Eine Untersuchung des Standpunktes neoliberaler Ökonomen (Friedrich August von Hayek und Milton Friedman) zur Gleichheit und deren Einfluss auf Margaret Thatchers neoliberale Politik, bzw. die Rolle oder der Einfluss von Gleichheit/Ungleichheit als wegweisender Indikator der Politik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gleichheit in den neoliberalen Theorien von Hayek und Friedman
3. Ungleichheit im Vereinigten Königreich durch die neoliberalen Reformen zwischen 1979 und 1990
3.1. „British disease“ vor 1979
3.2. Thatchers wirtschaftliche Wende: Reformen im Sinne des Neoliberalismus
3.3. Ungleichheit im Vereinigten Königreich durch den Neoliberalismus
3.4. Margaret Thatchers Standpunkt zu Ungleichheit
4. Schlussbetrachtung
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der neoliberalen Theorien von Friedrich August von Hayek und Milton Friedman auf die Politik von Margaret Thatcher zwischen 1979 und 1990 und deren Auswirkungen auf die wachsende soziale Ungleichheit im Vereinigten Königreich.
- Grundlagen der neoliberalen Theorie von Hayek und Friedman in Bezug auf Gleichheit und Ungleichheit
- Die wirtschaftspolitische Situation im Vereinigten Königreich vor 1979 ("British disease")
- Umsetzung neoliberaler Reformen unter der Regierung Thatcher (Privatisierung, Deregulierung, Sozialstaatsabbau)
- Empirische Auswirkungen der Politik auf Einkommens- und Vermögensverteilung, Bildungschancen und Gesundheitsversorgung
- Thatchers ideologische Positionierung gegenüber Gleichheitsbestrebungen
Auszug aus dem Buch
3.1. „British disease“ vor 1979
Die 1970er Jahre waren für das Vereinigte Königreich wirtschaftlich angespannte Jahre. Die Wirtschaftskrise, auch allgemein als „British disease“ bezeichnet, verhalf der konservativen neoliberalen Margaret Thatcher den Wahlkampf 1979 für sich zu entscheiden, womit sie erste weibliche Premierministerin des Vereinigten Königreichs wurde. Margaret Thatcher sah in ihrer Politik „the new British cure“, die Heilung der Krankheit der Wirtschaftspolitik, die seit Ende des 2. Weltkrieges bestand hatte.
Die Nachkriegspolitik des Vereinigten Königreichs wurde stark durch den Keynesianismus und einen starken Sozialstaat geprägt. Neben sozialstaatlichen Ausgaben, wie einer hohen Arbeitslosenversicherung, dem Sozialwohnungssystem, einem starken staatlichem Gesundheitssystem und der staatlichen Altersvorsorge, stiegen die Staatsausgaben durch einen ab Ende der 1940er Jahre wachsenden Staatsbesitz an Unternehmen, die in Schlüsselindustrien tätig waren oder aufgrund ihrer schlechten ökonomischen Verfassung vergesellschaftet wurden. Diese Politik wurde bis in die 1970er Jahre verfolgt. Während die konservative Basis kritisch der Verstaatlichung von Unternehmen gegenüber stand, konnten Maßnahmen zur staatlichen Planung der Wirtschaft mit großer Zustimmung der Bevölkerung, „in Erinnerung an die Not in den 1930er Jahren und aufgrund der Erfahrung zweier Weltkriege“, umgesetzt werden. Trotz der Kritik der konservativen Parteibasis, bestand die „mixed economy“, die Wirtschaftsverfassung aus Staats- und Privatunternehmen, auf dem politischen Konsens der konservativen Parteiführung und der Labour Partei. Die Steuerpolitik in diesem Konsens war ein Mittel zur Herstellung einer sozialen Gerechtigkeit und Umverteilung. Ziel war eine möglichst geringe Ungleichheit. Es wurde im Allgemeinen über die Ausrichtung des Sozialstaates gestritten, aber er wurde von keiner der beiden Parteien als politisches Ziel infrage gestellt. Erst als während der 1970er Jahre die keynesianische Wirtschaftspolitik keine wirksamen Maßnahmen gegen das stagnierende Wirtschaftswachstum und die steigende Inflation hervorbrachte, geriet der Konsens der beiden Parteien in Gefahr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die begriffliche Unterscheidung von Ungleichheit ein und umreißt die Untersuchung der Auswirkungen neoliberaler Politik unter Margaret Thatcher auf die Ungleichheit im Vereinigten Königreich.
2. Gleichheit in den neoliberalen Theorien von Hayek und Friedman: Dieses Kapitel erläutert die neoliberalen Perspektiven auf Freiheit und Gleichheit, wobei Ungleichheit als funktional für wirtschaftlichen Fortschritt angesehen wird.
3. Ungleichheit im Vereinigten Königreich durch die neoliberalen Reformen zwischen 1979 und 1990: Hier werden die Umsetzung neoliberaler Reformen (Privatisierung, Deregulierung, Sparpolitik) und deren tiefgreifende Auswirkungen auf unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche analysiert.
3.1. „British disease“ vor 1979: Dieser Abschnitt beschreibt die wirtschaftliche Krise und den politischen Konsens der Nachkriegszeit, die den Weg für Thatchers politische Wende ebneten.
3.2. Thatchers wirtschaftliche Wende: Reformen im Sinne des Neoliberalismus: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen neoliberalen Reformschritte der Regierung Thatcher, insbesondere Privatisierungen und Deregulierungen zur Effizienzsteigerung.
3.3. Ungleichheit im Vereinigten Königreich durch den Neoliberalismus: Hier werden die Folgen der Politik auf die Vermögens- und Einkommensverteilung sowie die Bildungs- und Gesundheitschancen detailliert untersucht.
3.4. Margaret Thatchers Standpunkt zu Ungleichheit: Dieser Abschnitt beleuchtet Thatchers ideologische Ablehnung von Gleichheitsbestrebungen und ihre Verteidigung individueller Freiheit gegen staatliche Eingriffe.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Thatchers neoliberale Politik die Ungleichheit in Großbritannien massiv verschärfte und deren Folgen nachhaltige Wirkung entfalteten.
5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Forschungsliteratur und Originalquellen auf.
Schlüsselwörter
Neoliberalismus, Ungleichheit, Margaret Thatcher, Vereinigte Königreich, Friedrich August von Hayek, Milton Friedman, Wirtschaftspolitik, Sozialstaat, Privatisierung, Deregulierung, Gini-Koeffizient, Bildungsungleichheit, Vermögensverteilung, Monetarismus, Wirtschaftsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie neoliberale Theorien die Politik Margaret Thatchers prägten und welche messbaren Auswirkungen diese Politik auf die soziale Ungleichheit im Vereinigten Königreich hatte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die neoliberalen Theorien über Freiheit und Gleichheit, die Regierungszeit Thatchers, die Umsetzung marktorientierter Reformen und deren sozioökonomische Konsequenzen für die britische Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die neoliberale Politik unter Thatcher die Ungleichheit innerhalb des Vereinigten Königreichs zwischen 1979 und 1990 beeinflusst und verschärft hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der Schriften von Hayek und Friedman sowie einer Auswertung empirischer Daten und Forschungsliteratur zur britischen Wirtschafts- und Sozialpolitik der Ära Thatcher.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Neoliberalen, die wirtschaftliche Ausgangslage in Großbritannien vor 1979, die praktischen Reformmaßnahmen Thatchers und deren messbare Folgen für Einkommen, Vermögen, Bildungschancen und Gesundheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neoliberalismus, soziale Ungleichheit, Privatisierung, Thatcher-Ära, Marktwirtschaft und Umverteilung charakterisiert.
Welche Rolle spielte der "National Health Service" für Thatcher?
Obwohl Thatcher versuchte, den Gesundheitssektor zu privatisieren, blieb der NHS in der Bevölkerung sehr beliebt, weshalb sie stattdessen versuchte, durch eine Mischwirtschaft einen "künstlichen Markt" innerhalb des Systems zu etablieren.
Wie begründete Thatcher ihre Ablehnung von Gleichheitszielen?
Thatcher vertrat die Ansicht, dass das Streben nach Gleichheit Ausdruck eines destruktiven Neids sei und dass persönliche Freiheit sowie individuelles Leistungsvermögen die eigentlichen Motoren des gesellschaftlichen Fortschritts seien.
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- Lenny Kressel (Autor:in), 2022, Ungleichheit im Neoliberalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267050