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Die Funktion der Treue in Heinrichs des Glîchezâres "Reinhart Fuchs"

Title: Die Funktion der Treue in Heinrichs des Glîchezâres "Reinhart Fuchs"

Seminar Paper , 2020 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Seminararbeit untersucht den Treuebegriff im mittelhochdeutschen Werk "Reinhart Fuchs" und stellt heraus, inwiefern der Treuebegriff zur Zeit des Mittelalters mit dem in dem Werk korreliert.

Da sich der heutige Treuebegriff stark von dem des Mittelalters unterscheidet, ist dies bei der Analyse des Textes zu beachten. Joachim Bumke bemängelt, dass eine zusammenfassende Analyse der hofkritischen Motive in der mittelhochdeutschen Literatur fehle. Die Ergebnisse dieser Hausarbeit könnten diesen Prozess jedoch unterstützen, indem herausgestellt wird, inwiefern das Prinzip der Treue in "Reinhart Fuchs" umgesetzt wird.

Dazu wird zuerst der Treuebegriff im Mittelalter näher beschrieben, um ein Verständnis für den gesellschaftlich-historischen Kontext des Werkes zu schaffen. Daran anschließend werden ausgewählte Textstellen des Tierepos herangezogen, um zu verdeutlichen, inwiefern Reinhart die mittelalterlichen Regeln bezüglich der Treue in verschiedenen Episoden des Werkes umsetzt. Dadurch soll verdeutlicht werden, welche Bedeutung der Treue in "Reinhart Fuchs" zukommt und wie der Fuchs diese zu seinem Vorteil nutzt, um andere Tiere heimtückisch zu hintergehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse

2.1. Die Bedeutung der Treue im Mittelalter

2.2. Textanalyse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Auslegung des mittelalterlichen Wertes der Treue innerhalb des Tierepos „Reinhart Fuchs“ von Heinrich dem Glîchezâre. Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Protagonist Reinhart, entgegen den ritterlich-höfischen Idealen, den Treuebegriff gezielt manipulativ einsetzt, um seine eigenen Vorteile zu maximieren und seine Mitwelt zu täuschen.

  • Gesellschaftlich-historische Einordnung des Treuebegriffs im Mittelalter
  • Analyse der ritterlich-höfischen Tugendlehre und ihrer moralischen Anforderungen
  • Untersuchung von Reinharts manipulativen Interaktionen mit anderen Tierfiguren
  • Dekonstruktion von Reinharts proklamierten Bindungen und tatsächlichen Treuebrüchen
  • Bewertung des Werkes als satirische Darstellung höfischer Ideale und gesellschaftlicher Ordnung

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Treue im Mittelalter

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hat sich in Deutschland eine neue Gesellschaftskultur etabliert. Diese neue Form des Hofes ist in Deutschland im Zuge der Territorialisierung durch Einflüsse des Fürstenhofs aus Frankreich und den Niederlanden entstanden und vollzog sich bis ins 13. Jahrhundert hinein. Der Hof ist zudem der hauptsächliche soziale Ort der Ausübung der ritterlich-höfischen Kultur. Auch stellte die ritterlich-höfische Kultur etwas komplett Neues dar, da sich diese von der Oberschichtenkultur des vorherigen als auch von der des kommenden Zeitalters drastisch unterschied. Die „triuwe“ war eine grundlegende Voraussetzung, um als ethisch definierter Mensch angesehen zu werden, da sie verschiedene Aspekte umfasste. Zudem war die „triuwe“ (Loyalität und Treue) neben „zuht“ (höfische Erziehung), „mâze“ (Maßhaltung), „êre“ (gesellschaftliches Ansehen), „staete“ (Beständigkeit), „milte“ (das Prinzip der Freigebigkeit), „schoener site“ (Anstand), „fröude“ (Freudigkeit) und „hohem muot“ (Hochherzigkeit) ein essenzieller Bestandteil des mittelalterlichen ritterlichen Tugendsystems. Dieses System wird auch als „Curialitas“ bezeichnet und beinhaltet die Gruppe von inneren und äußeren Haltungs- und Verhaltensvorschriften, welche die Tugend mit sich bringt. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Personen, welche diese Bedingungen erfüllen, als „höfisch“ gelten, sondern lediglich diese, welche ihre Tugend durch immer wiederkehrende Proben unter Beweis stellen, wodurch die damalige „Höfischkeit“ als dynamisches Gebilde betrachtet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Tierepos „Reinhart Fuchs“ und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich des mittelalterlichen Wertes der Treue im Spiegel der literarischen Figur Reinhart.

2. Analyse: Untersuchung der höfischen Kultur und der ritterlich-höfischen Tugenden sowie detaillierte Analyse der Textstellen, an denen Reinhart bestehende Treuebeziehungen gezielt ausnutzt und untergräbt.

3. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, in der das Werk als satirische Auseinandersetzung mit höfischen Idealen gewertet wird, die Reinhart durch sein eigennütziges Handeln konterkariert.

Schlüsselwörter

Reinhart Fuchs, Heinrich der Glîchezâre, Treue, Triuwe, Mittelalter, ritterlich-höfische Kultur, Tierepos, Schelm, soziale Bindungen, Tugendsystem, satirische Darstellung, Vertrauensbruch, Manipulationsstrategien, Verwandtschaftsverhältnisse, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Auslegung des zentralen mittelalterlichen Wertes „Treue“ (triuwe) im Tierepos „Reinhart Fuchs“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der höfischen Kultur des Mittelalters, dem ritterlichen Tugendsystem und der Diskrepanz zwischen moralischem Anspruch und tatsächlichem Verhalten der Titelfigur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, wie Reinhart Fuchs als Protagonist den Begriff der Treue instrumentalisierte, um seine Mitwelt zu hintergehen und eigene Vorteile zu erlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch historische und begriffsgeschichtliche Referenzen zum Verständnis des Mittelalters unterfüttert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung der „triuwe“ und eine detaillierte Ausarbeitung der Episoden, in denen Reinhart seine Opfer durch vorgetäuschte verwandtschaftliche oder freundschaftliche Treue manipuliert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Reinhart Fuchs, Treue, Triuwe, höfische Kultur, Manipulation, Untreue, Tugendsystem und Satire.

Warum wird Reinhart als „Schelm“ und nicht als „Spaßvogel“ bezeichnet?

Entgegen der oberflächlichen Interpretation als Spaßvogel wird Reinharts Handeln als boshaft und skrupellos charakterisiert, da er Figuren in seinem Umfeld zu seinem massiven Vorteil schamlos ausnutzt.

Welche Bedeutung hat das Verwandtschaftsverhältnis im Epos?

Verwandtschaft diente im Mittelalter als Basis für juristische und soziale Bindungen; Reinhart instrumentalisiert diese gegenseitigen Pflichten, um das Vertrauen anderer Tiere zu gewinnen, bevor er sie hintergeht.

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Details

Title
Die Funktion der Treue in Heinrichs des Glîchezâres "Reinhart Fuchs"
College
University of Kassel
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V1266578
ISBN (PDF)
9783346706980
ISBN (Book)
9783346706997
Language
German
Tags
funktion treue heinrichs glîchezâres reinhart fuchs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Die Funktion der Treue in Heinrichs des Glîchezâres "Reinhart Fuchs", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266578
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