Die Bachelorarbeit untersucht im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche, welchen Einfluss verschiedene Formen des Mitarbeitergesprächs auf die Motivation und Bindung von Pflegekräften in der stationären Altenpflege ausüben und leitet Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung der Gespräche ab.
Miteinander sprechen gehört untrennbar zum Berufsalltag von Pflegekräften. Das betrifft neben der existentiellen Kommunikation mit den zu versorgenden Bewohnern auch die Kommunikation mit den Kollegen und Vorgesetzten. Dabei ist das Spektrum der Gesprächsanlässe und Gesprächssituationen in der Pflege breit gefächert. Pflegemaßnahmen und Pflegeprozesse werden besprochen, Arbeitsabläufe und Arbeitsvorgänge werden diskutiert, Absprachen unter den Kollegen werden getroffen und Arbeitsanweisungen von Vorgesetzten erteilt.
Darüber hinaus ist es als Führungskraft notwendig, sich mit den Mitarbeitern über ihre individuellen Zielsetzungen, Aufgaben, Ergebnisse und Leistungen auszutauschen und Entwicklungspotenziale zu identifizieren. Das rückt das Mitarbeitergespräch zunehmend in den Fokus der Personalführung. Als fest institutionalisierte Gesprächsform verfolgt es das Ziel, die Motivation der Mitarbeiter zu steigern und die Leistungskultur im Unternehmen zu verbessern.
Doch nicht selten führt die Überlastung von Leitungskräften dazu, dass dieses Instrument der Mitarbeiterführung und Bindung nicht etabliert oder vernachlässigt wird. Fehlende Zeitressourcen, Ängste vor Kritik oder unzureichende Informationen über Gesprächsinhalte und Zielsetzungen von Mitarbeitergesprächen können dazu führen, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte dem Mitarbeitergespräch ablehnend gegenüberstehen.
Darüber hinaus setzt die Durchführung der Gespräche ein hohes Maß an Kommunikations- und Konfliktpotential der Führungskräfte voraus. Folglich sind Einrichtungen dazu angehalten, ihren Führungskräften neben einem aussagekräftigen Konzept zur Planung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen weitere Angebote zur Verfügung zu stellen, um ihre kommunikativen Kompetenzen zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Das Mitarbeitergespräch als Instrument der Personalführung
2.1.1 Begriffsbestimmung und rechtliche Rahmenbedingungen
2.1.2 Vorbehalte, Nutzen und Zielsetzungen von Mitarbeitergesprächen
2.1.3 Vorstellung ausgewählter Mitarbeitergespräche
2.2 Motivationstheoretische Grundlagen
2.2.1 Begriffsbestimmungen und Definitionen
2.2.2 Inhaltstheorien der Motivation
2.2.3 Prozesstheorien der Motivation
3 Methodik
3.1 Procedere der Forschungsrecherche
3.2 Beschreibung der Suchergebnisse
4 Darstellung der Ergebnisse der Literaturrecherche
4.1 Die Bedeutung der Arbeitsmotivation
4.1.1 Einfluss der Motivation auf die Arbeitszufriedenheit und Bindung
4.1.2 Gründe für Fluktuation und Berufsausstieg in der Altenpflege
4.2 Motivation durch Kommunikation – das Mitarbeitergespräch
4.2.1 Motivation durch Rückmeldung – das Feedbackgespräch
4.2.2 Motivation durch Ziele – das Zielvereinbarungsgespräch
4.2.3 Motivation durch Beurteilung – das Beurteilungsgespräch
4.2.4 Implementierung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen
5 Diskussion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Mitarbeitergespräch als Instrument der Personalführung die Motivation von Pflegekräften in stationären Altenpflegeeinrichtungen beeinflussen kann, um deren Arbeitszufriedenheit zu steigern und langfristig an die Einrichtung zu binden.
- Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument
- Motivationstheoretische Grundlagen
- Zusammenhang zwischen Kommunikation, Motivation und Bindung
- Systematische Literaturrecherche zu Fluktuationsursachen in der Altenpflege
- Handlungsempfehlungen für die praktische Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Begriffsbestimmung und rechtliche Rahmenbedingungen
Für den Begriff Mitarbeitergespräch existiert keine einheitliche Definition, da es sich nicht um eine eindeutige, fest abgrenzbare Gesprächsform handelt (vgl. Hossiep et al., 2020, S. 3). Der Begriff Mitarbeitergespräch dient vielmehr als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Gesprächen, die zu unterschiedlichen Anlässen zwischen einem Mitarbeiter und seinem direkten Vorgesetzten geführt werden (vgl. Hossiep et al., 2020, S. 3). Dennoch liegen allen Mitarbeitergesprächen folgende drei Merkmale zu Grunde:
• Abgrenzung vom aktuellen Tagesgeschäften und alltäglichen Unterhaltungen
• Planung und Vorbereitung des Gesprächs aufgrund rechtzeitiger Terminierung
• Festlegung bestimmter Inhalte und Zielsetzung des Gesprächs
(vgl. Mentzel et al., 2014, S. 17; Hossiep et al., 2020, S. 3). Das erste Merkmal umfasst seine Abgrenzung von Alltagsunterhaltungen und der Unterscheidung vom aktuellen Tagesgeschäft. Mitarbeitergespräche gehen über die spontane, routinemäßige, die täglichen Arbeitsinhalte betreffende Alltagskommunikation hinaus. Folglich sind eingeholte Informationen, um im Arbeitsprozess voranzukommen, alltägliche Gesprächssituationen im Unternehmen, jedoch kein MAG im eigentlichen Sinne. Das zweite Merkmal des MAG ist die Planung und Vorbereitung des Gesprächs. Die Gespräche können dabei zu regelmäßig wiederkehrenden Terminen oder aber anlassbezogen stattfinden (vgl. Mentzel et al., 2014, S. 17). Ein Beispiel für regelmäßig stattfindende Gespräche ist das Mitarbeiterjahresgespräch, während Feedbackgespräche anlassbezogen geführt werden.
Beide Formen erfolgen jedoch nicht spontan, sondern setzen eine feste Terminierung voraus. Der Termin muss dem Mitarbeiter rechtzeitig bekannt gegeben werden, um beiden Teilnehmern eine Vorbereitung auf das Gespräch zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung des Fachkräftemangels und führt das Mitarbeitergespräch als zentrales, motivierendes Führungsinstrument ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläutert das Mitarbeitergespräch (MAG) als Führungsinstrument und legt durch Motivationstheorien wie von Maslow, Herzberg und Vroom eine wissenschaftliche Basis.
3 Methodik: Beschreibt das systematische Vorgehen der Literaturrecherche, inklusive der Suchbegriffe sowie der Ein- und Ausschlusskriterien zur Identifikation relevanter Studien.
4 Darstellung der Ergebnisse der Literaturrecherche: Analysiert die Bedeutung der Arbeitsmotivation, Gründe für Fluktuation in der Pflege und beleuchtet die motivierende Wirkung verschiedener Gesprächsformen wie Feedback-, Zielvereinbarungs- und Beurteilungsgespräche.
5 Diskussion: Interprtiert die Ergebnisse der Literaturrecherche im Kontext der stationären Altenpflege und reflektiert die Rolle von Führung und Wertschätzung.
6 Fazit und Ausblick: Fasse die Arbeit zusammen und zeigt auf, dass Mitarbeitergespräche trotz struktureller Herausforderungen ein wirksames Mittel zur Motivations- und Bindungsförderung darstellen.
Schlüsselwörter
Mitarbeitergespräch, Personalführung, Mitarbeitermotivation, Arbeitszufriedenheit, Mitarbeiterbindung, Altenpflege, Fachkräftemangel, Fluktuation, Feedbackgespräch, Zielvereinbarungsgespräch, Leistungsbeurteilung, Arbeitsmotivation, interne Kommunikation, Personaltwicklung, Führungskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Thesis untersucht, wie Mitarbeitergespräche in der stationären Altenpflege genutzt werden können, um Pflegekräfte durch motivierende Personalführung zufriedener zu machen und langfristig an die Einrichtung zu binden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Personalführung durch Kommunikation, motivationstheoretische Modelle, Gründe für Fluktuation im Pflegesektor sowie die methodische Ausgestaltung von Mitarbeitergesprächen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine systematische Literaturrecherche den Zusammenhang zwischen Mitarbeitergesprächen und der Motivation von Pflegekräften wissenschaftlich aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine systematische Literaturrecherche, bei der Fachdatenbanken und Internetquellen durchforstet wurden, um relevante Studien und Artikel zum Thema zu finden und auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, eine detaillierte Darstellung der Recherche-Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Erkenntnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Mitarbeitergespräch, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung, stationäre Altenpflege, Fluktuation und Personalführung.
Warum ist das Verhältnis zum Vorgesetzten so entscheidend?
Die Arbeit zeigt durch die analysierten Studien, dass eine wertschätzende Führung und ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten die wichtigsten Einflussfaktoren für die Arbeitsmotivation und die Bleibeabsicht von Pflegekräften sind.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow in der Arbeit?
Das Modell von Maslow dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, dass Mitarbeiter erst dann motiviert werden können, wenn grundlegende Anforderungen erfüllt sind, wobei im beruflichen Kontext insbesondere soziale Motive und Ich-Motive eine große Rolle spielen.
Wie unterscheidet sich das Beurteilungsgespräch vom Feedbackgespräch?
Das Feedbackgespräch ist meist anlassbezogen und dient dem unmittelbaren Austausch, während das Beurteilungsgespräch umfassender ist, formale Konsequenzen für die Karriere haben kann und die Leistungen über einen längeren Zeitraum bewertet.
- Citation du texte
- Andrea Sonntag (Auteur), 2022, Das Mitarbeitergespräch als Instrument der motivierenden Personalführung. Steigerung der Zufriedenheit und der Bindung von Pflegekräften in der stationären Altenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267503