Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale

Die Beseitigung des traditionellen Verfassungs- und Verwaltungsstaates mit ihren Folgen für das NS- Machtgefüge und die Stellung Hitlers

Titre: Die Beseitigung des traditionellen Verfassungs- und Verwaltungsstaates mit ihren Folgen für das NS- Machtgefüge und die Stellung Hitlers

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 17 Pages , Note: 1, 7

Autor:in: Christoph Strauch (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Als Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, unterschied sich das neue Kabinett in der Wahrnehmung vieler Zeitgenossen nur geringfügig von seinen Vorgängern. So war der Glaube verbreitet, die neue Regierung würde grundsätzlich bestehende Verfassungsstrukturen beibehalten und lediglich übergangsweise ein autoritäres Regierungssystem etablieren.
Dass für diese Sichtweise von vornherein kein Platz in den nationalsozialistischen Vorstellungen von Herrschaftsausübung war, beweist das Staatsmodell Carl Schmitts, Professor für Staats- und Völkerrecht in Berlin, in dem von einer Dreigliederung der politischen Einheit auf den Gebieten Staat, Bewegung und Volk die Rede ist.
Da solche Nomenklaturen ,,weder zur Interpretation der Realität des nationalsozialistischen Staates noch zu seiner staatsrechtlich-theoretischen Erklärung taugen[.]’’ , ergibt sich für die moderne Geschichtswissenschaft der Auftrag, vom Standpunkt einer nicht im Dienst ideologischer Vorgaben stehenden Institution aus analytisch und objektiv zu urteilen.

Im Folgenden soll unter Berücksichtigung älterer geschichtswissenschaftlicher Theorien untersucht werden, welche Prozesse in den 30er Jahren eine Umwandlung des Verfassungs- und Verwaltungsstaates zum Diktaturstaat bewirkten und inwiefern sich diese Prozesse auf die Machtposition Hitlers innerhalb des Machtgefüges sowie die Ausführung seiner außenpolitischen Ziele auswirkten. Das erscheint deshalb wichtig, weil mit der Herausbildung zweier konträrer Forschungsrichtungen in der Nachkriegszeit die Diskussion laut wurde, ob Hitlers Machtstellung eher mit dem Attribut ,,schwach’’ zu charakterisieren sei oder ob es sich mit ihm um den ,,Herr und Meister’’ der Bewegung handele.

Die Aufhebung der Gewaltenteilung findet dabei ebenso ihre Berücksichtigung wie der Dualismus zwischen Staat und Partei, welcher sich in der Kompetenzerweiterung ,,neuer’’ auf Kosten ,,alter’’ Eliten sowie der Entstehung von Sonderbehörden zwischen diesen Antagonis-ten manifestierte. Das ist insofern von Relevanz, als dass dadurch sowohl die handelnde Person Hitler als auch die ihn umgebenden strukturellen Gegebenheiten untersucht werden. Auf diesen Erkenntnissen soll abschließend eine Beurteilung darüber basieren, wie die Veränderung des Herrschaftsgefüges auf die Verwirklichung von Hitlers außenpolitischen Programm einwirkte, da diese Frage untrennbar mit der nach der wirklichen Tragweite seines machtpolitischen Einflusses innerhalb des Herrschaftsgefüges verbunden ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verfassungsstruktur des 3. Reiches zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft

3. Wandel der Staatsstrukturen und Schaffung neuer Machtbereiche

3.1 Aufhebung der Rechtsstaatlichkeit und Beseitigung der Gewaltenteilung

3.2 Das Verhältnis zwischen NS- Bewegung und Staatsinstitutionen im neuen System

3.2.1 Kompetenzerweiterung „neuer“ auf Kosten „alter“ Eliten

3.2.2 Entstehung von Sonderbehörden an den Schnittstellen zwischen Partei und Staat

3.2.3 Die Bedeutung von SS und Gestapo als Werkzeuge des Führerwillens

4. Beurteilung des NS-Herrschaftssystems unter Berücksichtigung der Position Hitlers

4.1 Intentionalistische Perspektive

4.2 Funktionalistische Perspektive

4.3 Synthese

5. Zusammenhang zwischen innerer Entwicklung und der Verwirklichung außenpolitischer Vorstellungen Hitlers

6. Zusammenfassung

7. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation des Verfassungs- und Verwaltungsstaates in einen Diktaturstaat im Deutschland der 1930er Jahre. Dabei wird analysiert, wie sich diese strukturellen Veränderungen auf die Machtposition Hitlers innerhalb des NS-Herrschaftsgefüges auswirkten und inwieweit diese Dynamik die Umsetzung seiner außenpolitischen Ziele beeinflusste.

  • Prozesse der Beseitigung rechtsstaatlicher Strukturen und der Gewaltenteilung.
  • Die Spannung zwischen NS-Bewegung, Partei und staatlichen Institutionen.
  • Wissenschaftliche Debatte über Hitlers Rolle als "starker" oder "schwacher" Diktator.
  • Die Instrumentalisierung von Sonderbehörden und der SS zur Machtkonsolidierung.
  • Der Zusammenhang zwischen innenpolitischer Radikalisierung und außenpolitischen Ambitionen.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Die Bedeutung von SS und Gestapo als Werkzeuge des Führerwillens

Eine der genannten Sonderbehörden mit ganz herausragender Bedeutung war der Machtbereich Heinrich Himmlers und Reinhard Heydrichs, denen es insbesondere nach Ausschaltung der SA im Juni 1934 und der Etablierung des SS- Staates wie niemandem sonst im 3. Reich gelungen war, eine Art „Staat im Staate“ zu schaffen.

Die Zersetzung staatlicher Instanzen zugunsten neuer, führerunmittelbarer Behörden wird am anschaulichsten dokumentiert durch die Machtakkumulation der SS in den Anfangsjahren der Machtergreifung sowie 1936 mit der Ernennung Himmlers zum „Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei“. Broszat zufolge enthält diese Dienstbezeichnung zwei konträre Elemente, da auf der einen Seite der Chef der deutschen Polizei formal dem Reichs- und Preußischen Minister des Inneren persönlich und unmittelbar unterstellt war, auf der anderen Seite dieser Sachverhalt aber dadurch umgangen werden konnte, dass Himmler als RFSS direkt dem „Führer“ unterstand. Hierin zeigt sich, welche Macht bezüglich der Auslegung und Verteilung von Kompetenzbereichen sich Hitler angeeignet hatte und wie er es verstand, diese Macht permanent zu erweitern.

Mit der Erhebung Himmlers in den Stand des RFSS förderte Hitler zugleich die Formierung einer „führerunmittelbaren, außernormativen Sonderexekutive“, die in Verbindung mit anderen Machtmitteln wie der Schutzhaft und den ebenfalls der SS unterstehenden Konzentrationslagern äußerst effiziente Instrumente außerhalb jeder gerichtlichen Überprüfung darstellte. Auf dieser Grundlage ergab sich für Hitler die Möglichkeit, unabhängig von staatlichen Rechtsnormen bzw. einer unter staatlicher Lenkung stehenden Polizei nicht nur politische Gegner, sondern selbst kritisch gesinnte Personen aus dem Kreis des eigenen Regierungspartners zu entfernen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Umwandlung des deutschen Staatsmodells zum Diktaturstaat sowie die wissenschaftliche Debatte über Hitlers Machtstellung vor.

2. Verfassungsstruktur des 3. Reiches zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft: Dieses Kapitel erläutert die anfänglichen konstitutionellen Schranken für Hitler und die Machtteilung mit konservativen Eliten.

3. Wandel der Staatsstrukturen und Schaffung neuer Machtbereiche: Das Kapitel beschreibt die systematische Aushöhlung rechtsstaatlicher Institutionen und die Etablierung eines konkurrierenden, polykratischen Machtsystems.

4. Beurteilung des NS-Herrschaftssystems unter Berücksichtigung der Position Hitlers: Hier werden die Forschungspositionen von Intentionalisten und Funktionalisten hinsichtlich Hitlers Führungsrolle gegenübergestellt.

5. Zusammenhang zwischen innerer Entwicklung und der Verwirklichung außenpolitischer Vorstellungen Hitlers: Dieses Kapitel analysiert, wie die innenpolitische Machtdynamik die Radikalisierung und Umsetzung außenpolitischer Ziele beförderte.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, wie Hitler die entstandenen Machtvakuums zur Konsolidierung seiner monokratischen Spitze innerhalb eines chaotischen Gefüges nutzte.

7. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturwerke auf.

Schlüsselwörter

Machtergreifung, Nationalsozialismus, Hitler, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, Polykratie, Intentionalismus, Funktionalismus, SS, Gestapo, Sonderbehörden, Führerstaat, Machtkonsolidierung, Außenpolitik, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Umbau des deutschen Staates in den Jahren 1928 bis 1935 und wie dieser Prozess die Machtstellung Adolf Hitlers festigte.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Themen sind die Beseitigung der Gewaltenteilung, der Konflikt zwischen Partei und Staat, sowie die Rolle von Sonderapparaten wie der SS.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll geklärt werden, ob Hitler ein planvoll handelnder Diktator war oder ob sein Handeln von den strukturellen Bedingungen des von ihm geschaffenen „Ämterchaos“ bestimmt wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die verschiedene Forschungsperspektiven (Intentionalismus vs. Funktionalismus) kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtliche Entmachtung des Weimarer Systems, die Entstehung konkurrierender Machtstrukturen und die Auswirkungen auf die außenpolitische Zielsetzung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtakkumulation, Führerprinzip, Polykratie, Gewaltenteilung und administrative Radikalisierung.

Wie wird das Verhältnis zwischen der SS und dem offiziellen Staat dargestellt?

Die Arbeit beschreibt die SS als "Staat im Staate", der sich durch die direkte Unterstellung unter den "Führer" weitgehend staatlichen Kontrollen entzog.

Welche Rolle spielten die Gauleiter für die Herrschaftssicherung?

Gauleiter waren Hitler direkt loyal ergeben und dienten ihm als Stütze auf mittlerer Ebene, übten jedoch durch ihr eigenes Machtbewusstsein auch Druck auf Hitler aus.

Fin de l'extrait de 17 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Beseitigung des traditionellen Verfassungs- und Verwaltungsstaates mit ihren Folgen für das NS- Machtgefüge und die Stellung Hitlers
Université
University of Freiburg
Cours
Machtergreifung: Von der Endphase der Weimarer Republik bis zur Konsolidierung der NS-Herrschaft 1928-1935
Note
1, 7
Auteur
Christoph Strauch (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
17
N° de catalogue
V126703
ISBN (ebook)
9783640329410
ISBN (Livre)
9783640331260
Langue
allemand
mots-clé
Beseitigung Verfassungs- Verwaltungsstaates Folgen Machtgefüge Stellung Hitlers
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Strauch (Auteur), 2009, Die Beseitigung des traditionellen Verfassungs- und Verwaltungsstaates mit ihren Folgen für das NS- Machtgefüge und die Stellung Hitlers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126703
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint