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Der Einfluss von Demagogen auf den Peloponnesischen Krieg am Beispiel Kleons

Titre: Der Einfluss von Demagogen auf den Peloponnesischen Krieg am Beispiel Kleons

Dossier / Travail , 2007 , 11 Pages

Autor:in: Ivo Sieder (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der im Seminar besprochene Peloponnesische Krieg stellt sicherlich das wichtigste Ereignis
für Athen im späten 5.Jh. v.Chr. dar. Während die Zeit davor oftmals als eine Blüte der
Demokratie und generell ein goldenes Zeitalter beschrieben wird, werden besonders der
Peloponnesische Krieg, seine Brutalität und sein zerstörerischer Verlauf oftmals dem Einfluss
von so genannten Demagogen wie Kleon und Alkibiades zugeschrieben. Im Rahmen dieser
Hausarbeit werde ich am Beispiel Kleons, des Archetypen eines Demagogen, untersuchen
welchen Einfluss die Demagogen auf die athenische Politik im Peloponnesischen Krieg
wirklich hatten. Ich hoffe zu klären, ob die Demagogen die Demokratie missbrauchten und
Athen alleine in seinen Untergang stießen oder ob die Demagogen (wie sie behaupteten) nur
den Willen des Volkes umsetzten.
Zu Beginn werde ich den Peloponnesischen Krieg als selbst und den gern (miss-)gebrauchten
Begriff „Demagoge“ als notwendigen historischen Kontext erläutern. Anschließend werde ich
anhand der Überlieferung erläutern, an welchen Punkten Kleon wie Einfluss auf athenischen
Politik und Kriegsführung nahm. Die wichtigste Quelle zu Kleons Wirken ist natürlich
Thukydides „Peloponnesischer Krieg“. Thukydides selbst lehnte sowohl Kleons Methoden
wie Ziele ab, so dass Kleon generell äußerst negativ dargestellt wird. Eine weitere wichtige
zeitgenössische Quelle stellen die Komödien des Aristophanes dar, besonders die „Ritter“ in
denen Kleon die Hauptrolle zukommt. Aristophanes beschuldigte in vielen seiner Werke
Kleon und die Demagogen allgemein der Kriegstreiberei und vieler negativer Charakterzüge,
so dass auch hier ein äußerst negatives Kleonbild entsteht. Eine dritte literarische Quelle
stellen schließlich die Plutarch-Biografien des Nikias und Perikles dar. Plutarch allerdings
schrieb bereits im 1.Jh. n.Chr., durch seinen besonderen Stil des Fokus auf das Persönliche
und der Opposition, in der Kleon zu Nikias wie Perikles stand, sind Plutarchs Einschätzungen
von Kleon ebenso oft negativ geprägt. Generell lässt sich also feststellen, dass die
literarischen Quellen Kleon nicht wohlgesonnen sind, so dass mögliche positive Einflüsse des
Kleon nicht dargestellt und seine negativen Einflüsse überzeichnet werden. Aus diesem
Grund werde ich zum Abschluss versuchen, eine eigene Bewertung der Tätigkeit des Kleon
und seines Einflusses vorzunehmen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historischer Kontext

a) Der Peloponnesische Krieg

b) Der Demagoge

III. Kleon und der Peloponnesische Krieg

a) vom Kriegsausbruch bis zum Vorgehen gegen Mytilene

b) Kleon auf dem Höhepunkt: die Schlacht von Sphakteria

c) von Sphakteria nach Amphipolis

IV. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des athenischen Politikers Kleon auf die strategische Gestaltung und den Verlauf des Peloponnesischen Krieges. Im Zentrum der Forschungsfrage steht dabei die Analyse, ob Kleon als archetypischer Demagoge die athenische Demokratie aktiv für seine Zwecke missbrauchte und somit den Untergang Athens forcierte, oder ob er lediglich den bereits vorhandenen Volkswillen zur aggressiven Kriegsführung exekutierte.

  • Historische Einordnung des Peloponnesischen Krieges als zentraler Konflikt des 5. Jahrhunderts v. Chr.
  • Definition und politikwissenschaftliche Einordnung des Demagogen-Begriffs in der athenischen Demokratie.
  • Analyse der Rolle Kleons bei strategischen Wendepunkten wie der Mytilene-Debatte und der Schlacht von Sphakteria.
  • Kritische Würdigung der antiken Quellenlage (Thukydides, Aristophanes, Plutarch) hinsichtlich ihrer Voreingenommenheit gegenüber Kleon.
  • Bewertung der persönlichen Verantwortung Kleons für die radikale Ausweitung und Fortsetzung des Krieges bis zu seinem Tod.

Auszug aus dem Buch

b) Kleon auf dem Höhepunkt: die Schlacht von Sphakteria

In den folgenden Jahren bis 425 wurde an verschiedenen Schauplätzen in Griechenland und auch Sizilien weitergekämpft, jedoch gelang es weder Sparta noch Athen einen bedeutenden Vorteil zu gewinnen. In diesem Jahr gelang es den Athenern unter Demosthenes, Pylos auf der Peloponnes zu besetzen und es als Basis zu befestigen. Spartanische Gegenangriffe scheitern und 400 spartanische Elitesoldaten werden bei Sphakteria eingeschlossen. Die Spartaner handeln daraufhin vor Ort einen Waffenstillstand aus und entsenden eine Delegation nach Athen, um über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Nun trat Kleon voll in Aktion und beeinflusste erstmals den Verlauf des Krieges hochgradig. Kleon war zu dieser Zeit der pol. Führer „auf den das Volk am meisten vertraute“; er forderte von Sparta viele Konzessionen, inklusive einem spartanischen Verrat an Verbündeten. Als die Spartaner vorschlugen, im Geheimen weiterzuverhandeln, deutete Kleon dies als Zeichen ihrer Unaufrichtigkeit und forderte öffentliche Verhandlungen; die Spartaner hätten also offen über ihren Verrat sprechen müssen, so dass sie die Verhandlungen abbrachen und nach Sparta zurückkehrten. Thukydides und besonders Plutarch schreiben das Scheitern der Verhandlungen praktisch allein Kleon zu, „They had repulsed it [den spart. Vorschlag] because Cleon, chiefly on account of Nicias, was opposed to it.“ Grundsätzlich war die Mehrheit der Athener zwar der Meinung, die momentane Lage Spartas ausnützen zu müssen, so wie Sparta 446 die Notlage Athens ausgenützt hatte. Aber erst die Bündelung dieses „Gefühls“ durch Kleon gekoppelt mit der für Sparta unannehmbaren Forderung einer öffentlichen Debatte führte zu einem Scheitern der Friedensverhandlungen. Während aristokratische Führer wie Nikias bereit waren mit Sparta zu kooperieren und Frieden zu schließen, wollte Kleon in seinem radikalen Patriotismus Spartas Lage ausnutzen um es vollständig zu besiegen. Ohne Kleons demagogische Methoden und Fähigkeiten, hätte der Krieg hier zu Ende sein können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Peloponnesischen Krieges ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Rolle Kleons als Demagoge sowie die methodische Herangehensweise anhand der antiken Quellen vor.

II. Historischer Kontext: Dieses Kapitel liefert den nötigen Hintergrund zum Peloponnesischen Krieg und erörtert den Begriff des Demagogen als einen spezifischen, durch Rhetorik geprägten Politikstil innerhalb der athenischen Demokratie.

III. Kleon und der Peloponnesische Krieg: Der Hauptteil analysiert Kleons Wirken in drei Phasen, von seiner frühen Opposition gegen Perikles über die Mytilene-Debatte und den militärischen Erfolg bei Sphakteria bis hin zur entscheidenden Schlacht bei Amphipolis.

IV. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Kleons Einfluss auf den Verlauf des Krieges maßgeblich war, und relativiert das einseitige, negativ geprägte Bild des Demagogen durch die Bewertung seines radikalen Patriotismus.

Schlüsselwörter

Kleon, Peloponnesischer Krieg, Athen, Sparta, Demagoge, Thukydides, Aristophanes, Plutarch, Nikias, Sphakteria, Mytilene, athenische Demokratie, Rhetorik, Kriegführung, Volksversammlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der athenische Politiker Kleon während des Peloponnesischen Krieges auf die athenische Politik und die Kriegsführung hatte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse demagogischer Politikstile, der Untersuchung strategischer Kriegsentscheidungen und der kritischen Auseinandersetzung mit der antiken Quellenüberlieferung zu Kleon.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob Kleon die athenische Demokratie missbrauchte, um Athen in den Untergang zu führen, oder ob sein Handeln den Willen des Volkes widerspiegelte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer kritischen Auswertung der zentralen antiken Quellen (Thukydides, Aristophanes, Plutarch) basiert, um den historischen Akteur Kleon neu zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Er beleuchtet Kleons Auftreten von der Zeit nach Perikles über die Mytilene-Debatte und den Sieg bei Sphakteria bis hin zu seinem Tod in der Schlacht bei Amphipolis.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Kleon, Peloponnesischer Krieg, Demagoge, athenische Demokratie, strategische Kriegsführung und Quellenkritik bilden die zentralen Pfeiler der Arbeit.

Welche Rolle spielt die Rhetorik in der Argumentation Kleons?

Die Rhetorik wird als zentrales Machtinstrument identifiziert, das Kleon ermöglichte, ohne institutionelle Amtsgewalt die Masse in der Volksversammlung von seinem radikalen Patriotismus zu überzeugen.

Wie bewertet der Autor Kleons Verantwortung für den Fall Athens?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kleon zwar nicht gegen den Willen des Volkes handelte, jedoch durch seine spezifische Politik die Ausweitung des Krieges maßgeblich mitverantwortete und somit den Untergang des Reiches begünstigte.

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Résumé des informations

Titre
Der Einfluss von Demagogen auf den Peloponnesischen Krieg am Beispiel Kleons
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Altertumswissenschaft)
Cours
Großmachtpolitik und Demokratie – Athen im 5.Jh. v. Chr.
Auteur
Ivo Sieder (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
11
N° de catalogue
V126771
ISBN (ebook)
9783640332236
ISBN (Livre)
9783640332243
Langue
allemand
mots-clé
Einfluss Demagogen Peloponnesischen Krieg Beispiel Kleons
Sécurité des produits
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Citation du texte
Ivo Sieder (Auteur), 2007, Der Einfluss von Demagogen auf den Peloponnesischen Krieg am Beispiel Kleons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126771
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