Anhand welcher standardisierten Methodik lässt sich die Krisenkommunikation eines Unternehmens analysieren? Ergeben sich aus der wissenschaftlichen Theorie praktische Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Krisenbewältigung? Wie ist im Volkswagen AG (VW) Emissionsskandal die Krisenkommunikation erfolgt? Die vorliegende Ausarbeitung hat zum Ziel, diese Forschungsfragen unter Verwendung einer systematischen Literaturrecherche zu untersuchen.
Unternehmenskrisen können für jedes Unternehmen, bundesweit wie global, eine komplexe Konfliktsituation darstellen. Neben gesellschaftlichen und politischen Ereignissen, wie der COVID-19-Pandemie und dem russisch-ukrainischen Krieg, können auch Naturkatastrophen oder mediale Konfrontationen, etwa öffentlichkeitswirksame Manipulationsvorwürfe, zu unternehmerischen Krisen führen. Aufgrund des häufig unvorhergesehenen Auftretens von Krisen stehen Krisenmanager vor der Herausforderung, ein effizientes Vorgehen zur Krisenbewältigung zu wählen und zentrale Informationen möglichst rapide und transparent für alle Beteiligten zu publizieren. Eines der primär angestrebten Ziele scheint dabei der Reputationsschutz des betroffenen Unternehmens zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen von Unternehmenskrisen
2.1 Definition und Arten von Unternehmenskrisen
2.2 Rolle der Medien bei der Entstehung von Krisen
2.3 Notwendigkeit der Krisenkommunikation
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Die Wahl effektiver Kommunikationsstrategien anhand der SCCT
3.2 Einflussfaktoren auf die Effektivität der Krisenstrategien
4. Projektion des theoretischen Modells auf den VW Skandal
4.1 Kurze Einführung in den Abgasskandal von VW
4.2 Reaktionen der Stakeholder auf den Abgasskandal
4.3 Antwortstrategien von VW im Laufe der Krise
5. Diskussion der Ergebnisse
6. Fazit und Implikationen für die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, effektive Krisenkommunikationsstrategien anhand des konkreten Beispiels des VW-Emissionsskandals zu analysieren und theoretische Handlungsempfehlungen für das Management von Unternehmenskrisen abzuleiten.
- Grundlagen von Unternehmenskrisen und Medienrolle
- Die Situational Crisis Communication Theory (SCCT) als theoretisches Fundament
- Analyse des VW-Abgasskandals als Fallstudie
- Untersuchung der Stakeholder-Reaktionen in sozialen Medien
- Evaluation der gewählten Krisenantwortstrategien des Volkswagen-Konzerns
Auszug aus dem Buch
Die Wahl effektiver Kommunikationsstrategien anhand der SCCT
Der maßgebende Ursprung der SCCT liegt in der Attributionstheorie (Coombs, 2007, S. 166). Jene Theorie postuliert, dass Individuen nach den Ursachen von Ereignissen suchen, insbesondere bei Zwischenfällen, welche vorwiegend unerwartet und negativ sind (Coombs, 2004, S. 267). Attributionen bzw. Zuschreibungen stellen dabei Wahrnehmungen über die Kausalität oder auch wahrgenommene Gründe für das Auftreten bestimmter Ereignisse dar (Weiner, 1985, S. 280). Dabei stellen Krisen als Ereignisse heraus, die solche Attributionen (z. B. von Verantwortung) auslösen können, weil sie negativ und unerwartet auftreten (Coombs, 2004, S. 267).
In diesem Zusammenhang verwenden Personen nach der Attributionstheorie in der Regel drei kausale Dimensionen bei der Attribution: Stabilität, persönliche Kontrolle und externe Kontrolle (Coombs, 2004, S. 267). Stabilität setzt dabei nach Coombs (2004, S. 267) über die Ursachenhäufigkeit in Kenntnis. Während die externe Kontrolle angibt, ob die Ursache eines Ereignisses durch andere Personen kontrollierbar oder unkontrollierbar ist, spiegelt die persönliche Kontrolle wider, ob der Grund des Ereignisses vom Beteiligten unkontrollierbar bzw. kontrollierbar ist (Coombs, 2004, S. 267). Diese Dimensionen unterstützen Individuen somit bei der Entscheidung, ob der Anlass für ein Ereignis in Beteiligten oder externen Umweltfaktoren liegt (Coombs, 2007, S. 268). Die Attributionstheorie schafft somit eine Basis zur Assoziation von Krisensituationen mit Krisenreaktionsstrategien (Coombs, 2004, S. 268).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Unternehmenskrisen ein, leitet Forschungsfragen ab und skizziert den Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit.
2. Begriffliche Grundlagen von Unternehmenskrisen: In diesem Kapitel werden Definitionen von Unternehmenskrisen geklärt und die Rolle sowie Notwendigkeit der Krisenkommunikation erörtert.
3. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Situational Crisis Communication Theory (SCCT) und identifiziert Faktoren, die Krisenstrategien beeinflussen.
4. Projektion des theoretischen Modells auf den VW Skandal: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf den VW-Abgasskandal angewandt, um Stakeholder-Reaktionen und Antwortstrategien zu untersuchen.
5. Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Analyse zusammengeführt, interpretiert und in den Kontext der Krisentheorie gestellt.
6. Fazit und Implikationen für die Praxis: Das abschließende Kapitel fasst die Arbeit zusammen und gibt Ausblicke für zukünftige Forschung sowie Handlungsempfehlungen für betroffene Unternehmen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskrise, Krisenkommunikation, SCCT, Volkswagen, Abgasskandal, Stakeholder, Attributionstheorie, Reputationsmanagement, soziale Medien, Krisenreaktionsstrategien, Krisenmanagement, Krisenkommunikationsstrategie, Facebook, Twitter, Krisengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen in Krisensituationen effektiv kommunizieren und wie sie ihre Reputation durch strategische Maßnahmen schützen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Unternehmenskrisen, die Situational Crisis Communication Theory (SCCT), die Rolle moderner Medien und eine Fallstudie zum VW-Abgasskandal.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der SCCT und des VW-Skandals aufzuzeigen, wie krisenkommunikative Maßnahmen systematisch analysiert und verbessert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der Anwendung bestehender theoretischer Modelle auf einen realen Praxisfall.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Basis der SCCT sowie der detaillierten Anwendung dieses Konzepts auf den Umgang des Volkswagen-Konzerns mit dem Emissionsskandal ab 2015.
Welche Schlagworte charakterisieren die Forschung?
Schlüsselbegriffe sind Unternehmenskrisen, Krisenkommunikation, Situational Crisis Communication Theory, Reputationsschutz und Stakeholder-Management.
Warum spielt die Attributionstheorie für VW eine Rolle?
Die Attributionstheorie ist zentral, um zu verstehen, wie Stakeholder Verantwortung zuweisen und warum das "vermeidbare Krisen"-Cluster im Fall VW besonders negativ gewichtet wurde.
Wie wirkten sich soziale Medien im Fall VW aus?
Soziale Medien dienten als Multiplikatoren für Kritik; die passive Strategie von VW auf Plattformen wie Facebook und Twitter wurde laut der Analyse als weitgehend ineffektiv wahrgenommen.
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- Anonym (Author), 2022, Effektive Kommunikation zur Bewältigung von Krisen. Das Beispiel Volkswagen AG (VW), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266122