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„Death is a gang-boss aus Deutschland“ – Zur Problematik der Übersetzbarkeit von Paul Celans Lyrik am Beispiel der Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris

Titel: „Death is a gang-boss aus Deutschland“ – Zur Problematik der Übersetzbarkeit  von Paul Celans Lyrik am Beispiel der Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris

Seminararbeit , 2008 , 33 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Bernd Csitkovics (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Am Beginn der Untersuchung soll zur kulturhistorischen Kontextualisierung ein kurzer Abriss des Diskurses zur Lyrik nach und über Auschwitz stehen; an diesen soll ein theoretisch orientierter Abschnitt anschließen, in dem die Problematik der literarischen, insbesondere aber der Lyrikübersetzung anhand der translationstheoretischen Überlegungen Walter Benjamins dargestellt werden soll. Darüber hinaus soll aber auch die Anwendbarkeit dieses Konzepts auf Paul Celans Lyrik - wie von Shira Wolosky in einer umfassenden Abhandlung thematisiert - verhandelt werden, indem an Benjamins Theorie anknüpfende Übersetzungsstrategien für die adäquate Übertragung von Paul Celans Gedichten exemplarisch erprobt werden.
Anschließend soll in der Analyse zweier aktueller englischsprachiger Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris der Versuch unternommen werden, die Übertragung bzw. die Übertragbarkeit der poetischen Charakteristika Paul Celans ins Englische zu analysieren. Zunächst sollen die von den beiden Übersetzern geäußerten Überlegungen in Hinblick auf die jeweilige Zielsetzung der Übertragungen erörtert werden, um erste Anhaltspunkte für gemeinsame und divergierende Zugänge zu gewinnen.
Anschließend sollen die wesentlichsten Schwierigkeiten der Übersetzung von Paul Celan an mehreren Textbeispielen näher beleuchtet werden, wobei zunächst die Übersetzung von Neologismen und die Problematik der Mehrdeutigkeit in Zentrum der Analyse stehen sollen. Das folgende Kapitel soll dann gesondert der Frage der Verankerung Celans in der deutschen Sprache nachgehen, da, wie deutlich gemacht werden soll, die Schwierigkeit der Übersetzung im Fall Celans auch wesentlich in dieser begründet liegt, Den analytischen Teil der Untersuchung abrunden soll dann eine detaillierte Analyse von zwei der bekanntesten Gedichten Paul Celans, Todesfuge und Todtnauberg. Anhand der Gegenüberstellung der von den Übersetzern vorgeschlagenen englischsprachigen Versionen dieser beiden Gedichte sollen semantische Eingriffe herausgearbeitet werden, die beiden Übersetzungen aber auch in Bezug zu den von den Übersetzern selbst formulierten Zielsetzungen als auch zu den an Walter Benjamins Theorie anknüpfenden Strategien der Übersetzung gesetzt werden.
Schließlich sollen die im Rahmen dieser Analysen gewonnenen Erkenntnisse am Ende der Arbeit nochmals resümiert werden und auf neu aufgeworfene weiterführende Fragestellungen hingewiesen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Paul Celan in englischer Übersetzung – Eine Einleitung

II. Lyrik nach und über Auschwitz

III. Theorien der Lyrikübersetzung

1. Die Übersetzungstheorie Walter Benjamins

2. Paul Celan zwischen Geschichte und Theorie

IV. Ausgewählte Aspekte aktueller Übersetzungen

1. Die Zielsetzung der Übersetzungen

2. Besondere Schwierigkeiten der Celan-Übersetzung

3. Celans Verankerung in der deutschen Sprache

4. Beispiel 1: „Die Todesfuge“

5. Beispiel 2: „Todtnauberg“

V. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Problematik der Übersetzbarkeit von Paul Celans Lyrik ins Englische, wobei sie den Fokus auf die aktuellen Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris legt. Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen und kulturellen Hürden bei der Übertragung eines Werkes zu analysieren, das eng mit der deutschen Sprache und der historischen Zäsur von Auschwitz verknüpft ist.

  • Kulturhistorische Einordnung der Lyrik nach Auschwitz.
  • Anwendung der Übersetzungstheorie Walter Benjamins auf Celans Werk.
  • Vergleich der Übersetzungsstrategien von Michael Hamburger und Pierre Joris.
  • Herausforderungen durch Celans Neologismen und Mehrdeutigkeiten.
  • Semantische Analyse der Gedichte "Todesfuge" und "Todtnauberg" im übersetzerischen Vergleich.

Auszug aus dem Buch

3. Beispiel 1: „Die Todesfuge“

Wenngleich insbesondere die späten Gedichte von Paul Celan als besonders schwierige Übersetzungstexte gelten, soll im Folgenden am Beispiel des wohl bekanntesten Textes des Dichters gezeigt werden, dass auch bei der Übertragung frühere Gedichte den Übersetzern unterschiedliche Möglichkeiten offen stehen, diese in einer anderen Sprache wiederzugeben. Bereits in der ersten Strophe werden bei näherer Betrachtung die unterschiedlichen Übertragungsstrategien der beiden Übersetzer deutlich.

Black milk of daybreak we drink it at sundawn

we drink it at noon in the morning we drink it at night

we drink and we drink it

we dig a grave in the breezes there one lies unconfined

A man lives in the house he plays with the serpents he writes

he writes when the dusk falls to Germany your golden hair Margarete

he writes it and steps out of doors and the stars are flashing he

whistles his pack out

he whistles his Jews out in earth has them dig for a grave

he commands us strike up for the dance

Zusammenfassung der Kapitel

I. Paul Celan in englischer Übersetzung – Eine Einleitung: Das Kapitel führt in die Problematik der Übersetzbarkeit von Celans Lyrik ein und umreißt das Ziel, aktuelle englische Übersetzungen unter theoretischen Gesichtspunkten zu prüfen.

II. Lyrik nach und über Auschwitz: Es wird der fachwissenschaftliche Diskurs über die Möglichkeit der Lyrikproduktion nach der Shoah sowie die konträren Positionen zur Darstellbarkeit des Holocaust beleuchtet.

III. Theorien der Lyrikübersetzung: Dieses Kapitel verknüpft Walter Benjamins Übersetzungstheorie mit der spezifischen Herausforderung, die Celans historisch und theoretisch aufgeladenes Werk an Übersetzer stellt.

IV. Ausgewählte Aspekte aktueller Übersetzungen: Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Ansätze von Hamburger und Joris bei der Übertragung von Celans Sprachbildern, Neologismen und spezifisch deutschen Referenzen anhand konkreter Textbeispiele.

V. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Analyse, die die Schwierigkeit einer endgültigen, autoritativen Übersetzung von Celans Gedichten unterstreicht.

Schlüsselwörter

Paul Celan, Lyrikübersetzung, Michael Hamburger, Pierre Joris, Todesfuge, Todtnauberg, Walter Benjamin, Auschwitz, Lyrik nach Auschwitz, Neologismen, Sprachkritik, Mehrdeutigkeit, Übersetzungstheorie, Weltliteratur, deutsche Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Übersetzung von Paul Celans Gedichten ins Englische, wobei zwei prominente Übersetzer gegenübergestellt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben translationstheoretischen Fragen stehen die kulturhistorische Bedeutung von Celans Lyrik nach Auschwitz und die semantische Komplexität seiner Texte im Zentrum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll untersucht werden, wie Michael Hamburger und Pierre Joris mit der vermeintlichen Unübersetzbarkeit von Celans Lyrik umgehen und welche Strategien sie dabei anwenden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung kombiniert eine literaturwissenschaftliche Kontextualisierung mit einer vergleichenden Textanalyse von Übersetzungen, gestützt auf translationstheoretische Konzepte.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden gezielt Sprachbeispiele wie die „Todesfuge“ oder „Todtnauberg“ analysiert, um die praktischen Schwierigkeiten bei der Übertragung deutscher Wortbildungen ins Englische aufzuzeigen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Celans Lyrik, Übersetzbarkeit, Benjamin'sche Theorie und das Spannungsfeld zwischen Geschichte und Sprache.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Pierre Joris von dem von Michael Hamburger?

Während Hamburger dazu tendiert, näher am deutschen Original zu bleiben, zeigt die Analyse, dass Joris bei der Übersetzung der "Todesfuge" oder "Todtnauberg" stärker interpretative Eingriffe wagt, um die Wirkung im Englischen zu erzielen.

Warum ist das Gedicht "Todtnauberg" laut Autor besonders problematisch zu übersetzen?

Das Gedicht ist durch seine enge symbolische Verknüpfung mit Heideggers Hütte und komplexe etymologische Wortspiele hochgradig in der deutschen Sprache verankert, was eine direkte Übertragung der assoziativen Bedeutungsebenen im Englischen fast unmöglich macht.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Death is a gang-boss aus Deutschland“ – Zur Problematik der Übersetzbarkeit von Paul Celans Lyrik am Beispiel der Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris
Hochschule
Universität Wien  (Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
SE Literarische Übersetzung
Note
sehr gut
Autor
Bernd Csitkovics (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
33
Katalognummer
V126551
ISBN (eBook)
9783640324514
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland“ Problematik Paul Celans Lyrik Beispiel Michael Hamburger Pierre Joris
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernd Csitkovics (Autor:in), 2008, „Death is a gang-boss aus Deutschland“ – Zur Problematik der Übersetzbarkeit von Paul Celans Lyrik am Beispiel der Übersetzungen von Michael Hamburger und Pierre Joris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126551
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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