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Hauptmanns "Die Weber" und der Naturalismus

Title: Hauptmanns "Die Weber" und der Naturalismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Martina Pauls (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Das Drama „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann wird noch heute zur Weltliteratur gezählt. Thematisch werden darin die wirtschaftlichen Verhältnisse und das Elend aufgezeigt, denen das Webervolk 1844 ausgeliefert war. In der ersten Strophe des Blutgerichtes (s.o.) klingt bereits eine Stimmung der Unfreiheit und Ausbeutung an. Die folgende Hausarbeit, die sich ausschließlich diesem Drama Hauptmanns widmet,
entstand im Rahmen eines Seminars zu dem Thema „Sprache und Literatur im 19. Jahrhundert“. Nach einer kurzen Darstellung der relevanten Bezugspunkte des Dramas, wie der politische Situation und dem Aufbau, wird insbesondere auf ein typisches Merkmal des Naturalismus eingegangen. Die Rolle der Sprache bzw. des
Dialektes wird näher beleuchtet, da dieser in dieser Form erstmals im Naturalismus Einzug hält und von dort an verstärkt in der Literatur zu finden ist. Damit soll gezeigt werden, dass Hauptmann mit den „Webern“ ein typisches Werk des Naturalismus
geschaffen hat. Die Widmung Hauptmanns an seinen Vater gleich zu Beginn des Werkes lässt darauf schließen, dass seine Familie in ähnlicher Weise von den Ausbeutungen durch ihre
Arbeitgeber betroffen war, wie die Weber seines Dramas. So beschließt Hauptmann 1888 in Zürich, diese Thematik in einem Drama aufzuarbeiten. Dazu studierte er intensiv historische Quellen und unternahm zwei Informationsreisen in das schlesische
Webergebiet. Zu seinen primären Textquellen gehört vor allem die Schrift „Über die Noth der Leinenarbeiter in Schlesien und die Mittel ihr abzuhelfen“ von Alexander Schneer aus dem Jahre 1844. Aber auch „Blüthe und Verfall des Leinenwebers in
Schlesien“ von Alfred Zimmermann (1885) und „Das Elend und der Aufruhr in Schlesien“ von Wilhelm Wolff (1845) zog er für seine Recherche heran. Aus dem letzt genannten entstammt das Weberlied.
1891 verfasst Gerhart Hauptmann schließlich sein wohl bedeutendstes Werk, das
Drama „Die Weber“. Im Vordergrund steht hierbei der Weberaufstand des Jahres
1844, welcher den geschichtlichen Rahmen des Dramas bildet. Im Juni 1844 wird ein
spontaner Aufstand der Weber in den schlesischen Orten Kaschbach, Langenbielau
und Peterswalbau mit militärischer Gewalt niedergeschlagen.
Bis heute ist es als eines der bekanntesten Stücke der naturalistischen Literaturepoche
bekannt. Die Uraufführung seines Werkes war am 26. Februar 1893 im Neuen Theater
Berlin. Die erste öffentliche Aufführung fand erst am 25. September 1894 im
Deutschen Theater Berlin statt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

1. Historisch-politische und literaturhistorische Grundlagen

1.1 Die politische Situation zu Zeiten des Naturalismus

1.1.1 Das Weberelend – Der Weberaufstand von 1844

1.2 Inhalt und Struktur des Textes

B. Hauptteil

2. Analyse des Drama mit Blick auf den Naturalismus

2.1 Der Naturalismus

2.2 Die Rolle der Sprache

C. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Drama „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann im Kontext der Literaturepoche des Naturalismus, wobei ein besonderer Fokus auf der Darstellung der sozialen Not des Webervolkes und der Funktion der Sprache liegt.

  • Historisch-politische Hintergründe des Weberaufstands von 1844
  • Strukturelle Analyse des Dramas als kollektives Gesellschaftsstück
  • Die Bedeutung des Naturalismus und seine stilistischen Mittel
  • Die Funktion von Dialekt und Sprache zur Charakterisierung sozialer Schichten
  • Das Verhältnis von künstlerischer Wirklichkeitsdarstellung und Wahrheit

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Sprache

Von großer Bedeutung in Hauptmanns Drama ist vor allem die Sprache. Die Verwendung des schlesischen Dialekts ist Ausdruck des Milieus und des Charakters der Weber. Die hochdeutschsprechenden Personen distanzieren sich durch die Ablehnung des Dialektes explizit von den Webern. Außerdem ist der Gebrauch des Dialektes Ausdruck von Hauptmanns Zugehörigkeitsgefühl. Da sein Vater Robert Hauptmann selbst ursprünglich noch als Weber in Schlesien tätig war, ist ihm die Mundart von Jugend auf vertraut. Es zeigt sich also, dass Gerhart Hauptmann viele Gründe für die Verwendung des Dialektes hatte.

Die Weber sprechen in ihrer natürlichen Sprache und damit spiegeln sie die Realität der Sprache wieder. Es handelt sich um eine naturwahre Sprache, denn der Mensch wird in seiner Eigenart in Denken und Fühlen gezeigt. Sprache dient u.a. als Identifikationsinstrument, da in der gesprochenen Sprache im 19. Jahrhundert die Dialekte dominierten, d.h. die Sprache war sehr stark regional gefärbt, wohingegen man heute einen Rückgang der Dialekte beobachtet. Häufig war es jedoch so, dass das Vermeiden des Dialektes eine eher distanzierende Funktion gegenüber Personen niederen Standes hatte. So geht Hauptmann bei der Verwendung des Dialektes ganz bewusst damit um. Ebenso verfährt er bei dem Gebrauch von Soziolekten. Dreißiger selbst und der Personenkreis um ihn bemühen sich möglichst dialektfrei zu sprechen und befolgen bestimmte Regeln, wie z.B. Anrederituale. Auf Seiten der Weber kann man ebenfalls von Soziolekt sprechen, hierbei handelt es sich um eine sog. Arbeitersprache, die in engem Zusammenhang mit deren direktem Umfeld steht. Das Verwenden einer bestimmten Sprachform zeigt uns also die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Drama ein, beleuchtet die Entstehungsgeschichte, den historischen Bezug zum Weberaufstand von 1844 und definiert das Ziel der Arbeit, die naturalistischen Aspekte des Werkes zu untersuchen.

1. Historisch-politische und literaturhistorische Grundlagen: Hier werden die gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit, die Industrialisierung und die spezifischen historischen Ereignisse des Weberaufstandes analysiert.

1.1 Die politische Situation zu Zeiten des Naturalismus: Dieses Unterkapitel beschreibt die sozioökonomischen Auswirkungen der Industrialisierung, wie Armut und Klassenspaltung, und deren Einfluss auf die zeitgenössische Literatur.

1.1.1 Das Weberelend – Der Weberaufstand von 1844: Eine detaillierte Betrachtung der prekären Lage der schlesischen Weber und der historischen Ursprünge ihrer Revolten gegen die Fabrikanten.

1.2 Inhalt und Struktur des Textes: Untersuchung der formalen Gestaltung des Dramas, insbesondere der Fünfaktigkeit und der Rolle der Masse als zentraler „Held“ anstelle eines Individuums.

B. Hauptteil: Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifisch naturalistische Analyse des Dramas, insbesondere unter Einbeziehung des Sprachgebrauchs.

2. Analyse des Drama mit Blick auf den Naturalismus: Vertiefende Auseinandersetzung mit den theoretischen Prinzipien des Naturalismus und deren praktischer Anwendung in Hauptmanns Drama.

2.1 Der Naturalismus: Darstellung der ästhetischen Prinzipien der Epoche, wie der Wahrheitsanspruch und die detaillierte Milieudarstellung im sozialen Drama.

2.2 Die Rolle der Sprache: Analyse der Verwendung von schlesischem Dialekt und Soziolekten als Mittel zur sozialen Identifikation und Distanzierung im Drama.

C. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Arbeit, die bestätigt, dass „Die Weber“ ein typisches naturalistisches Werk ist, das durch seine dialektale Sprache und Gesellschaftskritik besticht.

Schlüsselwörter

Naturalismus, Gerhart Hauptmann, Die Weber, Weberaufstand, 19. Jahrhundert, schlesischer Dialekt, Soziolekt, soziales Drama, Industrialisierung, Klassenkampf, Literaturgeschichte, Proletariat, Milieudarstellung, historische Quellen, Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Drama „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann unter besonderer Berücksichtigung der Merkmale des Naturalismus und der sprachlichen Gestaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historischen Hintergründe des Weberaufstandes, die literaturtheoretische Einordnung in den Naturalismus sowie die soziologische Bedeutung des Dialekts als Ausdrucksmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Nachweis, dass es sich bei Hauptmanns „Die Weber“ um ein klassisches Werk des Naturalismus handelt, welches soziale Missstände durch detailgetreue Darstellung und den Einsatz von Sprache unverhüllt wiedergibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Analyse basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenarbeit, wobei primär historische Berichte des 19. Jahrhunderts und literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der naturalistischen Epochenmerkmale und eine vertiefende Analyse der Sprachfunktion, insbesondere der Verwendung von Dialekten und Soziolekten zur Milieudarstellung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Naturalismus, soziales Drama, Weberaufstand, Dialekt und soziale Wirklichkeitsdarstellung charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Masse im Drama laut der Analyse?

Die Masse der Weber fungiert als zentraler, kollektiver Held der Handlung, der den traditionellen Einzeltier-Helden ersetzt und die soziale Dynamik des Aufstandes trägt.

Wie bewertet die Arbeit die Funktion des Dialekts?

Der Dialekt wird nicht als minderwertig, sondern als „Sprache des Lebens“ und Ausdruck der ursprünglichen Identität sowie der sozialen Zugehörigkeit der Weber gewertet.

Warum endet das Drama laut dem Autor offen?

Das offene Ende entspricht dem naturalistischen Prinzip der Wirklichkeitsdarstellung, da der Autor die Wahrheit abbilden muss, ohne die historische Aussichtslosigkeit der Weber durch ein konstruiertes Happy End zu fälschen.

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Details

Title
Hauptmanns "Die Weber" und der Naturalismus
College
University of Trier  (Germanistik)
Course
Hauptseminar "Sprache und Literatur im 19. Jahrhundert"
Grade
2,3
Author
Martina Pauls (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V126610
ISBN (eBook)
9783640324811
ISBN (Book)
9783640326426
Language
German
Tags
Hauptmanns Weber Naturalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Pauls (Author), 2009, Hauptmanns "Die Weber" und der Naturalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126610
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