Der Auszubildende muss nach der Unterweisung in der Lage sein, selbstständig die 2. Wahl-Ware (B-Ware) zu erkennen, aus dem Verkauf zu nehmen und fachgerecht zu bearbeiten.
Der Auszubildende weiß bereits von seiner letzten Unterweisung, wie man Retouren - also ungetragene Ware - an der Kasse annimmt. In häufigen Fällen retounieren Kunden die Ware, da sie einen Mangel hat, der beim Kauf übersehen wurde. Nun soll er lernen, wie man mangelhafte Ware - auch 2. Wahl genannt - bearbeitet und worauf hierbei geachtet werden muss. Dieser Aufgabenbereich ist wichtig, weil er zu den regelmäßigen Arbeiten im Verkauf gehört und Verantwortungsbewusstsein vom Auszubildenden erfordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der Ausgangssituation
2. Beschreibung und Analyse der Aufgaben-/Problemstellung
3. Zielformulierung / operationalisiert
4. Ausbildungsberuf: Kauffrau/ Kaufmann im Einzelhandel
5. Einordnen in den Ausbildungsrahmenplan
6. Ausbildungsmonat: 2. Monat
7. Lernort: ABTEILUNG Lager
8. Dauer der Ausbildungssituation: 15 Minuten
9. Hilfsmittel: 4 Kleidungsstücke, 2. Wahl Etiketten, Etikettierpistole, Heftfäden, Stift, Aufkleber
10. Lösungsalternativen
10.1 Lehrgespräch
10.2 Leittextmethode
11. Begründung der eigenen Lösung
12. Geplanter Ablauf der Ausbildungssituation: Ablaufstruktur/ Gliederung
12.1 1. Stufe: Vorbereiten
12.1.1 1. Stufe: Vorbereitung (Heranführen des Azubis an die Aufgabe)
12.1.1.1 Arbeitsmaterial und Unterweisungsplatz vorbereiten
12.2 2. Stufe: Vormachen und erklären
12.3 3. Stufe: Nachmachen und erklären lassen
12.4 4. Stufe: Selbstständiges Anwenden
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Ausbildungssituation ist die Vermittlung der fachlichen Kompetenz zum korrekten Umgang mit mangelhafter Ware, insbesondere der 2. Wahl, um den Wert sowie das Qualitätsimage des Unternehmens zu sichern. Die Forschungs- bzw. Handlungsfrage konzentriert sich darauf, wie ein Auszubildender im zweiten Monat befähigt werden kann, diesen Prozess selbstständig und unter Einhaltung betrieblicher Standards durchzuführen.
- Fachgerechte Identifikation und Bearbeitung von 2. Wahl Ware.
- Einsatz technischer Hilfsmittel wie der Etikettierpistole unter Arbeitsschutzaspekten.
- Methodische Anwendung der 4-Stufen-Methode zur strukturierten Wissensvermittlung.
- Qualitätssicherung durch korrekte Etikettierung und Warenentsorgung.
- Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein und kundenorientiertem Handeln.
Auszug aus dem Buch
Begründung der eigenen Lösung
Da beim Bearbeiten der 2.Wahl Ware mehrere Handgriffe in der richtigen Reihenfolge (psychomotorischer Lernbereich) erforderlich sind und die sorgfältige Handhabung (affektiver Lernbereich) beim Etikettieren sehr wichtig ist, habe ich mich für die 4-Stufen-Methode entschieden. Es wird nichts dem Zufall überlassen. Für den gesamten Vorgang wird als Grundlage auch theoretisches Wissen (kognitiver Lernbereich) vermittelt.
Lernerfolgskontrolle ist in der Methode mit enthalten. Eigenes Ausprobieren und Nachvollziehen durch den Auszubildenden „Learning by doing“.
Zusammenfassung der Kapitel
Beschreibung der Ausgangssituation: Es wird der Ist-Zustand beschrieben, in dem der Auszubildende bereits Grundkenntnisse über Retouren besitzt und nun den spezifischen Umgang mit 2. Wahl Ware erlernen soll.
Beschreibung und Analyse der Aufgaben-/Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Notwendigkeit der mangelfreien Warenpräsentation und die Konsequenzen von Mängeln für Kundenbindung und Umsatz.
Zielformulierung / operationalisiert: Hier werden die konkreten Lernziele definiert, die der Auszubildende nach der Unterweisung erreicht haben muss, insbesondere die selbstständige Erkennung und Bearbeitung von Ware.
Begründung der eigenen Lösung: Dieses Kapitel rechtfertigt die Wahl der 4-Stufen-Methode durch die Kombination von psychomotorischen, affektiven und kognitiven Lernzielen.
Geplanter Ablauf der Ausbildungssituation: Dieser Abschnitt strukturiert die Unterweisung exakt in die vier Stufen der Ausbildungsmethode von der Vorbereitung bis zur eigenständigen Anwendung.
Schlüsselwörter
Einzelhandel, 4-Stufen-Methode, Unterweisung, 2. Wahl Ware, Auszubildender, Etikettierung, Retourenmanagement, Qualitätsmanagement, Arbeitsmaterial, Betriebsabläufe, Kundenorientierung, Lernziel, Arbeitssicherheit, Ausbildungssituation, Fachkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterweisung grundsätzlich?
Die Unterweisung befasst sich mit der korrekten Bearbeitung und Kennzeichnung von Waren, die als 2. Wahl klassifiziert sind, um sie für den Verkauf im Outlet vorzubereiten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind der professionelle Umgang mit Retouren, die Einhaltung betrieblicher Qualitätsstandards, die Nutzung von Arbeitswerkzeugen wie Etikettierpistolen und die Vermittlung von Arbeitsabläufen.
Was ist das primäre Ziel der Ausbildungssituation?
Ziel ist es, den Auszubildenden so zu schulen, dass er mangelhafte 2. Wahl Ware eigenständig erkennt, rechtssicher bearbeitet und etikettiert, ohne dabei die Arbeitsqualität zu gefährden.
Welche Lehrmethode wird angewandt?
Es wird die klassische 4-Stufen-Methode verwendet, um eine schrittweise Heranführung an die Aufgabe durch Vorbereitung, Vormachen, Nachmachen und eigenständiges Anwenden zu gewährleisten.
Wie wird sichergestellt, dass der Auszubildende die Aufgabe verstanden hat?
Durch die 3. Stufe (Nachmachen und erklären lassen) sowie durch gezielte Kontroll- und Verständnisfragen während der gesamten Unterweisung wird der Lernerfolg kontinuierlich überprüft.
Welche Kriterien sind bei der Bearbeitung der Ware besonders wichtig?
Besonderer Wert wird auf die richtige Reihenfolge der Handgriffe, die sorgfältige Bedienung der Etikettierpistole unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes und die korrekte Dokumentation des Mangels durch ein Etikett gelegt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen 1. und 2. Wahl Ware für das Unternehmen relevant?
Die qualitätsgerechte Trennung verhindert, dass mangelhafte Ware als einwandfrei verkauft wird, schützt das Unternehmensimage, reduziert Beschwerden und steuert den gezielten Abverkauf im Outlet.
Wie wird der Auszubildende zu Beginn motiviert?
Die Motivation erfolgt durch die Verdeutlichung der Relevanz der Aufgabe für den betrieblichen Erfolg, die Einbindung in regelmäßige Aufgabenbereiche und das Aufzeigen der übertragenen Eigenverantwortung.
- Arbeit zitieren
- Eberhard Hundsotter (Autor:in), Bearbeiten von mangelhafter Ware/2. Wahl-Ware (Unterweisung Kaufmann/-frau im Einzelhandel), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265919