Werden die beiden Themenbereiche Nachhaltigkeit und demographischer Wandel miteinander verknüpft, stellt sich die Frage, inwieweit Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit nicht nur unter Gesichtspunkten der eigenen Ziele und von Umweltzielen, sondern auch im Hinblick auf Arbeitgeberattraktivität Beachtung schenken sollten. In diesem Zusammenhang wird folgende zentrale Forschungsfrage aufgestellt: Inwieweit hat nachhaltiges Handeln von Unternehmen in Deutschland Einfluss auf die Attraktivität des Unternehmens bei der Arbeitgeberwahl aus Sicht potenzieller Bewerber? Die Autorin untersucht hierbei vor allem den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Attraktivität eines Unternehmens. Auch werden die Unterschiede in der Wahrnehmung von Unternehmen in Deutschland anhand des Merkmals nachhaltigen Handelns durch den potenziellen Bewerber – geclustert nach gewissen Merkmalen, wie die Branche – betrachtet. Als Folge dieser Erkenntnisse sollen schlussendlich Handlungsempfehlungen für das Employer Branding ausgearbeitet werden.
Nicht nur der Verbraucher, sondern auch die deutsche Wirtschaft, sieht sich vermehrt mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontiert: So führte beispielsweise die Katastrophe in Fukushima im Jahr 2011 in Deutschland zum Ausstieg aus der Atomenergie. Die Stromerzeugung ist nicht der einzige Bereich, in dem Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielt. Auch in anderen Bereichen der Wirtschaft wird das Thema ernst genommen: Für die Finanzwirtschaft gilt seit dem 05. Mai 2021 die Deutsche Sustainable Finance-Strategie. Deutschland soll so zu einem der führenden Standorte im Bereich des nachhaltigen Finanzwesens entwickelt werden. Außerdem werden Start-ups gegründet, die sich mit der Entwicklung umweltfreundlicher Alternativen beschäftigen, wie zum Beispiel das Start-up Pottburri: Die GmbH entwickelte Blumentöpfe aus Sonnenblumenschalen, die zu 100 % biologisch abbaubar sind und somit die herkömmlichen Plastik-Blumentöpfe ersetzen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel der Seminararbeit
1.3 Forschungsdesign
1.4 Aufbau der Seminararbeit
2 Theorie
2.1 Definitionen
2.2 Ziele und Nutzen von Nachhaltigkeit
2.3 Ziele und Nutzen von Employer Branding
2.4 Nachhaltigkeit als Bestandteil von Employer Branding Aktivitäten
3 Empirie
3.1 Konzeption des Fragebogens
3.2 Durchführung der Umfrage
4 Ergebnisse
4.1 Auswertung der Ergebnisse
4.2 Interpretation der Ergebnisse
4.3 Implikationen für die Praxis
5 Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Nachhaltigkeit auf die Arbeitgeberwahl potenzieller Bewerber in Deutschland vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen nachhaltigem Unternehmenshandeln und der Arbeitgeberattraktivität zu identifizieren, um daraus Handlungsempfehlungen für ein effektives Employer Branding abzuleiten.
- Bedeutung von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) in der Wirtschaft.
- Analyse der Arbeitgeberattraktivität und des Employer Brandings.
- Empirische Untersuchung der Präferenzen potenzieller Bewerber hinsichtlich nachhaltiger Kriterien.
- Vergleich der Relevanz von Nachhaltigkeit gegenüber klassischen Faktoren wie Bezahlung und Work-Life-Balance.
- Ableitung von Strategien für Unternehmen zur Einbindung von Nachhaltigkeit in die Employer Brand.
Auszug aus dem Buch
2.4 Nachhaltigkeit als Bestandteil von Employer Branding Aktivitäten
Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit dem Bereich Nachhaltigkeit sind nicht nur Herausforderungen für Unternehmen entstanden. Ebenso ergeben sich hierdurch Chancen für Unternehmen, sei es eine Kostenreduktion durch einen geringeren Energieverbrauch oder eine nachhaltig geprägte Arbeitgebermarke, die zu vermehrten Chancen bei der Mitarbeitergewinnung beitragen kann (Mayer 2017, S. 16). Wo zu Beginn der Nachhaltigkeitsdebatte regulatorische Maßnahmen im Vordergrund standen, erkennen Arbeitgeber nun vermehrt den strategischen Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens, der sich positiv auf den Wettbewerb auswirken kann (Mayer 2017, S. 29): „So sind laut einer Studie des UN Global Compact in Kooperation mit Accenture aus dem Jahr 2013 93 % der befragten CEOs davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ihr Unternehmen darstellen wird.“ (Mayer 2017, S. 29).
Zu 69 % wird das Markenimage als Motiv für die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit genannt. Außerdem geht hervor, dass 38 % der Befragten die Mitarbeitergewinnung als Motiv benennen (Mayer 2017, S. 29). Dies hat zur Folge, dass Arbeitgeber vermehrt das Thema soziale Verantwortung in ihre Employer Brand aufnehmen, um die Attraktivität des Unternehmens zu steigern, aktuelle und potenzielle Mitarbeiter einzubinden und demnach ein konsistentes Verhalten im Sinne der Arbeitgebermarke sicherzustellen. Ein sozial verantwortlicher Arbeitgeber schafft laut Literatur die Grundlage für eine nachhaltige Beziehung zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber. Generell begeben sich und verbleiben potenzielle Mitarbeiter eher in einem Recruiting-Prozess eines Unternehmens, das sich so präsentiert, dass dessen Attraktivität für Arbeitnehmer gesteigert wird. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass es im Kontext einer nachhaltigen Employer Brand für ein Unternehmen günstig ist, potenzielle Bewerber mit detaillierten Informationen über die Werte eines Unternehmens aufzuklären (Carlini 2019, S. 182-186).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Ausgangslage der Arbeit ein, definiert das Forschungsziel und erläutert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der Seminararbeit.
2 Theorie: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Nachhaltigkeit, CSR und Employer Branding definiert sowie die theoretischen Zusammenhänge zwischen diesen Konzepten dargestellt.
3 Empirie: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Primärerhebung, einschließlich der Konzeption des Fragebogens und der Durchführung der webbasierten Umfrage.
4 Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten ausgewertet, interpretiert und in Form von Empfehlungen für die unternehmerische Praxis aufbereitet.
5 Schluss: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und zieht ein abschließendes Fazit unter kritischer Würdigung der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Employer Branding, Arbeitgeberwahl, Mitarbeitergewinnung, Attraktivität, Corporate Social Responsibility, CSR, demographischer Wandel, Personalmanagement, Arbeitgebermarke, Unternehmenskultur, Umfrage, Bewerberverhalten, Deutschland, Unternehmenskommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Seminararbeit?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das nachhaltige Handeln eines Unternehmens auf dessen Attraktivität bei der Arbeitgeberwahl durch potenzielle Bewerber in Deutschland hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial) mit den Strategien des Employer Branding und dem aktuellen Problem des demographischen Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob ein explizit nachhaltiges Profil eines Unternehmens dessen Attraktivität für Bewerber messbar steigert und welche Rolle dieses Kriterium im Vergleich zu klassischen Faktoren spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche zum theoretischen Rahmen mit einer quantitativen Primärerhebung mittels einer webbasierten Umfrage unter 206 Teilnehmern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Fachbegriffe und Zusammenhänge sowie eine empirische Analyse, welche die Einstellungen der Probanden zu Nachhaltigkeit im Recruiting-Prozess beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeit, Employer Branding, Arbeitgeberwahl, Personalmarketing, CSR, Bewerberattraktivität und Unternehmenskultur.
Spielt Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle bei der täglichen Arbeitgeberwahl?
Die Umfrage zeigt, dass Nachhaltigkeit zwar kein isoliert entscheidendes Kriterium ist – Faktoren wie Vergütung und Work-Life-Balance sind wichtiger –, jedoch für die Mehrheit der Bewerber eine notwendige Bedingung für eine Bewerbung darstellt.
Wie informieren sich Bewerber über die Nachhaltigkeit eines Arbeitgebers?
Der Großteil der informierenden Bewerber nutzt hierfür primär die Unternehmenswebsite sowie weiterführende webbasierte Kanäle wie Google-Bewertungen, Social-Media-Profile und Presseartikel.
Gibt es branchenspezifische Unterschiede bei den Ergebnissen?
Die Untersuchung der Branche Finanzen, Versicherungen und Immobilien ergab keine signifikante Abweichung zur Gesamtpopulation, wobei hier eine etwas stärkere Identifikation mit ökonomischen Aspekten der Nachhaltigkeit zu beobachten ist.
Welche Handlungsempfehlung gibt die Autorin Unternehmen?
Unternehmen sollten ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten transparent und faktenbasiert auf ihrer Website sowie in sozialen Medien kommunizieren, wobei der Fokus besonders auf das soziale Engagement gelegt werden sollte, da dieses als besonders greifbar wahrgenommen wird.
- Citar trabajo
- Beatrice Büschelberger (Autor), 2021, Der Einfluss von Nachhaltigkeit bei der Arbeitgeberwahl in Deutschland. Empfehlungen für das Employer Branding, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265484