkräfte, die bereits außerschulische Kontakte zu Menschen mit Behinderungen hatten, zeigen tendenziell positivere Einstellungen zur Inklusion, auch wenn dies nicht direkt zu einer einfacheren Umsetzung führt.
- Arbeit zitieren
- Marita Camp (Autor:in), 2020, Wie gehen Sportlehrkräfte mit Inklusion um? Eine Interviewstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264749