Diese Ausarbeitung handelt von der Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Frage "Wie kann sich die Depression im Kindes- und Jugendalter äußern und welche präventiven Maßnahmen werden bereits durchgeführt, um dieser Erkrankung vorzubeugen?"
Depressionen gehören zu den meist verbreiteten psychischen Erkrankungen unserer Zeit. Sie stellen aufgrund ihrer Prävalenz, ihrer Komplikationen und Folgen eine Belastung für das Funktionieren unserer Gesellschaften dar. Sie fallen mit einem stetig wachsenden Ausmaß im Gesundheitssystem auf. Die Auftretenshäufigkeit depressiver Störungen nimmt mit steigendem Alter zu. Depressionen stellen bei Kindern und Jugendliche auch eine bedeutsame Problematik dar. Durch das deutliche Absinken des Ersterkrankungsalters von Depressionen ist festzustellen, dass heutzutage Depressionen meist im Jugendalter beginnen und die Erkrankungsrate von Depressionen im Jugendalter steigt an.
Ziel der Arbeit ist es, sich mit dem Thema Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendliche auseinanderzusetzen.
Zunächst erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der Depression und wie die Depressionen von Kindern und Jugendliche klassifiziert werden. Nachfolgend werden die entwicklungsspezifischen Symptome und Epidemiologie betrachtet. Zuletzt werden Ursachen und Risikofaktoren geschildert, sowie zwei Beispiele für Präventionsprogramme aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Depression
- 2.1 Klassifikation
- 2.2 Krankheitsformen
- 2.2.1 Depressive Episode
- 2.2.2 Rezidivierende depressive Störung
- 2.2.3 Dysthymia
- 2.3. Charakteristische Symptomatik und Symptomentwicklung
- 2.4 Epidemiologie
- 2.5 Ursachen und Risikofaktoren
- 3. Präventive Maßnahmen
- 3.1 Begriffsbestimmung
- 3.2 Gesundheit und Optimismus (GO!)
- 3.3 LARS & LISA
- 4. Diskussion und Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Sie untersucht, wie sich Depressionen in dieser Altersgruppe äußern und welche präventiven Maßnahmen bereits eingesetzt werden, um der Erkrankung vorzubeugen.
- Definition und Klassifikation depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter.
- Analyse charakteristischer Symptome und deren Entwicklung.
- Betrachtung der Epidemiologie sowie der Ursachen und Risikofaktoren.
- Vorstellung und Bewertung spezifischer Präventionsprogramme.
- Diskussion der Herausforderungen bei der Diagnose und Prävention.
Auszug aus dem Buch
2.2 Krankheitsformen
Im ICD-10 Katalog werden die depressiven Erkrankungen zu den sogenannten affektiven Störungen eingeordnet und im Kapitel V (F30-F39) aufgelistet. Neben den unipolaren depressiven Störungen finden sich im Abschnitt F3, auch Störungsbilder, die manische und bipolare affektive Symptome erfassen (Wittchen et al., 2010, S. 7). Da sich die vorliegende Arbeit ausschließlich mit den am häufigsten auftretenden unipolaren depressiven Störungsbildern beschäftigt, wird nur auf diese im Speziellen eingegangen. Die unipolaren Depressionen lassen sich in unterschiedlichen Formen unterteilen. In der ICD-10 zählen folgende Störungsbilder zur Unterkategorie der unipolaren Depressionen: depressive Episode (F32), rezidivierende depressive Störung (F33), Dysthymie (F34.1) sowie rezidivierende kurze depressive Episoden (F38.1) (Ihle, Groen, Walter, Esser & Petermann, 2012, S. 4).
Die allgemeinen Kriterien einer depressiven Episode werden in erster Linie nach den Symptomen der Erkrankung, ihrer Dauer und Schwere klassifiziert. Die depressive Episode zeichnet sich durch drei Kernsymptome aus; „deutliche und anhaltende Stimmung, Interessen- und Freudeverlust an normalerweise angenehmen Aktivitäten und verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit“ (Ihle et al., 2012, S. 5).
Um eine Diagnose stellen zu können, müssen zwei der drei Kernsymptome vorhanden sein, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen anhalten müssen. Weiterhin müssen zusätzlich zwei weitere Zusatzsymptome vorliegen. Zu weiteren Zusatzsymptomen zählen „wenig Selbstvertrauen und geringes Selbstwertgefühl, Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Konzentrationsschwierigkeiten und Unentschlossenheit, psychomotorische Unruhe oder Hemmung, Schlafstörungen sowie Appetitverlust oder gesteigerter Appetit“ (Ihle et al., 2012, S. 5).
Die Anzahl der Symptome bestimmt den Schweregrad der depressiven Episode. Sie wird in leichte, mittelgradige und schwere depressive Episoden unterteilt. Bei einer leichten Störung müssen mindestens zwei der Kernsymptome und zwei Zusatzsymptome, bei einer mittelgradigen Störung mindestens zwei der Kernsymptome und drei Zusatzsymptome vorhanden sein und bei der schweren depressiven Episode müssen bereits alle drei Kernsymptome und mindestens vier der Zusatzsymptome vorliegen (Paulitsch & Karwautz, 2019, S. 4–5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Depressionen bei Kindern und Jugendlichen ein, beleuchtet deren wachsende Prävalenz und stellt die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit vor.
2. Depression: Hier werden Definition, Klassifikation nach ICD-10 und DSM-5, spezifische Krankheitsformen wie depressive Episode und Dysthymie, Symptomatik nach Altersgruppen, Epidemiologie sowie Ursachen und Risikofaktoren von Depressionen detailliert beschrieben.
3. Präventive Maßnahmen: Das Kapitel erläutert das Konzept der Prävention (primär, sekundär, tertiär) und stellt spezifische universale und selektive Präventionsprogramme wie „Gesundheit und Optimismus (GO!)“ und „LARS & LISA“ zur Vorbeugung von Depressionen vor.
4. Diskussion und Fazit: Die Diskussion beleuchtet die Herausforderungen bei der Diagnostik von Depressionen im Kindes- und Jugendalter aufgrund fehlender altersspezifischer Kriterien und betont die Bedeutung primärer Präventionsmaßnahmen, wobei auf den bestehenden Bedarf an weiteren Programmen hingewiesen wird.
Schlüsselwörter
Depression, Prävention, Kinder, Jugendliche, Symptome, Klassifikation, Epidemiologie, Risikofaktoren, Psychische Gesundheit, Verhaltenstherapie, ICD-10, Dysthymie, Suizid, GO!, LARS&LISA
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, indem sie die Erscheinungsformen der Krankheit in dieser Altersgruppe und bereits existierende präventive Maßnahmen untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Klassifikation, Symptomatik, Epidemiologie, Ursachen und Risikofaktoren von Depressionen im Kindes- und Jugendalter sowie verschiedene präventive Ansätze und Programme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, sich mit der Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen. Die Forschungsfrage lautet: „Wie kann sich die Depression im Kindes- und Jugendalter äußern und welche präventiven Maßnahmen werden bereits durchgeführt, um dieser Erkrankung vorzubeugen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die vorhandene Studien und Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-5) sowie Evaluationsstudien zu Präventionsprogrammen heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und den Formen der Depression, charakteristischen Symptomen, epidemiologischen Daten, Ursachen und Risikofaktoren sowie der Vorstellung und Beschreibung verschiedener präventiver Maßnahmen und Programme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Depression, Prävention, Kinder, Jugendliche, Symptome, Klassifikation, Epidemiologie, Risikofaktoren, Psychische Gesundheit, Verhaltenstherapie, ICD-10, Dysthymie, Suizid, GO! und LARS&LISA charakterisiert.
Welche Klassifikationssysteme werden zur Diagnose von Depressionen herangezogen?
Zur Klassifikation psychischer Erkrankungen werden hauptsächlich die "International Classification of Mental and Behavioural Disorders (ICD-10)" der WHO und das "Diagnostic and Statistical Manual of Mental (DSM-5)" der American Psychiatric Association herangezogen.
Welche spezifischen Präventionsprogramme werden in der Arbeit vorgestellt?
Die Arbeit stellt zwei spezifische universale Präventionsprogramme vor: "Gesundheit und Optimismus (GO!)" und "Lust An Realistischer Sicht & Leichtigkeit Im Sozialen Alltag (LARS&LISA)".
Wie äußern sich Depressionen bei Kleinkindern im Vergleich zu Jugendlichen?
Bei Kleinkindern (1-3 Jahre) zeigen sich Depressionen oft als aktiver Protest, häufiges Weinen und Unruhe, während Jugendliche (13-18 Jahre) Symptome ähnlich wie Erwachsene aufweisen, darunter Schlafstörungen und unspezifische körperliche Beschwerden.
Warum ist die Diagnose von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen besonders herausfordernd?
Die Diagnose ist herausfordernd, da die ICD-10 keine kindsspezifischen Kriterien bietet und meist dieselben Kriterien wie für Erwachsene angewendet werden, und viele depressive Symptome auch anderen Krankheiten zugeordnet werden können.
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- Anonym (Autor), 2022, Prävention von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266621