Die Leitfrage dieser Hausarbeit lautet: Welche problematischen Führungscharaktere lassen sich unterscheiden und inwiefern hängen diese mit der Frage nach einer verantwortlichen Führung zusammen? Im modernen Verständnis sind Menschenrechte soziale und rechtliche Möglichkeiten, materielle, soziale und andere Vorteile zu nutzen. Manchmal werden Menschenrechte als Maß für das mögliche Verhalten einer Person in der Gesellschaft definiert, also die Fähigkeit, Handlungen zu vollziehen, die nicht gesetzeswidrig sind. Jeder Mensch ist Träger von allgemeingültigen Menschenrechten. Sie stellen eines der höchsten Güter in der heutigen Gesellschaft dar. Der Staat ist verpflichtet, ihre Umsetzung sicherzustellen. Aber nicht immer und überall werden diese berücksichtigt. Es kommt auch vor, dass Menschen, die Macht erlangt haben, nach Selbstbestätigung streben, indem sie andere erniedrigen und nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Warum das passiert und welche Konsequenzen daraus resultieren, wird in den folgenden Kapiteln konkretisiert.
Nach Paulhus/Williams (2002) sind drei Charakter- und Verhaltensprägungen definiert, die als »dark triad of persoriality« bezeichnet werden. Es ist der (subklinische) Narzissmus, die (subklinische) Psychopathie sowie der sogenannte Machiavellismus, die regelmäßig mit mächtigen Politikern oder erfolgreichen Unternehmensführern in Verbindung gebracht werden können. In der vorliegenden Arbeit geht es um problematische Führungscharaktere: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie und ihren Zusammenhang mit der verantwortlichen Führung. Dabei soll die soziale Problematik von diesen Charakteren im Betrieb geklärt werden. Danach werden zwei theoretische Konzepte (Menschenbilder), „Principal-Agent-Theory” und “Stewardship-Theory“, gegenübergestellt und kurz erläutert. Anschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.
Gliederung
1. Einleitung
2. Narzissmus
3. Machiavellismus
4. Psychopathie
5. „Principal-Agent-Theory” und “Stewardship-Theory”
6. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte „Dunkle Seite der Führung“, um zu klären, welche problematischen Führungscharaktere existieren und wie diese mit dem Anspruch an verantwortliche Führung in Organisationen kollidieren. Dabei wird analysiert, inwiefern Persönlichkeitsmerkmale wie Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie auf den Unternehmenserfolg und das Arbeitsklima wirken, ergänzt durch eine theoretische Gegenüberstellung von Principal-Agent- und Stewardship-Theorie.
- Analyse der „Dunklen Triade“ (Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie)
- Einfluss destruktiver Führung auf soziale Strukturen im Betrieb
- Vergleich zwischen eigennützigen „Agenten“ und sozial orientierten „Stewards“
- Diskussion von moralischen Aspekten und Menschenrechten in der Führung
- Reflexion über den Zielkonflikt zwischen persönlichem Karriereaufstieg und ethischer Führung
Auszug aus dem Buch
Narzissmus
Das Problem des Narzissmus ist eines der interessantesten im Bereich der Psychologie. Wenn man sich von der gewöhnlichen Vorstellung der narzisstischen Persönlichkeit als einer egoistischen und egozentrischen Person entfernt, deren Interessen sich weitgehend auf sein eigenes Selbst konzentrieren, dann ist klar, warum narzisstische Symptome für die Psychotherapie so wichtig sind.
Nach Dammann versteht man unter Narzissmus allgemein die „Konzentration des seelischen Interesses auf das eigene Selbst.“ (Kuhn/Weibler 2012: 49)
„Der Begriff des Narzissmus hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. Der Jüngling Narziss, der sich aus Stolz der Liebe der Nymphe Echo entzog, und daraufhin als Strafe selbstverliebt sein eigenes Spiegelbild im Wasser betrachten musste, bis er darüber verging und sich in eine Narzisse verwandelte. Der Begriff erhielt seine moderne Bedeutung allerdings eher aus der Freud‘schen Psychoanalyse.“(vgl. dazu Rotmann 2000) (Kuhn/Weibler 2012: 48-49) Die griechische Legende zeigt deutlich, dass diese Art von „Narzissmus“ wie ein Fluch ist und dass er in seinen extremen Formen zur Selbstzerstörung führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Macht und Führung als soziales Phänomen ein und leitet die Forschungsfrage über problematische Führungscharaktere ab.
2. Narzissmus: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Merkmale narzisstischer Persönlichkeiten und deren destruktive Auswirkungen auf das Team und die Unternehmenskultur.
3. Machiavellismus: Es wird die Strategie des manipulativen Verhaltens beleuchtet, die darauf abzielt, durch Täuschung und Opportunismus persönliche Vorteile zu maximieren.
4. Psychopathie: Hier wird das impulsivste und gefährlichste Profil der dunklen Triade beschrieben, das durch einen Mangel an moralischen Prinzipien und Empathie gekennzeichnet ist.
5. „Principal-Agent-Theory” und “Stewardship-Theory”: Die beiden theoretischen Konzepte dienen als Gegenüberstellung von egoistischem Eigeninteresse und kollektivistisch motivierter Managementphilosophie.
6. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit fasst die Gefahren destruktiver Führung zusammen und appelliert an die Notwendigkeit von ethischen Werten in modernen Führungspositionen.
Schlüsselwörter
Dunkle Triade, Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie, Führungsethik, Principal-Agent-Theory, Stewardship-Theory, Macht, Manipulation, Destruktive Führung, Management, Unternehmenskultur, Menschenrechte, Egozentrik, Soziale Dominanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der sogenannten „Dunklen Seite der Führung“ und analysiert problematische Persönlichkeitsprofile bei Führungskräften.
Welche drei Persönlichkeitsmerkmale bilden die sogenannte „Dunkle Triade“?
Die dunkle Triade besteht aus Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, problematische Führungscharaktere zu identifizieren und ihren Einfluss auf eine verantwortliche und soziale Führung zu hinterfragen.
Welche Theorien werden zur Erläuterung des Führungsverhaltens herangezogen?
Zur theoretischen Fundierung werden die „Principal-Agent-Theory“ (als Modell egoistischer Akteure) und die „Stewardship-Theory“ (als Modell sozialer Verwalter) gegenübergestellt.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf Basis psychologischer und managementwissenschaftlicher Konzepte die sozialen Folgen destruktiver Führung erörtert.
Welche Rolle spielt die „Principal-Agent-Theory“ bei der Führung?
Sie dient zur Erklärung, warum Akteure wie Machiavellisten häufig lediglich ihre eigenen Vorteile suchen und wie Unternehmen mit leistungsorientierten Anreizen versuchen, dies zu steuern.
Können narzisstische Führungskräfte kurzfristig erfolgreich sein?
Ja, laut Text können narzisstische Züge zu Beginn einer Karriere hilfreich sein, da sie dominantes Auftreten fördern, erweisen sich langfristig jedoch oft als Bremse für effektives Management.
Was unterscheidet den „Steward“ vom „Agenten“?
Während der Agent opportunistisch seine eigenen Interessen (meist auf Kosten des Unternehmens) verfolgt, ist der Steward kollektivistisch ausgerichtet und intrinsisch motiviert, die Ziele des Auftraggebers zu verfolgen.
- Quote paper
- Maria Voitovych (Author), 2018, Problematische Führungscharaktere und ihr Zusammenhang mit verantwortlicher Führung. Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265598