Mit der vorliegenden Hausarbeit soll die Thematik des Homeoffice aus Genderperspektive untersucht werden. Dabei wird sich mit der Frage beschäftigt, ob das Homeoffice zu einer Veränderung im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben sowie der Arbeitsteilung führt.
Im Verlauf der Corona-Pandemie werden Arbeitgebende dazu verpflichtet, Homeoffice anzubieten, sofern es betrieblich möglich ist. Auch vor der Corona-Pandemie ist Homeoffice schon gelegentlich möglich, mit Beginn der Pandemie steigen die Zahlen jedoch deutlich (vgl. Statista 2021). Das BMFSFJ sieht in mobilen Arbeitsformen, wie beispielsweise dem Homeoffice, viel Potenzial, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. Andererseits heißt es in einem Beitrag der Hans-Böckler-Stiftung, dass das Homeoffice traditionelle Arbeitsteilung verstärkt (vgl. Hans-Böckler-Stiftung 2020).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Homeoffice, mobiles Arbeiten, Telearbeit
2.1 Definition und Rechtsgrundlage
2.3 Zahlen und Datenlage
3. Homeoffice aus einer Genderperspektive
3.1 Mögliche Potenziale und Effekte
3.2 Corona macht‘s möglich – das Homeoffice
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Auswirkungen des Homeoffice während der Corona-Pandemie unter einer Genderperspektive, um festzustellen, ob mobile Arbeitsformen zu einer gerechteren Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern beitragen.
- Analyse von Definitionen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Homeoffice.
- Untersuchung der statistischen Datenlage zur Homeoffice-Nutzung.
- Diskussion potenzieller Effekte auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Bewertung von Genderaspekten bei der Sorge- und Erwerbsarbeit während der Pandemie.
- Betrachtung von Entgrenzungsprozessen und Belastungsfaktoren im Homeoffice.
Auszug aus dem Buch
3.1 Mögliche Potenziale und Effekte
Mobile Arbeitsformen wie das Homeoffice wecken viele Erwartungen und Hoffnungen. Vor der Corona-Pandemie wird in ihnen die Chance der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesehen (vgl. Shephard 2021, S. 15). Diese Vereinbarkeit ist vor allem eine Aufgabe für Frauen*, da sie selbst in Partnerschaften, in denen beide Vollzeitbeschäftigte sind, meist den größten Teil der familiären Aufgaben übernehmen (vgl. Carstensen 2020, S. 197). So wird in der mobilen Arbeit das Potenzial gesehen, dass sich die Ungleichheiten bezüglich der Arbeitsteilung zwischen Männern* und Frauen* verringern. Insbesondere bei der Aufteilung der Sorge- und Hausarbeit wird der Effekt einer stärkeren Gerechtigkeit erwartet (vgl. Carstensen 2020, S. 196).
Weiterhin wird von Klenner und Lott (2018) die Möglichkeit einer Reduktion der Präsenzkultur in Unternehmen formuliert (vgl. ebd., S. 9). Die stark etablierte Präsenzkultur wird nach der Expertise des BMFSFJ (2016) als größtes Hindernis für Homeoffice-Angebote benannt (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2016, S. 21). Eine Anwesenheitskultur begünstigt bisher im Wesentlichen Menschen ohne Fürsorgeaufgaben (vgl. Klenner und Lott 2018, S. 9). Diese Begünstigten sind in der Regel Männer*, da vor allem Frauen* der Kinderbetreuung, Hausarbeit oder auch der Pflege von Angehörigen nachkommen (vgl. Carstensen 2020, S. 197).
Ein weiterer möglicher Vorteil des Homeoffice könnte die Verringerung der Differenz bei den Arbeitszeiten von Männern* und Frauen* sein (vgl. Klenner und Lott 2018, S. 9). Die Erwerbsquote von Frauen* liegt nach dem statistischen Bundesamt in 2020 bei 71,9%, bei Männern* bei 79,1% (vgl. Statistisches Bundesamt). Dabei zeigt sich ein sehr deutlicher Unterschied bei dem Stellenumfang von Männern* und Frauen* mit Kindern. 66,2% der berufstätigen Frauen* arbeiten als Teilzeitbeschäftigte, von den Männern* sind es lediglich 6,4% (siehe Abbildung 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Veränderungen der Arbeitswelt ein und definiert die Fragestellung zur Untersuchung des Homeoffice aus Genderperspektive.
2. Homeoffice, mobiles Arbeiten, Telearbeit: Es werden Begrifflichkeiten und Rechtsgrundlagen geklärt sowie der Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Homeoffice im zeitlichen Verlauf der Pandemie analysiert.
3. Homeoffice aus einer Genderperspektive: Dieses Kapitel betrachtet die Auswirkungen von Homeoffice auf die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und analysiert die spezifischen Erfahrungen während der Corona-Pandemie.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Homeoffice allein kaum zu einer gerechteren Arbeitsteilung führt und teilweise sogar Retraditionalisierungen begünstigt.
5. Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Hausarbeit auf.
Schlüsselwörter
Homeoffice, Genderperspektive, Corona-Pandemie, Arbeitsteilung, Vereinbarkeit, Flexibilisierung, Entgrenzung, Sorgearbeit, Erwerbsarbeit, Präsenzkultur, Geschlechtergerechtigkeit, Berufstätige Eltern, Arbeitszeit, Teilzeit, Doppelbelastung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse mobiler Arbeitsformen, insbesondere des Homeoffice, und deren Einfluss auf die Arbeitsteilung und Geschlechtergerechtigkeit vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Hausarbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition mobiler Arbeit, statistische Entwicklungen, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Arbeitsnutzung sowie die Auswirkungen auf die Sorge- und Erwerbsarbeit von Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Homeoffice tatsächlich zu einer Veränderung und einer besseren, gerechteren Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben sowie einer faireren Arbeitsteilung führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Datenanalyse, indem sie aktuelle Studien und Statistiken, unter anderem des WSI, des Statistischen Bundesamtes und anderer Institutionen, auswertet, um Trends und Effekte zu belegen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Einordnung, statistische Auswertungen der Homeoffice-Nutzung sowie die kritische Auseinandersetzung mit Potenzialen, Effekten und Retraditionalisierungstendenzen in der Pandemie.
Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf ihre Schlüsselwörter?
Die Arbeit ist durch den Fokus auf soziologische Genderaspekte in der Arbeitswelt sowie durch die aktuelle Einbettung in die spezifischen Belastungen der Corona-Pandemie gekennzeichnet.
Welche Rolle spielt die Präsenzkultur in der Argumentation?
Präsenzkultur wird als eines der größten Hindernisse für eine flexible Arbeitsgestaltung identifiziert, die bisher tendenziell eher männlich gelesene Erwerbsbiografien ohne Sorgeverantwortung begünstigt hat.
Wie bewertet die Arbeit die Sorgearbeit im Homeoffice?
Die Arbeit kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Frauen auch im Homeoffice den Löwenanteil der Sorgearbeit übernehmen und dass dies teilweise zu einer Retraditionalisierung der Rollenaufteilung führt, insbesondere bei geringerem Haushaltseinkommen.
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- Kati Schipmann (Author), 2021, Homeoffice aus Genderperspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266103